Um mit Ihren gesamten Geldanlagen eine Rendite oberhalb der Inflationsrate zu erzielen, müssen Sie Ihrem Portfolio auch (vermeintlich) riskantere Anlagen beimischen. Mit dem Mai-Kalenderblatt haben Sie vielleicht schon begonnen, einen Sparplan für einen Misch- oder Aktienfonds einzurichten. Wollen Sie weitere Renditechancen nutzen, können Sie Ihr Depot mit weiteren Aktienfonds und/oder Einzelaktien aufpeppen.

Aktien sind Unternehmensbeteiligungen

Eine Aktie ist eine Beteiligung an einer Aktiengesellschaft (AG). Als Aktionär nehmen Sie an der Entwicklung des Unternehmens teil. Wenn das Unternehmen Gewinne erzielt, wird in der Regel ein Teil davon als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Oftmals ist Anlegern aber vor allem die Aussicht auf Kursgewinne, also die Steigerung des Kurswertes der Aktie wichtig. Der Kurs von börsennotierten Aktien entsteht aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an der Börse.

Investments in Aktien

Wenn Sie in Aktien investieren wollen, können Sie dies über Fonds, die von einem Fondsmanager betreut werden, über Indexfonds (ETFs), die einen Aktienindex widerspiegeln oder über ein von Ihnen selbst gemanagtes Einzeltiteldepot tun.

Letzteres erfordert einen deutlich größeren zeitlichen Aufwand als ein Fondsinvestment. Um nicht genau die falsche Aktie zu besitzen und das Risiko zu streuen, sollte ein Einzeltiteldepot mindestens zehn verschiedene Aktien umfassen. Zudem sollten die Aktien nicht alle aus der gleichen Branche sein. Denn besitzen Sie beispielsweise nur Autoaktien, werden diese vermutlich alle schlecht laufen, wenn es der Autobranche schlecht geht. Je nachdem, wie riskant Sie anlegen wollen, können Sie in große Standardwerte, also umsatzstarke Aktien großer international tätiger Unternehmen oder in kleinere Aktienfirmen investieren. Als Neuling am Aktienmarkt sollten Sie zunächst mit großen Standardwerten Erfahrungen sammeln, wenn Sie ein Einzeltiteldepot anstreben.

Überlassen Sie die Auswahl einem Fondsmanager oder wollen Sie nur in einen bestimmten Aktienmarkt mit einem ETF investieren, haben Sie eine breite Auswahl an Regionen, Ländern und Branchen, auf die die jeweiligen Fonds spezialisiert sind. Finanzzeitschriften wie Finanztest oder Euro helfen Ihnen, einen Überblick zu bekommen.

Höhere Schwankung, höhere Renditechancen

Ein wichtiges Risikomaß bei Wertpapieren ist die Schwankungsbreite (Volatilität). Diese Kennzahl wird auf der Grundlage zurückliegender Kurse berechnet und gibt an, wie stark der Kurs in einem bestimmten Zeitraum nach oben und unten ausgeschlagen hat. Je höher die Volatilität, umso größer ist auch die Chance auf hohe Kursgewinne – aber auch auf Kursverluste. Je höher Ihre Risikobereitschaft ist, umso höher kann grundsätzlich auch der Anteil schwankungsanfälliger Aktien in Ihrem Depot sein.

Dass Aktien in ihrer Wertentwicklung schwanken, ist ganz normal. Denn Aktien sind eine Beteiligung an einem Unternehmen und die Aktienmärkte sind vorauslaufende Konjunkturbarometer der Wirtschaft. Da die Wirtschaft aber nie geradlinig verläuft, sondern Zyklen von schwächeren und stärkeren Phasen unterliegen, können sich auch einzelne Aktien nicht davon abkoppeln. Über einen längeren Anlagezeitraum sind die Renditechancen mit Aktien aber höher als mit reinen Festgeldanlagen.

Neues Risikomaß Realwerterhalt

In Zeiten von überbordenden Staatsschulden müssen Sie mit Ihren Anlagen auch an den Realwerterhalt denken. Aktien sind dazu ein guter Baustein. Denn Sie sind damit an den Unternehmen beteiligt. Steigt der Wert des Unternehmens, steigt grundsätzlich auch der Wert Ihrer Aktie. Allgemeine Preissteigerungen kann ein gutes Unternehmen an die Kunden weitergeben und der Wert Ihrer Anlage bleibt zumindest erhalten. Bei Festzinsanlagen haben Sie zwar kaum oder gar keine Wertschwankungen, Sie erhalten aber zum Laufzeitende immer nur Ihre Anlagesumme zurück. Ob Sie mit dieser Summe noch genauso viel kaufen können, wie zum Beginn der Anlage, ist nicht gewährleistet. Sind die allgemeinen Lebenshaltungskosten viel stärker gestiegen, als Sie Rendite mit Ihrer Anlage erzielt haben, haben Sie keinen Realwerterhalt geschafft.

Mit einem Musterdepot risikolos üben

Mit einem Musterdepot können Sie bequem und risikolos eine Zeit lang den Umgang mit Aktien üben. Kaufen Sie virtuell Aktien, die Sie für aussichtsreich halten und schauen Sie, wie sie sich entwickeln. So entwickeln Sie spielerisch ein Gefühl für Aktien und Börsengeschehen. Alle Direktbanken bieten Ihnen die Möglichkeit, Musterdepots zu führen und Sie müssen dazu nicht einmal Kunde der Bank sein.

Mehr über Aktienanlagen und wie Sie Ihre eigene Strategie entwickeln können, finden Sie hier: http://www.private-finanzplanung-kuehn.de/buecher

Viel Spaß mit Aktien

Ihre Stefanie und Markus Kühn