Bevor Sie weiter durchstarten mit Ihren Finanzen und die konkrete Umsetzung Ihrer Finanzstrategie angehen, halten Sie noch einmal etwas inne und denken Sie über die folgenden Punkte nach.

Zuerst die existenziellen Risiken absichern
Bevor Sie über Finanzstrategien und die besten Finanzprodukte nachdenken, sichern Sie zumindest die sogenannten existenzvernichtenden Risiken ab. Das sind solche Risiken, die Sie wirklich in Armut stürzen können, weil sie lange Einnahmeausfälle oder nicht mehr tragbare Schadenshöhen mit sich bringen. Normalerweise müssen Sie diese Risiken mithilfe einer Versicherung absichern.

  • Eine Berufsunfähigkeit des Hauptverdieners können Sie mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern.
  • Das Risiko, für einen von Ihnen verursachten (Millionen-)Schaden haftbar gemacht zu werden, wälzen Sie mit einer Haftpflichtversicherung ab.
  • Den finanziellen Schaden aus dem Tod des Hauptverdieners in einer Familie sichern Sie mit einer Risikolebensversicherung. Eine Kapitallebensversicherung, die Sparen und Todesfallabsicherung oft unrentabel vermischt, brauchen Sie dazu nicht.

Keine Konsumschulden
Die Werbung verspricht es jeden Tag: Wollen Sie Möbel, Elektronikgeräte oder ein Auto kaufen, können Sie das ganz einfach „auf Pump". Günstige Finanzierungen sind bei vielen Konsumgütern leicht zu bekommen. Aber denken Sie hier an die beiden Seiten einer Bilanz aus dem letzten Monat zurück. Im Gegensatz zu einer Hausfinanzierung steht bei einem Konsumgut der Verbindlichkeit auf der rechten Seite kein wirklicher Wert auf der linken Aktivseite der Bilanz gegenüber.

Das neue Auto hat schon an Wert verloren, wenn Sie vom Hof des Händlers fahren. Die neue Küche können Sie nur noch mit großen Verlusten wieder zu Geld machen. Die Zinsen für die Konsumgüter-Finanzierungen müssen Sie trotzdem zahlen. Und mehr noch: Die Finanzierungszinsen sind oft höher, als jegliche Anlagezinsen. Solange Sie also teure Finanzierungszinsen – dazu gehören auch die Überziehungszinsen auf Ihrem Girokonto – zahlen, brauchen Sie gar nicht nach guten Anlagegelegenheiten suchen. Sie zahlen dann auf der Finanzierungsseite immer mehr, als Sie auf der Anlageseite bekommen.

Daher gilt: Solange Sie noch Konsumschulden haben, setzen Sie sich über die Erwartungen Ihrer Mitmenschen hinweg und konsumieren Sie nur, was Sie sich auch leisten können. Entschulden steht vor Sparen.

Bilden Sie sich finanziell
Da es um Ihr Geld und Ihre Bedürfnisse geht, brauchen Sie zunächst ein Mindestmaß an Finanz-Wissen. Denn nur dann können Sie Ihren wirklichen Finanzbedarf beurteilen und selbst fundierte Entscheidungen treffen. Sie brauchen kein Finanzexperte zu sein – dafür haben Sie ja mich :-). Aber schon mit einigen Grundkenntnissen im Geldanlagebereich können Sie besser einschätzen, ob eine Anlage zu Ihnen passt oder ob die Anlage vor allem zum Anlageverkäufer und seinen Provisionsinteressen passt. Der März ist ein Monat, in dem immer viele Seminare stattfinden – auch zum Thema Geld. Börsen, Direktbanken, Verbraucherzentralen und andere Veranstaltern bieten oft gute und günstige Seminare. Suchen Sie sich doch einmal ein Thema aus und besuchen Sie ein Seminar. Es wird Sie in Ihrer Geldanlage weiterbringen.

Und immer gilt: Tätigen Sie nur solche Geldanlagen, die Sie wirklich verstehen.

Weiterhin viel Erfolg auf Ihrem Weg wünschen

Ihre Stefanie und Markus Kühn