Private Finanzplanung Kühn
Private Finanzplanung Kühn

Finanz-Leserfragen Münchener Merkur 2008 und 2009

07.12.09
Franz O.:
"Seit März 2007 bespare ich mit monatlich 100 Euro (März 2008 105 Euro, März 2009 110,25 Euro) eine fondsgebunde Rentenversicherung der Skandia Lebensversicherung AG (Basisrente). Ich bin 54 Jahre alt. Aufgrund eines kritischen Berichts habe ich im April weitere Einzahlungen gestoppt. Der Wert lag zu dem Zeitpunkt bei knapp 1519 Euro (Besparung 2460 Euro). Soll sich die Versicherung in dieser Form weiterführen, sie beitragsfrei stellen oder doch besser beenden?"

 

Stefanie Kühn: Am Anfang einer Lebensversicherung wird immer der Vertrieb bezahlt. Ungefähr 4% der insgesamt zu zahlenden Beiträge werden als Provision an den Vermittler gezahlt. So erklärt sich der niedrige Rückkaufswert. Das ist nicht schön, aber übliche Praxis. Über die Kosten haben Sie mit dem Vermittler sicherlich gesprochen. Die Dynamik, die Sie vereinbart haben, verursacht jedes Jahr erneut eine entsprechende Provision. Daher wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger den anfänglichen „Verlust“ aufzuholen. Eine weitere Dynamik sollten Sie also in jedem Fall sehr kritisch hinterfragen. Ob Sie die Versicherung weiterführen sollen, hängt von Ihren Zielen und Ihrer finanziellen Situation ab (ist eine Basisrente für Sie überhaupt ein passendes Produkt?), eine Kündigung ist bei einer Basisrente nicht möglich, lediglich eine Beitragsfreistellung. Wenn Sie diese aber täten, um eine Basisrente bei einer anderen Gesellschaft abzuschließen, wäre dies fatal, denn Sie „produzierten“ erneut enorme Kosten. Die neue Versicherung müsste dann schon ein vielfaches besser sein. Insofern wäre nur eine völlige Neuausrichtung der Sparrate überlegenswert.

 

01.12.09
Günther G.:
"Mein Anlageberater hat mir eine Geldanlage v. 100.000,-- € für 2 Jahre bei der Swiss Life angeboten. Es soll keinerlei Risiko dabei sein. Kann ich dem Glauben schenken?"

 

Stefanie Kühn: Aufgrund der kurzen Anlagedauer gehe ich davon aus, dass es hier um eine Anlage im Festgeldbereich geht. Lebensversicherungen bieten oft im Anschluss an eine auslaufende Lebensversicherung gute Konditionen im Festgeldbereich an, da sie darauf hoffen, dass sich der Kunde für eine erneute Anlage bspw. in eine Rentenversicherung "überreden" lässt. Oft geht es auch darum, andere Produkte aus dem Unternehmensverbund anzubieten. Es ist eine der großen Sorgen von Lebensversicherungen, dass fällige Gelder aus ihrer Verwaltung abgezogen werden. So erklären sich die oft wirklich guten Konditionen. Grundsätzlich gilt, dass jede Anlage genau überprüft werden muss, alle Bedingungen gelesen und verstanden werden sollten. Wenn danach eine Anlage auch zu Ihrer Risikoeinstellung passt, wovon ich hier ausgehe, sollten Sie Kosten der Anlage berücksichtigten. So haben z.B. Festgelder keine Kosten, neue Lebens- oder Rentenversicherungen schon.

 

24.11.09
Helmut J.:
"Wir haben im Jahr 2007 in britische Lebensversicherungen 2 x je 40.000 Euro investiert - halb Prudential PX 2 und Norwich NX 2 - 2mal gehebelt in With-Profit-Fonds unter dem Deckmantel "fondsgebundene Lebensverischerung".Während des Börsenhochs 2007 sind die Produkte natürlich gestiegen, zudem wurde uns 10% als Vorausbonus für Kosten als Zulage erteilt. Nach dem Börsencrash konnte sich die Performance über Glättung gut gestalten bis im Frühjahr 2008. Ab dem Zeitpunkt begann eine rasante Talfahrt. Der Anlagenverkäufer riet uns immer wieder, die Krise durchzustehen. Im Juli 2009 bekamen wir eine Aussage die besagt, daß der PX 2 ( Prudential) gesperrt wurde und der NX 2 einen Rückkaufswert des Einmalwertes minus 23% beträgt. Angesichts der laufenden hohen Kosten und Warten auf Erholung scheint es uns evtl. besser die Anlagen zu verkaufen und nicht auf der "Black Box" sitzen zu bleiben. Was meinen Sie?"

 

Stefanie Kühn: Wenn Sie in eine gehebelte Police investiert haben, gehe ich davon aus, dass Sie sich vorher sehr genau mit den Chancen, vor allem aber mit den Risiken beschäftigt haben. Dass das „Innenleben“ einer Lebensversicherung oft einer Black Box ähnelt, sieht man ja auch schon aufgrund der Prospekte und Informationen. Die Kosten sind bei vielen With-Profit-Policen jedoch weitaus transparenter dargestellt, als es bei deutschen Policen der Fall ist bzw. war. Der Anlagehorizont bei einer solchen Anlage sollte immer langfristig (>10 Jahre) sein. Wenn Sie sich all diese Dinge vor Abschluss nicht bewußt gemacht haben, bin ich sprachlos, denn gehebelte Policen sind etwas für sehr aufgeklärte und risikobereite Anlager. Grundsätzlich zahlen Sie bei einer Lebensversicherung in den ersten Jahren von Ihren Beiträgen die Provision für Ihren Vermittler. Diese beträgt oft ca. zu 4% des einzuzahlenden Geldes, bei Ihnen also des Einmalbetrages. Prudential und Norwich haben inzwischen die Schlussboni drastisch gekürzt, was zu Kursrückgängen geführt hat. Bei Norwich gab es einen zweiten Knick in der Kursentwicklung als der Fonds das Leverage Risiko reduziert hat. Dies geschah wohl auf Drängen der Banken. Eine abschließende Beurteilung ist mir ohne Kenntnis Ihrer gesamten Situation nicht möglich und sprengt den Rahmen dieser Kolumne.

 

14./15.11.09
Maximilian G.:
"2006 habe ich durch meinen Anlageberater für 20.000 Euro (plus 2,5% Agio) Unternehmensanleihen bei der HCI Private Equity V gekauft. Die Beteiligungsgesellschaften sind HCI Private Equity V Venture GmbH und HCI Private Equity V Expansion GmbH &Co. KG. Nach der ersten Zahlung im August 2006 über 6000 Euro (plus 450 Euro Agio), folgten im Dezember 2006 nochmals 6000 Euro und im Dezember 2008 4000 Euro. Die letzte Zahlung müsste ich im Dezember diesen Jahres in Höhe von 4000 Euro leisten. Mein Berater hatte mir versprochen, dass ich durch Ausschüttungen von 10-12% mein eingezahltes Geld zurückbekommen würde. Bisher habe ich erst eine Ausschüttung von 1120 Euro erhalten. Laut Jahresbericht wird es in diesem Jahr keinerlei Ausschüttung geben und der Wert der gekauften Anteile hat sich auf 80% reduziert. Soll ich die letzte Rate überhaupt einzahlen? Und was würde passieren, wenn ich das nicht tue? Die Laufzeit endet 2016 und kann um zwei Jahre verlängert werden. Kann ich aus diesem Vertrag vorzeitig raus? Wenn ja, was für Folgen hätte das?"

Stefanie Kühn: HCI Private Equity V ist keine Unternehmensanleihe, sondern ein Private Equity-Dachfonds. Dieser ist eine Kommanditgesellschaft, die in ca. 6 bis 10 weitere Venture Capital Fonds und Private Equity Fonds investiert, die wiederum an bis zu 150 verschiedenen Unternehmen beteiligt sind. Von Venture Capital/Private Equity spricht man, wenn Unternehmen in der Gründungs-und Frühphase der Unternehmensentwicklung Kapital gegen Überlassung von Unternehmensanteilen überlassen wird. Als Anleger in dem Dachfonds sind Sie Kommanditist und tragen daher auch ein unternehmerisches Risiko. Ausschüttungen können letztlich nur erfolgen, wenn sich die Unternehmen, in die der Dachfonds über die zwischengeschalteten Zielfonds investiert, positiv entwickeln und die Beteiligungen an diesen gewinnbringend verkauft werden können. Mit solchen Verkaufserlösen ist aber in der Regel erst nach einigen Jahren zu rechnen. Auch wenn durch die breite Streuung des Dachfonds in viele Unternehmen das Totalausfallrisiko minimiert ist, kann es bei Private Equity keine Garantien für eine positive Entwicklung der Unternehmen und Ausschüttungen an die Anleger geben. Da es bei geschlossenen Fonds, wie dem PE V, auch nur einen sehr eingeschränkten Zweitmarkt gibt, ist ein Anteilsverkauf vor Ende der Laufzeit oft nicht möglich und wenn, nur gegen hohe Abschläge. Zur Einzahlung der letzten Rate sind Sie grundsätzlich verpflichtet. Sollten Sie dies alles nicht gewusst haben, was bei einer Investition in einer solchen Höhe fahrlässig wäre, sollten Sie zunächst mit dem Verkäufer der Beteiligung und ggf. mit einem Anwalt sprechen.

 

29.10.09
Franz J.:
"Meine Tochter (26) will für Altersvorsorge 50 Euro monatlich sparen. Nun hat sie unterschiedliche Ratschläge bekommen: Einer sagt, wegen des Cost-Average Effekts sollte sie einen Emerging Markets Fonds besparen, ein anderer rät zu einem Renten-Fonds, weil dieser langfristig gesehen die konstantere Steigung hätte.Was ist Ihre Meinung?"

 

Stefanie Kühn: Europäische Rentenfonds halte ich grundsätzlich für ungeeignet. Die Kosten „fressen“ die ohnehin schon mageren Erträge meistens auf und eine Risikostreuung brauche ich für den Kern-europäischen Raum nicht. Für einen langfristigen Sparvorgang halte ich auch Aktienfonds für geeignet. Mit der Investition der Anfangs noch kleinen Summe kann Ihre Tochter sehen, ob Sie mit den Schwankungen leben möchte. Doch auch ein Sparplan bedarf der regelmäßigen Überprüfung und es sind durchaus einmal Gewinnmitnahmen angebracht. Wenn Ihre Tochter diese über eine Bank bespart, wo kein Ausgabeaufschlag anfällt, spart sie jeden Monat 2,5 Euro. Über eine Laufzeit von 30 Jahren würde dies bei einer angenommen durchschnittlichen Rendite von 6% ungefähr 2.500 Euro Unterschied im Sparergebnis bringen. Aktienfonds, die in den chancen-, aber auch risikoreicheren Emerging Markets (Schwellenländer) anlegen, könnte bei einer späteren Erhöhung der Sparrate als Beimischung dazu genommen werden.

 

22.10.09
Klaus S.:
"Wie beurteilen Sie die Aktien mit der WKN: 891041 von Lehman Brothers.Pleite kann die Firma ja nicht ganz sein, denn die Aktie ist in den vergangenen Tagen auch mal um 29% gestiegen. Kann sich die Aktie vielleicht noch einmal Ihr altes Kampfgewicht erarbeiten?"

Stefanie Kühn: Das „alte Kampfgewicht“ liegt auf Eurobasis bei rund 62 Euro Anfang 2007. Die Aktie notiert heute (19.10.09) bei rund 10 Cent. Die prozentuale Steigerung die nötig wäre, ist schlicht unrealistisch. Lehman hart am 15.09.2008 Insolvenz angemeldet. Nach deren Abwicklung und Begleichung sämtlicher Schulden sollte theoretisch kein Vermögen bei Lehman mehr übrig und damit auch die Aktie wertlos sein. Die Papiere sind nicht mehr an der New York Stock Exchange gelistet und werden nur noch außerbörslich gehandelt. Die Kurssteigerung der letzten Tage geht ausschließlich auf hart gesottene Spekulanten und Zocker zurück, einen anderen Grund für den weiter bestehenden außerbörslichen Handel gibt es wohl nicht. Ich halte das Risiko einer völligen Wertlosigkeit der Aktie für außerordentlich hoch.

 

20.10.09
Max-Joseph K.:
"Als Rentenversicherung für unsere jetzt fünfjährigen Zwillinge wurde uns eine fondsgebunde Rentenvericherung von Skandia mit dem "Teddy"- Tarif SFR08-Z angeboten (Laufzeit bis zum Rentenbeginn im Jahr 2069, Beitragszahlungsdauer 55 Jahre, Aufschubzeit 60 Jahre). Was ist davon zu halten und vor allem: was wäre eine empfehlenswerte Investmentauswahl (siehe Punkt 7 des Antrags) wenn man sich sicher sein will, dass man mit überschaubarem Risiko etwas von seinem Geld wieder sieht. Oder gibt es andere Rentenformen, die mögliche Finanzkrisen in den nächsten 60 Jahren besser überstehen?"

 

Stefanie Kühn: Meines Erachtens ist eine fondsgebundene Rentenversicherung keine attraktive Anlage, wenn Sie für die Rente Ihrer Kinder vorsorgen möchten. Eine Rentenversicherung ist letztlich eine Wette auf eine langes Leben. Wenn jemand sich mit 60 entscheidet, Geld in eine sofort beginnende Rentenversicherung einzuzahlen, dann kennt er seinen Gesundheitszustand und seine finanzielle Lage für den Ruhestand. Beides kennen Sie für Ihre Zwillinge nicht. Eine Rentenversicherung hat eine umso bessere Rendite, je länger man lebt. Mit 5 ist es schwer, die Lebenserwartung individuell abzuschätzen. Außerdem sind Sie in der Police an eine Fondsauswahl gebunden. Sparen Sie selbst in einen Aktienfonds an, können Sie nach guten Börsenjahren auch mal Gewinne mitnehmen. Sie können auch leicht den Fonds austauschen, die Rate verändern oder aussetzen. Und das alle geht heutzutage auch ohne Ausgabeaufschlag. Ich stehe Rentenversicherungen im Alter von weniger als 55 Jahren extrem skeptisch gegenüber, stehen mir doch Kosten und Unwägbarkeiten der Zukunft in keinem adäquaten Verhältnis zur Bequemlichkeit und vermeintlichen Steuervorteilen. In der heutigen Zeit wird ein individuelles Reagieren auf Krisen, veränderte Lebenssituationen und Änderungen in der Anlage- und Steuerwelt geradezu zum Muss, wenn Sie erfolgreich anlegen möchten.

 

17./18.10.09
Hans M.:
"Mitte 2007 wollte ich 25.000 Euro risikolos längerfristig mit jährlicher Zinsentnahme anlegen. Ein mir gut Bekannter, Berater der bonnfinanz empfahl mir "auf Ehre" den DWS FlexPension 2017 mit Kapitalgarantie zum Laufzeitende und jährlicher Entnahmemöglichkeit bei Kurshochstand. Die Kaufgebühr betrug 1.000 Euro. Der aktuelle Fondstand beträgt ca. 21.700 Euro. Mit einer Ertragsentnahme ist also auch in den nächsten Jahren nicht zu rechnen. Was halten Sie von der damaligen Beratung? Macht es Sinn, den Fond bis zum Laufzeitende (2017) zu halten?"

 

Stefanie Kühn: Der DWS FlexPension 2017 hat eine Höchststandsgarantie. Der bislang höchste Stand wurde nach Auskunft der DWS-Homepage am 1.6.2007 zum Kurs von 130,76 Euro erreicht. Sie haben also ungefähr zu diesem Höchststand gekauft. Insofern haben Sie die Garantie, 2017 Ihr eingezahltes Geld wiederzubekommen. Derzeit (08.09.09) notiert der Fonds bei 116,08 Euro. In den verbleibenden 8,25 Jahren werden Sie also garantiert 13% Plus erwirtschaften (von heute aus gesehen). Pro Jahr entspricht das einer Rendite von weniger als 1,5% - diese jedoch steuerfrei. Sie haben natürlich die Chance, dass ein neuer Höchststand erreicht wird. Sie müssen jetzt gemäß Ihrer Risikoneigung abschätzen, ob einen Mix aus Tages-, Festgeld und/oder einen Aktienfonds für Sie passender ist. Beratungen „auf Ehre“ halte ich für kritisch, Empfehlungen sollten sich an der Risikoneigung, den Renditeerwartungen und auch an der jeweils aktuellen Marktlage orientieren. Für Ihren Wunsch nach einer jährlichen Entnahme war dieses Produkt nicht geeignet, da die Garantie nur zum Ende greift. Ohne Verlust hätten Sie nur Anteile verkaufen können, wenn der Kurs über Ihrem Einstiegskurs gelegen hätte.

 

09.10.09
Georg St.:
"Meine Hausbank hatte mir 2006 geraten, eine Anleihe der IKB zu kaufen. Bekanntlich wäre die IKB bereits 2007 ohne Staatshilfe pleite gegangen. In der Zwischenzeit haben sich aber wieder Banken „hochgerappelt“, welche erst viel später ein Opfer der Bankenmiserie wurden. Obwohl die EU kürzlich weitere 7 Milliarden zur Zahlungsfähigkeit der IKB genehmigt hat, dümpelt die Anleihe (WKN 859275) vor sich hin, ohne sich zu erholen. Wo geht die Reise hin?"

 

Stefanie Kühn: Die Anleihe, die Sie besitzen, ist gar nicht von der IKB Deutsche Industriekreditbank AG begeben worden, sondern von der IKB Funding Trust I. Insofern haben Sie gar keine Anleihe einer staatlichen oder halbstaatlichen Bank. Dabei handelt es sich um eine amerikanische Gesellschaftsform mit Sitz in Delaware USA. Die Anleihe hat keinen Rückzahlungstermin. Die Anleihe ist hochkomplex und für sicherheitsorientierte Anleger sicher nicht geeignet. Fragen Sie bei Ihrer Hausbank, ob sie an der Emission beteiligt war. So hatte sie womöglich ein eigenes Interesse, die Anleihe „an den Mann“ zu bringen. Rechtlicher Rat ist hier u.U. angebracht.

 

21.09.09
Sonja M.:
„Ich habe durch eine Lebensversicherung rund 55 000 Euro für meine Altersvorsorge angespart. Seit März bin ich in Rente (411 Euro) und seit August habe ich einen Minijob (200 Euro). Meine Eigentumswohnung ist abbezahlt. Mein Mann hat 926 Euro Rente. Soll ich mir die 55 000 Euro als Rente auszahlen lassen oder die komplette Summe nehmen und anlegen? Mit der Verrentung könnte ich auch noch drei bis fünf Jahre warten - aber bringt das was? Auf keinen Fall möchte ich wieder so hohe Verluste durch Abschlussgebühren und Zinslverluste wie in der Vergangenheit erleiden. Festgeld, Tagesgeld oder Bundesschatzbriefe, scheinen mir sicherer - aber wäre das sinnvoll? Derzeit habe ich das Geld auf einem Sparbuch geparkt.“

 

Stefanie Kühn: Da das Geld in einer Lebensversicherung war, die bereits ausbezahlt wurde, wäre eine Verrentung gleichzusetzen mit einem Neuabschluss einer sofort beginnenden oder in wenigen Jahren beginnenden Rentenversicherung. Dabei würden Abschlussgebühren anfallen, die in der Regel ungefähr 4% der eingezahlten Summe betragen. Sie und Ihr Mann haben jeder einen lebenslang laufenden Baustein in Ihrer Altersvorsorge, Ihre Renten. Offen bleibt, ob Sie weitere liquide Vermögenswerte haben. Besitzen Sie beispielsweise eine Notfallreserve für Auto, Reparaturen an der Wohnung oder ähnliches? Wenn nein, dann wäre eine solche in jedem Fall sinnvoll. Gute Anlagemöglichkeiten für die Notfallreserve stellen Tagesgeldkonten dar. Damit ist es zumeist möglich, den Inflationsverlust des Geldes aufzufangen. Für den Rest des Geldes könnten Sie Anlagen in die von Ihnen erwähnten Festgelder oder Bundesanleihen tätigen. Die Rendite ist dort derzeit mager, deshalb empfehlen sich derzeit keine langlaufenden Anlagen im festverzinslichen Bereich. Wenn Sie jedoch genauer schauen, finden Sie sichere Anlagen knapp unter 3% (bspw. Postbank Gewinn Sparen ab 50.000 Euro Anlagesumme; Stand Anfang August 2009). Eventuell können Sie auch ein Lockangebot einer Bank nutzen, das für Neukunden gilt. Die Bedingungen sind hier aber genau zu prüfen.

 

12.09.09
Anna Elisabeth St.:
„1996 habe ich rund 15 000 DM in den iii-Fonds Nr. 1 (WKN 982000) angelegt. Mittlerweile heißt er Euro ImmoProfil (WKN 982001). Den Ausschüttungsbetrag habe ich wieder angelegt, besitze jetzt 171,43 Stück und liege damit im Vergleich zum Kaufpreismit knapp 2500 Euro im Minus. Jetzt rät mit die Hypobank, den Fonds zu verkaufen und das Geld in den FD-F&C HVB-Stiftungsfonds (WKN 694013) anzulegen. Momentan brauche ich das Geld nicht dringend, aber ich bin 72 Jahre alt und habe auch kein Vertrauen mehr in eine Fonds-Anlage. Was ist Ihr neutraler Rat?“

 

Stefanie Kühn: Mir erscheint das Minus sehr hoch unter Berücksichtigung dessen, dass Sie die Ausschüttungen wieder angelegt haben. Eventuell haben Sie zwischendurch einige Anteile verkauft? Eine Umschichtung in den F&C HVB Stiftungsfonds erscheint mir für Sie nicht sinnvoll. Der Fonds ist zwar recht gut, jedoch müssten Sie wahrscheinlich bei Ihrer Bank erneut einen Ausgabeaufschlag (5%) zahlen. Diesen müsste der Fonds erst einmal wieder erwirtschaften, bevor Sie eine positive Rendite erzielen. Sie suchen offenbar nach einer Anlage, bei der Sie keine Wertschwankungen zu befürchten haben. Der F&C HVB Stiftungsfonds ist ein Mischfonds, der auch Aktienanlagen beimischen darf. Wenn Sie kein Vertrauen in eine Fonds-Anlage haben, dann fühlen Sie sich vielleicht mit einem Festgeld wohler. Da die Renditen hier derzeit nur gering sind, empfehle ich Ihnen, das Geld nur kurzfristig festzulegen (max. 3-6 Monate). Steigen die Zinsen an, kann auch ein etwas längeres Festgeld vereinbart werden. Nicht empfehlen kann ich die derzeit oft beworbenen Stufenzinsanleihen.

 

04.08.09
Simon H.:
"Ich beginne im September meine Ausbildung und muss mich nun langsam mit Dingen wie Gehaltskonto, VWL, Riester-Rente oder Bausparen auseinander setzen. Worauf muss ich achten und was ist sinnvoll?"

 

Stefanie Kühn: Suchen Sie sich ein Gehaltskonto ohne Gebühren. Wenn Ihr Arbeitgeber VL-Leistungen bezahlt, können Sie beispielsweise einen Aktienfonds besparen. Sie finden Anbieter, wo der sonst bei jedem Kauf fällige Ausgabeaufschlag entfällt. Ob Sie bausparen sollten oder nicht hängt von Ihrer Situation und Ihren Plänen ab. Grundsätzlich ist Bausparen ein teures Produkt, manchmal jedoch trotzdem geeignet. Von einer Riesterrente als Single in jungen Jahren rate ich Ihnen ausdrücklich ab. Trotz der Zulagen und eventuellen Steuerersparnisse ist das Produkt nicht so attraktiv, wie es von der Werbung gepriesen wird. Über einen Berufsunfähigkeitsschutz sollten Sie ebenfalls nachdenken. Die Wahl der richtigen Anbieter und Produkte kann für Sie leicht eine Kostenersparnis von 150 bis 200 Euro im Jahr bringen – ohne Einbußen von Leistungen. Es lohnt sich also, sich selbst schlau zu machen.

 

20.07.09
Thomas B.:
" Ich (30) lege für meine Altersvorsorge monatlich 200 Euro in Aktienfonds an. Mir ist aufgefallen, dass die Verwaltungskosten für die Aktienfonds (TER) und die Aufgabeaufschläge relativ hoch sind. Was halten Sie von einer Anlage in Indexfonds? Wo liegen die Vor- bzw. Nachteile eines Indexfonds gegenüber einem aktiv gemanagten Aktienfonds?"

 

Stefanie Kühn: Ich halte ETFs für einen sehr sinnvollen Baustein, um das eigene Anlageportfolio zu strukturieren. ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Markt-, Regionen- oder Branchenindex 1 zu 1 nachbilden. Die Vorteile von ETFs sind insbesondere niedrige Kosten, Transparenz und Liquidität. So sind ETFs wie Aktien an Börse zu für Aktien üblichen Spesen handelbar. Sie haben keine Ausgabeaufschläge. Da sich die Auswahl der vom ETF gehaltenen Titel nur nach einem festen Index richtet und somit kein Fondsmanagement aktiv die seiner Meinung nach aussichtsreichsten Unternehmen heraussuchen muss, hat ein ETF im Vergleich zu einem aktiv gemanagten Investmentfonds nur geringe Verwaltungsgebühren. Der Unterschied (Spread) zwischen Kauf- und Verkaufskosten ist gering. Dadurch, dass die Wertpapierbestände eines ETF zum Ende eines jeden Börsentages veröffentlicht werden, sind ETFs auch sehr transparent. Herkömmliche Fonds veröffentlichen ihre Bestände oft nur halbjährlich. Überdies wird bei ETFs laufend ein Börsenkurs festgestellt, sie können also auch „intraday“ zum dann aktuellen Kurs ge- oder verkauft werden. Viele „normale“ Fonds können hingegen nur zum einmal täglich ermittelten Kurs bei der Fondsgesellschaft ge-/verkauft werden. Ein Nachteil der ETFs ist, das diese immer nur eine Performance wie ihr zugrundeliegender Index schaffen werden, also immer nur „Marktdurchschnitt“ sind. Hier besteht bei aktiv gemanagten „normalen“ Fonds die Chance, dass der Fondsmanager besser als der Marktdurchschnitt arbeitet und eine überdurchschnittliche Performance erzielt. Allerdings schaffen dies nur wenige gemanagte Fonds. Ein weiterer Nachteil gegenüber aktiven Fonds ist die eingeschränkte Produktpalette bei Sparplänen und die oft hohen Kosten beim Sparplankauf.

 

11./12.07.09
Josef H.:
"Ich habe für mich und meinen Sohn vor etwa drei Jahren jeweils eine fondsgebundene Rentenversicherung mit einem dynamischen Monatsbeitrag von anfangs 100 Euro bei der Bayerischen Beamten Versicherung (BBV) abgeschlossen. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Gesamtwert des Fondsvermögens bei einem Bruchteil der eingezahlten Summe. Was soll ich tun: Weiter einzahlen, beitragsfrei stellen oder kündigen?"

 

Stefanie Kühn: Das, was Sie schildern, ist ganz normal. In den ersten 3-4 Jahren wird von Ihren Beiträgen die Provision für den Vermittler gezahlt. Dieser erhält nach Abschluss des Vertrages ca. 4% der insgesamt von Ihnen über die Laufzeit zu zahlenden Beiträge. Nehmen wir an, die Versicherungen laufen 30 Jahre. Dann würden je Vertrag ca. 1.440 Euro anfallen. Das ist der eine Grund für den niedrigen Rückkaufswert. Ein weiterer Grund ist natürlich, dass der Rückkaufswert eine Art Strafe für „Frühaussteiger“ beinhaltet, den sogenannten Stornoabschlag. Die Versicherung kalkuliert ja mit der geplanten Laufzeit und sichert sich so gegen vorzeitige Ausstiege ab.. Der dritte Grund ist, dass von Ihrem Beitrag die normale Verwaltung und die Risikokosten für den Fall, dass der Versicherungsnehmer verstirbt, bezahlt werden. Der letzte Grund ist die Entwicklung der Börse. Die ohnehin geringe Summe die bislang investiert wurde, ist aufgrund der Börsenentwicklung der letzten 2 Jahren natürlich geschrumpft. Ich gehe davon aus, dass Sie zumindest über das Risiko der Börsenentwicklung Bescheid gewusst haben, sonst hätten Sie sich sicherlich nicht für eine fondsgebundene Lebensversicherung entschieden. Auch, dass die Rückkaufswerte am Anfang durch die zu zahlende Provision gering sind, hätte man Ihnen sagen sollen. Eine konkrete Handlungsempfehlung kann ich mangels Kenntnis Ihrer Situation, Ihrer Ziele und der Fonds, in die investiert wird, leider nicht geben.

 

03.07.09
Jan W.:
"Meiner Enkelin (6 Jahre) möchte ich bis zu ihrem 18. Geburtstag monatlich Euro 250 schenken. Das Geld soll sich einerseits vermehren, andererseits aber absolut sicher sein und nicht vorher abgehoben werden können. Welche Anlage würden Sie dafür empfehlen?"

 

Stefanie Kühn: Wenn Sie eine absolut sichere Anlage suchen, scheiden Aktienfonds sowie jede andere Art von Fonds aus. Letztlich bleibt dann das Sparen im Festgeldbereich. Bei den derzeit niedrigen Zinsen warne ich vor langlaufenden Verträgen. Derzeit wäre ein Sparen auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto mit sukzessiver Umschichtung in ein Festgeld (bei entsprechender Höhe der gesparten Summe und attraktivem Zins) eine Möglichkeit. Abraten möchte ich von jeder Art von Bonussparverträge, wenn Sie nicht aufgrund der durchschnittlichen Rendite sagen können, dass dies - auch langfristig gesehen – ein attraktives Angebot ist. Der Bonus blendet hier immer. Wenn Ihre Tochter bzw. deren Eltern das Geld nicht vorher abheben können sollen, wäre die sicherste Variante, dass Sie das Geld auf Ihren Namen anlegen und bei der Bank einen sogenannten Vertrag zu Gunsten Dritter vereinbaren.

 

01.07.09
Ingrid E.:
"Wie sicher ist eine Geldanlage bei Direktbanken? Kann man diesen genauso vertrauen wie anderen Banken? Speziell denke ich an die Credit Europe Bank, die Festgeldzinsen über vier Prozent bietet. Ist dort die Sicherheit der Einlagen gewährleistet?"

 

Stefanie Kühn: Grundsätzlich können Sie den deutschen Direktbanken genauso vertrauen, wie anderen Banken auch. Sie alle unterstehen den gesetzlichen Anforderungen, bieten die gesetzliche Einlagensicherung und sind fast immer auch Mitglied einer weiteren Sicherungseinrichtung. Die Informationen finden Sie meist auch gut sichtbar auf den Homepages, denn seit Beginn der Finanzkrise machen sich mehr und mehr Menschen darüber Gedanken. Die Credit Europe Bank N.V. Niederlassung Deutschland ist jedoch eine niederländische Bank. Die Niederlassung Deutschland untersteht dem niederländischen Einlagensicherungssystem. Laut Beschluss des niederländischen Finanzministeriums am 10.03.2009 wurde die Einlagengarantie für Sparanlagen auf € 100.000 pro Person festgesetzt. Demnach sind Ihre Sparanlagen bei der Credit Europe . zu 100% bis € 100.000 pro Person gesichert. Welche Probleme entstehen könnten, wenn deutsche Sparer in einem anderen Land die Einlagensicherung in Anspruch nehmen möchten, hat der Fall Kaupthing gezeigt. Grundsätzlich möchte ich sagen, dass Zinsen einer Bank, die dauerhaft über dem Zinssatz der Europäischen Zentralbank liegen und zwar soweit, dass sich das „Mehr“ nicht mehr mit günstigerer Kostenstruktur erklären lässt, mich nachdenklich stimmen.

 

22.05.09
Anton I.:
"Unsere derzeitige Hypothek beträgt 80 000 Euro und ist durch Grundschuld abgesichert. Nun läuft die fünfjährige Zinsbindung aus. Derzeit hole ich mir von verschiedenen Kreditinstituten Angebote zum Zinssatz ein. Bei welcher Differenz des Zinsangebotes ist es sinnvoll, das Kreditinstitut zu wechseln? Welche Kosten entstehen bei einem Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut?"

 

Stefanie Kühn: Die Kosten, die bei einem Grundschuldwechsel entstehen, fallen für Notar und Grundbuchamt an. Sie liegen, je nachdem ob die Grundschuld gelöscht und für den neuen Eigentümer neu eingetragen oder (teil-)abgetreten wird – zwischen rund 135 und 530 Euro. Wenn Sie Angebote vergleichen, müssen Sie ausrechnen, wieviel Zinsen Sie über den Zeitraum der Zinsbindung sparen. Sie können die Restschuld bis zum Ende der geplanten Zinsbindung bei der bisherigen Bank und dem neuen Angebot ausrechnen. Vergleichen Sie aber in jedem Fall unter Berücksichtigung des Effektivzinses und bei einer gleichen monatlichen Rate.

 

20.05.09
Oskar W.:
"Meine Frau (Jahrgang 1957) steht vor einer möglichen Abbaumaßnahme bei Siemens. Als sie noch in den fetten Jahren für diese Firma gutes Geld im Außendienst verdiente, hat sie das Thema "Altersvorsorge" gestartet. Sie schloss bei der VICTORIA als damals noch Unverheiratete eine "Single Rente" zum 7.6.2002 ab , und begann mit 500,00 Euro monatlicher Zahlung und "automatischer Anpassung", mindestens aber 5% im Jahr Erhöhung. Dies haben wir selbst übersehen und wurde auch vom Bankberater nicht expliziet darauf hingewiesen. Die Rente oder alternativ die Kapitalabfindung fließt am 1.6. 2019. Macht es Sinn,  hier die € 669,74 noch weiter zu zahlen um dann eine brauchbare Rente zu erhalten? Oder soll sie die Zahlung stoppen und den derzeitigen Zustand einfrieren lassen. Gäbe es eine Alternative?"

 

Stefanie Kühn: Es ist davon auszugehen, dass die Versicherung über einen Gruppentarif abgeschlossen wurde, das heißt, Ihre Frau profitiert von günstigeren Konditionen. Nichts desto trotz ist eine Rentenversicherung ein teures Produkt. Die Hauptkosten liegen jedoch in den Anfangsjahren, wenn von Ihren Beitragen zunächst die Vermittlerprovision gezahlt wird. Ca. 4% der über die Laufzeit fließenden Beiträge können Sie gewöhnlich dafür veranschlagen, bei einem Gruppentarif etwas weniger. Jede dynamische Erhöhung ist nun wie ein Neuabschluss dieses Teils, so dass die ersten Jahre der Dynamik auch immer zu einem großen Teil in die Provision fließen. Daher ist eine weitere Dynamik in keinem Fall ratsam, da ja kaum noch Zeit bleibt, die Provision wieder „herauszuholen“. Da es ein Vertrag mit altem Steuerrecht ist (also mit steuerfreier Kapitalauszahlung) spricht relativ wenig für eine Kündigung. Hier würden Sie hohe Stornoverluste realisieren. Ein Verkauf über den Zweitmarkt ist u.U. möglich. Des weiteren hängt es stark von Ihrer persönlichen Situation ab, ob Sie ein solches Produkt brauchen oder nicht.

 

06.05.09
Eckhardt M.:
"Ich spiele mit dem Gedanken, Geld bei einer namhaften Autobank, die derzeit noch gute Tagesgeld- und Festgeld-Zinsen zahlt, anzulegen. Ich habe mir daher Informationen zur Einlagensicherung zusenden lassen. Dort konnte ich wie folgt entnehmen: "Die xy-Bank ist  Mitglied der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. Innerhalb dieser Sicherungseinrichtung sind die Kundeneinlagen aller Geldanlageprodukte der xy-Bank geschützt. Die Höhe der Absicherungssumme wird nach dem haftenden Eigenkapital der jeweiligen Bank bemessen. Zur Zeit beläuft sich diese bei der ... Bank auf über 280 Mio. Euro pro Anleger. D.h. über 280 Mio. Euro sind pro Kunde zu 100% abgesichert. Neben Ihrer reinen Einlage sind auch die Zinserträge von der Sicherung erfasst." Wie sind diese Angaben zu bewerten?"

Stefanie Kühn: Ihre Einlagen inklusive Zinsen sind, wenn Sie bei dieser Bank anlegen, über die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken bis zu der genannten Höhe abgesichert. Diese Angabe ist korrekt. Zusätzlich hat der deutsche Sparer die „Merkel-Garantie“. Was Sie sich grundsätzlich – unabhängig ob Autobank oder nicht - überlegen können ist folgendes: Der Anleger hätte im Falle eines Ausfalls der Bank immer den Ärger. Es würde dauern, bis das Geld zurückkommt. Wenn deutlich mehr Zinsen über deutlich längere Zeiträume als am Markt üblich gezahlt werden, hat das meistens einen Grund. Ich frage mich immer, ob ein Zins noch mit einer Marketing-Aktion zu erklären ist oder damit, dass die Bank dank niedrigerer Kosten einen solchen Mehr-Zins zahlen kann. Wenn das zu verneinen ist, bin ich vorsichtiger.

 

24.04.09
Peter T.:
"Ich würde gerne 25.000 Euro bei der DKB anlegen. Ist diese Bank empfehlenswert oder gibt es bessere Alternativen?"

 

Stefanie Kühn: Die DKB Bank ist eine 100%ige Tochter der Bayerischen Landesbank. Sie ist Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands. Zusätzlich hat die Bayern LB eine Patronatserklärung in ihrem Geschäftsbericht abgegeben, dass sie in Höhe ihrer Anteilsquote dafür Sorge tragen wird, dass die DKB AG ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllen kann. Es gibt also keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit. Ob die Bank für die Anlage geeignet ist, ist so nicht zu sagen. Ich kenne weder Ihren Anlagehorizont noch Ihre Risikoeinstellung. Die Tagesgeldkonditionen bei der Visa-Card sind ordentlich, im Festgeldbereich eher durchschnittlich (Stand Mitte April 2009).

 

17.04.09
Michael G.:
"Ich habe in letzter Zeit viel über Abgeltungsteuer gelesen, aber eines verstehe ich nicht: Wie verhält es sich bei einem Aktienfonds mit Freistellungsauftrag, wenn eine Entnahme stattfindet? Annahme ist, dass die gesamten Gewinne/Erträge in den Grenzen des Freibetrages bleiben. Wie ist es bei mehreren Aktienfonds und geteilten Freistellungsaufträgen, oder wenn die Erträge die Grenzen übersteigen?"

 

Stefanie Kühn: Seit dem 01.01.2009 unterliegen sowohl sowohl Erträge als auch Veräußerungsgewinne dem Abgeltungsteuersatz von 25 % zzgl. SolZ und ggf. Kirchensteuer. Ausgenommen von der Veräußerungsgewinnbesteuerung sind Aktienfondsanteile, die vor dem 01.01.2009 angeschafft wurden. Bei diesen gilt die alte Spekulationssteuerregelung weiter, wonach eine Veräußerung nach mehr als einem Jahr steuerfrei ist. Der bisherige Sparer-Freibetrag von 750 EUR und der Werbungskosten-Pauschbetrag von 51 EUR wurden ab 2009 zu einem einheitlichen Sparer-Pauschbetrag von 801 EUR zusammengefasst. Soweit die Erträge und Veräußerungsgewinne unterhalb dieses Betrages bleiben und ein entsprechender Freistellungsauftrag erteilt wurde, wird keine Abgeltungsteuer einbehalten. Bei auf mehrere Fonds bzw. Institute verteilten Freistellungsaufträgen darf die Summe 801 EUR nicht übersteigen. Sofern die ausgezahlten/entnommenen Beträge einen höheren steuerpflichtigen Gewinn und/oder Dividenden pro Jahr „produzieren“, wird auf den übersteigenden Anteil die Abgeltungsteuer einbehalten.

 

30.03.09
Gertraud H.:
"Meine Mutter ist 89 Jahre alt und hat ein Vermögen von ca. 200 000 Euro. Davon sind ca. 120 000 Euro in festverzinslichen Wertpapieren bzw. Festgeld angelegt. 80 000 Euro investierte sie in Gebrauchtcontainern bei der PR Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Nördliche Münchner Straße 8, 82027 Grünwald. Das Geld ist vor allem für eventuell notwendig werdende Pflege gedacht. Unsere Fragen wären nun folgende: 1. Ist die Relation der Container zur sonstigen Anlage zu hoch? 2. Wie sicher ist die Anlage im Allgemeinen und in der jetzigen Wirtschaftskrise? 3. Wie sicher ist die Firma, falls Sie da Informationen haben?"

Stefanie Kühn: Wenn ich davon ausgehe, dass auch die Festgelder nicht kurzfristig frei zu bekommen wären, ist der Anteil an Containern viel zu hoch in Bezug zu Ihrem Zweck – nämlich der Sicherheit für einen eventuellen Pflegefall Ihrer Mutter. In der Vergangenheit hat P&R meines Wissens ordentliche Erträge gebracht, musste sich aber immer dem Vorwurf der mangelnden Transparenz stellen. In der aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise leidet der Schifffahrtsmarkt bereits erheblich unter den sinkenden Charterraten. Bei den Containern jedoch ist die Neuproduktion schon letztes Jahr zurückgefahren worden und alte Container wurden verschrottet. Die Branche hat also gut reagiert. Trotzdem sollten die Presse von und über P&R genau verfolgen, um zu sehen, ob sich Probleme abzeichnen. Wenn die Verträge auslaufen, empfehle ich Ihrer Mutter, nicht weiter in Beteiligungen anzulegen. Das unternehmerische Risiko, das sie damit eingeht, passt nicht zu dem Ziel, das sie mit dem Geld verfolgt. Geschlossene Fonds sind außerdem immer nur eingeschränkt handelbar und die nötige Flexibilität fehlt.

 

28./29.03.09
Josef O.:
"Sind Dax- oder EuroStoxx-Zertifikate von Goldman-Sachs oder Commerzbank empfehlenswert? Oder würden Sie grundsätzlich wegen des Emmitentenrisikos abraten?"

 

Stefanie Kühn: Meines Erachtens sind Indexzertifikate, wie die von Ihnen angesprochenen nicht nötig. Sie kaufen sich zusätzlich zu dem Marktrisiko ein Emittentenrisiko ein. Würde die Bank (der Emittent) pleite gehen, so ist Ihr Geld weg, auch wenn DAX und Euro-Stoxx noch da sind. Mit einem ETF (Exchange Traded Fund) können Sie ebenfalls kostengünstig den Index abbilden, haben aber den Status eines Fonds eingekauft. Damit ist Ihr Vermögen ein sogenanntes Sondervermögen und ist im Pleitefall der Bank noch vorhanden. Die Palette der ETFs hat sich in den letzten Jahren sehr vergrößert und Sie können viele gängige Indizes kaufen. Doch auch bei ETFs gibt es Risiken, beispielsweise, wenn Swaps in den ETFs enthalten sind.

 

27.03.09
Hannes Sch.:
"Meine Frau und ich haben bei der ALLIANZ jeweils eine Fondsgebundene Lebensversicherung mit folgendem Fondsnamen Euro Equity  Index ISIN LU0158783638 mit dem wir im letzten Jahr einen schönen Verlust verzeichnen konnten. Laut Auskunft unseres Versicherunsvertreters ist eine Umschichtung nicht möglich. Ist es sinnvoll weiterhin in die Versicherung einzubezahlen oder besser Stilllegen und eine Alternative suchen?"

 

Stefanie Kühn: Mit dem Entschluss, eine fondsgebunde Lebensversicherung als Geldanlage oder Altersvorsorge zu wählen, haben Sie sich - hoffentlich bewusst – für eine Anlage entschieden, die Schwankungen unterliegt. Im Gegensatz zu kapitalbildenden Lebensversicherungen gibt es keinen Garantiezins. Ihr Fonds legt in europäische Standardwerte an – orientiert am Euro Stoxx 50. Der Fonds hat daher auch fast genau die gleiche Entwicklung wie der EuroStoxx 50, kaum schlechter aber eben auch nicht besser. Im Gegensatz zu einer direkten Anlage in den Fonds, die Ihnen dann die Möglichkeit bieten würde, auch die „Reißleine“ zu ziehen und zu verkaufen, haben Sie hier offenbar keine Umschichtungsmöglichkeit. Das hätten Sie aber bei Abschluss wissen sollen. Einen abschließenden Rat kann ich Ihnen hier nicht geben. Wenn die Anlage Ihrer Risikoeinstellung überhaupt nicht entspricht, dann sollten Sie auch nicht weiter einzahlen. Auch ist Ihr Anlagehorizont wichtig, Ihr Ziel für Ihre Anlage. All das würde für eine Empfehlung relevant sein und sprengt den Rahmen dieser Rubrik. Zukünftig sollten Sie vorher genau prüfen, in welche Anlage Sie investieren, welche Risiken auftreten können und ob die Anlage zu Ihnen passt.

 

13.03.09
Erna R.:
Würden Sie empfehlen, Geld bei der ING DiBa anzulegen? Die Anlage wäre kurzfristig (ca. 6 Monate) und liegt im unteren 5stelligen Bereich. Die DiBa ist ja auch eine Privatbank, sind diese denn auch verpflichtet einen sogenannten "Einlagensicherungsfonds" zu führen? Die DiBa zahlt momentan 4 % p.a. bis zum 30.4.2009. Bekomme ich das auch bei einer anderen Bank?"

 

Stefanie Kühn: Die ING-Diba ist eine deutsche Bank und unterliegt damit der gesetzlichen Einlagensicherung. Zusätzlich ist die Diba dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. angeschlossen. Pro Kunde der ING-DiBa sind laut deren Homepage derzeit 1,23 Milliarden Euro Einlagen abgesichert.

4% Zinsen sind derzeit ein gutes Angebot. Es gilt bei der Diba für neues Geld im Zeitraum Februar bis Ende April. Da es ein Tagesgeldkonto ist, besitzen Sie volle Flexibilität. Es gibt derzeit wenige vergleichbare Angebote. Haben Sie noch ein Depot, was Sie übertragen könnten, gäbe es eventuell noch die Möglichkeit, den Zins für den gewünschten Zeitraum zu verbessern, da es auch immer wieder schöne Lockangebote bei anderen Banken gibt. Natürlich müssen Sie dabei genau auf die Konditionen achten.

 

26.02.09
Bernhard M.:
"Welche Abgeltungssteuerabzüge werden ab diesem Jahr bei Einzelfirmen/Architekten/GmbH/etc. bei Festgeldern/Zinspapieren oder Fonds/Aktien/Kursgewinnen vorgenommen werden? Oder werden überhaupt welche vorgenommen?"

 

Stefanie Kühn: Zum 01.01.2009 sind die Regelungen zur Abgeltungsteuer in Kraft getreten. Bei der Abgeltungsteuer handelt es sich nicht um eine eigen Steuerart, sondern um einen besonderen Steuertarif bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Dieser beläuft sich auf 25% zzgl. Solidaritätszuschlag. Kommt dazu noch eine Kirchensteuer von 8%, beläuft sich die Gesamtbelastung auf 27,82%. Die neue Regelung gilt nur für im steuerlichen Privatvermögen erzielte Kapitaleinkünfte, wie realisierte Kursgewinne aus nach 2008 angeschafften Wertpapieren, Zinsen, Dividenden und Ausschüttungen von Investmentfonds.

Werden Wertpapiere im steuerlichen Betriebsvermögen gehalten, kommt das sog. Teileinkünfteverfahren zur Anwendung. Danach unterliegen die Kapitaleinkünfte zu 60% dem individuellen Einkommensteuertarif, eine einbehaltene Abgeltungsteuer hat nur den Charakter einer Vorauszahlung. Bei Kapitalgesellschaften wie bspw. einer GmbH bleibt es bei der bisherigen Regelung, wonach Einkünfte aus der Beteiligung an anderen Kapitalgesellschaften zu 95% steuerfrei bleiben. Diese sind erst mit der Ausschüttung an die Anteilseigner von diesen zu versteuern, jetzt also als Kapitaleinkünfte mit dem Abgeltungsteuertarif. Bei GmbH-Ausschüttungen kann der Gesellschafter auch das Teileinkünfteverfahren unter der individuellen Progression wählen. Zinsen unterliegen dem normalen Körperschaft- und Gewerbesteuertarif.

 

03.02.09
Franz Z.
: "Im Dezember 2008 habe ich bei der Hypo-Vereinsbank für 45000,00 € eine EO-IHS.325 Kenn-Nr. 201586 erworben. Bedingt durch die Finanzkrise fällt mir auf, dass damals im Beratungsbogen "Keine Beratung" angekreuzt wurde. Ich hatte damals beim Beratungsgespräch ein Paket mit 6% im 1.Jahr und dann die nächsten 4 Jahre einen Zins, abhängig vom Aktienkurs, mir unbekannter Aktien abgelehnt. 100% Rückzahlung des eingezahlten Betrages war zwar gewährleistet. Könnte das der Grund für den Vermerk " Keine Beratung" sein? Und wie sicher ist die von mir erworbene Inhaber-Schuldverschreibung?"

 

Stefanie Kühn: Banken sind bei der Anlageberatung gesetzlich zur Einholung von Kundenangaben zu Kenntnissen, Erfahrungen, Anlagezielen und finanziellen Verhältnissen und entsprechender Dokumentation verpflichtet. Erteilt der Kunde nicht alle erforderlichen Informationen, so kann die Bank gleichwohl die Durchführung sogenannter beratungsfreier Geschäfte vornehmen. In diesen Fällen muss der Kunde lediglich gewarnt werden, dass mangels Vorliegen dieser Informationen keine Angemessenheitsprüfung hinsichtlich der vom Kunden gewünschten Anlage durch die Bank erfolgen kann und diese Warnung ist zu dokumentieren. Durch den Hinweis im Beratungsbogen, dass keine Beratung erfolgt ist, kann der Bank überdies nur schwer ein Beratungsfehler nachgewiesen werden, da dokumentiert ist, dass der Kunde das Produkt auf eigene Initiative gekauft hat. Zur Sicherheit der Schuldverschreibung: Schuldverschreibungen unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie sind grundsätzlich so sicher, wie der Emittent solvent ist. Zwar habe ich keinen tieferen Einblick in die wirtschaftliche und finanzielle Situation der HypoVereinsbank. Da die Anleihe im Dezember 08 einen Kurs zwischen zwischen 95,4 und 96,75 hatte, haben Sie auch die Chance, mit dieser einen steuerfreien Kursgewinn zu erzielen, wenn Sie sie mindestens ein Jahr halten.

 

07.01.09
Gudrun M.:
"Ich möchte für ein neugeborenes Enkelkind Geld anlegen. Wenn es volljährig ist, soll es sich eine eigene Wohnung kaufen können. Welche Anlageform können Sie empfehlen?"

 

Stefanie Kühn: Aufgrund des langen Anlagehorizontes von 18 Jahren halte ich einen Fondssparplan auf Aktienbasis für sinnvoll. Bei dieser Anlageform können Sie – historisch - Renditen zwischen 6 und 10% erwarten. Wenn Sie für Ihr Enkelkind jeden Monat 100 Euro sparen, würden Sie bei einer Rendite von 6% 38.735 Euro erzielen, bei 8% 48.008 Euro. Bei einem Sparplan kaufen Sie antizyklisch ein, da Sie in schlechteren Börsenzeiten mit Ihrer Sparsumme mehr Anteile erwerben als in den guten Zeiten. Sie sind mit einem Fondssparplan sehr flexibel - Sie können aussetzen, die Summe verändern und nach einer guten Börsenzeit auch mal einen Gewinn mitnehmen. Besonders zum Ende der geplanten Laufzeit empfiehlt es sich darauf zu achten, dass angehäufte Gewinne nicht durch einen Kurssturz zu Nichte gemacht werden können. Dann kann auch eine komplette Umschichtung in ein Festgeld eine gute Wahl sein. Bedenken Sie, dass wenn Sie das Geld auf den Namen des Kindes anlegen, dies zwar den Vorteil hat, dass für Ihr Enkelkind keine Steuer anfällt, solange die Einnahmen unter dem Grundfreibetrag bleiben, Sie haben dann aber auch keinen Zugriff mehr auf dieses Vermögen.

 

02.01.09
Herbert und Marianne J.
: "Wir beabsichtigen  für 10.000 Euro   Genussrechte der Firma  PROKON Capital Gesellschaft für ökologische Unternehmensbeteiligungen, Itzehoe  zu erwerben. Diese Firma  investiert u.a. in Windkraftanlagen und verspricht eine jährliche Mindestverzinsung von 6 %. Können Sie uns zu dieser Anlage raten?"

 

Stefanie Kühn: Mit einem Genussschein erwerben Sie ein gesetzlich nicht geregeltes Wertpapier, welches je nach Ausgestaltung der verbrieften Rechte eher einer Aktie oder aber einer Anleihe ähnelt. Immer gilt jedoch: Der Genussschein ist ein nachrangiges Wertpapier. Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz zunächst die Forderungen anderer Gläubiger bedient würden. Die versprochene Mindestverzinsung würde – falls Prokon einmal nicht zahlen könnte, in späteren Jahren nachgeholt. Prokon gibt nach drei Jahren eine Rückkaufgarantie zu 100% ab.
Ich gebe Ihnen neben der grundsätzlichen Nachrangigkeit eines Genussscheins einige Punkte zu bedenken: 1.) Jede Garantie ist nur so gut, wie der Garantiegeber. In 2007 gab es bei Prokon einmal Probleme wegen nicht geleisteten Ausschüttungen in einigen Fonds. 2.) Die Streuung der Anlagen ist lobenswert, jedoch stellt sich mir die Frage, ob 6% wirklich realistisch ist. 3.) Die Beteiligung ist nicht börsengehandelt. Die Bedingungen, unter denen Sie verkaufen können, sind eng gefasst. Sie binden sich damit für mindestens drei Jahre.

 

20./21.12.08
Ursula Wo.:
"Ich bin 55 Jahre und bekomme jetzt 45.000 Euro von meiner Lebensversicherung ausgezahlt.Ich bekomme später laut BfA eine gerechnete Rente von ca. 700 Euro und habe zurzeit ein Nettogehalt von ca. 1000 Euro. Das Geld ist für meine Alterssicherung. Wie lege ich das Geld bis zu meiner Rente am Besten an? Ich bin verheiratet. Wir haben eine Eigentumswohnung die noch ca. 8 Jahre als Rest-Darlehen (Bausparvertrag) bezahlt werden muss (510,- € monatlich), mit einem Zinssatz von 2,9%. Bis auf einen Notgroschen haben wir ansonsten keine weiteren Ersparnisse."

 

 

Stefanie Kühn: Ich empfehle Ihnen, die 45.000 Euro ganz sicher anzulegen, da es Ihre einzige Altersvorsorge ist. Verzichten Sie auf jedwede Art von Fonds, Zertifikaten oder was Ihnen sonst vorgestellt wird. Da Sie derzeit mit einem Festgeld eine höhere Nach-Steuer-Rendite erzielen können als Sie bei Ihrem Darlehen zahlen müssen, lohnt sich ein vorzeitiges Ablösen Ihres Darlehens nicht. Im Festgeldbereich bekommen Sie derzeit (Stand Ende November) bei einer einjährigen Anlage über 5% Zinsen. Sie und Ihr Mann haben ja zunächst bis zur Höhe von 1.602 Euro steuerfreie Zinsseinnahmen, darüber hinaus werden diese mit Ihrem persönlichen Steuersatz, aber ab 2009 mit maximal 25% Abgeltungsteuer zzgl. Soli und Kirchensteuer versteuert. Wenn das Jahr um ist, legen Sie es erneut im Festgeldbereich an, je nach der Entwicklung der Zinskurve könnte sich dann auch eine längere Bindung lohnen. Bei Direktbanken erhalten Sie im Festgeldbereich oft attraktivere Konditionen als bei Ihrer Hausbank. Vergleichen Sie auf jeden Fall.

 

08.12.08
Ursula W.:
"Mein Sohn spart bei Templeton Growth Fund monatlich 100 Euro und besitzt inzwischen 613.279 Anteile. Der Wechselkurs betrug im September 144,33 USDollar. Meine Frage ist, wäre es besser bei der augenblicklichen Wirtschaftslage eine andere Anlagenform zu wählen, allerdings sollte diese nicht risikoreich sein oder sollte mein Sohn langfristig abwarten, da er momentan dieses Geld nicht benötigt? Bezüglich der ab 1.1.09 geltenden Abgeltungssteuer würden wir auch gerne wissen, ob es ratsam sei umzuschichten bzw. eine andere Anlageform zu wählen und wenn ja, in welcher Form. Wie wird sich die Abgeltungssteuer auf seine bisherige Anlage auswirken?"

 

Stefanie Kühn: Mit einem Sparplan kauft man regelmäßig ein – ohne sich Gedanken über den Investitionszeitpunkt zu machen. Genau das ist meines Erachtens der Vorteil – man versucht nicht schlauer zu sein als der Markt. Auch kauft man in schlechten Zeiten günstiger ein – handelt also antizyklisch. Sie schreiben, Ihr Sohn hat einen langfristigen Anlagehorizont, also kann er seine Strategie weiter verfolgen.
Der Templeton Growth Fund ist kein unumstrittener Fonds. Derzeit gehört er sicherlich nicht zu den besten der Kategorie weltweite Aktienfonds. Jedoch – er kann auf eine lange erfolgreiche Historie zurückblicken. Vielleicht könnte Ihre Sohn ab 2009 einen anderen Fonds besparen – auch aus der Kategorie „Aktienfonds weltweit“. Denn ein neues Depot zur sauberen Trennung von Bestand vor Beginn der Abgeltungsteuer und nach Beginn der Abgeltungsteuer ist ratsam. Mit einem zweiten Fonds wird das Risiko unter den Fonds gestreut.
Die Abgeltungsteuer wird für alle ab 2009 gekauften Anteile greifen – das können Sie nicht verhindern. Deshalb nicht mehr im Aktienbereich zu sparen, halte ich aber für falsch. Aktien sind eine Sachwertanlage und mit ihnen konnte man langfristig eine gute Rendite erzielen.

 

17.11.08
Vera G.:
"Von meinem Finanzberater bei der VR-Bank wurden mir zwei Sachwert-Rendite-Fonds, der Immobilienfonds Indien 2 und der Immobilienfonds Japan von MPC empfohlen. Dazu hätte ich einige Fragen: Wer steht hinter MPC? Handelt es sich bei beiden Fonds um offene oder geschlossene Fonds? Wie unterscheiden sich offene und geschlossene Immo-Fonds grundsätzlich? Wie ,sicher‘ ist diese Anlage, kann es zum Totalverlust kommen? Ich bin nur begrenzt risikobereit, könnte aber jeweils 10 000 Euro auf zirka fünf Jahre anlegen."

 

Stefanie Kühn: MPC ist eine international operierende Handels- und Dienstleistungsgesellschaft, die auf die Tradition des hanseatischen Kaufmannstums zurückblicken kann. Heute hat MPC diverse Geschäftsbereiche, bspw. Schifffahrt und Kapitalanlagen.
Die Ihnen angebotenen Fonds sind geschlossene Fonds. Im Unterschied zu offenen Fonds haben Sie hier ein klar definiertes Investitionsobjekt oder einen klar definierten Umfang einer sog. „Black box“. Es wird nur soviel Geld eingesammelt, dass genau die geplanten Investitionen getätigt werden. Sie werden Mitunternehmer und können – im Gegensatz zu offenen Fonds – Ihren Anteil NICHT börsentäglich verkaufen. Ein Totalverlust ist möglich. Die Anlagen passen weder zu Ihrer Risikoeinstellung noch zu Ihrem Anlagehorizont – daher rate ich Ihnen von diesen Fonds ab.

 

10.11.08
Josef B.:
"Mein Sohn (44 Jahre, verheiratet, zwei Kinder (10 und 6 Jahre alt)) spart für die Altersvorsorge in folgende Fonds: 1. Monatlich 160 Euro WKN 973270 Fidelity FDS Europa Growth FD ISIN LU 485 78792 seit 1.2.2005 – das Ergebnis nach 3 1/2 Jahren ist nicht besonders gut. Soll er diesen Fonds weiterhin besparen – in dieser Höhe? Oder aufteilen in einen anderen Fonds? 2. Monatlich 120 Euro Riester-Fonds mit Zulagen (Höchstbetrag) seit 12/2006 Uni Global ISIN DE 0008 49 1051 bei der 'Voba'. Im Finanztest immer als 'sehr gut' herausgestellt. Das Ergebnis bis dato nur Verluste. Soll er vielleicht einen anderen Fonds nehmen und umschichten?"

 

 

Stefanie Kühn: Zum Sparplan: Der Fonds, den Ihr Sohn bespart, ist grundsätzlich ein guter Aktienfonds für europäische Werte - dem Markttrend jedoch konnte er sich nicht entziehen. Der Sinn der Sparpläne für die Altersvorsorge ist aber das „Durchhalten“, Börsenkrisen gehören dazu. Zukünftig jedoch könnte er, wenn es wieder einmal fünf gute Börsenjahre gab, einmal daran denken, sich ein Limit zu setzen und die Gewinne mitzunehmen. Denn an mitgenommenen Gewinnen ist bekanntlich noch keiner gestorben. Wenn ihm die Position grundsätzlich zu groß wird, kann er den Betrag teilen oder einmal einen guten weltweit anlegenden Fonds besparen.
Bei einem Bausparvertrag müssen Sie genau abwägen. Die Sparzinsen sind gering, die Abschlusskosten hoch. Durch die staatliche Förderung wird die Rendite u.U. auf ein ordentliches Maß gehebelt. Das sollten Sie sich genau vorrechnen lassen und überprüfen, ob die Kosten renditemindernd eingerechnet wurden.
Zur Riester-Rente: Aktienmärkte können und dürfen schwanken. Mit der Entscheidung für einen fondsgebundenen Riestervertrag hat Ihr Sohn sich entschieden, dieses mitzumachen. Wissend, dass Beiträge und Zulagen am Laufzeitende vom Staat garantiert sind. Einen anderen Fonds bei der Union kann er nicht nehmen und das wäre meines Erachtens auch nicht sinnvoll. Das Produkt wird grundsätzlich auch von mir als gut beurteilt.

 

30.10.08
Brigitte P.:
"Für meine Tochter (21 Jahre, Lehramtsstudium) möchte ich monatlich 50 Euro anlegen. Eine empfohlene Bu-Versicherung kommt nach Auskunft bei einer Versicherungsmaklerin nicht in Frage. Vorgeschlagen wurden uns, das Geld in einen Bausparvertrag anzulegen, um eine Summe anzusparen, die sie dann evtl. nach Studiumsende für Wohnungseinrichtung, Berufsaufbau etc. verwenden könnte, in einen offfenen Fonds oder in eine Personen-Altersversicherung. Was würden Sie mir raten?"

 

 

Stefanie Kühn: Warum eine BU-Versicherung nicht in Frage kommt, ist mir nicht klar. Grundsätzlich ist es sehr sinnvoll, diese in jungen Jahren, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch keine Gesundheitsprobleme vorliegen, die zu einem Ausschluss führen könnten, abzuschließen. Die Absicherung der existenzvernichtenden Risiken (was ein früher Eintritt einer Berufsunfähigkeit sicherlich wäre) ist immer wichtiger als der Vermögensaufbau durch Sparen. Wenn Sie für Ihre Tochter Geld ansparen möchten und Ihr Ziel lautet „langfristiges Sparen, eventuell Altersvorsorge“ empfehle ich Ihnen auch einen Fondssparplan auf einen guten weltweit anlegenden Aktienfonds. Möchten Sie jedoch, dass Ihre Tochter über das Geld zum Studiumsende mit Sicherheit verlustfrei verfügen kann, würde ich es im Tagesgeld ansparen und immer, wenn die Summe ausreichend hoch ist, in Festgelder umschichten. Nur so haben Sie die Sicherheit, dass Ihre Tochter wirklich eine Wohnung davon einrichten könnte.
Bei einem Bausparvertrag müssen Sie genau abwägen. Die Sparzinsen sind gering, die Abschlusskosten hoch. Durch die staatliche Förderung wird die Rendite u.U. auf ein ordentliches Maß gehebelt. Das sollten Sie sich genau vorrechnen lassen und überprüfen, ob die Kosten renditemindernd eingerechnet wurden.

 

17.10.08
Marianne H.:
"Meine Nichte ist 31 Jahre alt und sehr umweltbewusst. Es wurde ihr eine Anlage bei der Firma SOLAR Millennium AG in 91052 Erlangen zu folgenden Bedingungen empfohlen: Festzins 6,75 Prozent p. a., Mindestanlage 1.000 Euro, Laufzeit fünf Jahre. Es fallen keine Ausgabeaufschläge an.

Meine Nichte würde gerne mit 5.000 Euro dort einsteigen. Würden Sie ihr zu dieser Anlage raten? Wie beurteilen Sie diese Anleihe?"

Stefanie Kühn: Die Solar Millennium AG sammelt derzeit selbst Geld für die weitere Expansion ein. Investiert wird in solarthermische Kraftwerke, die aus der Wärmeenergie der aufgefangenen Sonnenstrahlung Strom erzeugen. Dieser Technologie wird auch von namhaften Forschungsinstituten Zukunftsfähigkeit bescheinigt.
Mit der Zeichnung gibt Ihre Nichte dem Unternehmen Kredit. Ihr Risiko ist, dass die Solar Millennium AG zahlungsunfähig wird und die Zinsen und eventuell auch die Rückzahlung nicht leisten kann. Ein solcher Fall hängt nicht nur vom Erfolg der solarthermischen Kraftwerke ab, sondern auch vom Management.
Ob die Anlage in die Anlagestrategie Ihrer Nichte passt, kann ich nicht sagen - ist es ihre einzige Geldanlage würde ich ihr sicherlich abraten, soll es nur ein kleiner Baustein sein und sie ist sich über die Risiken bewusst, ist es sicherlich eine Anlage, die zu ihrer umweltbewussten Grundeinstellung passt.

 

14.10.08
Richard W.:
"Mir wurde Mitte April folgende Anlage verkauft: Dachfonds Moventum Plus Aktiv Ausgew. PTF Eurp (ISIN LU0326454708). Wie gut ist der Dachfonds? Bis jetzt hat er mir zehn Prozent Verlust gebracht. Mir wurde dieser Fonds als risikolos angeboten. Soll man ihn behalten oder besser wieder abgeben? So wie es bislang läuft war es nicht abgemacht."

 

 

Stefanie Kühn: Ihr Dachfonds ist ein Fonds, der laut Beschreibung von Moventum ungefähr hälftig in Aktien- und Rentenfonds aus dem Wirtschaftsraum Europa investiert. Von risikolos kann also keine Rede sein. Der angegebene Anlagehorizont beträgt mindestens 5 Jahre. Da der Dachfonds neu ist, kann noch nichts über seine Güte gesagt werden – allein die Aussage, dass man ja hier nun im Dachfonds das macht, was man bislang ohne das Dach gemacht hat, reicht nicht. Auch der Blick in die Vergangenheit – es wird eine Rendite von 9,5% bei einer Schwankung von nur 5,6% angegeben – ist differenziert zu betrachten. Der Rückrechnungszeitraum ist der 1.1.2003 bis 31.12.2007 – also der komplette Aufwärtstrend der Aktienmärkte der letzten Jahre.
Dachfonds werden derzeit mit Blick auf die Abgeltungsteuer verkauft – aufgrund der fehlenden Historie ist aber auch offen, ob die Fonds alle einmal die „Kritische Masse“ erreichen werden. Vielleicht müssen viele Fonds in einigen Jahren mangels Masse vom Markt genommen werden – ärgerlich für den steuergetriebenen Anleger. Die Gebührenbelastung bei Dachfonds ist genau zu betrachten. Lohnt es sich wirklich eine Euro-Renten-Anlage über Fonds und einen Dachfondsmanager abzubilden? Festgelder und Euro-Anleihen selbst zu managen ist nicht so kompliziert und eine Risikostreuung kann leicht selbst erreicht werden.

 

09.10.08
Günter W.:
"Im Jahre 2000 entschied ich mich für den Fonds Uni Global Titan und legte rund 51.000 Euro an, bis heute ein Verlust von über der Hälfte. Nun empfahl man mir Uni Opti und Liga Paz sowie Euro Real Dynamik Garant der Postbank. Wie schätzen Sie die Aussichten der Fonds ein oder empfehlen Sie mir einen Umstieg?"

 

Stefanie Kühn: Vermutlich meinen Sie den UniOpti 4, einen steueroptimierten Geldmarktfonds, dessen zukünftige steuerliche Beurteilung aber Stand heute, 16.9.08 möglicherweise bald verändert wird. Dann würde der Fonds unattraktiver werden. Welchen Fonds Sie aus der Liga Pax Serie der Union meinen, schreiben Sie nicht. Sie finden hier sowohl Renten- als auch Aktienfonds. Den von Ihnen genannten Postbankfonds kann ich auf deren Homepage nicht finden.
Einen Wechsel aus dem UniGlobalTitans 50 befürworte ich auch, denn dieser Fonds hat in der Vergangenheit eine schlechte Rendite aufgewiesen. Grundsätzlich sollten Sie überlegen, wie hoch Ihre Aktienquote zukünftig sein soll. Erst im zweiten Schritt können Sie dann passende Produkte auswählen. Von Euro-Rentenfonds rate ich Ihnen grundsätzlich ab, ein Festgeld ist für Sie transparenter, kostengünstiger und letztlich auch renditestärker.

 

23.09.08
Anna-Maria M.:
"Unser Depot bei der Dresdner Bank sieht folgendermaßen aus: Dresdner Bank AG Global Champion III ZT 07 (o7.04.10) mit insg. 40.000 Euro, Dresdner Vermögens Management wachstumsorientiert: 30.000 Euro (Verw.Geb. 1,78 % incl. MwSt.), Dresdner Vermögens Management ausgewogen: 70.000 Euro (Verw. Geb. 1,49 % incl. MWSt.). Wir benötigen das Geld in den nächsten Jahren nicht, überlegen aber wegen der wirtschaftlichen Lage und weil die Wertminderung der Anlagen schon erheblich ist, das Depot aufzulösen und auf Festgeld anzulegen. Wegen der Abgeltungssteuer werden die Dresdner Vermögens Management umgewandelt in einen Dach-Investmentfond namens "Dresdner Vermögens Management Balance". Was raten Sie uns?"

 

 

Stefanie Kühn: Von Dachfonds rate ich Ihnen grundsätzlich ab. Sie haben zwei Gebührenebenen (Dachfondsmanager und die Manager der einzelnen Fonds). Den Nachweis einer langfristig erfolgreichen Rendite können viele neue Dachfonds noch nicht führen - auch der Ihnen empfohlene Dachfonds scheint erst seit Jahresanfang zu bestehen.
Damit das Investment unter dem Gesichtspunkt "Abgeltungsteuer" erfolgreich wird, muss der Fonds auch langfristig bestehen. Dafür ist wichtig, ob er genügend Masse hat - kleine Fonds werden später leicht geschlossen, da sie nicht wirtschaftlich arbeiten können. Oder aber die Gebührenschraube für im Dachfonds "Gefangene" kommt in Gang. Neue Fonds verfügen zunächst nicht über ein hohes Investitionsvolumen und es ist fraglich, wie viel Geld ab 2009 in Dachfonds fließen wird.
Grundsätzlich ist auch zu überlegen, wie Sie sich in Zeiten wie diesen positionieren. Sicherheit geht hier vielleicht vor Renditechancen. Sie könnten beispielsweise auch physisches Gold als Krisenwährung in Betracht ziehen.

 

20.08.08
Herbert M.:
"Ich bin auf der Suche nach einem ETF-Fonds, mit dem auch ein Sparplan möglich ist. Gibt es so einen Fonds überhaupt?"

 

Stefanie Kühn: ETFs (Exchange Traded Funds) sind Indexfonds, die sich dadurch auszeichnen, dass die laufenden Kosten deutlich geringer sind, als der gemanagten Fonds. Sie werden über die Börse gekauft (zu den jeweiligen Bankspesen) und besitzen keinen Ausgabeaufschlag. Dieser beträgt bei gemanagten Fonds bis über 5%. Bislang ist das ETF-Sparplan-Angebot noch recht übersichtlich, jedoch nimmt die Zahl der Direktbanken und die Anzahl der angebotenen Fonds zu. Die Kosten sind dabei oftmals noch recht hoch und nicht einheitlich. Einige Banken nehmen einen fixen Betrag (z.B. 2,50 Euro) zzgl. eine prozentuale Gebühr, einige nehmen nur eine prozentuale Gebühr. Es gab auch schon Lockangebote, dass die ersten Monate ohne Gebühr gekauft werden konnte. Die Augsburger Aktienbank ist bietet hier ein günstiges Angebot. Fragen Sie doch bei Ihrer Direktbank nach, ob und welche Sparpläne angeboten werden.

 

06.08.08
Christian M.:
"Haben Sie schon mal etwas von 'Grand Slam Schweizer Asset Management' gehört? Was halten sie davon?"

Stefanie Kühn: Laut Homepage handelt es sich wohl um eine Vermögensverwaltung mit Fonds. Pro Teil-Strategie wird ein - unbestritten guter - Fonds erwähnt. Wie im Detail investiert wird, konnte ich nicht herausfinden. Im Internet finden Sie auch die folgende Beschreibung: 'Das Finanzkonzept Grand Slam zeichnet zwei typische Eigenschaften aus: liechtensteiner Qualität und Zuverlässigkeit, kombiniert mit Schweizer Diskretion und Sicherheit'. Den weiter beworbenen Standortvorteil kann ich nur sehen, wenn man seine Anlage in Deutschland geheim halten will. Geworben wird ferner mit dem 'Bund der Verbraucher', der übrigens keinesfalls zu verwechseln ist mit den Verbraucherschutzbund. Der Vertrieb erfolgt wohl über so genannte Strukturvertriebe, was ich ungewöhnlich finde.
Die Gebühren werden offenbar am Anfang für 30 Jahre im voraus bezahlt - aus 'steuerlichen Gründen'. Einigen Forenbeiträgen nach zu urteilen sind sie nicht gerade niedrig.
Insgesamt erscheint mir die Anlage fragwürdig. Mein Rat für Sie: Tätigen Sie Anlagen, die Sie leicht verstehen können und verzichten Sie auf Produkte, die Sie mit einem Steuervorteil für lange Jahre ködern wollen. In der Vergangenheit habe ich schon sehr viele Anleger diesbezüglich sehr enttäuscht gesehen.

 

18.07.08
Ulrich H.:
"Meine Kinder (20/18/10 Jahre) haben Anteile bei Fidelity SICAV Eurobond Fund von je 5.000 Euro und bei Templeton Growth Fund Nr. 147, ISIN Nr. US 880 199 1048, WKN 971025 je 20.000 Euro, Fondswährung US-Dollar. Bei der Heidelberger LV haben sie eine Fondsgebundene Lebensversicherung, in die monatlich 154 Euro einbezahlt wird. Alle Anlagen wurden 2002 begonnen.

Der Anlagenhorizont ist dem Alter entsprechend lang. Alle Anlagen werden von MLP gemanagt. Dort empfiehlt man uns nun Fidelity und Templeton zu verkaufen und in 'Superfonds' zu investieren. WKN A0MUWV, ISIN DE 000A0MUWV1 bzw. WKN AOMUWU, ISIN DE 000AMUWU3. In die LV soll weiter einbezahlt werden.
Was halten Sie von dem Wechsel in die Superfonds? Ist es sinnvoll die LV weiter zu bezahlen?"

 

Stefanie Kühn: Wechsel in die nun aus allen Ecken und Enden aufgelegten Dachfonds/Superfonds beurteile ich als äußerst kritisch. Der Nachweis, dass diese Fonds einen Mehrwert für Sie erzielen fehlt einfach. Da kann der Vorteil der Abgeltungsteuerfreiheit auch schnell wieder dahin sein. Grundsätzlich halte ich nichts von Euro-Rentenfonds, weil ich glaube, Sie können hier selbst mit wenig Aufwand durch die Auswahl guter Festgelder und Anleihen eine höhere Rendite erzielen. Einen Fondsmanager brauchen Sie dazu nicht.
Der Templeton Growth Fund hat in den letzten Jahren zwar keine überzeugende Leistung geliefert, langfristig gesehen jedoch schon. Ob Sie diesen noch vor Jahresende mit Blick auf die Abgeltungsteuer tauschen könnten Sie überlegen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie einen eventuellen neuen Fonds über die Börse kaufen, um die Kosten zu minimieren.

Die Entscheidung, eine Lebensversicherung, die noch komplett steuerfreie Erträge bringt, ist zu vielschichtig, um hier erläutert zu werden. Überprüfen Sie zunächst, ob die Entwicklung in der Zeit von 2002 bis heute im Vergleich zum Aktien- und Rentenmarkt nach Steuern angemessen war. Ist sie das, spricht nichts gegen eine Fortführung - jedoch sollten Sie hier regelmäßig überprüfen.

 

18.07.08
Hermann K.:
"Ich möchte einen Betrag von 75.000 Euro als Basisanlage nach folgenden Kriterien anlegen: hohe Sicherheit, geringe Wertschwankungen, jederzeit verfügbar, Rendite: wenigstens Inflationsausgleich. Meine Bank hat mir den Dachfonds "HVB Vermögensdepot privat Balance PI: AOMO34" vorgeschlagen. Würden Sie mir bitte Ihre unabhängige Meinung dazu mitteilen."

 

Stefanie Kühn: Eine Rendite, die Ihnen wenigstens Inflationsausgleich verspricht, tägliche Verfügbarkeit, keine oder minimale Wertschwankung, all das erzielen Sie mit Tagesgeldkonten oder steueroptimierten Geldmarktfonds. Und das ohne "Wenn und Aber". Einen relativ jungen Dachfonds - über dessen Güte Sie naturgemäß noch gar nichts wissen können - dazu mit einer Managementgebühr auf Dachfondsebene in Höhe von 1,9% pro Jahr - da kann ich Ihnen nicht versprechen, ob dieser Ihre Ziele erfüllt. Vermutlich hat der Fonds auch einen Ausgabeaufschlag, der zunächst einmal verdient werden muss. Allein die 1,9%, die jedes Jahr auf Dachfondsebene "extra" verdient werden müssen, können Sie nachdenklich stimmen. Auch die Kosten auf der Fondsebene sollten Sie recherchieren - u.U. haben Sie hier noch einmal eine ähnliche Kostenbelastung zusätzlich. Wenn Sie Ihre Rendite über das Tagesgeldniveau hinaus steigern möchten, könnten Sie überlegen, einen Teil des Vermögens in ein gestreutes Fondsportfolio anzulegen - jedoch nur einen kleinen Teil, denn Sie schreiben ja ganz klar, wie wichtig Ihnen der Werterhalt ist.

 

09.07.08
Gabriele Sch.-S.
: "Ich habe einige Beträge in folgenden Fonds angelegt: AXA Immoselect, AXA WF Optimal Income acc, BGF Global Allocation Fund Eur hedged, dit Degi Intern., Fidelity Eur. Growth Fund, M&G Global Basic Fund, Templeton Growth Eur. Fund A (acc). Um die zukünftige Abgeltungssteuer zu sparen, hat mir der Anlageberater geraten, jeweils die Hälfte der Fonds in folgende Dachfonds umzuschichten: GlobalManagement Classic 50 (WKN AONE 4U), GlobalManagement Chance 100 (WKN AONE 4R), in denen o.g. Fonds zum Teil schon enthalten sind. Ich benötige die Beträge nicht. Sie sollen zu meiner Sicherheit langfristig angelegt bleiben. Was halten Sie von diesen Vorschlägen?"

 

Stefanie Kühn: Derzeit ist ein Trend zur Umschichtung in Dachfonds festzustellen. Auch ist die Anzahl neuer Dachfonds geradezu explodiert. Ob diese alle die kritische Masse erreichen, ist offen. Ist ein Fonds zu klein, werden die ohnehin schon teuren Dachfonds vielleicht noch teurer - oder sie werden wieder geschlossen. Das ist nur ein Grund, warum ich empfehle, sehr vorsichtig bei der Umschichtung in einen Dachfonds zu sein. Das wäre gerade in Hinblick auf die Abgeltungsteuer kontraproduktiv. Ihr Fondsportfolio ist doch insgesamt ein rundes Paket - sicherlich könnten Sie dies in Hinblick auf die Abgeltungsteuer noch einmal im Detail überprüfen. Die Ihnen vorgeschlagenen Dachfonds sind relativ neu - eine Aussage über die Güte kann also noch gar nicht getroffen werden.

 

24.06.08
Peter T.:
"Ich (72) möchte auf den Namen meines Enkels (1 Jahr) einmalig 10.000 € bis zu dessen Volljährigkeit anlegen (Verfügung nach Erreichen des 18. Lebensjahres). Das Geld würde ich gerne in den Immobilienfonds SEB IMMOINVEST K. Nr. 980230 investieren und die jährlichen Ausschüttungen im Fonds belassen. Würden Sie diese Zukunftsinvestition für gut heißen? Mir geht es um eine gewisse "Automatisierung, d. h. anlegen u. vergessen". Läuft die Anlage bei meinem Tod ohne Probleme weiter? Habe ich noch Zugriff wenn es sinnvoll erscheint, diese Anlage - wegen schlechter Fondsentwicklung - umzuschichten? Wie wirkt sich die Abgeltungssteuer, sowie der Freibetrag aus?"

 

Stefanie Kühn: Wenn Sie das Depot auf den Namen Ihres Enkels anlegen, ist darin grundsätzlich eine Schenkung zu sehen. Solange dieser nicht volljährig ist, wird er von seinen Eltern vertreten, die dann für ihn verfügen können. Sie haben dann unmittelbar keinen Zugriff mehr auf das Depot, der Steuerfreibetrag steht Ihrem Enkel zu.
Eine andere Möglichkeit wäre, im Wege eines sog. Vertrages zugunsten Dritter mit der Bank zu vereinbaren, dass zum Zeitpunkt Ihres Todes oder – falls dies früher der Fall wäre – zum Zeitpunkt der Volljährigkeit die Rechte an dem Depot auf Ihren Enkel übergehen. So behalten Sie bis zum Eintritt der Bedingung die Zugriffsmöglichkeit auf das Depot und können es auch umschichten. In dem Fall, dass sie sterben, bevor Ihr Enkel volljährig ist, wird er bis zur Volljährigkeit wiederum von seinen Eltern vertreten. Sie können aber mit der Bank vereinbaren, dass diese das Depot erst bei seiner Volljährigkeit freigibt. Alternativ können Sie in einem Testament auch ein Vermächtnis an dem Depot für Ihren Enkel aussetzen. Um sicherzustellen, dass nicht die Eltern bis zur Volljährigkeit verfügen, können Sie einen Testamentsvollstrecker einsetzen, der die Verwaltung bis zur Volljährigkeit übernimmt. Da der Übergang des Depots auf Ihren Enkel unentgeltlich erfolgen wird, läuft für diesen dann keine neue Spekulationsfrist an. Sofern Sie die Anlage noch in diesem Jahr tätigen, kommt dann bzgl. der Wertsteigerung des Fonds nicht die Abgeltungsteuer zum Tragen und die Wertsteigerung ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
Der SEB ImmoInvest ist grundsätzlich ein solider offener Immobilienfonds, er schüttet jedoch aus.

 

12.06.08
Anja L.
: "Ich werde ich ständig von einem unabhängigen Anlageberater kontaktiert, der mir errechnet, dass die durch verschiedene Produkte der Allianz errechnete Rente für meinen Mann und mich nicht stimme. Er ist der Meinung, ich sollte im Hinblick auf die Abgeltungssteuer das bestehende Kapital samt der 350 Euro monatl. (das wäre die errechnete Altersregelrente) in einen vermögensverwaltenden Superfonds StrategieInvest von Herrn Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG investieren. Wir besitzen ein Einfamilienhaus, haben 4 Kinder und außerdem habe ich auch noch zwei weitere Lebensversicherungen bei der Allianz über 32.000 Euro und der Versicherungskammer über 33.000 Euro. Leider kennen wir uns gar nicht aus, und wissen jetzt nicht, ob dieser Herr uns gut berät?"

 

Stefanie Kühn: Ob die Rentenanwartschaften der Allianz für Sie und Ihren Mann stimmen oder nicht, kann ich Ihnen so nicht beantworten. Ich glaube jedoch nicht, dass die Allianz sich an dieser Stelle Fehler erlaubt. Wenn Sie hier unsicher sind, kann man das finanzmathematisch überprüfen.
Ich bin grundsätzlich sehr skeptisch, wenn Bestehendes aufgelöst werden soll, um es neu zu investieren. Die Abschlusskosten bei der Allianz sind wahrscheinlich längst bezahlt und nun sollen Sie neue Abschlusskosten tragen. Im Hinblick auf die Abgeltungsteuer sind Rentenversicherungen nicht benachteiligt, so dass dies zumindest kein Argument darstellt. Überlegen Sie sich auch, ob die Superfonds von Dr. Jens Ehrhardt zu Ihrer Lebenssituation und Risikoeinstellung passen. Der Satzteil von Ihnen, der mich wirklich misstrauisch stimmt, lautet "ich werde ständig ... kontaktiert...". In diesem Fall wäre ich extrem vorsichtig, da hier möglicherweise jemand nur auf seine Verkaufsprovision aus ist.

 

05.06.08
Magdalena K.:
"Ich (69) bin gerade Oma geworden und möchte meinem Enkel jedes Jahr 1000 Euro vermachen. In einer Bank raten sie mir zum Fondsparen und in der anderen Bank zu einem Bausparvertrag - aber da stören mich die niedrigen Zinsen und die Abschlussgebühr. Eine Lebensversicherung scheidet aus da ich nicht weiß, ob ich noch 20 Jahre lebe bzw. einzahlen kann. Was raten Sie mir?"

Stefanie Kühn: Es ist immer besonders schön, wenn Großeltern für ihre Enkel sparen. Ich finde, Ihre Beurteilung der Anlagemöglichkeiten sehr gut. Zu einem Fondssparplan rate ich Ihnen auch. Sie sind damit höchst flexibel, auch wenn die Summe einmal kleiner ausfallen sollte. Die Renditerwartung bei einem Fondssparplan hängt von den gewählten Fonds ab. Sie können reine Aktienfonds nehmen oder beispielsweise einen offenen Immobilienfonds beimischen. Von Rentenfonds rate ich Ihnen ab, da bei dem derzeitigen Zinsniveau die Kosten im Verhältnis zu den Ertragsmöglichkeiten zu hoch sind. Allerdings hat auch ein Fonds Kosten. Die Höhe des Ausgabeaufschlags hängt von Ihrer Bank ab und liegt zwischen 0 und 5,5%. Diese fällt einmalig beim Kauf an. Die Verwaltungsgebühr wird direkt im Fonds einbehalten und beträgt bis zu 2% pro Jahr. Um diese kommen Sie nicht herum.

 

24.05.08
Peter H.:
"Mit Valuta v. 6.1.06 kaufte ich Bundesschatzbriefe B (WKN 110588) zu einem Kurs von 121,74%. Nach Fälligkeit (1.1.2008) wurde mir der Kurs von 133,81% gutgeschrieben. In der Abrechnung wurde die 30%-ige Zinsabschlagsteuer sowie der Solidaritätszuschlag für den gesamten Zinsertrag, den das Papier brachte, also 33,81% des Nennbetrages abzgl. des Freibetrag von 801 Euro verrechnet. Ich habe also auch Zinsabschlagsteuer u. Soli für Zinsen bezahlt, die ich gar nicht bekommen habe. Die Bank sagte mir, dass Zuviel kann ich beim Steuerausgleich zum Jahresende beim Finanzamt geltend machen. Banktechnisch sei die Abbuchung richtig gelaufen. Sie führte weiter an, dass der Vorbesitzer angeblich ebenfalls das Delte aus seinem Kauf und Verkauf versteuern müsste. Meines Erachten müsste ich lediglich für die Differenz meines Kaufes bzw. Verkaufes die Steuer entrichten und nicht für den Gesamtbetrag. Hier liegt doch eine Doppelversteuerung der ersten 5 Jahr vor, oder?"

 

Stefanie Kühn: Nach einem Erlass der Finanzverwaltung vom 05.11.2002 fließen bei Bundesschatzbriefen Typ B die Erträge dem Steuerpflichtigen in dem Zeitpunkt zu, in dem entweder die Endfälligkeit erreicht ist oder die Titel an die Deutsche Finanzagentur zurückgegeben werden. Dem Zinsabschlag soll dann der gesamte Kapitalertrag unterliegen. Das ist bei Ihnen der gesamte aufgelaufene Zinsertrag von 33,81%. Die Bank hat somit den Zinsabschlag bei Ihnen korrekt nach den Vorgaben der Finanzverwaltung vorgenommen. Vom Zinsabschlag zu unterscheiden ist die tatsächlich von Ihnen aufgrund Ihrer Steuererklärung zu berechnende persönliche Steuer auf Ihre Kapitaleinkünfte. Der Zinsabschlag ist insoweit nur eine Vorauszahlung dieser Steuer. Im Rahmen Ihrer Steuerveranlagung müssen Sie dann nur die Differenz zwischen Ihrem Kaufpreis und den Einnahmen bei Fälligkeit versteuern. Die im Voraus zuviel bezahlte Zinsabschlagsteuer wird Ihnen dann auf Ihre Steuerschuld angerechnet oder gegebenenfalls erstattet.

 

15.05.08
Peter W.:
"Ende Januar 2007 verkaufte ich (60) auf Anraten meiner Hausbank den Fidelity European Growth. Grund: die inzwischen erreichte Größe des Fonds sowie der Managerwechsel. Dafür kaufte ich den JPM Europe Stratetic Value (WKN 933913) sowie den Henderson HF Pan Eur Prop A2 (WKN 989232). Während sich der Verlust beim JPM in relativen Grenzen hielt, stürzte der Henderson von ursprünglich 44,45 Euro bereits in 2007 beträchtlich ab und beträgt jetzt nur noch 26,63 Euro. Sollte ich bei letzterem abwarten oder ihn gegen einen besseren Fond austauschen? Das Geld benötige ich nicht in nächster Zeit."
Herr W. hat folg. Fonds mit je 5.000 Euro zusätzlich im Depot: WKN 847101, WKN 797735, WKN 984645, WKN 980230, WKN 800799, WKN 847509, WKN 976976 sowie ISIN LU0224575943.

 

 

Stefanie Kühn: Anfang 2007 wurde in den verschiedensten Banken zum Verkauf des Fidelity European Growth aufgerufen. Als Gründe wurden die Größe und die (angeblich) mangelnde Performance genannt. Ich sah das nicht so. Eine kurze Zeit der Underperformance ist m.E. noch kein Grund, gleich den Fonds zu wechseln. Ich schätze die Gefahr, immer dem Trend hinterherzulaufen höher ein. Für mich lag der Verdacht der „Gebührenschinderei“ in diesem Fall nahe. Der Henderson Pan European Property Fund hat im Zuge der Immobilienkrise überproportional verloren, aber natürlich waren die Aktien der Immobilienaktien davor ebenfalls überproportional gestiegen. Momentan wird alles aufgrund der amerikanischen Immobilien- und Finanzkrise, wo Immobilien und Aktien drauf steht, jedoch extrem abgestraft, so dass dies nicht in allen Fällen auch fundamental nachzuvollziehen wäre. Ein Immobilienaktien-Investment in Europa sehe ich langfristig grundsätzlich nicht als negativ an. Da Ihr Anlagehorizont langfristig ist, drängt sich ein momentaner Verkauf nicht auf.

 

19.04.08
Hermann A.:
"Ich stehe vor einer für mich schwierigen Entscheidung. Zum 15.Mai ist die privat eingezahlte Rente fällig. Jetzt kann ich mich entscheiden: entweder monatlich lebenslang 168,78 Euro oder die Gesamtsumme von 28.653,27 Euro. Sollte ich sterben, erhält meine Frau 13 Jahre diese Rente. Meine Frau wird im August 58, und ich im Juli 67 Jahre alt. Ist es ratsamer die Summe anzulegen, oder eine monatliche Rente zu nehmen? Meine derzeitige staatliche Rente beträgt 776 Euro. Wir können davon leben, da wir ein schuldenfreies Haus haben, und noch eine Wohnung als Ferienwohnung vermieten."

 

Stefanie Kühn: Nach den Daten der aktuellen Sterbetafel haben Sie eine statistische Lebenserwartung von 87 Jahren und Ihre Frau von 91 Jahren.
Angenommen Sie legen das Geld selbst an und erzielen vor Steuern eine Rendite von 4,2%. Ihr Durchschnittssteuersatz ist mir nicht genau bekannt, aber er wird nach Ihren Angaben vermutlich niedrig sein. Ich nehme ihn einmal mit 10% an. Die Nach-Steuerrendite beträgt damit 3,78%. Würden Sie das Geld also bis zum Ende Ihrer statistischen Lebensdauer aufzehren (also 20 Jahre lang), könnten Sie monatlich 169,79 Euro entnehmen. Danach ist nichts mehr übrig. Von der Rentenversicherung müssen Sie noch 17% Ertragsanteil mit den angenommenen 10% versteuern, so dass Ihnen nach Steuern 165,91 Euro bleiben.
Welche Szenarien sind denkbar? Sie versterben kurz nach Beginn der Rentenzahlung. Dann wäre die Variante Eigenanlage viel besser gewesen, denn Ihre Frau erhält nur 13 Jahre lang die Rente. Sie versterben ungefähr zum Zeitpunkt der statistischen Lebenserwartung. Da die Rentengarantiezeit zum Beginn der Rentenzahlung beginnt, kommt Ihre Frau nicht mehr in den Genuss der Rente (es sei denn, Sie hätten eine Hinterbliebenenabsicherung statt einer Rentengarantiezeit vereinbart). Das Geld ist in beiden Fällen aufgebraucht, den minimalen Vorteil der beiden Varianten einmal außen vor gelassen. Wenn Sie sehr alt werden, was ich Ihnen wünsche, wäre die Rente die bessere Wahl.
Nun ist es an Ihnen, aufgrund Ihres Gesundheitszustandes, der gesamten Versorgung Ihrer Frau falls Sie zuerst sterben und Ihrer Pläne zu entscheiden. Eine Weltreise lässt sich nur mit dem Geld auf Ihrem Konto machen....

 

08.04.08
Franz P.:
"Ich, 35 Jahre alt, selbstständig, ledig (ohne Kinder), eher sicherheitsorientiert bis ausgewogen risikobereit, will für meine Altersvorsorge über die nächsten 25 Jahre was tun. Dies soll zum einen über einen monatlichen Sparplan, zum anderen über die Anlage von Einmalbeträgen geschehen. Unter dem Aspekt der Abgeltungssteuer stellen sich folgende Fragen:
1. Welche Fonds würden Sie für einen monatlichen Anlagebetrag von 100,00 Euro im Rahmen eines Sparplans empfehlen?
2. Welche Fonds wären für einen Anlagebetrag von 60.000 Euro empfehlenswert?"

 

Stefanie Kühn: Als Aktienfondssparplan empfehle ich Ihnen den M&G Global Basics (WKN 797735). Dieser weltweite anlegende Aktienfonds wird von Graham French, einem sehr versierten Fondsmanager betreut. Er ist nicht auf kurzfristige Renditemaximierung aus, er investiert in Unternehmen, die seiner Meinung nach in den nächsten Jahren gefragt sind. Dabei berücksichtigt er sehr stark Überlegungen, wie sich die Volkswirtschaften weltweit entwickeln werden. Zudem: Herr French ist ein sehr bescheidener Mann und er wirkt sehr authentisch. Sein Erfolg ist ihm ganz offenbar nicht zu Kopfe gestiegen.
Für eine Einmalanlage empfehle ich Ihnen eine Streuung über alle Anlageklassen (liquide Mittel, Festverzinsliche, Aktien, Immobilien und Rohstoffe). Der Schwerpunkt rein nach Ihrer Beschreibung müsste im Festverzinslichen liegen. In einem solchen Konzept sollten Sie über reine Fondsanlagen oder die derzeit als Allheilmittel gegen die Abgeltungsteuer gepriesenen Dachfonds hinaus denken. Gerade der Bereich der festverzinslichen Anlagen lässt sich kostengünstiger über direkte Anlagen darstellen. Rein aus abgeltungsteuerlichen Gründen ist eine Übergewichtung der aktienbasierten Anlagen m.E. nicht ratsam - wichtiger ist, dass die Anlagen zu Ihnen passen und Sie ruhig schlafen können.

 

03.04.08
Ingrid B.:
"Ich erhalte Ende diesen Monats 600.000 Euro aus dem Verkauf meines Hauses. Monatlich benötige ich einen Betrag von ca. 900 bis 1.000 Euro für die Bezahlung meiner Mietwohnung. Ich habe vor, einen Teil des Geldes (ca. 280.000 Euro) in eine Eigentumswohnung zu investieren, in ein bis zwei Jahren, da im Moment nichts Passendes für mich auf dem Markt ist.
Es wurde mir auch empfohlen, einen Einmalbetrag von ca. 100.000 Euro in eine Versicherung für eine lebenslange monatliche Rente einzubezahlen (Bei diesem Betrag wären es ca. 340 Euro monatlich).
Gibt es noch andere "sichere" Möglichkeiten der Geldanlage, denn dieses Vermögen ist meine Altersvorsorge? Im Grunde benötige ich das Geld, außer einen Betrag für die Miete, nicht."

 

Stefanie Kühn: Eine Rendite von 4,5% vor Steuern würde ab 2009 eine Rendite von 3,24% nach Steuern bedeuten (Abgeltungsteuer 25% zzgl. Soli und Kirchensteuer, rund 28%). Damit können Sie im Monat 1.620 Euro entnehmen, ohne Ihren Kapitalstock von 600.000 Euro angreifen zu müssen. Eine solche Rendite erzielen Sie mit festverzinslichen Anlagen oder steueroptimierten Geldmarktfonds. Das Geld, welches Sie für den Erwerb einer Eigentumswohnung benötigen sollten Sie aufgrund der kurzen geplanten Zeit bis zum Erwerb in jedem Fall in einem Festgeld oder einem Geldmarktfonds anlegen. Für die restliche Summe könnten Sie einen kleineren Anteil in Aktienfonds oder offenen Immobilienfonds anlegen. Da Sie nach sicheren Anlagen suchen, sollte dieser Anteil nicht zu hoch bemessen sein. Eine Rentenversicherung halte ich jedoch für unpassend, da Sie Ihnen jegliche Flexibilität nimmt. Zu Rentenbeginn steht Ihnen ja immer noch frei, einen Teil des Geldes in eine Rentenversicherung umzuschichten.

 

03.04.08
Ludwig W.
: "Ich möchte 50.000 Euro für ca. drei Jahre so anlegen, dass die Abgeltungsteuer umgangen wird. Ist der Dach-Fond "Feri" dafür empfehlenswert oder haben Sie einen besseren Vorschlag?"

 

Stefanie Kühn: Ein Dachfonds allein unter dem Namen "Feri" existiert nicht. Feri ist einer der größten Vermögensverwalter Deutschlands, seit 2006 mehrheitlich in der Hand von MLP. Feri vertreibt nach Information seiner Homepage keine Fonds selbst, sondern hat Mandate für das Managen diverser Dachfonds. Insofern ist nicht klar, auf welchen Dachfonds Sie abzielen. Feri hat einen weiteren Schwerpunkt im Bereich Research und Rating, so dass Sie bei einem Dachfondskonzept damit rechnen können, dass die Auswahl der Fonds von diesem Wissen profitiert. Bei einer nur dreijährigen Laufzeit käme aus Risikogesichtspunkten nur ein Dachfonds mit Schwerpunkt Renten in Frage. Ob sich ein solcher ob der Kauf- und Verwaltungskosten gegenüber einem steueroptimierten Geldmarktfonds lohnt, müssen Sie abwägen. Derzeit erhalten Sie im Tagesgeldbereich bis zu 6% vor Steuern, ein steueroptimierter Geldmarktfonds erzielt ca. 3,5% nach Steuern.

 

26.03.08
Hermann K.:
"Wie beurteilen Sie folgende Fonds, die meine Rente aufbessern sollen? Aktivest Total Return (WKN 534 304), Arideka (WKN 847 451), Deka Lux Gl. Value (WKN 989 088), Deka Pharma Tech (WKN 989 095)?"

 

 

Stefanie Kühn: "Bis auf den ersten Fonds sind alles drei aktiv gemanagte Aktienfonds. Die Renditen der Aktienfonds sind ungefähr so, wie der jeweilige Vergleichsindex, auf Jahressicht bis auf einen Fonds etwas schlechter, auf 3-Jahressicht etwas besser. Die Bewertungen von Rating-Agenturen wie Morningstar oder Feri sind eine weitere Möglichkeit, einen Fonds einzuschätzen. Keiner Ihrer Fonds ist bspw. mit vier oder fünf Sternen bei Morningstar (maximal gibt es fünf Sterne) ausgezeichnet.
Insgesamt sind Ihre Fonds allenfalls als durchschnittlich zu beurteilen. Kostengünstiger würden Sie mit ETF’s (Exchange Traded Funds) fahren. ETF’s sind Fonds, die einen Index, wie bspw. den Euro Stoxx 50 abbilden. Da kein aktives Fondsmanagement bezahlt werden muss, haben sie günstigere laufende Kosten. Sie werden über die Börse gehandelt, so dass auch kein Ausgabeaufschlag anfällt. Zu bezahlen sind lediglich die Kauf- und Verkaufsgebühren, sowie eine (geringe) Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (so genannter Spread).
Wenn Sie aus Ihrem Kapital regelmäßig Ihre Rente aufbessern möchten, achten Sie bei eventuellen Umschichtungen auch darauf, dass Sie ausreichend Anlagen auswählen, die nicht so stark in ihrer Wertentwicklung schwanken.

 

10.03.08
Dieter K.:
"Ich besitze folgende Aktienfonds: Threadneedle European Fund und Threadneedle European Select Fund. Bei beiden Fonds handelt es sich ja um ausländische, thesaurierende Investmentfonds. Von den jährlich thesaurierten Beträgen wird keine Zinsabschlagsteuer einbehalten. Diese kommt erst bei Veräußerung zum Tragen und kann dann bei entsprechend langer Besitzzeit optisch sehr hoch wirken. Ich gebe die Erträge bereits seit Jahren pflichtgemäß in der Einkommensteuererklärung an. Wie wird nun die Abrechnung der Zinsabschlagsteuer bzw. in Zukunft die Abgeltungssteuer bei einem Verkauf gehandhabt? Wäre es empfehlenswert im Hinblick auf die zu erwartende Abgeltungssteuer diese beiden Papiere noch im Jahr 2008 zu veräußern ? (Ich besitze die beiden Fonds seit 2000 bzw. 2004.)"

 

Stefanie Kühn: Wie Sie richtig feststellen, wird derzeit bei thesaurierenden ausländischen Investmentfonds die Kapitalertragsteuer bei Verkauf von Fondsanteile selbst dann auf die gesamten während der Haltedauer der Fonds thesaurierten Erträge einbehalten, wenn Sie die nicht ausgeschütteten (thesaurierten) Erträge jährlich in Ihrer Einkommensteuererklärung angegeben haben. Hätten Sie dies nicht getan, hätten Sie sogar grundsätzlich jedes mal eine Steuerhinterziehung begangen. Die bei Verkauf zuviel einbehaltene Kapitalertragsteuer wird im Rahmen der Steuererklärung im Jahr des Verkaufs dann vom Finanzamt angerechnet. An diesem Prozedere wird sich auch unter dem Regime der Abgeltungsteuer nichts ändern. Es kommt also auch ab 2009 nicht zu einem Abgeltungsteuerabzug an der Quelle, der eine Veranlagung entbehrlich macht, sondern Sie müssen weiterhin Ihre thesaurierten Erträge jährlich in der Einkommensteuererklärung erklären. Auf diese Erträge wird dann aber nicht mehr Ihr persönlicher, sondern der Abgeltungsteuersatz von 25% angewandt. Ihre Fonds investieren beide in Europa ohne Großbritannien und haben langfristig eine mittelmäßige Wertentwicklung. Sind dies Ihre einzigen Aktienfonds, sollten Sie überlegen, ob Sie nicht regional weiter streuen sollten, bspw. mit einem weltweit anlegenden Fonds. Ihre Entscheidung sollte von Ihren Erwartungen an die Fonds und von Ihrer Vermögensaufteilung insgesamt abhängen. Die Regelungen zum Kapitalertragsteuerabzug bei thesaurierenden ausländischen Fonds sind m.E. hingegen allein kein Grund, Fonds zu veräußern.

 

27.02.08
Anton F.:
"Ich habe bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall einen Bausparvertrag über 10.250 Euro. Die siebenjährige Laufzeit wurde im Dezember 2007 erreicht. Das Guthaben beträgt inklusive Zinsen gut 9078 Euro, zusätzlich erhalte ich noch die Wohnungsbauprämie. Da ich das Bauspardarlehen nicht in Anspruch nehme, wird mir bei der Auszahlung eine Treueprämie gutgeschrieben. Im Augenblick benötige ich das Geld jedoch nicht und würde gerne monatlich weiter Beiträge einzahlen, da das Guthaben mit drei Prozent verzinst wird. Nun teilte mir meine Bausparkasse mit, dass ich nicht bis zur vollen Bausparsumme einzahlen soll, da mir sonst die Treueprämie nicht gutgeschrieben werden kann. Ist das richtig?"

 

Stefanie Kühn: Da ich Ihren genauen Tarif nicht kenne, kann ich nicht überprüfen, ob in den Bedingungen geregelt ist, ob die Treueprämie nur in das Guthaben des Bausparvertrages fließen darf oder "on top" gezahlt wird. Sie finden - falls das überhaupt geregelt ist - diese Information wahrscheinlich unter dem Punkt Treueprämie. Sie können sich bei Ihrer Bausparkasse auch die Grundlage für die Aussage zeigen lassen. Wenn Sie keine zufrieden stellende Antwort bekommen, können Sie sich an folgende Adresse wenden: Verband der privaten Bausparkassen, Kundenbeschwerdestelle, Postfach 30 30 79, 10730 Berlin.
Grundsätzlich sind Bausparkassen daran interessiert, die gut verzinsten Verträge der Vergangenheit loszuwerden - eine Meldung dazu stand bspw. im Januar Heft von Finanztest.
Ihre Rendite wird ja durch Wohnungsbauprämie, Zinsen und Treueprämie auf ein attraktives Niveau gehebelt. Renditen von über 4% finden Sie inzwischen jedoch auch bei einjährigen Festgeldern, Nachsteuerrenditen von 3,3% bspw. bei steueroptimierten Geldmarktfonds. Es existieren derzeit einige Lockangebote, bei denen Sie bis zu 6% für einen beschränkten Zeitraum und eine beschränkte Summe erhalten. So wäre ein Auflösung Ihres Bausparvertrages in absehbarer Zeit weitaus besser zu verkraften, als noch bei dem Zinsniveau vor 2 Jahren.


08.02.08
Karl K.
: "Ich habe für meine drei Enkelkinder (4  1/2 Jahre, 2  1/4 Jahre und 1  Jahr alt) vor einiger Zeit je einen Fondssparplan (WKN 973270) abgeschlossen, welche ich mit jeweils Euro 50.-/Monat bespare. Diese Sparpläne sind derzeit in mein Depot integriert.
Gibt es im Hinblick auf die neue, ab 1.1.2009 wirksame Abgeltungssteuer eine Möglichkeit, dass für diese Fondssparpläne keine Steuer erhoben wird?"

 

Stefanie Kühn: Fonds-Sparplänen werden durch die neue Abgeltungsteuer im Vergleich zur jetzigen Rechtslage deutlich benachteiligt, da alle Sparraten ab dem 1. Januar 2009 als Neuinvestments gelten und deren Kurssteigerungen unabhängig von einer Spekulationsfrist mit 25% Abgeltungsteuer besteuert werden. Wenn Sie weiter in Raten für Ihre Enkel in Aktienfonds sparen wollen, bleiben nur fondsgebundene Versicherungen als Alternative. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen wird nur die Hälfte des Wertzuwachses mit dem individuellen Steuersatz versteuert, wenn die Auszahlung nach Vollendung des 60. Lebensjahres und nach Ablauf von mindestens 12 Jahren nach Vertragsschluss erfolgt. Sie könnten überlegen, für sich eine solche Versicherung abzuschließen und nach mindestens 12 Jahren Beitragsdauer die ausgezahlte Versicherungssumme (abgeltungsteuerfrei) an Ihre Enkelkinder zu verschenken. Statt einer Lebensversicherung könnten Sie eine fondsgebundene private Rentenversicherung abschließen, bei der nur der Ertragsanteil der Rentenleistungen mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern ist. Da die interne Kostenbelastung der Versicherungen aber in der Regel weitaus höher als bei einem reinen Aktienfonds ist, ist es sehr fraglich, ob eine solche Lösung über eine Versicherungskonstruktion im Ergebnis einen guten Aktienfonds, zu denen der von Ihnen gewählte Fidelity European Growth Fund gehört, auch unter Berücksichtigung der Abgeltungsteuer schlagen kann. Zu beachten ist außerdem, die stark eingeschränkte Flexibilität einer Versicherungskonstruktion.

 

19.01.08
Alfred F.:
"Unterliegen die vermögensverwaltenden Dachfonds bei Umschichtungen nicht auch der Abgeltungssteuer oder sind sie befreit? Erklären sich deren hohe Gebühren nicht doch letztlich aus der Steuerpflicht bei Umschichtungen?"

 

Stefanie Kühn: Für jeden nach dem 31.12.2008 erworbenen Investmentfondsanteil fällt ab diesem Zeitpunkt bei einem Verkauf die Abgeltungsteuer an. Wenn Sie einen Dachfondsanteil kaufen, erwerben Sie einen Fonds, der nicht selbst in Aktien, Anleihen oder Derivate anlegt, sondern in andere sogenannte Zielfonds. Umschichtungen die der Dachfonds tätigt, wenn er also andere Zielfonds kauft oder verkauft, sind nicht abgeltungsteuerpflichtig. Erst wenn Sie Ihre Dachfondsanteile verkaufen, fällt auf die erzielte Wertsteigerung Ihres Dachfonds die Abgeltungsteuer an. Wird der Dachfonds noch vor dem 01.01.2009 gekauft, bleiben erzielte Wertsteigerungen steuerfrei, wenn der Verkauf erst nach mindestens einem Jahr erfolgt. Die hohen Gebühren bei einem Dachfonds erklären sich vor allem daher, dass Sie neben den Gebühren für den Dachfonds auch noch die die anteiligen Gebühren für die vom Dachfonds gehaltenen Zielfonds zahlen müssen. Es wird sich überdies zeigen, ob Dachfonds nach 2008 nicht noch weiter an der Gebührenschraube drehen, da Anleger, die die Abgeltungsteuer scheuen und sich deshalb für einen Dachfonds entschieden haben, in der Dachfondskonstruktion "gefangen" sind.

 

10.01.08
Horst V.:
"Wir, Rentner, beide 75, Monatseinnahmen aus Miete und Renten 3.000 Euro, wollen mit 200.000 Euro Festanlage unsere Einkünfte für Reisen aufbessern. Kapitalverzehr inklusive, aus Hausverkauf. Welche Laufdauer ist reiserüstigen Mittsiebzigern zu empfehlen und welche Einkünfte sind bei acht/zehn/zwölf Jahren zu erwarten?"

 

Stefanie Kühn: Eine Festanlage könnte beispielsweise durch ein Entnahmedepot dargestellt werden. Je nach Risikoeinstellung könnte dies ein Aktienfonds oder ein Festgeld sein, von dem monatlich über die gewünschte Laufzeit Ihre "Zusatzrente auf Zeit" fließt. Bei einem Entnahmedepot, dass als Festgeldanlage geführt wird, können Sie bei einer Laufzeit von 12 Jahren und einem Zins von 4,2% 1.757 Euro monatlich erwarten. Bei 8 Jahren würden Sie bei 4,15% Zinsen ca. 2.500 Euro erhalten, bei 10 Jahren rund 2.000. Beachten Sie dabei aber bitte, dass Sie die jährlichen Zinsen bis 2009 mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern müssen. Ab 2009 sind dann 25% Abgeltungsteuer fällig, wobei Sie sich bei einem Steuersatz von weniger als 25% veranlagen lassen können.

 

04.01.08
Michael K.:
"Noch zu DM-Zeiten habe ich in größerem Umfang Anteile der beiden Dreiländer-Fonds DLF 94/17 und DLF 97/22 gekauft. Leider sind die Liquiditätsüberschüsse von anfangs recht beachtlicher Höhe seit langem auf minimale Beträge geschrumpft. Auf eine schriftliche Anfrage im Jahr 2005 erhielt ich von der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg, die Auskunft, dass die Anteile der Gesellschaft DLF 94/17 zuletzt zu Preisen von 20 Prozent des Nominalwertes gehandelt wurden bzw. Anteile der Gesellschaft DLF 97/22 zu Preisen von 25 Prozent des Nominalwertes. Möglicherweise liegen die Werte in der Zwischenzeit noch niedriger. Wie beurteilen Sie die beiden Fonds zum jetzigen Zeitpunkt? Gibt es eine Möglichkeit, sie jemals zu einem vernünftigen Kurs zu veräußern? Kann ich jemanden für den immensen Verlust zur Verantwortung ziehen und wenn ja, wie muss ich vorgehen?"

 

Stefanie Kühn: Ihre beiden Fonds stehen derzeit bei www.zweitmarkt.de mit Werten von 20,5% und 24% in der Liste. Inwieweit es überhaupt Handel geben würde, ist dabei offen. Dass Sie einen vernünftigen Kurs bekommen können, bezweifle ich. Der DLF 94/17 ist durch die Insolvenz der Stella AG in besondere Turbulenzen geraten. Auch die Verwarnung des Initiators Fink wegen Untreue im Jahr 2005 war sicherlich nicht zuträglich.
Um festzustellen, ob und gegen wen sich Schadensersatzansprüche durchsetzen lassen, sollten Sie sich anwaltlichen Rat einholen. Es gab bereits einige Verfahren gegen die Vertriebsleute von Dreiländerfonds, die zu Gunsten der Anleger entschieden wurden.

 

02.01.08
Klaus-Peter B.:
"Im April 2006 habe ich das Zertifikat BARCLAYS BK 06/11 ZO MTN (Wertpapiernummer: BC0BAP) bei einer Direktbank gekauft. Dieses Zertifikat besteht aus einem Rohstoffkorb der u.a. Strom, Erdgas und Rohöl beinhaltet. Alles Produkte, deren Preise in jüngster Zeit förmlich explodiert sind, was eigentlich meine Anlageentscheidung bestätitgt. Endgegengesetzt entwickelt sich der Börsenkurs dieses Zertifikats. Kurz nach der Emission hat das Zertifikat den Ausgabekurs von 100 verlassen und liegt nun nach 21 Monaten bei 95. Ich bekomme zwar den Ausgabepreis auf alle Fälle im April 2011 zurück, werde aber, wenn das Zertifikat sich so weiter entwickelt, erhebliche Zinsverluste hinnehmen müssen.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum das Zertifikat eine so schlechte Entwicklung nimmt, wo doch bekanntlich die Rohstoffpreise seit der Emission dieses Papiers erheblich gestiegen sind. Kann es sein, dass Barclays die Anleger mit diesem Zertifikat über den Tisch zieht?"

 

Stefanie Kühn: Ihr Zertifikat investiert zu je einem Fünftel in fünf Rohstoffe, neben den von Ihnen genannten in Zink und Kupfer. Diese beiden Rohstoffe haben sich seit April 2006 bislang nicht positiv entwickelt. Dies ist sicherlich ein Grund für die fehlende Performance. Ferner handelt es sich um ein Garantiezertifikat - und eine solche Garantie für die Käufer darzustellen, kostet Geld und damit Rendite. Außerdem können Sie bei Rohstoffen unter so genannten Rollverlusten leiden. Diese Situation tritt ein, wenn die Vierteljährlichen Future-Kontrakte auf Ihre Rohstoffe in den nächsten Future "gerollt" werden müssen und dabei der nächst fällige Future teurer ist, als der derzeitige (der Spotpreis). Fachleute bezeichnen diese Situation als Contango. Tritt der entgegengesetzte Fall ein, profitieren Sie von Rollgewinnen (Backwardation). Rohstoffe sind jedoch i.d.R. nicht konstant in einer der beiden Situationen, sie wechseln. So stellt dies einen vorher schwer kalkulierbaren Faktor dar. Gerade Energiepreise unterliegen saisonalen Schwankungen, die ein munteres Wechselspiel von Contango und Backwardation bedeuten. Ein weiterer Kostenfaktor ist die eingebaute Währungssicherung. Laut Info unter www.zertifikateweb.de ist Ihr Zertifikat ein währungsgesichertes Zertifikat, Sie erkennen das an dem Zusatz "quanto". Auch diese Sicherung kostet Rendite.
All diese Faktoren zusammen mit den in der bisherigen Laufzeit auch schwankenden Rohstoffpreise der Energieträger, führen vermutlich zu diesem bislang unbefriedigenden Ergebnis.

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