In der Beispielbilanz aus dem Monat Februar ist die erste Anlagekategorie die „Liquidität". Und das hat auch seinen Grund. Liquidität kann man definieren, als „die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen kurzfristig erfüllen zu können." Die beste Finanz- und Anlagestrategie nützt nichts, wenn Sie langfristige Anlagen vorzeitig kündigen müssen, um eine unvorhergesehene Autoreparatur oder einen neuen Kühlschrank bezahlen zu können.

Der Vorteil einer ausreichenden Liquiditätsvorsorge
Ihre liquiden Mittel sind das flexibelste Element Ihrer Finanzstrategie. Sie können sie jederzeit verwenden, um kurzfristige oder unvorhergesehene Verpflichtungen zu erfüllen. Die liquiden Mittel bilden Ihre Notfallreserve. Sie haben damit zum einen das gute Gefühl, auf unerwartete Situationen finanziell reagieren zu können. Darüber hinaus vermeiden Sie mit einer ausreichenden Notfallreserve, dass Sie in „Notsituationen" teure Konsumschulden in Form von Überbrückungsdarlehen oder Überziehungskrediten machen müssen.

Wie hoch eine Notfallreserve sein sollte
Als Faustregel können Sie sich merken, dass Ihre Liquiditätsreserve drei bis fünf Netto-Monatsgehälter betragen sollte, wenn Sie Arbeitnehmer sind. Selbständige können mit drei bis fünf Monatsentnahmen rechnen, wobei ich hier eher zu fünf Monatsentnahmen rate.

Natürlich müssen Sie diese Faustregel für sich anpassen, wenn Sie besondere Ziele haben. Planen Sie etwa, sich selbständig zu machen oder wollen Sie in der Lage sein, eine längere Arbeitslosigkeit zu überbrücken, müssen Sie Ihre persönliche Notfallreserve höher ansetzen. Haben Sie hingegen hohe regelmäßige Einnahmen aus festverzinslichen Anlagen oder Mieten, kann Ihre Notfallreserve auch niedriger sein.

Wie Sie die Notfallreserve anlegen sollten
Ich empfehle Ihnen nicht, Ihre gesamte Notfallreserve auf einem Girokonto zu parken. Sie erhalten dort keine Zinsen, während die Inflation an Ihrem Vermögen nagt. Ihr Girokonto sollte nur so weit gefüllt sein, dass Ihre laufenden Abbuchungen gedeckt sind und Ihr Konto nicht ins Minus rutscht.
Den Rest Ihrer liquiden Mittel sollten Sie auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Direktbanken bieten oft höhere Zinsen als die Hausbank und mit sogenannten Lockangeboten können Sie beim Onlinebanking auch einige Zinsschnäppchen nutzen.

Viel Erfolg bei der Bildung Ihrer Notfallreserve wünschen

Ihre Stefanie und Markus Kühn