Private Finanzplanung Kühn
Private Finanzplanung Kühn

Aktuelle Finanz-Leserfragen im Münchener Merkur

14.03.2018

Elisabeth M.: "Bald komme ich in Rente und diese ist sehr gering. Nun habe ich etwas auf dem Sparkonto und könnte ca. 15.000 anlegen und einen kleinen Betrag ansparen. Da es auf dem Sparbuch keine Zinsen bringt, wollte ich bei Union Investment ggf. in einen Privatfonds einzahlen. Allerdings ist es für 5 Jahre festgelegt, aber da ich es als "eiserne Reserve" brauche, komme ich laut Auskunft der Bank auch an das Geld ran bei Bedarf.

Wie kann ich mehr darüber erfahren, ob sich das lohnt? Ich kenne mich nämlich mit diesen Dingen nicht so aus, z.B. wollte ich wissen, ob die Zinsen dann wieder von der Steuer genommen werden. Ich bin noch mindestens ein Jahr halbtags angestellt. So ging es mir jedenfalls vorher als Freiberufler mit meiner Privatrente (die ich ab 60 Jahren bekam), weil diese zum Einkommen dazugerechnet wurde. Man hat mir geraten, lieber in die Gesetzl. Rentenversicherung zusätzlich einzubezahlen, aber das bringt eigentlich m.E. auch nicht viel. "

 

Stefanie Kühn: Wenn das Geld auf Ihrem Sparbuch die Notfallreserve darstellt kommt meines Erachtens nur eine Anlage im Tagesgeldbereich in Frage. Hier können Sie Zinsen um 0,4% erzielen, wenn Sie ein Direktbankkonto wählen. Eventuell könnten Sie mit einem Teil (vielleicht mit 5.000 Euro) eine Festgeldtreppe starten. Dabei legen Sie Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten an (5 mal 1.000 Euro für ein bis fünf Jahre) oder drei Festgelder mit Laufzeiten bis drei Jahren. Der Zins ist dann etwas höher.

Eine Anlage in einen konservativen Mischfonds oder Rentenfonds ist keine Alternative, da diese Werte schwanken können. Sie könnten zwar jederzeit verkaufen, aber es ist nicht sicher, ob sich Ihre Anlagen dann im Plus befinden. Zudem fallen bei Hausbanken Kaufkosten an, die erst einmal wieder „verdient“ werden müssen.

Zinsen sind bis zu 801 Euro pro Person von der Steuer freigestellt. Sie können Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen und vermeiden so die Besteuerung bis zu dieser Höhe. Sollte dieses Sparbuch Ihr einziges Vermögen sein, fällt keine Steuer an. Sollten Sie den Freistellungsauftrag vergessen, können Sie die zu viel gezahlte Abgeltungssteuer durch die Steuererklärung zurückholen.

Ob Sie Geld in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollten, kann ich aufgrund der vorliegenden Informationen nicht einschätzen. Hier wäre eine Prüfung der vollständigen finanziellen Situation nötig.

 

07.03.2018

Jutta R.: "Ich bin 65 Jahre in Altersrente (Höhe: 1500 Euro). Habe 70 000 Euro zur Verfügung. Ich möchte diese anlegen. Habe sonst keine Vermögenswerte. Ich brauche einen Teil davon sofort für zusätzliche Kosten, die ich von der lfd. Rente nicht begleichen kann.

War heute bei der Stadtsparkasse München und erhielt folgende Angebote:

Deka BasisStrategie RentenCF, Rentenfonds flexibel
DekaBank 2,10 % Infineon DuoRenditeAktienanleihe 02/2021
Stufenzinsanleihe München 1/2018 – 2024 (o,5 – 1 % Zins)

Für mich ist wichtig, dass ich nicht online etwas abschließen will, dazu bin ich zu unsicher.

Was würden Sie mir raten? Ich bin natürlich sehr auf Sicherheit bedacht."

 

Stefanie Kühn: In dem Moment, in dem Sie auf Ihr Vermögen zur Deckung Ihrer Lebenshaltungskosten zurückgreifen müssten, steht im Vordergrund, dass Ihr Kapital erhalten bleibt und Sie sicher auf den benötigten Teil zugreifen können.

Die empfohlenen Anlagen bergen diverse Risiken. So ist zu erwarten, dass Rentenfonds im Fall von Zinssteigerungen Kursverluste ausweisen. Die beiden weiteren empfohlenen Anlagen sind Anleihen, bei denen grundsätzlich ein Emittentenrisiko besteht und Kursschwankungen möglich sind. Eine Aktienanleihe kann bei bestimmten Kursverläufen zu einer Lieferung von Aktien führen – in diesem Fall von Infineon. Die genauen Bedingungen wären zu prüfen. Sie schreiben, dass Sie sehr auf Sicherheit bedacht sind – dann eignen sich diese Anlagen meiner Meinung nach nicht.

Vermutlich fallen beim Kauf aller Anlagen die üblichen Kosten an (ca. 1,5 bis 3%). Diese müssen zunächst wieder verdient werden.

Ich rate Ihnen zu einer einfachen Anlagestruktur. Ausreichend Tagesgeld für das laufende Jahr, gekoppelt mit einer Festgeldtreppe (Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten) sowie eventuell einer sehr geringen Aktienquote (max. 10%) wären eine Alternative. Auch ohne Online-Banking gibt es einige Banken mit attraktiven Konditionen, die Filialen besitzen. Ein Ausgleich der Inflation ist derzeit mit diesen Angeboten nicht ganz möglich, jedoch würden Sie bei einer Festgeldtreppe bei steigenden Zinsen von Jahr zu Jahr von den neuen – besseren – Konditionen profitieren. Bisher war es gut möglich, durch geschickte Auswahl von Festgeldern das Kapital auch nach Steuern und Inflation zu erhalten.

 

27.02.2018

Richard M.: "Meine Ehefrau, 55 Jahre, hat von ihrer abgelaufenen Lebensversicherung 60.000 € bekommen. Da wir einmal keine gesetzliche Rente bekommen, möchten wir das für unser Alter anlegen (max. 10 Jahre). Mein Gedanke war nun, 20 000 € auf ein Tagesgeldkonto, 20.000 € in einen Investmentfonds und 20 000 € in eine Rentenversicherung Einmalbeitrag. Da wir uns leider mit Geldanlagen überhaupt nicht auskennen, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir kurz sagen könnten, ob wir das so richtig machen würden oder ob es was Besseres gäbe."

 

Stefanie Kühn: Da Sie im Alter über kaum Rente verfügen, ist Ihre sogenannte Risikotragfähigkeit sehr gering. Das „oberste Gebot“ muss es sein, dass Sie kein Geld durch zu schwankungsreiche Anlagen verlieren. Auch wenn Ihre Risikoeinstellung vielleicht wachstumsorientiert ist, sollten Sie diesen Aspekt immer im Hintergrund haben. Da ich Ihre sonstigen Vermögenswerte (Eigenheim, weitere Anlagen) nicht kenne, erfolgt die Empfehlung unter der Prämisse, dass nur das Geld zur Verfügung steht, eine Notfallreserve aber vorhanden ist.

Für den größten Teil empfehle ich Ihnen eine sogenannte Festgeldtreppe. Hier teilen Sie den Anlagebetrag in drei oder fünf Tranchen auf und schließen Festgelder mit Laufzeiten von einem bis drei bzw. fünf Jahren ab. Jedes Jahr wird ein Festgeld fällig und dieses legen Sie dann erneut für drei bzw. fünf Jahre an. So denken Sie nach dem ersten Jahr nur noch über den 3- oder 5-Jahres-Zins nach, der in der Regel höher ist, als der Tagesgeldzins.

Ich empfehle Ihnen 50.000 Euro für diese „langweilige“ Anlage zu verwenden. Achten Sie auf bestmögliche Konditionen für die entsprechenden Laufzeiten. Diese finden Sie in der Regel bei Direktbanken im Internet.

Maximal 10.000 Euro könnten Sie im Fondsbereich anlegen. Hier wäre aber ein sukzessiver Aufbau über einen Sparplan angeraten, damit Sie nicht das Risiko eingehen, am „falschen Tag“ zu investieren. Achten Sie auch hier auf kostengünstige Anlageprodukte (z.B. einen ETF-Sparplan mit niedrigen laufenden Kosten und kostenfreier Möglichkeit der Besparung).

Von einer Rentenversicherung rate ich Ihnen ab. Dieses Produkt ist zu teuer.

Auch wenn Sie sich bisher nicht gut mit Geldanlagen auskennen, werden Sie mit ein wenig Recherche und Beratung in der Lage sein, Ihr Geld gut anzulegen. Nur Mut. Um Ihre Anlagen erfolgreich bis zur Rente zu führen, ist dies der vielleicht wichtigste Rat, sich nicht auf andere zu verlassen, sondern die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen.

 

18.02.2018
Martin S.:
"Ein Bekannter von mir legt einen Teil seines Vermögens in Containermiete an. Können Sie mir dazu näheres über Risiken und Chancen mitteilen?"

 

Stefanie Kühn: Container erfreuten sich in der Vergangenheit großer Beliebtheit. Es gibt zwei Arten der Investition – zum einen über einen geschlossenen Fonds (Beteiligung) zum anderen als Container-Direktinvestment. Ich vermute, Sie sprechen in Ihrer Frage letzteres an. Dabei kauft der Kunde einen Container, vermietet ihn an das Unternehmen und am Ende kauft die Gesellschaft den Container zurück. Kaufpreis und Miete sind dabei vertraglich vereinbart, nicht aber der Rückkaufspreis. Der Anleger unterliegt z.B. den Risiken am Containermarkt, Wechselkursrisiken sowie dem Risiko, dass der Vertragspartner die Miete nicht zahlt.

Die Insolvenz eines Containeranbieters in 2016 zeigte, dass die Risiken durchaus real sind. Letztlich ist es schwer für den Anleger, einen Anbieter „auf Herz und Nieren“ zu prüfen sowie den Containermarkt richtig einzuschätzen. Beides ist aber notwendig, um eine Anlage wirklich mit ihren Chancen und Risiken zu verstehen.

Ich persönlich rate von Beteiligungen dieser Art ab. Die Renditechancen sind mir nicht hoch genug, für die Risiken, die einzugehen sind.

 

12.02.2018

Sonja D.: "Anlässlich der Taufe meiner Enkelin (1/2 Jahr alt) möchte ich für sie 3000 Euro langfristig, bis zur Vollendung ihres 16. Lebensjahres anlegen. Was empfehlen Sie mir und wie soll es am Besten abgewickelt werden."

 

Stefanie Kühn: Für eine solch lange Zeit eignet sich eine aktienbasierte Anlage. Über einen Indexfonds könnten Sie bequem eine ausreichende Streuung einkaufen. Indexfonds bilden einfach einen Index ab, ein teures Fondsmanagement wird nicht benötigt. Sie können beispielsweise den MSCI World Index als Basis nehmen, der über 1.800 Unternehmen der Industriestaaten abbildet. Die Renditeerwartung von Aktien-ETFs liegen bei 5-6% - allerdings kann die Anlage stärker schwanken. Es ist wichtig, dass Sie sich darauf einstellen und besonders gegen Ende der geplanten Laufzeit gut aufpassen und gegebenenfalls den Aktien-ETF rechtzeitig verkaufen (oder sich auf eine längere Laufzeit einstellen).

Falls Sie kein aktienbasiertes Investment wünschen, könnten Sie auch ein Festgeld abschließen. Die Zinsen bringen allerdings derzeit nicht einmal so viel, als dass Sie die Inflation damit ausgleichen könnten. Falls Sie sich trotzdem für diese Anlage entscheiden, rate ich Ihnen, zunächst maximal ein fünfjähriges Festgeld abzuschließen.

Egal für welche Anlageform Sie sich entscheiden, Sie müssen auch überlegen, ob Sie das Geld auf Ihren Namen oder den des Kindes anlegen möchten. Beides hat Vor- und Nachteile. Gelder auf den Namen des Kindes gehören dem Kind und es kann ab dem 18. Geburtstag damit machen, was es möchte. Sie können sich das Geld auch nicht einfach zurückholen, falls Sie denken, Ihr Enkelkind kann noch nicht so gut mit dem Geld umgehen. Nur so kann allerdings den Sparerfreibetrag des Kindes genutzt werden. Die Kontoeröffnung ist etwas mühsamer, da es sich ja um ein Minderjährigen-Konto handelt. Die Eltern sind bei der Eröffnung involviert.

Eine Anlage auf Ihren Namen ermöglicht Ihnen, später zu entscheiden, wann und wieviel Sie Ihrem Enkelkind zukommen lassen möchten. Sie behalten also die Verfügungshoheit. Die Kontoeröffnung/Depoteröffnung ist einfacher. Falls Sie bereits ein Depot besitzen, könnten Sie einfach einen ETF raussuchen und diesen – gedanklich – mit dem Vermerk „Für Enkelchen“ versehen.

 

22.01.2018

Josef F.: "In dieser Rubrik stand unlängst zu lesen, das der, auch von mir mit einem Sparplan besparte Db x-trackers MSCI World Index Ucits Etf 1C eigentlich kein weltweiter ETF sein soll. (Indexfonds: "World" meint nicht weltweit.)

Mangels Kenntnis habe ich ansonsten keine Aktien oder dergleichen. Welche ETFs wären dann wirklich "weltweit"? Können Sie mir bitte ein paar Namen von entsprechenden ETFs nennen? Oder was soll ich tun?"

 

Stefanie Kühn: Die Begriffe und Abkürzungen der Finanzbranche sind in der Tat manchmal verwirrend.

Der MSCI World ist einer der bekanntesten Indizes und stellt für viele gemanagte Fonds den herangezogenen Vergleichsindex dar. Er wird bereits seit 1970 berechnet. MSCI steht für “Morgan Stanley Capital International”, das ist ein großer US-amerikanischen Finanzanalyse- und Index-Anbieter.

Der MSCI World ist in der Tat kein weltweiter Index, sondern ein Index, der knapp 1.600 Unternehmen der Industriestaaten (z.B. in Europa, USA, Japan, Australien, Kanada) abbildet. Die USA stellen dabei einen Schwerpunkt dar. Nicht berücksichtigt sind die Schwellenländer – wie Brasilien, China, Russland und natürlich auch nicht die kleineren Schwellenländer.

Es gibt Indizes, die im Prinzip die komplette Welt abbilden, diese heißen MSCI ACW. ACW steht für „all country world“. Die Idee ist zwar verlockend, nur einen ETF für die ganze Welt zu kaufen, aber bitte beachten Sie folgendes: Der MSCI ACW hat sich in den letzten Jahren nur marginal besser als der MSCI World entwickelt, er mischt nur einen geringen Anteil Schwellenländeraktien bei. Von Oktober 2002 bis Oktober 2017 (15 Jahre) stieg der MSCI World bspw. um 346,28%, der MSCI ACW um 352,87%. Der MSCI Emerging Markets – der gängige Schwellenländerindex aus dem Hause MSCI legte dagegen in diesem Zeitraum um 568,09% zu. Offensichtlich profitierte der Anleger also kaum von dieser Entwicklung. Eine Mischung von 80% MSCI World und 20% MSCI Emerging Markets hätte dem Anleger eine Rendite von 390,64% beschert.

Es gibt zahlreiche ETFs, die den MSCI Emerging Markets abbilden und ich rate Ihnen, diesen in einem für Sie passenden Verhältnis dem bestehenden Fonds beizumischen. Beachten Sie aber, dass die Schwankungsbreite der Schwellenländer-Aktienmärkte deutlich größer sind, als die der Industrienationen. Dies könnte ein Grund sein, sich auf den MSCI World oder MSCI ACW zu beschränken.

 

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