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Warum verliert die indonesische Börse binnen kurzer Zeit zweistellige Prozente?
Auszug aus dem Finanzcoach Februar 2026

Die Börsen laufen an sich recht gut – doch ein Markt bricht plötzlich zweistellig binnen zwei Tagen ein. Was ist denn in Indonesien passiert? Der Einbruch indonesischer Aktien in dieser Woche war so stark, dass der Handel in Jakarta kurzzeitig ausgesetzt wurde.
Während große geopolitische Krisen oder schlechte Unternehmenszahlen normalerweise die Auslöser solcher Rückgänge sind, ist dieses Mal der Hauptgrund folgender: Der Index-Anbieter MSCI hat überraschend alle Index-Anpassungen für indonesische Aktien eingefroren. Als Grund wird dort genannt, dass es erhebliche Zweifel an der „Investierbarkeit“ gibt, da zu viele Anteile großer Unternehmen bei zu wenigen Eigentümern liegen. MSCI droht, Indonesien vom Status eines „Schwellenlandes“ (Emerging Market) auf den eines „Frontiermarktes“ herabzustufen. Damit würden dann alle indonesischen Aktien aus MSCI Emerging-Market-ETFs „rausfliegen“.
Solche Meldungen können natürlich auch Kaufgelegenheiten sein. Die indonesische Börse war vorher sehr stark gestiegen (ca. 50% seit April 2025). Vor allem aber zeigen solche Entwicklungen, dass Anlagen in den Schwellenländern volatil (schwankungsreich) sind. Sie zeigen auch, dass sehr steile Anstiege in Märkten gerne abrupt enden („Aufwärts wie eine Treppe, abwärts wie ein Fahrstuhl“). Und dass wir an der Börse immer mit Irritationen rechnen müssen, die wir vorher nicht auf dem Schirm hatten. Das ist Börse – nicht nur in Indonesien.










