In den letzten Monaten haben Sie sich mit Ihren Geldanlagen auseinandergesetzt. Vielleicht haben Sie neue Anlagen getätigt oder Ihre bestehenden Anlagen auf den Prüfstand gestellt. Im März haben wir schon darüber gesprochen, wie wichtig es ist, existenzielle Risiken (mit Versicherungen) abzusichern. Diesen Monat geht es um die häufig vielen und oftmals überflüssigen Versicherungen.

Geldanlage und Altersvorsorge statt unnötigen Versicherungen

Neben den unabdingbaren Versicherungen gegen existenzvernichtende Risiken zahlen viele Deutsche noch regelmäßige Beiträge für Versicherungen, die bei Schäden einspringen, die nicht im entferntesten ihre Existenz gefährden würden. Besser wäre es, mit diesen Beiträgen zum Beispiel einen Sparplan für die Altersvorsorge zu besparen. Davon haben Sie auf jeden Fall etwas. „Klassiker“ unnötiger Versicherungen sind zum Beispiel:

  • Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr
    Dafür, dass Sie Ihr eingezahltes Geld am Ende der Laufzeit der Versicherung zurückerhalten, verzichten Sie natürlich auf Erträge, die Sie erhalten würden, wenn Sie eine günstige Unfallversicherung abschließen und das gesparte Geld gut anlegen. Überlegen Sie, ob Sie überhaupt eine Unfallversicherung benötigen. Diese kann für Erwachsene sinnvoll sein, wenn sie keine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung erhalten. Auch für Kinder kann sie sinnvoll sein. Für Senioren kommen gegebenenfalls spezielle Unfallversicherungen in Betracht, wenn diese nach einem Unfall niemand haben, der sich um sie kümmert. Bedenken Sie immer: Ein Unfallversicherung zahlt – wie der Name sagt – nur bei einem Unfall, nicht bei einer Krankheit, die zum Beispiel zu einer Berufsunfähigkeit führt.

  • Kapitallebensversicherungen
    Bei alten Versicherungen muss man genauer prüfen, ob diese annehmbare Renditen erzielen. Ein Neuabschluss lohnt sich generell nicht mehr.

  • Gekoppelte Berufsunfähigkeitsversicherung
    Schließen Sie keine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, die an eine meist schlecht rentierliche Kapitallebensversicherung gekoppelt ist. Trennen Sie immer Geldanlage und Absicherung. Das führt grundsätzlich zu besseren Anlagerenditen.

  • Glasversicherung
    Haben Sie soviel Glas im Haus, das auf einmal kaputt gehen könnte, sodass Sie finanziell in Bedrängnis kommen könnten? Wenn Sie keinen Wintergarten haben, ist dies meist nicht der Fall.

  • Reisegepäckversicherung, Insassenunfallversicherung, Geräteversicherung für Fernseher, Handy und Brille
    Beantworten Sie sich ehrlich die Frage „Wäre mein Geld nicht anders besser angelegt?“. Dann werden Sie feststellen, dass Sie diese Versicherungen nicht wirklich brauchen.

Optimieren Sie sinnvolle Versicherungen

Bei Versicherungen, die empfehlenswert sind, weil sie existenzgefährdende Risiken absichern, überlegen Sie zunächst, was die Versicherung im Einzelnen bei Ihnen leisten muss und überprüfen Sie anhand der Versicherungsbedingungen oder Versicherungsvergleichen, ob die Versicherung Ihren Anforderungen genügt. Danach können Sie einen Preisvergleich anstellen und den günstigsten Anbieter auswählen.

Kündigungsfristen beachten

Wollen Sie einen bestehenden Vertrag kündigen, müssen Sie die Kündigungsfristen beachten. Diese betragen bei Sachversicherungen wie der Hausrat-, Wohngebäude- und Privathaftpflicht oft drei Monate. Bei der Autoversicherung beträgt die Kündigungsfrist meist einen Monat zum Jahreswechsel. Überprüfen Sie nach Erhalt der Jahresrechnung, die gewöhnlich im November versandt wird, ob Sie einen angemessenen Preis zahlen. Dann finden Sie in den Medien auch viele Vergleichstests.

Bei Ihrem Versicherungscheck könnten Sie sich an diesem Muster orientieren.

Jeder bei Versicherungen gesparte Euro kann in Ihre Geldanlagen fließen und dank dem Zinseszinseffekt einen wertvollen Beitrag zu Ihrem finanziellen Wohlstand leisten.

Gutes Gelingen bei Ihrem Versicherungscheck wünschen

Ihre Stefanie und Markus Kühn