Nachdem Sie sich schon mit den wesentlichen Anlageklassen Liquidität, Aktien, Festverzinsliche und Immobilien beschäftigt haben, kommen wir diesen Monat auf eine Portfoliokomponente zu sprechen, die für die Streuung und Risikoabsicherung Ihrer Anlagen nützlich sein kann: Rohstoffe.

Rohstoffe zur Diversifikation (Risikostreuung)

Rohstoffanlagen entwickeln sich oft in anderen Zyklen und anders als Aktien- Zins-, und Immobilienanlagen. Sie können daher dazu beitragen, Ihre Portfolioentwicklung zu stabilisieren. Daneben eignen sich Rohstoffanlagen als Schutz gegen eine steigende Inflation. Denn steigende Preise merkt man meist zuerst bei den Rohstoffen, die für die Produktion von Nahrung und Wirtschaftsgütern benötigt werden. Was dann die Inflation von Ihrem Vermögen abzwackt, können Sie im Idealfall mit den steigenden Werten Ihrer Rohstoffanlagen ausgleichen oder sogar überkompensieren.

Möglichkeiten der Rohstoffanlage

Sie müssen nicht selbst über riskante Futures am Terminmarkt handeln, um im Rohstoffbereich anlegen zu können. Heutzutage erlauben es Anlagevehikel wie Fonds und Zertifikate auch dem „einfachen" Privatanleger in den Rohstoffmarkt zu investieren.

Sie können zwar mit Zertifikaten auf die Entwicklung einzelner Rohstoffe spekulieren, weniger schwankungsreich ist aber die Investition in komplette Rohstoffindizes, bei denen die einzelnen Rohstoffe unterschiedlich gewichtet sind. Oder Sie konzentrieren sich auf bestimmte Rohstoffsegmente wie Agrargüter, Edelmetalle, Industriemetalle oder Energie. Für Rohstoffindizes und -segmente, wie z.B. den Rogers International Commodity Index oder den Thomson Reuters Jefferies CRB Index, werden am Markt Zertifikate und Indexfonds (ETFs) angeboten.

Natürlich können Sie auch indirekt in Rohstoffe investieren, indem Sie Aktien von Unternehmen kaufen, die ihr Geld mit der Erkundung, Förderung oder Produktion, dem Verkauf oder der Weiterverarbeitung von Rohstoffen verdienen. Im Bereich der Edel- und Industriemetalle könnten Sie dann beispielsweise in Aktien von Minenbetreibern anlegen, im Bereich Energie in Aktien von großen Ölkonzernen.

Risiken

Rohstoffpreise unterliegen teilweise großen und heftigen Schwankungen. Neben Wetterbedingungen bei Agrarrohstoffen und staatlich beschränkten Förderquoten bei anderen Rohstoffen, wirken sich unter anderem politische Entwicklungen und Lagerbestände auf die Rohstoffpreise aus. Rohstoffinvestment sollten daher immer nur einen kleinen Bestandteil von maximal 5 bis 10 Prozent Ihres Gesamtportfolios ausmachen.

Gold

Der wichtigste Anlagerohstoff ist Gold. Von Ende 2012 bis Mitte 2013 gab es nach einer jahrelangen Aufwärtsbewegung starke Verluste beim Goldpreis. Bei der Goldanlage ist aber schon immer unsere Devise gewesen, dass man Gold als Krisenschutz für schlechte Zeiten haben sollte und nicht, um damit eine bestimmte Rendite zu erwirtschaften. Beim Kauf von Gold als Krisenschutz sollten Sie daher auch physisches, echtes Gold gegenüber der Anlage in „Goldpapiere" wie Zertifikate vorziehen. Weniger geeignet sind dabei Sammlermünzen, weil diese neben dem Materialwert einen ideellen Wert haben, der im Krisenfall kaum zu bemessen ist. Bevorzugen Sie Goldbarren und standardisierte Goldmünzen, für die tägliche An- und Verkaufspreise ermittelt werden. Kaufen Sie Gold nur bei seriösen Edelmetallhändlern.

Weitere Informationen zu Edelmetallanlagen und vertrauenswürdigen Edelmetallhändlern finden Sie unter www.gold.de .

Viel Erfolg bei Ihren Rohstoffinvestments wünschen

Ihre Stefanie und Markus Kühn