Zwei Angstthemen tauchen derzeit regelmäßig in den Finanzseiten der Pressewelt auf: (Euro-/US-/Japanische) Schuldenkrise und zunehmende Altersarmut. Wir zeigen Ihnen diesen Monat eine einfache Möglichkeit, sich dagegen zu wappnen.

Sachwertanlagen mit Rendite gefragt
In Zeiten, in denen die großen Notenbanken der Welt „Geld drucken", um damit Zinsen künstlich niedrig zu halten, sind Geldanlagen wichtig, die Sachwerte verkörpern, hinter denen also echte Werte stehen. Das sind klassischerweise Immobilien, Gold und Aktienanlagen.

Wenn Sie Aktien besitzen, sind Sie Miteigentümer der Aktiengesellschaft und damit an deren Anlagen, Maschinen, Patenten, etc. beteiligt. Auch wenn es im schlimmsten Fall zu einer Geldentwertung oder Währungsumstellung käme, bliebe Ihre Beteiligung am Unternehmen bestehen. Um das Risiko zu minimieren, auf das falsche Aktienunternehmen zu setzen, empfiehlt sich eine breitere Streuung in Aktien verschiedener Regionen und Branchen. Wenn Sie eine solche Streuung (das Fachwort dafür ist Diversifikation) mit Einzelaktien in Ihrem Aktienportfolio selbst erreichen wollten, müssten Sie ein nicht unerhebliches Startkapital und Aktien-Know-How vorweisen.

Leichter geht dies mit Aktienfonds. Entsprechend der festgelegten Anlagegrundsätze des Fonds kümmert sich ein Fondsmanager um die Auswahl der Aktien oder der Fonds bildet einfach einen Index ab, wie dies Indexfonds (ETFs) tun. Da sich viele Anleger an einem Investmentfonds beteiligen, können Sie auch mit kleineren Anlagesummen investieren und dennoch eine breite Streuung Ihrer Aktienanlage erreichen.

Regelmäßig gegen Altersarmut sparen
Ein Grund für die zunehmende Altersarmut ist, neben dem Rückgang der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, dass viele Menschen nicht regelmäßig und lebenslang für ihr Alter sparen. Dabei können schon kleine Summen aufgrund des Zins- und Zinseszinses viel ausmachen: Wer z.B. 30 Jahre lang monatlich 50 Euro spart und dabei 5% Rendite erzielt, kann ein Kapital von ca. 40.000 Euro ansparen, obwohl die Summe der Einzahlungen nur 18.000 Euro beträgt. Schaffen Sie es, 150 Euro monatlich anzulegen, werden es sogar rund 122.000 Euro (bei „nur" 54.000 Euro Gesamteinzahlung).

Mit Sparplänen fürs Alter vorsorgen
Bequem in Aktienanlagen können Sie mit Fondssparplänen investieren. Mit einem Sparplan investieren Sie monatlich oder vierteljährlich eine feste Summe in einen Aktienfonds. Der eingerichtete Sparplan führt dazu, dass Sie zu festgelegten Zeitpunkten Fondsanteile erwerben – egal ob die Börse gerade gut steht oder schlecht. Das hat zur Folge, dass Sie in guten Zeiten aufgrund der höheren Kurse weniger Anteile für Ihre Sparsumme bekommen, in schlechten Börsenzeiten dafür mehr. Sie handeln also leicht antizyklisch. Diesen Effekt nennt man "Cost Average Effect". Ein weiterer Vorteil von Sparplänen: Sie müssen nicht mehr über den richtigen Kaufzeitpunkt nachdenken. Sie kaufen einfach regelmäßig zum gleichen Termin. Die Anlagesumme wird monatlich von Ihrem Konto abgebucht, sodass Sie keinen weiteren Aufwand mehr haben.

Langfristige Untersuchungen darüber, wie Fonds über Krisen hinweg mit Sparplänen abgeschnitten haben, zeigen, dass trotz Finanz- und Eurokrise mit Sparplänen ansehnliche Renditen erwirtschaftet werden konnten.

Mittlerweile gibt es insbesondere bei Direktbanken auch viele gute Fonds ohne Ausgabeaufschlag oder zu sehr geringen Kosten.

Womit soll ich anfangen?
Haben Sie noch gar keine Aktien(fonds)anlagen in Ihrem Gesamtvermögen, könnten Sie mit einem weltweit ausgerichteten Mischfonds starten, um erste Erfahrungen mit Investmentfonds zu sammeln. Ein Mischfonds ist ein Investmentfonds, der nach seinen Anlagegrundsätzen neben Aktien auch in festverzinsliche Wertpapiere, Rohstoffe, Edelmetalle und Immobilienfonds investieren darf. Der Manager eines weltweiten Mischfonds sucht dann für Sie rund um den Globus nach aussichtsreichen Aktien und sonstigen vorgenannten Anlagen.

Hilfe bei der Suche nach einem guten Fonds finden Sie zum Beispiel in Finanzzeitschriften wie Finanztest oder Euro.

Sparpläne sind bei vielen Fonds schon ab 25 Euro monatlich möglich. Solche Summen sollten auch die letzten Zweifler dazu bringen, zumindest mal mit dem Fondssparen anzufangen. Sie können die Summe ja jederzeit erhöhen, wenn Sie dann zum Fonds-Fan geworden sind.

Wichtig ist vor allem, dass Sie früh- und rechtzeitig mit dem Fondssparen anfangen.

Viel Spaß beim Einrichten Ihres Sparplanes wünschen

Ihre Stefanie und Markus Kühn