Unsere Infothek

Der Pflegetopf (je nach Alter kurz-/mittel- oder langfristig)

Stefanie Kühn • 2. Juni 2026

Auszug aus dem Finanzcoach Juni 2026

Kürzlich hat es endlich mal ein Punkt in die politische Diskussion geschafft, den wir seit Jahren ganz, ganz kritisch sehen. Albert Stegemann (CDU) kritisierte indirekt die gängige Praxis, Immobilien recht-zeitig (unter Einhaltung der 10-Jahres-Frist für Rückforderungen durch das Sozialamt) an Kinder zu verschenken, um das Vermögen vor dem Zugriff des Staates zu sichern, während die Allgemeinheit später für die teure Heimpflege aufkommt. Müssen wir mal ein Lob für die CDU aussprechen. 
Laut einem aktuellen Artikel von Finanztest, übernimmt das Sozialamt in 37% aller Fälle die stationäre Pflege. Das bedeutet, dass Sie, wir und viele andere für über ein Drittel der der Heimbewohner zah-len. Manchmal ist das sicherlich in Ordnung. Aber: Wie viele Prozent der 37% haben davon wohl zu-vor Ihr Häuschen, Ihr Bargeld und Ihre Wertpapiere an die Kinder verschenkt? Oder haben sich zeit-lebens mehr Konsum gegönnt, als sie sich hätten leisten sollen? Darüber gibt es leider keine Statistik – wir hören aber nicht selten davon.


Wir sind für die Eigenverantwortung. Wir sind durchaus sozial eingestellt – wenn jemand nicht kann, dann soll es Leistungen geben. Aber wir finden es schrecklich, wenn die Allgemeinheit für jemanden zahlt, der leistungsfähig war. 


Doch wie können Sie hier eigenverantwortlich vorsorgen? Private Pflegeversicherungen sind unseres Erachtens hier nicht das Mittel der Wahl. Wer seine eigene Pflege absichern möchte, der kann ja ein-mal weiter auf die Statistik schauen (alle Zahlen laut Finanztest 6/26): Die durchschnittliche Verweil-dauer im Pflegeheim beträgt 25 Monate. Die durchschnittliche Eigenbeteiligung in den ersten 12 Mo-naten beträgt 3.245 Euro, ab 36 Monaten sinkt diese auf 2.056 Euro. Gehen wir daher einmal von 3.000 Euro pro Monat über 25 Monate aus. Wenn die eigenen Renten davon 1.000 Euro abdecken, werden 2.000 Euro mal 25 Monate, also 50.000 Euro benötigt. 


Wenn Sie diese bis zum 80. Lebensjahr (ab da steigt der Anteil der pflegebedürftigen Menschen signi-fikant an) angespart haben möchten, müssten Sie bei einer durchschnittlichen Rendite von 5% (Ak-tien-ETF-Investment) folgende Summen sparen:

  • Start mit 40 Jahren – 33,58 Euro pro Monat
  • Start mit 50 Jahren - 61,06 Euro pro Monat
  • Start mit 60 Jahren – 122,69 Euro pro Monat
  • Start mit 70 Jahren – 322,53 Euro pro Monat.


Was zeigt uns das? Früh angefangen reicht ein gespartes Abendessen im Restaurant pro Monat für die spätere Pflege. Auch mit 60 Jahren ist noch nichts verloren. Vielleicht haben Sie auch geerbt und können die Summe in einem mit dem Stempel „Meine Pflegeabsicherung“ beiseitelegen. Vielleicht wollen Sie die Summe etwas höher ansetzen – für alle Fälle. Oder Ihre Renten sind höher und die Lücke ist geringer. Egal wie – bitte überdenken Sie Ihren Punkt und fügen Ihrer Sparrate gerne einen Pflegetopf dazu – 50 Euro pro Monat wäre da ein ganz guter Anfang. .

von Stefanie Kühn 30. Mai 2026
Aktuelle News, Presse über die PFK, interessante Mitteilungen
von Stefanie Kühn 5. Mai 2026
Auszug aus dem Finanzcoach Mai 2026
von Stefanie Kühn 31. März 2026
Auszug aus dem Finanzcoach April 2026
von Stefanie Kühn 3. März 2026
Auszug aus dem Finanzcoach März 2026
von Stefanie Kühn 29. Januar 2026
Auszug aus dem Finanzcoach Februar 2026
von Stefanie Kühn 13. Januar 2026
Auszug aus dem Finanzcoach Januar 2026
von Stefanie Kühn 4. November 2025
Auszug aus dem Finanzcoach November 2025
von Stefanie Kühn 30. September 2025
Auszug aus dem Finanzcoach Oktober 2025
von Stefanie Kühn 9. September 2025
Auszug aus dem Finanzcoach September 2025
von Stefanie Kühn 7. August 2025
Auszug aus dem Finanzcoach August 2025