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Gold – Krisenschutz mit Zinsrisiko
Auszug aus dem Finanzcoach September 2026
Gold hat Anleger Ende August daran erinnert, dass selbst ein „sicherer Hafen“ nicht bei jeder Krise automatisch steigt. Seit Anfang August stieg der Goldpreis insbesondere angesichts der hohen US-Staatsschulden um rund 15 % auf 4.659 USD. Nachdem Fed-Chef Warsh die Inflationsbekämpfung letzte Woche aber klar in den Vordergrund gestellt hatte, fiel der Preis für eine Feinunze innerhalb eines Tages um mehr als drei Prozent auf rund 4.454 USD. Steigende Zinserwartungen ließen die Anleiherenditen und den Dollar steigen – beides ist kurzfristig Gegenwind für Gold.
Damit zeigen sich die zwei Seiten der Goldanlage besonders deutlich. Hohe Staatsverschuldung, geopolitische Unsicherheit und Zweifel an der langfristigen Kaufkraft von Papierwährungen sprechen für Gold. Hohe reale Zinsen sprechen dagegen. Denn anders als eine Anleihe wirft Gold keine laufenden Erträge ab. Je attraktiver sichere Zinsanlagen werden, desto höher sind deshalb die Opportunitätskosten der Goldhaltung.
Am längerfristigen Argument für eine Goldbeimischung ändert der jüngste Rückgang wenig. Die Staatsverschuldung steigt weltweit weiter, Zentralbanken diversifizieren ihre Reserven mit physischem Gold und geopolitische Konflikte nehmen eher zu als ab. Anleger sollten Gold allerdings nicht mit einer Versicherung verwechseln, die bei jeder negativen Schlagzeile sofort Gewinne liefert. Gold bleibt vor allem ein langfristiger Diversifikationsbaustein – kein Instrument für kurzfristiges Krisen-Timing.










