Private Finanzplanung Kühn
Private Finanzplanung Kühn

Aktuelle Finanz-Leserfragen im Münchener Merkur

29.11.2018

Peter H.: "Mir wurde eine Geldanlage in der Schweiz angeboten und zwar Holzinvestment mit einer Rendite von 8 Prozent. Was halten Sie von dieser Anlage und bitte um Prüfung und Bescheid ob ich die Anlage tätigen soll, ohne ein Risiko einzugehen."

 

Stefanie Kühn: Eine Anlage, die 8 Prozent verspricht (nicht garantiert!) ist IMMER mit sehr hohen Risiken verbunden. Im derzeitigen Marktumfeld gibt es KEINE Anlage, die solch eine Rendite sicher erbringt. Vermutlich handelt es sich hier um eine unternehmerische Beteiligung, die auch einen Totalverlust für Sie bedeuten kann. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass Anlagen auch hervorragende Renditen erwirtschaften. Erfahrungsgemäß schaffen aber viele Anlagen aus dem Bereich des sogenannten Grauen Kapitalmarktes ihre Rendite-Ziele nicht – und einige enden für Anleger später im Fiasko (siehe P&R Container, Prokon und Co.) Ich rate Ihnen GRUNDSÄTZLICH von einer solchen Anlage ab, da Sie ja eine Anlage tätigen möchten, bei der Sie KEIN Risiko eingehen.

Am Rande: Am 17.10.18 hat das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt. Anbieter ist die Life Forestry Switzerland AG. Möglicherweise sprechen Sie von diesem Angebot.

 

17.11.2018

Ingeborg M.: "Ich habe im Depot als Reserve für Notfälle neben Aktienfonds auch Mischfondsanteile. Wenn die Zinsen irgendwann wieder steigen, gehe ich davon aus, dass es da zu Kursverlusten kommt. Dennoch würde ich die Mischfonds gerne behalten. Oder soll ich sie verkaufen? In eine Festgeldtreppe möchte ich aufgrund meines hohen Alters nicht mehr umschichten. Noch ein Frage: bei der Wiederanlage von verkauften Fondsanteilen bin ich auf Angebote gestoßen, wo "chinesische Aktien nach dem Hongkong Stock Programm" empfohlen werden. Was ist das? Wie ist das Risiko?"

 

Stefanie Kühn: Als Reserve für Notfälle eignen sich Mischfonds nicht. Der Anlagehorizont bei Mischfonds sollte mindestens 3-5 Jahre betragen. Für Notfälle sollte ein gewisser Betrag auf einem Tagesgeldkonto vorgehalten werden, auf das Sie jederzeit zugreifen können.

Es kann sein, dass es bei Mischfonds zu Kursverlusten kommt, wenn die Zinsen steigen. Das steckt dahinter: Mischfonds haben in der Regel einen Anteil Anleihen. Der Kurs von Anleihen wird sinken, wenn die Zinsen steigen, da dann die neuen, mit höherem Zinskupon ausgestatteten Anleihen gefragt sind. Jedoch haben Mischfonds unterschiedlich hohe Anteile in Anleihen angelegt – hier lohnt ein Blick auf die Zusammensetzung. Z.B. der als Mischfonds geltende beliebte Flossbach von Storch Multiple Opportunities hält derzeit rund 67 % Aktien, rund 15% Kasse sowie knapp 10% Edelmetalle. Anleihen schlagen nur mit rund 7% zu Buche.

Eine Festgeldtreppe kann unahbängig vom Alter angelegt werden. Sie können statt 5 Treppenstufen auch nur drei nehmen, Ihr Anlagehorizont wäre dann nur drei Jahre.

Zu Ihrer Frage nach dem chinesischen Aktien. Das Programm heißt eigentlich Shanghai Hongkong Stock Connect Programm und steht für die Öffnung der Börse Shanghai für Privatanleger in 2014. Vorher konnten Ausländer nur über Hongkong handeln. China zählt zu den Schwellenländern (Emerging Markets (EM)). Für erfahrene Anleger spricht nichts gegen eine Beimischung der EM. Hier müssen Sie jedoch mit größeren Schwankungen rechnen. Das Risiko ist also deutlich höher als bei Ihrem Mischfonds. Daher rate ich Ihnen davon ab, wenn Sie in etwa in der gleichen Risikoklasse bleiben möchten.

 

06.11.2018

Bernd G.: "Wir haben einen beträchtlichen Betrag auf einem Girokonto bei der HypoVereinsbank Garmisch-Partenkirchen. Diese gehört bekanntlich zur italienischen UniCredit. Die UniCredit ist eine der höchstverschuldeten Banken Italiens. Wie sicher sind HVB-Konten, wenn die Mutter UniCredit in Schieflage gerät? Macht es Sinn, die Beträge auf ein deutsches Institut zu transferieren z.B. eine Sparkasse Garmisch-Partenkirchen. Sind die deutschen Sparkassen im Falle eines Crashs italienischer Banken involviert?

 

Stefanie Kühn: Die UniCredit Bank AG, München, ist eine deutsche Bank nach deutschem Recht, zuständig für die Aufsicht ist die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Die Einlagen sind durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken geschützt. Der Schutz dieser gesetzlichen Einlagensicherung beträgt pro Anleger 100.000 €. Außerdem ist das Institut zusätzlich Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken. Der Schutzumfang beträgt 3.273.000.000 Euro (Stand 31.10.18). Jeder Schutz ist natürlich nur so gut, wie der, der für die Sicherheit bürgt. Im Fall vieler Bankenpleiten gleichzeitig stellt sich die Frage, ob der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken leistungsfähig bleibt.

Wenn das Mutterinstitut in die Insolvenz rutschen würde, hätte das zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen. Erst wenn die UniCredit AG München insolvent wäre, würden die oben genannten Sicherheitsmechanismen greifen. Natürlich kann man sich fragen, ob Sie dort über 100.000 Euro (bei Gemeinschaftskonten 200.000 Euro) anlegen möchten. Eine Umverteilung würde schon alleine deshalb Sinn machen, da Sie derzeit vermutlich keine Zinsen erhalten. Auf dem Girokonto sollte grundsätzlich wenig Vermögen liegen, die Notfallreserve gehört auf ein verzinstes Tagesgeldkonto.

Die Pleite italienischer Banken würde deutsche Banken und Sparkassen nicht direkt berühren. Nicht auszuschließen sind aber Domino-Effekte in Europa, wenn Großbanken von Insolvenz bedroht sind.

 

03.11.2018

Peter F.: "Unser Problem besteht im Sparplan für unsere Enkelkinder in dem empfohlenen " Lyxor MSCI World Ucits ETF - EUR DIS ETF", der als synthetischer ETF  (Swap-basiert) besteht und nach einem ARD-Mediathek-Beitrag vom 26.9.2018 als sehr risikoreich eingestuft wird, was wir aber vorher nicht wussten. Wir wollen keinen risikoreichen, sondern risikoarmen Fonds. Dazu wurde uns nun ein Fonds von Credit Suisse "CSIF (LUX) Equities World Fundamental FB USD" als risikoarm empfohlen. Sollen wir daher den ETF-Fonds auflösen? Gibt es eine Möglichkeit, risikoärmere Fonds zu finden ? Für eine Antwort vielen Dank im Voraus."

 

Stefanie Kühn: Sie investieren derzeit in einen weltweit anlegenden Exchange Traded Fund (ETF). Diese Indexfonds bilden genau die Wertentwicklung ab, die der zugrunde liegende Index erzielt. Vor kurzem hat der oben genannte Beitrag für Verwirrung gesorgt. Richtig ist, dass es sich bei Ihrem Fonds um einen sogenannten synthetischen ETF handelt.

Vereinfacht gesagt, haben synthetische ETF nicht das im Fondvermögen, was auf dem ETF draufsteht – statt MSCI-World-Werten (bei einem MSCI World ETF) also vielleicht nur japanische Aktien. Um Ihnen aber die versprochene Wertentwicklung des MSCI World zu geben, macht der ETF ein Tauschgeschäft (Swap) mit einer großen Bank, oft ist das sein Mutterinstitut: Wertentwicklung japanische Aktien gegen MSCI World-Entwicklung. Das Gegenteil sind physisch replizierende ETF, diese haben genau so angelegt, wie es der Titel des Fonds besagt.

Dies lohnt sich für den ETF-Anbieter, weil die Kosten so geringer gehalten werden. 1.600 Werte des MSCI World mit allen Dividendenausschüttungen, Käufen und Verkäufen etc. zu halten und börsentäglich korrekt zu verbuchen, verursacht z.B. hohe Transaktionskosten. Große Banken dagegen haben „Mengen- und Zugangsvorteile“. Der Tauschpartner wird auch Swap-Partner genannt. Dieser kann ausfallen.

Es klingt in dem Beitrag so, als könnte durch den Ausfall des Swap-Partners der ganze ETF auf Null sinken. Das ist aber nicht der Fall. Maximal 10% des Fondsvermögens darf der Swap ausmachen, in der Realität sind es oft nur 3-5%. Die meisten ETF-Anbieter sichern überdies das Swap-Ausfallrisiko ab, indem sie Wertpapiere hinterlegen oder das Swap Geschäft täglich glatt stellen. Davon ist im Beitrag nicht die Rede.

Im Falle einer weltweiten Bankenkrise würden Aktien vermutlich auch überall auf der Welt ins Trudeln geraten. Wir wissen aus den Krisen von 2001 und 2008, dass es in weltweiten Krisen kaum Märkte gibt, die sich entziehen können. Fällt dann ein Swap-Partner aus (eine große Bank also), dann fehlen dem ETF zunächst max. 10% (eher 1-3%). Er würde - vermutlich wie alle anderen Fonds auch - außerdem sinkende Kurse der restlichen Aktien verzeichnen. So läuft es eben in einer echten Krise. Vielleicht rutschen auch sonstige Unternehmen in die Insolvenz. Dann sinkt der Kurs des Indexes eines ETF, der auf Swaps verzichtet, möglicherweise sogar mehr als der Restbestand der Aktien des Swap-ETF – das weiß man ja vorher nicht, wer Pleite geht – Swap-Partner, Unternehmen X oder Unternehmen Y.

Wenn Sie sich aber mit einem physisch replizierenden ETF wohler fühlen, dann könnten Sie den aktuellen Sparplan stoppen, ggf. den bisherigen Bestand auch umschichten. Dies verursacht jedoch Gebühren. Der empfohlene Fonds wird nach meiner Recherche nicht mehr vertrieben. Ihn als risikoarm zu beschreiben, erscheint mir nicht passend. Es handelte sich um einen ganz normalen 100%igen Aktienfonds. Diese sind nie risikoarm. Achten Sie bei der Auswahl des ggf. neuen ETF darauf, dass Sie ihn kostenfrei monatlich besparen können.

 

20.09.2018

Johann S.: "Wir haben durch einen Hausverkauf 450.000 Euro eingenommen. Wir möchten das Geld anlegen, und zwar so, dass wir im Monat bis zu 1800 Euro entnehmen können. Das Geld soll nicht aufgebraucht werden. Gibt es eine sichere Anlage oder Versicherung, mit der man das schaffen kann?"

 

Stefanie Kühn:Wenn Sie das Geld nicht aufbrauchen möchten, dann können Sie immer nur die jährlichen Zinsen, Dividenden oder realisierten Wertsteigerungen einsetzen. Angenommen, Sie erzielen eine Rendite von 1% im Durchschnitt – dann erhalten Sie monatlich rund 373 Euro. Um 1.800 Euro monatlich zu entnehmen, müsste die Rendite rund 5% (4,928%) betragen – nach Steuern. Vor Steuern müssten es dann ca. 6,84% sein. Diese Durchschnittsrendite wäre eventuell mit einem reinen Aktieninvestment, einem langfristigem Zeithorizont und sehr guten Nerven zu erzielen. Realistisch ist das aber nicht. Allenfalls, wenn Sie weiteres ausreichendes Vermögen im sicheren Bereich besitzen, könnten Sie eine 100%ige  Aktienanlage dieses Vermögens erwägen. Aus Ihrem hohen Kapitalbedarf ziehe ich aber den Schluss, dass dem nicht so ist. Angenommen, Sie erzielen mit einer Festgeldtreppe langfristig 1,5% und mischen dieser 25% aktienbasierte Anlagen mit einer Renditeerwartung von 6% bei, dann kommen Sie auf eine erwartete Durchschnittsrendite von 2,63% - vor Steuern. Dann könnten Sie rund 970 Euro monatlich entnehmen. Wollten Sie die Summe auf 1.800 Euro erhöhen, wäre Ihr Kapital nach knapp 30 Jahren verbraucht. Welchen Mix aus Aktien- und Festgeld Sie wählen, hängt von Ihrer Risikoeinstellung und Ihrer gesamten Situation ab.

Eine klassische Rentenversicherung, die Ihnen 5% oder mehr verspricht, gibt es derzeit nicht. Auch fondsgebundene Rentenversicherungen würden sicher nicht mehr als erwartete typische Aktienrenditen abzüglich der Kosten bringen.

 

05.09.2018

Bernhard B.: "Durch den Verkauf einer Immobilie werden wir demnächst 450.000 Euro erhalten. Wir sind ein älteres Ehepaar (76 und 79 Jahre alt) und im gesetzlichen Güterstand verheiratet. In Anbetracht unseres Alters, was raten Sie als Anlageform für diesen Betrag?"

 

Stefanie Kühn: Wie Sie Ihr Geld anlegen sollten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ihr Alter ist da nur einer. Fragen Sie sich zunächst, wofür das Geld da sein soll. Wenn Sie damit Ihre Renten aufbessern möchten, dann muss es anders angelegt werden, als wenn dieses Vermögen nicht verlebt werden wird und für die nächste Generation bewahrt werden soll. Ein weiterer Faktor ist Ihre Risikoeinstellung? Wie unruhig werden Sie, wenn die Werte der Anlage schwanken? Auch Ihre Erfahrung spielt dabei eine Rolle. Wenn Sie immer schon aktienbasiert angelegt haben und die Krisen der letzten Jahrzehnte mitgemacht haben, wissen Sie auch, wie Sie reagieren. Haben Sie bislang in diesem Bereich keine Erfahrungen gesammelt, dann rate ich schon allein aufgrund der Tatsache, dass Sie nicht genau wissen, wie Sie reagieren, zur Vorsicht.

 

Ein paar grundsätzliche Ideen zur Anlagestruktur (ausgehend davon, dass dieses das einzige Vermögen darstellt und zumindest teilweise auch verzehrt werden soll): 5-10% in Form von Tagesgeld (auf den Zins achten!), 50 - 80% Festgelder (z.B. als Festgeldtreppe), 10-25% aktienbasierte Anlagen z.B. in Form von ETF (Indexfonds) , 5-10% physisches Gold (als Krisenwährung Nr. 1). Achten Sie bei der Anlage auf die einmaligen und laufenden Kosten, streuen Sie bei den Aktieninvestments die Kaufzeitpunkte und nutzen Sie die in der Regel deutlich besseren Konditionen von Direktbanken.

 

Für eine solche Anlagesumme empfehle ich grundsätzlich eine persönliche Beratung, bei der Ihre Risikoeinstellung, Erfahrungen und die Anlageziele diskutiert werden, bevor Sie eine Anlagestruktur auswählen.

 

19.07.2018

Marion G.: "Ich bin Rentnerin und habe 30.000 Euro zur Verfügung, die ich zum Aufstocken meiner Rente brauche. Was können Sie mir empfehlen?"

 

Stefanie Kühn: Wenn Sie mit 30.000 Euro Ihre Rente aufstocken möchten, müssen Sie Ihr Geld risikofrei anlegen. Angenommen Sie planen mit einer Rentenzeit von 30 Jahren, dann könnten Sie bei einer unterstellten Rendite von durchschnittlich 1% monatlich ca. 96,5 Euro entnehmen. Nach den 30 Jahren wäre das Geld aufgebraucht. Schätzen Sie Ihre Rentendauer auf 20 Jahre ein, dann wären es knapp 138 Euro. Steigt die Rendite auf 1,5%, wären es knapp 145 Euro (bei 30 Jahren 103,50 Euro). Renditen von 1-1,5% erzielen Sie zum Beispiel mit einer Festgeldtreppe. Das Vorgehen wäre folgendermaßen. Sie würden sich die Summe, die Sie im kommenden Jahr benötigen, auf dem Tagesgeldkonto bereitstellen und von dort monatlich überweisen. Die restliche Summe teilen Sie in fünf Tranchen auf. Die erste legen Sie für ein Jahr, die zweite für zwei Jahre usw. fest. Nach dem ersten Jahr füllen Sie Ihr Tagesgeldkonto mit dem Bedarf für das dann kommende Jahr auf. Den Rest legen Sie wieder an – für 5 Jahre. Denn Ihr vorheriges 5-Jahresfestgeld läuft jetzt nur noch vier Jahre. Die 5. Treppenstufe ist also freigeworden. Nach diesem Schema fahren Sie fort.

Der Vorteil ist, dass Sie an etwaigen Zinssteigerungen mit jeweils einem Fünftel unmittelbar teilhaben können. Außerdem sichern Sie sich eine gewisse Flexibilität und haben wenig Arbeit mit der Geldanlage. Gute Konditionen im Festgeldbereich erhalten Sie bei vielen Direktbanken.

 

14.07.2018

Johann W.: "Wir möchten eine größere Summe anlegen und bekamen die Empfehlung, auf Private Banking VP Nachhaltig 70 AK1 Wkn A0M03Y. Ist das eine gute Wertpapieranlage? Oder gibt es bessere Möglichkeiten?"

 

Stefanie Kühn: Der angesprochene Fonds zählt zur Gattung der Mischfonds, ausweislich der Wesentlichen Anlegerinformation wird er der Risikoklasse 4 (von 7) zugeordnet. Sie hätten also ein „mittleres Risiko“.  Die Quote der aktienbasierten Anlagen ist dabei auf 70% begrenzt. Das Fondsmanagement legt bestimmte Nachhaltigkeitskriterien zu Grunde. Die laufenden Kosten sind mit 2,08% p.a. relativ hoch für einen gemanagten Fonds. Der Ausgabeaufschlag beträgt derzeit 3% (maximal sind 6% möglich). Das bedeutet, wenn Sie beispielsweise 50.000 Euro anlegen möchten, zahlen Sie zunächst 1.500 Euro Gebühren. Diese muss der Fonds zunächst einmal wieder verdienen.

Die Rendite lag 2017 bei 4,1%, 2016 bei 0,1%. In der Wesentlichen Anlegerinformation ist für einige Jahre, so auch für 2016, der Hinweis vermerkt, dass der Fonds in einigen Jahren anders ausgestaltet war. Diesen Punkt sollten Sie sich erläutern lassen – Sie möchten ja eine berechenbare Anlagestrategie.

Der Fonds ist von Morningstar mit drei von fünf Sternen, von Scope mit einem C bewertet. Beide Ergebnisse sind als „mittel“ zu bewerten.

Ob der Fonds für Sie und Ihre persönliche Anlagesituation geeignet ist, vermag man ohne Kenntnis Ihrer Risikobereitschaft und vollständigen Vermögenslage nicht sagen. In keinem Fall rate ich Ihnen zu einem größeren Investment, ein solch teurer Fonds eignet sich maximal als Beimischung, sollten Sie das Thema „Nachhaltigkeit“ über einen Mischfonds abbilden möchten. Sollten Sie sich für einen Kauf entscheiden, können Sie den Ausgabeaufschlag vermeiden, indem Sie den Fonds über eine Regionalbörse statt über die Fondsgesellschaft einkaufen. Dann werden nur die „normalen“ Spesen für einen Wertpapierkauf fällig, die deutlich niedriger sind. Setzen Sie dann aber bitte ein Limit beim Kauf, um einen ungünstigen Kurs zu vermeiden.

 

02.07.2018

Anna O.: "Ich möchte für mein Enkelkind monatlich einen Geldbetrag zwischen 30,--€ und 50,-- € anlegen (Anlagezeitraum ca. 18 Jahre). Das Kapital sollte möglichst weit gestreut sein und mit einem einzigen ETF auskommen. Angedacht ist deshalb ein ETF-Sparplan. Bevorzugt wird ein thesaurierender ETF. Welchen ETF-Sparplan würden Sie empfehlen."

 

Stefanie Kühn: Ein ETF-Sparplan ist für den angedachten Zeitraum und auch unter Berücksichtigung der Kosten auch meine erste Wahl für das Sparen für Enkelkinder. ETF (Exchange Traded Funds) sind Indexfonds, die auf ein aktives Fondsmanagement verzichten. Dadurch sind die laufenden Gebühren deutlich geringer. Eine sehr breite Streuung haben Sie beispielsweise über einen ETF auf den MSCI World, der ungefähr 1.600 Unternehmen der Industriestaaten abbildet. Da die Schwellenländer hier fehlen, ist der Name „World“ eigentlich nicht korrekt. Einen ETF der zusätzlich auch die Schwellenländer mit berücksichtigt, besitzt z.B. den Zusatz AC für „all country“ im Namen. Der Schwellenländer Anteil ist jedoch gering.

Für den Anlageerfolg spielt es außerdem noch eine Rolle, welche Kosten beim Einkauf anfallen. Es gibt einige Direktbanken, die große ETF-Paletten zum kostenfreien monatlichen Sparen anbieten. Je nachdem, bei welcher Bank Sie ein Depot führen, sollten Sie entsprechend auswählen.

Sie wünschen einen thesaurierenden ETF, was bedeutet, dass die Erträge im Fonds wieder angelegt werden und nicht ausgeschüttet werden. Diese Bedingung würde bspw. der xtrackers MSCI World (DBX1MW) erfüllen.

 

28.06.2018

Inge D.: "Bei der HypoVereinsbank habe ich ein Vermögensdepot Privat 50 (AOMO34) Inhaberanteile und ein Vermögensdepot Privat 70 (AOMO35) Inhaberanteile mit insgesamt 80.000 Euro.

Die Bank bietet mir jetzt an, diesen Betrag in einen Fonds First Eagle Amundi Income Builder Fund-

AHE EUR DIS H anzulegen. Ist das eine gute Idee? Das Geld wird in den nächsten zwei Jahren nicht gebraucht."

 

Stefanie Kühn: Sie besitzen derzeit einen gemischten Fonds, der sich in den letzten Jahren verglichen mit Fonds der gleichen Risikokategorie eher unterdurchschnittlich entwickelt hat. Die laufenden Kosten lagen laut der Wesentlichen Anlegerinformation bei 2,26% p.a.. Der Vorschlag des Wechsels würde Sie in einen Fonds der gleichen Risikokategorie mit etwas geringeren jährlichen Kosten (1,8%), jedoch einer erst kurzen Historie katapultieren. Die empfohlene Anlagedauer laut Wesentlicher Anlegerinformation beträgt fünf Jahre.

Ich rate Ihnen von einem Wechsel ab. Das hat mehrere Gründe:

1. Fehlende Historie und zu kurze Anlagedauer Ihrerseits (Sie schreiben von zwei Jahren).

2. Kosten zu hoch (im Vergleich mit Indexfonds). Neben den laufenden Kosten müssten Sie auch den Ausgabeaufschlag von 5% bezahlen (unverhandelt).

3. Bildung eines Klumpenrisikos (80.000 Euro in einem gemanagten Fonds sind ein zu hoher Betrag – es sei denn, diese Summe stellt ca. ein Zehntel Ihres freien Vermögens dar).

 

Ich empfehle Ihnen, den Verkauf des bisherigen Fonds vorzunehmen und das Kapital gut gestreut gemäß Ihrer Risikoeinstellung und Ihrem Anlagehorizont anzulegen.

 

12.05.2018
Walter R.:
Ich bin Anleger beim insolventen Containervermittler P&R. Was kann man Anlegern im Hinblick auf das laufende Insolvenz-Verfahren zur Wahrung ihrer Interessen raten? Macht es zum Beispiel Sinn, sich schon jetzt beim Konkurs-Verwalter in zu melden? Welche Fristen sind gegebenenfalls zu beachten?

 

Stefanie Kühn: P&R gilt als der größte Anbieter von Container-Investments in Deutschland, derzeit bangen rund 51.000 Anleger um mehr als 3 Mrd. Euro. Bereits seit vielen Jahren gab es immer wieder auch kritische Berichte zu P&R, u.a. auch von meiner Seite in dieser Rubrik. Die in Aussicht gestellten Renditen erschienen jedoch vielen so gut, dass sie die Risiken offenbar ausblendeten. Im März wurde das Insolvenzverfahren gegenüber drei Gesellschaften aus der P&R Gruppe eröffnet.

Derzeit bemühen sich Michael Jaffe und Philp Heinke als vorläufige Insolvenzverwalter um eine Bestandsaufnahme (siehe auch Münchener Merkur vom 25.4.18), was sich aber offenbar schwierig gestaltet. Es ist wohl geplant, die Bestandsaufnahme bis Ende Mai abzuschließen. Auf der Seite http://www.frachtcontainer-inso.de/ finden Sie stets aktuelle Informationen zum Stand der Insolvenz.

Bislang können Sie Ihre Forderungen noch nicht anmelden. Die Insolvenzverwalter werden sich an alle Gläubiger wenden, wenn diese erste Phase der Bestandsaufnahme abgeschlossen ist. Man bittet ausdrücklich darum, dass die Anleger dieses Schreiben abwarten. Die Fristen, die es später geben wird, werden mehrmonatig sein, so dass Sie alles in Ruhe angehen können. Der Versuch, die Container selbständig zu veräußern, dürfte nicht von Erfolg gekrönt sein, zumal keine Zweitmarktplattform derzeit P&R Container handelt.

Ich rate Ihnen, eine Erstberatung bei einem Anwalt für Kapitalanlagerecht zu vereinbaren, auch um Sie eventuell in diesem Verfahren zu begleiten. Der Anwalt übernimmt z.B. die Aufgabe der Fristenwahrung und Einforderung von beweiserheblichen Dokumenten wie beispielsweise solche, die das Eigentum an konkreten Containern bestätigen.

 

23.04.2018

Johanna S.: "Ich habe 2005 von meinen Eltern einen geschlossenen Immobilienfonds geerbt. Schon damals habe ich vergeblich versucht, die Anteile zu verkaufen. Es hieß, dafür gebe es keinen Markt. Nun ist bereits ein Fonds (Hanseatica 1) in Insolvenz gegangen und ich musste laut Gerichtsbeschluss die erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen. Ich habe noch zwei weitere Immobilienfonds, nämlich Medico 34 und Medico 39. Ich habe natürlich Angst, dass ich auch bei diesen beiden Fonds Geld zurückzahlen muss. Kann ich das irgendwie verhindern? Wie lange laufen solche Fonds überhaupt? Kann ich aussteigen - selbst mit Verlust? Was raten Sie mir?"

 

Stefanie Kühn: Geschlossene Immobilienfonds zählen zu den Beteiligungen. Charakteristisch ist, dass Sie Mit-Unternehmer werden und damit auch Risiken wie das der Insolvenz tragen. Ausschüttungen müssen dann zurückbezahlt werden, wenn sie nicht aus einem Gewinn, sondern aus der Substanz geflossen sind. Diese Frage ist oftmals ein Streitpunkt.

Es gibt für Beteiligungen einen sogenannten Zweitmarkt (initiiert durch die Börsen Hannover und Hamburg), außerdem einige Plattformen von Anbietern geschlossener Fonds selbst. Auch nehmen manche Gesellschaften Verkaufswünsche entgegen und suchen unter ihren Anlegern nach möglichen Käufern. Die Umsätze über solche Plattformen können Sie aber nicht mit Aktienbörsen vergleichen, es geht naturgemäß viel weniger um.

Ihr Fonds Medico 34 wurde z.B. zuletzt (Herbst 17) zu einem Kurs von 6,5% gehandelt, der Medico 39 zu 25% (Dezember 17). Die Prozente lassen nicht darauf schließen, dass alles optimal läuft. Sie könnten versuchen, die Fonds über den Zweitmarkt zu verkaufen, haften aber meines Wissens für erhaltene Ausschüttungen noch lange weiter.

Ob Sie regulär kündigen können, können Sie dem Gesellschaftervertrag entnehmen. Hier ist meistens ein Datum genannt, ab welchem gekündigt werden kann. Sie erhalten dann ein sogenanntes Abfindungsguthaben (sofern vorhanden), was Ihnen meistens aber nicht im vorhinein mitgeteilt wird.

Wenn Sie die Ausschüttungsrückzahlung überprüfen lassen möchten, rate ich Ihnen, zu einem versierten Kapitalanlage-Anwalt zu gehen. Dieser kann Sie auch hinsichtlich Verjährung sowie ggf. zu den beiden anderen Fonds beraten.

 

14.03.2018

Elisabeth M.: "Bald komme ich in Rente und diese ist sehr gering. Nun habe ich etwas auf dem Sparkonto und könnte ca. 15.000 anlegen und einen kleinen Betrag ansparen. Da es auf dem Sparbuch keine Zinsen bringt, wollte ich bei Union Investment ggf. in einen Privatfonds einzahlen. Allerdings ist es für 5 Jahre festgelegt, aber da ich es als "eiserne Reserve" brauche, komme ich laut Auskunft der Bank auch an das Geld ran bei Bedarf.

Wie kann ich mehr darüber erfahren, ob sich das lohnt? Ich kenne mich nämlich mit diesen Dingen nicht so aus, z.B. wollte ich wissen, ob die Zinsen dann wieder von der Steuer genommen werden. Ich bin noch mindestens ein Jahr halbtags angestellt. So ging es mir jedenfalls vorher als Freiberufler mit meiner Privatrente (die ich ab 60 Jahren bekam), weil diese zum Einkommen dazugerechnet wurde. Man hat mir geraten, lieber in die Gesetzl. Rentenversicherung zusätzlich einzubezahlen, aber das bringt eigentlich m.E. auch nicht viel. "

 

Stefanie Kühn: Wenn das Geld auf Ihrem Sparbuch die Notfallreserve darstellt kommt meines Erachtens nur eine Anlage im Tagesgeldbereich in Frage. Hier können Sie Zinsen um 0,4% erzielen, wenn Sie ein Direktbankkonto wählen. Eventuell könnten Sie mit einem Teil (vielleicht mit 5.000 Euro) eine Festgeldtreppe starten. Dabei legen Sie Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten an (5 mal 1.000 Euro für ein bis fünf Jahre) oder drei Festgelder mit Laufzeiten bis drei Jahren. Der Zins ist dann etwas höher.

Eine Anlage in einen konservativen Mischfonds oder Rentenfonds ist keine Alternative, da diese Werte schwanken können. Sie könnten zwar jederzeit verkaufen, aber es ist nicht sicher, ob sich Ihre Anlagen dann im Plus befinden. Zudem fallen bei Hausbanken Kaufkosten an, die erst einmal wieder „verdient“ werden müssen.

Zinsen sind bis zu 801 Euro pro Person von der Steuer freigestellt. Sie können Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen und vermeiden so die Besteuerung bis zu dieser Höhe. Sollte dieses Sparbuch Ihr einziges Vermögen sein, fällt keine Steuer an. Sollten Sie den Freistellungsauftrag vergessen, können Sie die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer durch die Steuererklärung zurückholen.

Ob Sie Geld in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollten, kann ich aufgrund der vorliegenden Informationen nicht einschätzen. Hier wäre eine Prüfung der vollständigen finanziellen Situation nötig.

 

07.03.2018

Jutta R.: "Ich bin 65 Jahre in Altersrente (Höhe: 1500 Euro). Habe 70 000 Euro zur Verfügung. Ich möchte diese anlegen. Habe sonst keine Vermögenswerte. Ich brauche einen Teil davon sofort für zusätzliche Kosten, die ich von der lfd. Rente nicht begleichen kann.

War heute bei der Stadtsparkasse München und erhielt folgende Angebote:

Deka BasisStrategie RentenCF, Rentenfonds flexibel
DekaBank 2,10 % Infineon DuoRenditeAktienanleihe 02/2021
Stufenzinsanleihe München 1/2018 – 2024 (o,5 – 1 % Zins)

Für mich ist wichtig, dass ich nicht online etwas abschließen will, dazu bin ich zu unsicher.

Was würden Sie mir raten? Ich bin natürlich sehr auf Sicherheit bedacht."

 

Stefanie Kühn: In dem Moment, in dem Sie auf Ihr Vermögen zur Deckung Ihrer Lebenshaltungskosten zurückgreifen müssten, steht im Vordergrund, dass Ihr Kapital erhalten bleibt und Sie sicher auf den benötigten Teil zugreifen können.

Die empfohlenen Anlagen bergen diverse Risiken. So ist zu erwarten, dass Rentenfonds im Fall von Zinssteigerungen Kursverluste ausweisen. Die beiden weiteren empfohlenen Anlagen sind Anleihen, bei denen grundsätzlich ein Emittentenrisiko besteht und Kursschwankungen möglich sind. Eine Aktienanleihe kann bei bestimmten Kursverläufen zu einer Lieferung von Aktien führen – in diesem Fall von Infineon. Die genauen Bedingungen wären zu prüfen. Sie schreiben, dass Sie sehr auf Sicherheit bedacht sind – dann eignen sich diese Anlagen meiner Meinung nach nicht.

Vermutlich fallen beim Kauf aller Anlagen die üblichen Kosten an (ca. 1,5 bis 3%). Diese müssen zunächst wieder verdient werden.

Ich rate Ihnen zu einer einfachen Anlagestruktur. Ausreichend Tagesgeld für das laufende Jahr, gekoppelt mit einer Festgeldtreppe (Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten) sowie eventuell einer sehr geringen Aktienquote (max. 10%) wären eine Alternative. Auch ohne Online-Banking gibt es einige Banken mit attraktiven Konditionen, die Filialen besitzen. Ein Ausgleich der Inflation ist derzeit mit diesen Angeboten nicht ganz möglich, jedoch würden Sie bei einer Festgeldtreppe bei steigenden Zinsen von Jahr zu Jahr von den neuen – besseren – Konditionen profitieren. Bisher war es gut möglich, durch geschickte Auswahl von Festgeldern das Kapital auch nach Steuern und Inflation zu erhalten.

 

27.02.2018

Richard M.: "Meine Ehefrau, 55 Jahre, hat von ihrer abgelaufenen Lebensversicherung 60.000 € bekommen. Da wir einmal keine gesetzliche Rente bekommen, möchten wir das für unser Alter anlegen (max. 10 Jahre). Mein Gedanke war nun, 20 000 € auf ein Tagesgeldkonto, 20.000 € in einen Investmentfonds und 20 000 € in eine Rentenversicherung Einmalbeitrag. Da wir uns leider mit Geldanlagen überhaupt nicht auskennen, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir kurz sagen könnten, ob wir das so richtig machen würden oder ob es was Besseres gäbe."

 

Stefanie Kühn: Da Sie im Alter über kaum Rente verfügen, ist Ihre sogenannte Risikotragfähigkeit sehr gering. Das „oberste Gebot“ muss es sein, dass Sie kein Geld durch zu schwankungsreiche Anlagen verlieren. Auch wenn Ihre Risikoeinstellung vielleicht wachstumsorientiert ist, sollten Sie diesen Aspekt immer im Hintergrund haben. Da ich Ihre sonstigen Vermögenswerte (Eigenheim, weitere Anlagen) nicht kenne, erfolgt die Empfehlung unter der Prämisse, dass nur das Geld zur Verfügung steht, eine Notfallreserve aber vorhanden ist.

Für den größten Teil empfehle ich Ihnen eine sogenannte Festgeldtreppe. Hier teilen Sie den Anlagebetrag in drei oder fünf Tranchen auf und schließen Festgelder mit Laufzeiten von einem bis drei bzw. fünf Jahren ab. Jedes Jahr wird ein Festgeld fällig und dieses legen Sie dann erneut für drei bzw. fünf Jahre an. So denken Sie nach dem ersten Jahr nur noch über den 3- oder 5-Jahres-Zins nach, der in der Regel höher ist, als der Tagesgeldzins.

Ich empfehle Ihnen 50.000 Euro für diese „langweilige“ Anlage zu verwenden. Achten Sie auf bestmögliche Konditionen für die entsprechenden Laufzeiten. Diese finden Sie in der Regel bei Direktbanken im Internet.

Maximal 10.000 Euro könnten Sie im Fondsbereich anlegen. Hier wäre aber ein sukzessiver Aufbau über einen Sparplan angeraten, damit Sie nicht das Risiko eingehen, am „falschen Tag“ zu investieren. Achten Sie auch hier auf kostengünstige Anlageprodukte (z.B. einen ETF-Sparplan mit niedrigen laufenden Kosten und kostenfreier Möglichkeit der Besparung).

Von einer Rentenversicherung rate ich Ihnen ab. Dieses Produkt ist zu teuer.

Auch wenn Sie sich bisher nicht gut mit Geldanlagen auskennen, werden Sie mit ein wenig Recherche und Beratung in der Lage sein, Ihr Geld gut anzulegen. Nur Mut. Um Ihre Anlagen erfolgreich bis zur Rente zu führen, ist dies der vielleicht wichtigste Rat, sich nicht auf andere zu verlassen, sondern die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen.

 

18.02.2018
Martin S.:
"Ein Bekannter von mir legt einen Teil seines Vermögens in Containermiete an. Können Sie mir dazu näheres über Risiken und Chancen mitteilen?"

 

Stefanie Kühn: Container erfreuten sich in der Vergangenheit großer Beliebtheit. Es gibt zwei Arten der Investition – zum einen über einen geschlossenen Fonds (Beteiligung) zum anderen als Container-Direktinvestment. Ich vermute, Sie sprechen in Ihrer Frage letzteres an. Dabei kauft der Kunde einen Container, vermietet ihn an das Unternehmen und am Ende kauft die Gesellschaft den Container zurück. Kaufpreis und Miete sind dabei vertraglich vereinbart, nicht aber der Rückkaufspreis. Der Anleger unterliegt z.B. den Risiken am Containermarkt, Wechselkursrisiken sowie dem Risiko, dass der Vertragspartner die Miete nicht zahlt.

Die Insolvenz eines Containeranbieters in 2016 zeigte, dass die Risiken durchaus real sind. Letztlich ist es schwer für den Anleger, einen Anbieter „auf Herz und Nieren“ zu prüfen sowie den Containermarkt richtig einzuschätzen. Beides ist aber notwendig, um eine Anlage wirklich mit ihren Chancen und Risiken zu verstehen.

Ich persönlich rate von Beteiligungen dieser Art ab. Die Renditechancen sind mir nicht hoch genug, für die Risiken, die einzugehen sind.

 

12.02.2018

Sonja D.: "Anlässlich der Taufe meiner Enkelin (1/2 Jahr alt) möchte ich für sie 3000 Euro langfristig, bis zur Vollendung ihres 16. Lebensjahres anlegen. Was empfehlen Sie mir und wie soll es am Besten abgewickelt werden."

 

Stefanie Kühn: Für eine solch lange Zeit eignet sich eine aktienbasierte Anlage. Über einen Indexfonds könnten Sie bequem eine ausreichende Streuung einkaufen. Indexfonds bilden einfach einen Index ab, ein teures Fondsmanagement wird nicht benötigt. Sie können beispielsweise den MSCI World Index als Basis nehmen, der über 1.800 Unternehmen der Industriestaaten abbildet. Die Renditeerwartung von Aktien-ETFs liegen bei 5-6% - allerdings kann die Anlage stärker schwanken. Es ist wichtig, dass Sie sich darauf einstellen und besonders gegen Ende der geplanten Laufzeit gut aufpassen und gegebenenfalls den Aktien-ETF rechtzeitig verkaufen (oder sich auf eine längere Laufzeit einstellen).

Falls Sie kein aktienbasiertes Investment wünschen, könnten Sie auch ein Festgeld abschließen. Die Zinsen bringen allerdings derzeit nicht einmal so viel, als dass Sie die Inflation damit ausgleichen könnten. Falls Sie sich trotzdem für diese Anlage entscheiden, rate ich Ihnen, zunächst maximal ein fünfjähriges Festgeld abzuschließen.

Egal für welche Anlageform Sie sich entscheiden, Sie müssen auch überlegen, ob Sie das Geld auf Ihren Namen oder den des Kindes anlegen möchten. Beides hat Vor- und Nachteile. Gelder auf den Namen des Kindes gehören dem Kind und es kann ab dem 18. Geburtstag damit machen, was es möchte. Sie können sich das Geld auch nicht einfach zurückholen, falls Sie denken, Ihr Enkelkind kann noch nicht so gut mit dem Geld umgehen. Nur so kann allerdings den Sparerfreibetrag des Kindes genutzt werden. Die Kontoeröffnung ist etwas mühsamer, da es sich ja um ein Minderjährigen-Konto handelt. Die Eltern sind bei der Eröffnung involviert.

Eine Anlage auf Ihren Namen ermöglicht Ihnen, später zu entscheiden, wann und wieviel Sie Ihrem Enkelkind zukommen lassen möchten. Sie behalten also die Verfügungshoheit. Die Kontoeröffnung/Depoteröffnung ist einfacher. Falls Sie bereits ein Depot besitzen, könnten Sie einfach einen ETF raussuchen und diesen – gedanklich – mit dem Vermerk „Für Enkelchen“ versehen.

 

22.01.2018

Josef F.: "In dieser Rubrik stand unlängst zu lesen, das der, auch von mir mit einem Sparplan besparte Db x-trackers MSCI World Index Ucits Etf 1C eigentlich kein weltweiter ETF sein soll. (Indexfonds: "World" meint nicht weltweit.)

Mangels Kenntnis habe ich ansonsten keine Aktien oder dergleichen. Welche ETFs wären dann wirklich "weltweit"? Können Sie mir bitte ein paar Namen von entsprechenden ETFs nennen? Oder was soll ich tun?"

 

Stefanie Kühn: Die Begriffe und Abkürzungen der Finanzbranche sind in der Tat manchmal verwirrend.

Der MSCI World ist einer der bekanntesten Indizes und stellt für viele gemanagte Fonds den herangezogenen Vergleichsindex dar. Er wird bereits seit 1970 berechnet. MSCI steht für “Morgan Stanley Capital International”, das ist ein großer US-amerikanischen Finanzanalyse- und Index-Anbieter.

Der MSCI World ist in der Tat kein weltweiter Index, sondern ein Index, der knapp 1.600 Unternehmen der Industriestaaten (z.B. in Europa, USA, Japan, Australien, Kanada) abbildet. Die USA stellen dabei einen Schwerpunkt dar. Nicht berücksichtigt sind die Schwellenländer – wie Brasilien, China, Russland und natürlich auch nicht die kleineren Schwellenländer.

Es gibt Indizes, die im Prinzip die komplette Welt abbilden, diese heißen MSCI ACW. ACW steht für „all country world“. Die Idee ist zwar verlockend, nur einen ETF für die ganze Welt zu kaufen, aber bitte beachten Sie folgendes: Der MSCI ACW hat sich in den letzten Jahren nur marginal besser als der MSCI World entwickelt, er mischt nur einen geringen Anteil Schwellenländeraktien bei. Von Oktober 2002 bis Oktober 2017 (15 Jahre) stieg der MSCI World bspw. um 346,28%, der MSCI ACW um 352,87%. Der MSCI Emerging Markets – der gängige Schwellenländerindex aus dem Hause MSCI legte dagegen in diesem Zeitraum um 568,09% zu. Offensichtlich profitierte der Anleger also kaum von dieser Entwicklung. Eine Mischung von 80% MSCI World und 20% MSCI Emerging Markets hätte dem Anleger eine Rendite von 390,64% beschert.

Es gibt zahlreiche ETFs, die den MSCI Emerging Markets abbilden und ich rate Ihnen, diesen in einem für Sie passenden Verhältnis dem bestehenden Fonds beizumischen. Beachten Sie aber, dass die Schwankungsbreite der Schwellenländer-Aktienmärkte deutlich größer sind, als die der Industrienationen. Dies könnte ein Grund sein, sich auf den MSCI World oder MSCI ACW zu beschränken.

 

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