Private Finanzplanung Kühn
Private Finanzplanung Kühn

Aktuelle Finanz-Leserfragen im Münchener Merkur

 

14.04.2020
Familie D.:
"Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, die sich ja offensichtlich weiter verschlechtern wird, würde mich der Rat von Experten interessieren, wie man denn mit dem Ersparten (für Notfälle) umgehen soll. Eine Anlage in Gold oder Silber ist ja wohl zurzeit aussichtslos. Ich bin am Überlegen, ob wir es den Kindern zur Schuldentilgung ihres Wohneigentums überlassen sollten, wir besitzen dann aber keine Rücklagen fürs Alter. Andererseits, wenn das Geld nichts mehr wert ist, auch nicht. Wozu würden Sie denn raten?"

 

Stefanie Kühn: Zunächst einmal empfehle ich Ihnen, in der derzeitigen Situation besonnen zu bleiben. Ein Wertlos-werden des Geldes steht aktuell ja überhaupt nicht zur Debatte. Die Länder reagieren auf eine außergewöhnliche Situation mit umfassenden Maßnahmen – das halte ich für wichtig und richtig. Eine Krise bedeutet nicht gleich einen Staatsbankrott.

Sie sprechen davon, dass Sie Ihre offensichtlich einzige Rücklage für das Alter sichern möchten. Die Einlagensicherung bei Banken mit 100.000 Euro pro Person und Bank halte ich für sicher, sofern Sie Ihr Geld in einem grundsätzlich finanzstarken Land wie Deutschland angelegt haben.

Eine Beimischung von Gold ist grundsätzlich eine gute Idee. Die Goldquote sollte aber für Sie passend und im Rahmen einer Vermögensaufteilung insgesamt festgelegt werden – nicht „panikgetrieben“. Auch Gold kann schwanken, das hat man gerade zu Beginn der Corona-Krise gesehen.

Ein Verschenken des Geldes hat weitreichende Auswirkungen, die gut zu überlegen sind. Das Geld steht Ihnen dann nicht mehr zur Verfügung. Gegebenenfalls müssen auch steuerliche Auswirkungen berücksichtigt werden.

 

08.04.2020

Eva N.: Ich habe 2006 eine private Pflegeversicherung für Pflegestufe III abgeschlossen. Ab 2017 ist eine Umwandlung der Pflegestufen in Pflegegrade vorgeschrieben. Meine Versicherung hat das bis heute nicht gemacht. Sie hat mir einen neuen Vertrag angeboten, den ich nicht unterschrieben habe. Trotz mehrerer schriftlicher Anfragen ist sie nicht bereit, mir mitzuteilen, welche Summe ich für Pflegegrade 4 oder 5 (bisherige Pflegestufe III) erhalten würde, wenn der Versicherungsfall einträte. Auch der neueste Versicherungsverlauf vom Januar 2020 enthält nur die Gesamtleistung im Pflegefall für Pflegestufe III. Hätte ich den angebotenen neuen Vertrag unterschreiben müssen, obwohl mein alter zu diesem Zeitpunkt schon zwölf Jahre lief? Hätte mir die Versicherung ein Sonderkündigungsrecht einräumen müssen? Ist die Versicherung verpflichtet, mir mitzuteilen, wie hoch der monatliche Betrag für die Pflegegrade 4 oder 5 wäre, wenn ich ins Heim müsste?

 

Stefanie Kühn: Die privaten Pflegeversicherungen haben ihren Kunden im Zuge der Reform der Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade Umstellungsangebote unterbreitet. Diese sollten möglichst nah an den bisherigen Leistungen bei verschiedener Schwere der Pflege liegen. Wenn Sie das Angebot nicht annehmen, dann würde sich im Leistungsfall irgendwann die Frage stellen, wie man nun bewertet, ob Sie Stufe III der Pflegebedürftigkeit erreicht haben. Da Sie ja die Umstellung nicht akzeptiert haben, wäre die Frage also eher, wie bei Ihnen der Leistungsfall definiert würde: Wer würde die Einstufung vornehmen, wie würde überprüft?

Sie müssen grundsätzlich keine Änderung annehmen, es ist aber eben die Frage, ob Sie eine ja doch teure Versicherung mit einer solchen Ungewissheit führen möchten. Die bisherige Laufzeit spielt bei der Umstellung keine Rolle – auch die Versicherung hat ja 2006 nicht ahnen können, dass in 2017 das System umgestellt wird. Verträge, die in 2016 abgeschlossen wurden, hatten oftmals bereits Klauseln zur Umstellung. Sie haben grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen, können aber eine Pflegeversicherung sowieso relativ einfach kündigen. Die Versicherung ist nicht verpflichtet, Ihnen zu sagen, welche Leistungen Sie bei Stufe 4 oder 5 bekommen würden – grundsätzlich ja gar keine, denn Sie haben ja einen Pflegegrad versichert. Um diese Unsicherheit zu beheben, empfehle ich Ihnen dringend, den Umstellungsvorschlag zu prüfen sowie gegebenenfalls weitere Versicherungsangebote zum Vergleich einzuholen.

Eine Anmerkung am Rande: Bei Ihrer Versicherung erhalten Sie erst Leistungen ab Pflegestufe III – was einer Einstufung von 4 oder 5 nach Pflegegraden entsprechen würde. Würde ein geringerer Pflegegrad festgestellt, gibt es keine Leistung. Eine Absicherung nur der schwersten Pflegegrade halte ich für unsinnig. Laut Statistischem Bundesamt befanden sich 2017 22,7% der Pflegebedürftigen in Stufe 4 und 5. Das bedeutet, dass über dreiviertel der Pflegebedürftigen – hätten diese eine vergleichbare Versicherung – gar keine Leistung bekommen würden. Wenn man diese Absicherung wählt, dann empfehle ich die vollständige Absicherung ab dem untersten Pflegegrad – unter dem Motto: Ganz oder gar nicht.

 

03.04.2020

Klaus M.: Kann eine Anleihe verloren sein, wenn der Emittent in Konkurs geht , oder sind die Anleihen Sondervermögen? Es geht in diesem Fall um den Emittenten Rallye S. A. Frankreich (WKN A1ZE2Z, Kurs zurzeit: 25,00 %, Festzins: 4 %). Das müsste doch zu stemmen sein? 

 

Stefanie Kühn: Anleihen sind kein Sondervermögen. Wenn der Emittent insolvent wird, dann ist auch ein Totalverlust möglich. Wenn man als Anleger eine Anleihe kauft, gibt man dem Unternehmen Kredit und erhält dafür einen Zins. Sie bauen beim Kauf darauf, dass das Unternehmen Ihnen am Ende der Laufzeit (hier 2021) den vollen Betrag sowie jährlich die Zinsen (zurück-)zahlt. Wenn ein Unternehmen wirtschaftliche Probleme bekommt, dann verkaufen Anleger Anleihen, weil ihnen das Risiko zu hoch wird. Das ist hier offensichtlich geschehen. Nachrichten zum Unternehmen zeigen derzeit auch keine Trendwende an. Ob das „zu stemmen“ sein wird (Rückzahlung zu 100% in 2021), wie Sie es ausdrücken, möchte ich nicht beurteilen. Bis dahin müsste das Unternehmen dann ja so aufgestellt sein, dass es jedem Anleger seine 100% zurückzahlen kann. Ein Kursrückgang um 75% zum Ausgabekurs deutet in jedem Fall auf sehr große Probleme hin.

 

26.03.2020
Hermann B.:
Als Polizeibeamter (73) im Ruhestand (70 Prozent Beihilfe) bin ich seit 1.4.1979 bei der Bayerischen Beamtenkrankenkasse (Versicherungskammer Bayern) privat krankenversichert. Meine Frau (71, Rentnerin) ist bei mir mitversichert. Zum 1.12.2006 habe ich für uns beide eine Pflegetagegeldversicherung (Pflege PREMIUM) mit einem Tagessatz von je 40 Euro abgeschlossen. Zum 1.8.2012 und 1.8.2015 erhöhte ich für uns beide jeweils nochmals den Tagessatz um zwei Euro, so dass er jetzt jeweils bei 44 Euro liegt. Die Versicherungsprämie betrug bislang 112,06 Euro und soll zum 1.5.2020 auf 191,70 Euro angehoben werden. Das ist eine Steigerung von 79,64 Euro = 71,11 Prozent. Begründet wird die Steigerung damit, dass es sich um die erste Anpassung des Rechnungszinses seit fünf Jahren handele. Entsprechend könne die Absenkung von 3,0 Prozent auf 1,9 Prozent anteilig zu Beitragserhöhungen von über 50 Prozent führen. Scheint die Berechnung richtig zu sein? Und was können Sie uns raten?

 

Stefanie Kühn: Durch die Umstellung von Pflegegraden (1-3) in Pflegestufen (1-5) kam es zu vielen Leistungsverbesserungen in der Pflegeversicherung. Auch die Tagesgeldtarife mussten umgestellt werden. Dabei galt die Maßgabe, dass kein Kunde schlechter gestellt werden darf, als er es vorher war. Im gesamten Bereich der privaten Pflegeversicherung hat man nach der Reform zum 01.01.2017 Beitragssteigerungen gesehen. Außerdem macht den Versicherungen das geringe Zinsniveau zu schaffen. Beitragssteigerungen müssen von einem Treuhänder abgesegnet sein.

Natürlich ist eine Steigerung um 71% extrem hoch. Gerade für Beamte gab es in der Vergangenheit wenig Steigerung. Angenommen, Sie hätten vom Beginn 2006 an 112,06 Euro gezahlt (ohne Berücksichtigung der beiden Leistungssteigerungen) und die Beiträge wären in gleichmäßigen prozentualen Schritten auf heut 191,70 Euro gestiegen, läge die jährliche Steigerung rechnerisch bei knapp 4%. Dies ist für den Pflegebereich eine durchaus adäquate Steigerung. Falls Sie Zweifel an der Korrektheit der Berechnung haben, können Sie sich an einen spezialisierten Anwalt oder eine Verbraucherzentrale wenden.

 

11.03.2020
Herbert M.:
Angesichts der schlechten Renditesituation habe ich derzeit Beträge auf Festgeldkonten geparkt. Ich bin 68 Jahre alt und benötige sichere Anlagen, um einen Ausgleich zu meinen Renten zu haben. Einmalzahlungen möchte ich vermeiden, da ich flexibel sein muss. Aktien in Einzeltitel kommen für mich auch nicht in Frage. Was halten Sie von breit gestreuten ETFs (Exchange Traded Funds) in Form von monatlichen Einzahlungen?

 

Stefanie Kühn: Es ist sicherlich sinnvoll, dass Sie Ihr Vermögen auf Festgeldkonten angelegt haben, statt auf unverzinsten – oder gar mit Minuszins versehenen – Girokonten. An Ihre Festgelder können Sie in der Regel jeweils erst zum Laufzeitende wieder rankommen. Aus Ihrer Frage schließe ich, dass Sie keine allzu langen Festlegungen gewählt haben oder auch einen Teil im Tagesgeld angelegt haben. Ich rate Ihnen, Ihr Vermögen gesamthaft zu betrachten. Legen Sie für sich einen Betrag X fest, der stets als Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto liegen soll. Dazu rechnen Sie vielleicht den jeweiligen Jahresbedarf der gewünschten Rentenaufstockung. Weiterhin definieren Sie den Anteil an Festgeldern, die Sie dauerhaft halten möchten – auch um daraus Ihren jährlichen Bedarf der nächsten Jahre zu decken. Die Festgelder könnten Sie als Festgeldtreppe organisieren, um flexibel zu bleiben. Wenn Sie dann außerdem einen kleinen Anteil Ihres Vermögens in Aktien-ETF anlegen möchten, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Man sagt „10% Aktien geht immer“. Eine Anlage „auf einen Schlag“ halte ich in der momentanen Marktlage auch für suboptimal, ein sukzessiver Aufbau über einen Sparplan ist sicherlich eine gute Idee. Ich empfehle Ihnen einen ETF auf den MSCI World (deckt Industriestaaten), alternativ auf den MSCI All Country World, den nachhaltigen MSCI World SR (Socially Responsible) oder eine kleine Beimischung eines Schwellenländer-ETF, um wirklich die ganze Welt abzubilden.

 

25.02.2020
Klaus K.:
"Ich wollte einen Geldbetrag von 400.000 € in Festgeld und Tagesgeld anzulegen. Wegen den Niedrigzinsen will ich diese Anlage nicht tätigen und suche ich nun nach Alternativen. Mein Anlageberater empfiehlt mir:

2/3 in "Targo Privat-Rente Komfort" (mit Nettoverzinsung von 2 %)

1/3 in ETF Staatsanleihen "iShares Euro Government Bond"

Ist diese Anlage sinnvoll?" Ich möchte risikolos anlegen.

 

Stefanie Kühn: Bei der Targo Privat-Rente Komfort hätten Sie bei einer Einmaleinzahlung 100% Kapitalgarantie. Eine Verzinsung ist darüber hinaus offenbar nicht garantiert. Versicherungen kämpfen mit dem gleichen Problem wie Sie: Sie müssen Anlagen finden, die eine akzeptable Rendite bringen und dabei so wenig Risiko wie möglich eingehen. Dazu haben Sie bei einer Versicherung aber die Kosten. Über die wurden Sie im gesetzlich vorgeschriebenen Produktinformationsblatt informiert.

Der ishares Euro Government Bond ETF ist ein sehr kostengünstiger Rentenfonds mit Fokus „Staatsanleihen Europa“. Die Restlaufzeiten der Anleihen sind nicht eingeschränkt, können also beliebig lang oder kurz sein. Staatsanleihen aus Ländern mit guter Bonität sind grundsätzlich eine „sichere Anlageklasse“, hier sind allerdings auch Länder weniger guter Bonität vorhanden. Im letzten Jahr hätten Sie mit diesem ETF eine mehr als zufriedenstellende Rendite erzielt.

Beachten Sie bitte aber den Mechanismus bei Anleihen, den man als Anleger verstehen muss, um später nicht enttäuscht zu sein. Wenn Sie eine Anleihe (oder einen Anleihen-ETF) besitzen und die Zinsen am Markt steigen, möchte niemand mehr „ihre“ Anleihe kaufen, da es ja am Markt dann Anleihen mit höherem Zinskupon gibt. Der Kurs der Anleihe wird also fallen, damit die Anleihe wieder attraktiv wird. Umgekehrt steigen die Anleihekurse bei sinkenden Zinsen (genau das ist 2019 passiert), da dann ja jeder die alten mit dem höheren Zinskupon kaufen möchte. Sollten die Zinsen also irgendwann steigen, dann müssen Sie u.U. mehrere Jahre mit Kursverlusten aussitzen. Bei einem ETF ist das schwieriger „auszuhalten“, da Sie nicht ein Enddatum, wie bei einer einzelnen Anleihe haben. Bei einer Anleihe hätten Sie ja einen Rückzahlungstermin X mit einem Kurs von 100%, sofern der Emittent dann nicht pleite ist. Bei einem ETF befinden sich viele Anleihen mit unterschiedlichen Enddaten im Portfolio, so dass ein solcher ETF auch jahrelang im Minus bleiben kann.

Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen als sichere Anlage die bereits öfters beschriebene Festgeldtreppe. Durch unterschiedliche Laufzeiten sichern Sie sich eine gewisse Flexibilität, würden aber im Falle von Zinssteigerungen auch immer mit einem Fünftel (oder Drittel, je nachdem wie viele Stufen Sie wählen), an höheren Zinsen partizipieren. Würden Sie eine kleine Aktienquote beimischen (10-15% „gehen eigentlich immer“), könnten Sie über diesen Teil der Anlage auf lange Sicht höhere Renditechancen erwarten.

 

18.02.2020

Willi H.: "Mein Bankberater drängt mich schon seit Wochen, dass ich folgende Wertpapiere verkaufen soll, da sie bald nichts mehr wert sind. Es handelt sich um folgende Papiere: DWS I.- ESG EO BDS SH. LD (LU0145656475), CS EUROREAL (DE0009805002) und DWS FDS-DWS ZINSEINK. (LU0649391066). Hat er Recht? Was soll ich tun?"

 

Stefanie Kühn: Die beiden Fonds DWS ESG BDS und DWS Zinseinkommen sind Fonds, die in Anleihen investieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr Bankberater gesagt hat, dass beide bald nichts mehr wert sind. Möglicherweise spielte er auf den Mechanismus bei Anleihen an, den man als Anleger kennen sollte. Bei steigenden Zinsen fallen die Kurse, bei fallenden Zinsen steigen die Kurse (die Fonds erzielen also eine gute Wertentwicklung, wie z.B. erneut in 2019). Rentenfonds sollten daher kritisch betrachtet werden, wenn man davon ausgeht, dass die Zinsen nicht ins Bodenlose fallen können und weitere Kurssteigerungen daher eher nicht zu erwarten sind. Studien zeigen, dass ein Prozent Zinssteigerung Kursverluste von ca. 7% bei mittleren Anleihelaufzeiten ausmachen würden. Das ist nicht das, was Anleger von „sicheren“ Rentenfonds erwarten. Der DWS ESG Bonds besitzt kürzere Laufzeiten bei den von ihm gehaltenen Anleihen, so dass die Auswirkungen hier vermutlich nicht ganz so hoch sind – trotzdem ist ein solcher Fonds aufgrund des niedrigen Zinsniveaus gepaart mit den Kosten des Fonds wenig erfolgsversprechend. Die besser kalkulierbare Alternative zu Rentenfonds ist z.B. eine Festgeldtreppe (Festgelder verschiedener Laufzeiten).

Der CS Euroreal ist während der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und befindet sich seitdem in der Abwicklung. Derzeit befinden sich laut Homepage noch drei Immobilien im Bestand (Stand 12.12.19).

Der Fonds wird z.B. an der Börse Hamburg gehandelt. Hier erhält der Anleger heute (13.01.2020) ca. 4,70 Euro. Nach der letzten Ausschüttung im Dezember ist der Kurs gesunken. Sollten weitere Ausschüttungen (z.B. nach dem Verkauf einer weiteren Immobilie) folgen, wird der Kurs um die Höhe der Ausschüttungen sinken.

Ob ein Verkauf über die Börse lohnt oder Sie einfach die komplette Abwicklung abwarten, kann ich so nicht beurteilen. Dies hängt von Ihrer Stückzahl, den Depotkosten pro Jahr sowie den etwaigen Kosten beim Verkauf über die Börse ab.

 

23.01.2020

Inge W.: "Seit 2008 habe ich Anteile des Immobilienfonds CS Euroreal, WKN 980500, im Depot. Zum 30.4.2017 hat die Credit Suisse Asset Management angekündigt, das Immobilien-Sondervermögen zu kündigen, aufzulösen und auszuzahlen. Außer dass die Hausbank mehrmals angerufen hat, um die Anteile mit einer Mini-Gutschrift auszubuchen, wurde mir kein ordentliches Angebot zum Verkauf gemacht, obwohl m.E. noch Immobilien vorhanden sein müssten. Wenn nichts mehr da wäre, hätte ich am 18.12.2019 keine Ertragsgutschrift mehr erhalten dürfen. Können Sie mir bitte sagen, ob es diesen Immobilienfonds jetzt noch gibt oder nicht? Was sollte ich Ihrer Meinung nach tun. (Zu Ihrer Information, ich bin bereits über 80 Jahre alt)."

 

Stefanie Kühn: Der CS Euroreal ist während der Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten und befindet sich seitdem in der Abwicklung. Zum 01.05.2017 ist das Verwaltungsmandat auf die Commerzbank übergegangen. Diese ist bemüht, den Fonds nun komplett abzuwickeln. Derzeit befinden sich laut Homepage noch drei Immobilien im Bestand (Stand 12.12.19).

Der Fonds wird z.B. an der Börse Hamburg gehandelt. Hier erhält der Anleger heute (13.01.2020) ca. 4,70 Euro je Anteil. Nach der letzten Ausschüttung im Dezember ist der Kurs gesunken. Sollten weitere Ausschüttungen (z.B. nach dem Verkauf einer weiteren Immobilie) folgen, wird der Kurs um die Höhe der Ausschüttungen sinken. Kurssteigerungen sind nur zu erwarten, falls die verbliebenen Immobilien im Wert steigen.

Ob ein Verkauf über die Börse lohnt oder Sie einfach die komplette Abwicklung abwarten, kann ich so nicht beurteilen. Dies hängt von Ihrer Stückzahl, den Depotkosten pro Jahr sowie den etwaigen Kosten beim Verkauf über die Börse ab. Die Ausbuchung könnte u.U. auch lohnen, nämlich dann, wenn die laufenden Kosten die Rückzahlungen „auffressen“.

 

 

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