13 kühne Regeln für Ihre persönliche finanzielle Unabhängigkeit
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Während die Union Investment-Rentenleistungen während der Auszahlungsphase wohl auch je nach Verzinsung des Kapitals in dieser Zeit fallen können.
Ein richtiger Vergleich der beiden Riesterverträge fällt mir aufgrund der unterschiedlichen Anlagearten aber sehr schwer.
Wie würden Sie diese bewerten bzw. würde ich von einem Wechsel zur DEBEKA profitieren oder entstehen mir Nachteile? In welchem Fall bezahle ich weniger Gebühren (Verwaltungsgebühr, Ausgabeaufschlag, Depotgebühre etc.)? Was passiert mit meinem bisherigen Riestervertrag? Kann ich mir die bisherigen Einzahlungen und Zulagen (derzeitiger Wert 640,- €) übertragen lassen, soll ich den Vertrag beitragsfrei stellen lassen oder gibt es eine weitere Alternative?
Ich möchte noch anmerken, dass die Beratung durch verschiedene Bankmitarbeiter (UniProfiRente) bisher nicht zufriedenstellend war und ich die Wertvorstellung der DEBEKA einer ethischen, sozialen und ökologischen Kapitalanlage sehr gut finde."
Stefanie Kühn: Sie haben Recht, in diesem Fall werden Äpfel mit Birnen (Lebensversicherung mit Fondsriester) verglichen. Ein paar Gedanken von mir:
Ein Neuabschluss in Form einer Versicherung wird zu neuen Abschlusskosten führen. Der Vermittler will bezahlt werden. Diese werden auf die ersten Beitragsjahre verteilt – das kostet Rendite. Ferner sind erfahrungsgemäß die laufenden Kosten bei Versicherungen um ein Vielfaches höher als die Depotgebühr bei einem Fonds-Riester.
Ein Fonds-Riester arbeitet mit Annahmen für die Wertentwicklung, so wie es eine Versicherung bezüglich der Übeschüsse auch tut. Der sogenannte Garantiezins gilt übrigens immer nur für den Sparanteil, nicht für die gesamte eingezahlte Summe. Auch eine Fonds-Riester-Rente legt zu Beginn der Rentenphase fest, welcher Anteil lebenslang garantiert bezahlt wird, darunter wird die Rente dann auch nicht fallen.
Nach meinen Erfahrungen lohnt sich ein Riestervertrag in Form einer Versicherung nicht, die Kosten des Versicherungsmantels sind einfach zu hoch. Sicherlich haben Sie ein Angebot einer leistungsstarken Versicherung, trotzdem wäre es sinnvoll, dass Sie sich, wenn Sie das Risiko senken möchten, ein Angebot für einen Banksparplan eines guten Anbieters einholen.
Ein Übertrag ist möglich, aber in der Regel mit Kosten verbunden. Möglich wäre auch das Ruhenlassen eines Vertrages.
Ob bei der Abwicklung ein höherer Ertrag als der derzeitige Börsenwert erzielt wird – ich weiß es nicht. Es müssen bei diesem Fonds wohl noch 13 Objekte verkauft werden. Ein Verkauf unter Druck - der ja in der Öffentlichkeit, also beim potentiellen Käufer bekannt ist - bringt einen immer in eine schwächere Position.
Hinterfragen Sie vielleicht auch einmal, wann und wie Ihnen der Fonds verkauft wurde. Derzeit sind erste Prozesse anhängig, die klären sollen, ob es Schadensersatzansprüche gibt. Achten Sie gegebenenfalls darauf, dass etwaige Ansprüche Ihrerseits nicht verjähren.
Stefanie Kühn: Als Anlageform für kurzfristig benötigtes Geld eignen sich Tagesgelder (Gelder mit täglicher Verfügbarkeit) sowie Sparbücher, so wie Sie eines gewählt haben. Es gibt derzeit am Markt sowohl Neukunden-Angebote mit 2% im Tagesgeld für das erste halbe Jahr, als auch Online-Sparbücher mit 3-monatiger Kündigungsfrist bei derzeit 2% Zinsen p.a.. Als Beispiele seien an dieser Stelle die Diba und die BMW-Bank genannt. Während das Online-Sparbuch eine reines Internetbanking voraussetzt, gibt es bei den Direktbanken meist keineb Konditionenunterschied im Tagesgeldzins zwischen Online-Banking und Telefonbanking. Durch ein Aufteilen des Betrages auf mehrere Angebote von Direktbanken könnte der Durchschnittszins auch leicht über 2% ohne ein „Mehr" an Risiko geführt werden.
Festzins: 6,5% p. a.
Laufzeit: nur 5 Jahre
Zinszahlung: jährlich
Ausgabekurs: 100%, kein Aufschlag
Mindestanlagesumme: € 1000,--
beliebige Stückelung: in Schritten a € 1000,--
Stefanie Kühn: Bei jeder Untenehmensanleihe gilt - sie ist nur so gut, wie das Unternehmen, das sie begibt. Geht das Unternehmen pleite, droht im schlimmsten Fall ein Totalverlust. Die Anleihe der Solar Millenium AG ist nicht börsennotiert, so dass eine dauernde Wertstellung der Anleihe und eine jederzeitige Veräußerbarkeit nicht gegeben ist. Die Börse Stuttgart bietet mit dem Segment BondM speziell für Mittelständler die Möglichkeit, Anleihen handelbar zu machen. Diese Möglichkeit wird offenbar bislang nicht genutzt. Diese Anleihen zählen damit zu den „Graumarktanleihen".
Das Unternehmen hat zwar zuletzt positivere Nachrichten verkünden können, in diesem Jahr sind aber durch den plötzlichen Weggang des kurzfristigen Chefs Utz Claassen sowie Gewinnwarnungen auch negative Seiten aufgedeckt worden.
Sicher sind 6,5% eine attraktive Rendite, jedoch kenne ich Ihre persönliche Finanzsituation und Risikoeinstellung nicht. Danach würde sich grundsätzlich beurteilen, ob der Renditeaufschlag zu einem einlagengesicherten Festgeld angemessen erscheint.
Das sagt mir, das die Gebühren höher als die Zinseinnahmen sind.
Ich überlege, den Fonds zu verkaufen und das Geld bis Ende 2012 auf Festgeld anzulegen, zumal 2012 die Hypothek für unsere Wohnung fällig wird.
Was würden sie mir raten ?"
Stefanie Kühn: Ihre Entscheidung, 2007 vom Templeton in den Multi Invest OP zu wechseln, war weitsichtig. Richtig ist, dass der Multi Invest OP sehr gut durch die Krise kam. Den Aufschwung vom März 2009 an, hat er jedoch ausgelassen, im Gegenteil, es kam zu einem weiteren Absinken der Kurse. Der Multi Invest ist als Dachfonds mit zwei Gebührenebenen belastet – zum einen verdient das Dachfondsmanagement, zum anderen die Fonds, in die investiert wird. Wenn dann hauptsächlich in Geldmarktfonds angelegt wird und die Marktrendite zwischen 1 und 1,5% liegt, dann wird wahrlich Geld vernichtet. Der Fonds war außerdem durch ein Fehlinvestment in den Schlagzeilen. Hervorzuheben ist dabei aber, dass der Fondsmangager Eick nach meinen Recherchen die Aktien auf Kredit in sein eigenes Depot gekauft hat und nun den Schaden persönlich trägt. Der Fonds wurde also vor einem weiteren Schaden bewahrt. So etwas ist sicherlich sehr selten und verdient Respekt.
Ohne Ihre weitere Vermögenssituation zu kennen finde ich die Idee, den Fonds zu verkaufen grundsätzlich richtig. Immer, wenn Sie einen fixen Termin haben, an dem Sie das Geld benötigen, ist Festgeld eine gute Idee. Sie wissen dann, dass das Geld auch wirklich da ist und in Ihrem Fall das Darlehen abgelöst werden kann.
Stefanie Kühn: Die Frage, ob Sie lieber das Kapital oder die Rente nehmen sollten, hängt sehr stark von Ihren persönlichen Zielen und Ihrer Versorgungssituation ab. Ein paar Gedankenanstöße gebe ich Ihnen gerne: Der Vorteil einer Rente ist, dass sie lebenslang gezahlt wird, sie deckt also das sogenannte „Langlebigkeitsrisiko" ab. Nachteil: Versterben Sie früh, erzielen sie keine positive Rendite (je nachdem, wie die Vererbbarkeit geregelt ist). Ihr Gesundheitszustand gibt Ihnen hier schon mal ein gutes Indiz, ob sich eine Rente überhaupt lohnen könnte. Die Kapitalzahlung bringt Ihnen mehr Flexibilität, Sie können das Geld anlegen und „von den Zinsen leben" oder aber es teilweise oder vollständig verzehren. Sie sind stärker selbst verantworlich. Die Vererbbarkeit können Sie frei regeln. Nachteil ist hier, dass Sie das Geld zu früh/zu schnell verzehren könnten und ab einem bestimmten Alter X ohne „Zusatzeinkommen" dastehen. Durch falsche Anlagen könnte ein Teil des Vermögens verlorengehen.
Gerhard K.: "Zum 1.1.2011 wird eine private LV auf Rentenauszahlung mit Kapitalwahl fällig (Abschluss 1.1997).
Die monatliche Rente von ca.125 € wird bis auf weiteres nicht benötigt. Mir ist bei Kapitalauszahlung eine Anlage
als KG-Beteiligung an einer Vermögensverwaltung mit Absicherung über eine Versicherungsrahmenpolice angeboten worden. Eine monatliche Entnahme bis 140 € mtl. kann auch später frei gewählt werden.Das Ganze wird mit einer 100% Kapitalgarantie zum Ende der Laufzeit angeboten.Wie wird das durch die Steuer beeinflusst? Wie könnte man alternativ die monatliche Rentenzahlung neu für späteren Bedarf anlegen?"
Stefanie Kühn: Mein erster Eindruck beim Lesen war Erstaunen – milde ausgedrückt. Sie sollen also eine aktuell nicht benötigte Kapitalauszahlung in ein neues – sicher mit einem „schönen" Agio versehenes – Modell stecken. Sie haben den Namen der KG-Beteiligung zwar nicht genannt, googelt man aber nach Angeboten, die Ihrer Beschreibung entsprechen, kommt man recht schnell zu Seiten von Rechtsanwälten, die Fonds dieser Art kritisch beurteilen. Liest man in solchen Prospekten, sieht man hohe Kosten, Blind-Pool-Charakter, Totalverlustrisiko, hohes Risiko durch die Hebelung mittels Fremdfinanzierung, empfohlene Laufzeiten von 20 Jahren etc. . Kurz, das Produkt scheint mir völlig ungeeignet als Folgeprodukt für eine Lebensversicherung. Ohne dieses Thema weiter zu vertiefen, rate ich Ihnen ab, Ihre Auszahlung in ein solches Produkt des sogenannten grauen Kapitalmarktes zu stecken. Offenbar waren Sie ja bereits misstrauisch, sonst hätten Sie keine Frage in dieser Rubrik gestellt.
Stefanie Kühn: Grundsätzlich ist eine Finanzierung mit keiner oder niedriger Tilgung bei vermieteten Immobilien ein gängiger und oft sinnvoller Weg, da damit die Rendite des gebundenen Eigenkapitals optimiert werden kann. Aus Ihrer Frage geht jedoch nicht hervor, ob Sie die Immobilie selbst nutzen. Wenn dem so ist, dann gilt der Grundsatz „Soviel Eigenkapital wie möglich, so wenig Fremdkapital wie nötig". Eine Erhöhung der Tilgung wäre in jedem Fall sinnvoll. Ob dies jedoch während der Zinsbindungsfrist möglich ist, die vermutlich aber bis 2013 (10 Jahre) läuft, ist fraglich. Wenn Sie mehr tilgen möchten, Ihre monatlichen Überschüsse dazu nicht ausreichen, wäre eine Beitragsfreistellung der Rentenversicherung zu überlegen. Dafür müssten aber Kosten, genauer Erfolg der zugrunde gelegten Fonds und ggf. Fondswechselmöglichkeiten genau geprüft werden. Eine Kündigung der Rentenversicherung wird höchstwahrscheinlich nicht in Betracht kommen, da die Hauptkosten – die Abschlusskosten – inzwischen bezahlt sind und der Vertrag noch vor 2005, also mit Steuerfreiheit nach 12 Jahren, vereinbart wurde.
Sollte die Wohnung doch vermietet sein, empfehle ich zunächst eine Rentenversicherungsüberprüfung und nach Ablauf der Zinsbindung zu einer etwas höherenn Tilgung, um Ihre Sicherheit zu erhöhen. Wahrscheinlich können Sie allein aufgrund der gegenüber 2003 günstigeren Zinsen bei gleicher Belastung künftig mehr tilgen. Läuft die Zinsbindung 2013 aus, können Sie bereits jetzt beginnen, über eine Anschlussfinanzierung per Forward-Darlehen nachzudenken.
1. 30.000 Euro Multi-Axxion-Fonds f. dt. Stiftungen (LU0224199785), am 23. April 2010 umgetauscht in Multi-Axxion-Absolute Return Actions au Proteuer o.N. (LU0206060294)
2. 46.284 Euro in ABN Amro (ISIN LU01118022996) im Jahr 2008 umbenannt in Fortis Plan-Target Click Fund 2011 A, Laufzeit bis 31. Oktober 2011.
3. 35.000 Euro Allianz Index-Police Euro Stoxx50/S&P 500/Nikkei 225 Garantiezertifikat 2018, Laufzeit 2007 bis 2019, Garantieleistung rund 45.620 Euro.
Gedacht war ein Wachstum mit geringem Risiko (Kapitalerhalt). Wenn ich mir die Entwicklung der Kurse ansehe, habe ich aber nicht den Eindruck, dass das Kapital erhalten bleibt. Wie bewerten Sie die Fonds und die Index-Police? Soll ich verkaufen und den Erlös in Sparbriefen anlegen?"
Stefanie Kühn: Der Absolute Return Fonds fällt unter die Kategorie Mischfonds und besitzt keine Garantie. Durch ein Anlagestrategie, die grundsätzlich so ziemlich alle Anlagekategorien erlaubt, soll eine schöne Rendite erzielt werden. In den vergangenen drei Jahren betrug die Rendite hier jedoch nur 0,8% (Stand 20.6.10). In der Kategorie gab es deutlich bessere Fonds.
Der Fortis Fonds läuft inzwischen unter dem Namen BNP Paribas Plan-Target Click. Da die Fälligkeit ja in gut eineinviertel Jahren ist, sind jetzt bereits über 95% in Anleihen angelegt. Damit wird der versprochene Mindestwert gesichert. Dieser ist der höchste jemals erreichte Anteilswert, jedoch mit der Einschränkung, dass dies nicht mehr unbedingt gilt, wenn der Fonds schon zu 100% in festverzinsliche Wertpapiere angelegt ist. Vermutlich ist der höchste erzielbare Mindestwert dann jetzt bald erreicht, es sei denn, Anleihen würden noch einmal einen „Renditeturbo" einlegen. Da Wertsteigerungen im Fonds für Sie steuerfrei sind, weil Sie die Anteile vor 2009 erworben haben, müsste bei einem jetzigen Verkauf mit anschließender Anlage im Festgeld beachtet werden, dass die Zinsen mit Abgeltungsteuer belegt sind.
Die Allianz Index-Police bezieht sich im Gegensatz zu einer fondsgebundenen Rentenversicherung nicht auf Fonds sondern auf ein zwölf Jahre laufendes Zertifikat. Der Anleger erhält den Durchschnitt der erwähnten Indizes. Jedoch erhält er keine Dividenden. Da sich die Garantie auf das Ende der Laufzeit bezieht, ist eine vorzeitige Beendigung bei den Verläufen der Märkte in der Zeit seit Abschluss und aufgrund der bezahlten Abschlusskosten vermutlich mit einem echten Kapitalverlust verbunden. Die Garantie beträgt außerdem nicht 100% sondern 124%. Wenn Sie den Rückkaufswert erfragen können Sie mit diesem und dem Endwert die erzielbare Rendite von heute an errechnen. Ich vermute, dass sich eine vorzeitige Auflösung nicht lohnen wird.
Abschließend noch der Hinweis, dass Sie jegliche Garantie in komplexen Kapitalanlageprodukten immer bezahlen müssen (mit verringerter Partizipation an einer positiven Entwicklung, Verzicht auf Dividenden etc.). Eine klare Anlagetrennung in festverzinsliche Anlagen mit 100%iger Sicherheit und Kenntnis der Rendite sowie einem für Sie passenden Anteil für reine Aktieninvestments ist eine klarere und renditereichere Anlagestrategie.
Stefanie Kühn: Die Antwort auf Ihre Frage möchte ich in zwei Teile unterteilen.
- 1. Ihre aktuelle Sparrate: Keiner der Fonds scheint mir geeignet. Die Fonds sind alle das, was man als durchschnittliche Fonds bezeichnet. Am Markt gibt es zahlreiche bessere Fonds. Außerdem werden Sie vermutlich den vollen Ausgabeaufschlag zahlen (von zum Teil über 5%), den Sie ja zunächst wieder „verdienen" müssen. Da Sie das Geld in absehbarer Zeit benötigen, ist das ein zusätzlicher Negativpunkt. Wenn sie ab dem Rentenbeginn einen Verzehr des Geldes planen, empfehle ich Ihnen, auch in festverzinsliche Anlagen zu am Markt Top-Konditionen zu investieren. Wenn Sie aktienbasierte Anlagen grundsätzlich mögen, wäre ein kleiner Aktienfondssparplan vertretbar (Kauf jedoch ohne oder mit reduziertem Ausgabeaufschlag).
- 2. Ihre Bestände: Alles, was Sie vor 2009 erworben haben, ist in seiner Wertentwicklung steuerfrei. D.h., wenn Sie jetzt verkaufen würden und in einen „Top-Fonds" investieren würden, würde dort die Wertsteigerung beim Verkauf mit Abgeltungsteuer belegt. Der neue Fonds müsste also den Steuernachteil kompensieren. Das würde auch für „Top-Fonds" schwierig werden. Alles, was Sie nach 2009 erworben haben, ist sowieso steuerpflichtig, sofern Gewinne anfallen, da würde ich einen Wechsel nicht scheuen. Achten sollten Sie aber wiederum darauf, dass Sie bei einem Neukauf keine großen Kosten verursachen.
Stefanie Kühn: Wenn Sie Ihr Geld gut und relativ sicher anlegen möchten, empfiehlt sich eine Streuung des Vermögens. Sicherlich ist es sinnvoll, mit einem Teil des Geldes im Tagesgeldbereich zu bleiben. Das von der Versicherung angebotene Konto ist mit einem derzeit attraktiven Zins ausgestattet. Wenn die Zinsen ansteigen, sind Sie so flexibel, sich dann eventuell auch mit einem Teil des Geldes längerfristig zu binden. Die Zinsen stellen eine Art Zusatz-Rente für Sie dar. 10-20% des Geldes könnten Sie in einen Misch- oder Aktienfonds anlegen, um Renditechancen zu nutzen. Mit aktienbasierten Anlagen haben Sie ja bereits Erfahrung. Der Investitionszeitpunkt muss aber aufgrund der derzeitigen Entwicklungen besonders sorgsam gewählt werden. Ich würde Ihnen keinen der vorhandenen Fonds zur Aufstockung empfehlen, sondern die kostenminimierten Exchange Traded Fonds (ETF, das sind Indexfonds) oder einen wirklich guten Mischfonds – je nach Ihrer Risikobereitschaft. Achten Sie besonders auf die Kosten beim Einkauf. Sie haben heute die Möglichkeit über Direktbanken auch viele gemanagte Fonds kostenfrei oder zu den üblichen (minimierten) Börsenspesen einzukaufen.
Das ist mir grundsätzlich wichtig bei der Neuanlage: Meiden Sie Produkte mit hohen Abschlusskosten, wie eine private Rentenversicherung. Das gleiche Geld, für dass Sie vor Jahren ja schon einmal eine hohe Provision bezahlten, würde sonst wieder „verprovisioniert".
Doch was ist eine sichere Anlage? Eine Anlage ohne Verlustrisiko würde ich sicher nennen. Letztlich wäre ein Festgeld oder ein gut verzinstes Tagesgeldkonto eine „sichere Anlage". Eine zu lange Zinsbindung würde der derzeitigen Marktsituation aber nicht gerecht werden. Sollte die Inflationsrate steigen und damit die Zinsen anziehen, würden Sie sich über Ihre „Minizinsen" ärgern. Ich empfehle Ihnen, das Geld derzeit im Tagesgeld oder maximal einem halbjährlichen Festgeld zu parken. Nach Ablauf der Verzinsung würde man abwägen, ob sich eine längere Zinsbindung lohnt. Möchten Sie doch ein wenig Risiko dazunehmen, könnten Sie mit einem Teil des Geldes in einen konservativen Mischfonds investieren.
Stefanie Kühn: Bei beiden Fonds handelt es sich um Mischfonds, die durch eine geeignete Aufteilung und ein besonderes Umschichtungskonzept (hier das von der DWS „Best of Two" Konzept) dem Anleger einen Mehrwert bieten möchten. Beide Fonds sind gerade neu aufgelegt worden, so dass keine Rendite der Vergangenheit als „Hilfsindikator" herangezogen werden kann.
Wenn man im Verkaufsprospekt liest, dann kommt einem der Gedanke, dass das ganze eher einem Dachfonds als einem Mischfonds gleicht, denn es soll wohl auch in ETFs (das sind Indexfonds, Exchange Traded Funds), Aktien-, Renten- und Geldmarktfonds investiert werden. Die Problematik ist dann, dass nicht nur die 1,7% bzw. 1,85% jährliche Kostenpauschale anfällt, sondern in den einzelnen Fonds weitere Gebühren in ähnlicher Höhe anfallen. ETFs schneiden da mit keinen bis sehr geringen Kosten von 0,2 oder 0,5% noch gut ab. Maximal dürfen 3,25% bei anderen Fonds anfallen.
Die Fonds haben außerdem eine performanceabhängige Gebühr, die leider keine High Water Mark Regelung vorsieht. Das bedeutet folgendes: Wird die Messlatte übertroffen (einmal 6%, einmal die Jahresperformance aus einem Indexmix), gehen 25% des Mehrertrages an die Gesellschaft. Wenn das Vorjahr dem Anleger einen Verlust von 20 % beschert hat und das nächste Jahr bspw. 15% Plus, dann werden bei der Messlatte 6% trotzdem 2,25% an die Gesellschaft gehen. Und das, obwohl der Anleger insgesamt Verlust gemacht hat. Dies ist jedoch eine „Kann-Regel", die DWS entscheidet selbst, ob sie sie anwendet.
Ohne hier zu beurteilen, ob eine solche Investition für Sie überhaupt in Frage kommt, ist dies ein teures Produkt, das den Nachweis, dass es diese Kosten wert ist, erst noch erbringen muss.
Maria S.: "Ich möchte für unser neugeborenes Kind 50 Euro monatlich sparen für Führerschein und Auto. Soll ich das Konto auf das Kind laufen lassen oder auf uns Eltern(wg.der Abgeltungssteuer,ist ausgeschöpft)? Was ist effektiver ein Zielsparplan von meiner Hausbank oder eine monatliche Einzahlung in einem Fonds wie zum Beispiel Carmignac Investissement (WKN:A0DP5W)?"
Stefanie Kühn: Auf welchen Namen das Geld angelegt wird, sollten Sie nach verschiedenen Überlegungen entscheiden. Steuerlich ist es meist von Vorteil, das Geld auf den Namen der Kinder zu sparen. Aber es gibt auch ein paar Nachteile: Geld auf den Namen der Kinder gehört den Kindern und kann nicht einfach zu den Eltern zurückgeholt werden. Mit 18 Jahren kann Ihr Kind mit dem Geld machen, was es will (also auch eine Riesenparty schmeißen, eine Reise machen oder es einem Guru schenken o.ä.). Natürlich sind das Extremfälle, aber als Eltern sollte man das doch wissen. Geld auf den Namen der Kinder kann ab bestimmten Höhen außerdem Auswirkungen auf Bafög-Ansprüche und Krankenkassenbeiträge haben.
Wie Sie das Geld ansparen, hängt vor allem von Ihrer Risikobereitschaft ab. Bei der langen Laufzeit spricht nichts gegen einen Aktienfondssparplan. Den von Ihnen ausgewählten Fonds halte ich für sehr gut. Wenn Sie den Sparplan bei einer Direktbank eröffnen, finden Sie auch Angebote ohne Ausgabeaufschlag. Das bedeutet 2 Euro Ersparnis pro Monat. Über 18 Jahre sind das bei unterstellten 6% Rendite immerhin rund 775 Euro mehr.
Inzwischen sind mir Zweifel gekommen, ob der Abschluss richtig war. Die LV sollte als Altersvorsorge dienen. Was soll ich tun?
Stefanie Kühn: Sie haben eine Lebensversicherung, die nach „altem Recht" eine steuerfreie Auszahlung sichert. Das ist natürlich ein Vorteil. Die beiden Fonds, in die investiert wird, sind folgendermaßen einzuschätzen. Der erste ist ein Garantie-Dachfonds. Die Garantie greift 2024 und der Garantiegeber ist die Societé Generale. Natürlich ist jede Garantie nur so gut, wie ihr Garantiegeber. Die Performance von 4,2% auf Ein-Jahressicht ist, wenn Sie eine Police mit gemischtem Risiko gewählt haben, für die Abdeckung des konservativen Teils gut. Haben Sie eine Police mit Schwerpunkt „Wachstumsorientiert", dann ist dies kein passender Fonds. Bis 2009 müssten Sie hier einen anderen Fonds gehabt haben, da der Fonds nach meinen Informationen erst gut ein Jahr alt ist. Der Templeton Growth Fund (Euro) ist inzwischen nur noch ein durchschnittlicher Fonds. Hier gäbe es sicherlich bessere Fonds, fraglich nur, ob Sie bei Ihrer Police eine Wahlmöglichkeit haben. Alles in allem haben Sie aber keine „Katastrophen-Fonds".
Über die Risiken von fondsgebundenen Lebensversicherungen haben Sie sich sicherlich bei Abschluss gründlich informieren lassen und ich gehe davon aus, dass Ihnen das Schwankungsrisiko bewusst war.
Die niedrige aktuelle Fondssumme erklärt sich zum einen aus den gesunkenen Aktienkursen seit 2008. Möglicherweise ist auch der Vorgänger-Fonds des Skandia Fonds mit verantwortlich. Außerdem zahlen Sie in den ersten drei Jahren hauptsächlich die Vermittlerprovision, die meist bei rund 4% aller zu leistenden Beiträge liegt.
Die Dynamik wirkt jetzt jedes Jahr wie ein kleiner Neuabschluss, natürlich mit den entsprechenden Kosten. Daher würde ich diese beenden und das Geld frei ansparen. Die Laufzeit ist insgesamt sehr lang, möglicherweise haben Sie eine Abrufmöglichkeit ohne Kosten vor Ablauf der Versicherung.
Die laufenden Kosten sollten überprüft werden, bevor Sie sich entscheiden, wie Sie weiterverfahren. Liegen diese im normalen Rahmen, würde ich eine Optimierung der Police durch Aufgeben der Dynamik und Fondsoptimierung vorziehen. Den größten Block der Kosten haben Sie ja inzwischen bezahlt.
mit der Witwen- bzw. Witwer-Rente verhält, wenn einer von uns vor dem
anderen stirbt. Bekommt die Ehefrau 60 Prozent von der Brutto-Rente des
Ehemannes? Und gilt das auch umgekehrt? Gibt es Einkommensgrenzen?"
Stefanie Kühn: Sofern Ihre Ehe vor 2002 geschlossen wurde (wovon ich ausgehe), gelten Sie als „Altfall" und erhalten noch 60% Hinterbliebenenrente. Diese 60% werden von der Bruttorente berechnet. Das gilt für Sie beide.
Es gibt keine Einkommensgrenzen wohl aber Anrechnung von weiteren Einkünften. Zunächst hat jeder einen Freibetrag, dieser beträgt derzeit monatlich 718,08 Euro. Darüber hinausgehendes Einkommen wird mit 40% des übersteigenden Beitrages auf die Witwen- oder Witwerrente angerechnet. Wenn Sie die Bedingungen für einen Altfall erfüllen, dann werden bspw. Vermögenseinkommen und private Renten (u.a.) nicht angerechnet, wohl aber Arbeitseinkommen.
15.04.2010
Edda S.: "Am 19.06.2000 habe ich 50 Stück Aktien der Deutschen Telekom, mit einem Einzelwert von damals DM 124,- erworben. Leider habe ich in den 10 Jahren nur Verlust einstreichen können. Nun habe ich mich nun entschlossen die Aktien umzuschichten bzw. zu verkaufen. Welche Aktien oder sonstige Anlage würden Sie mir empfehlen?"
Stefanie Kühn: Grundsätzlich sind Sie bei einem einzelnen Aktienwert immer davon abhängig, ob genau dieser eine gute Rendite erzielt. Wenn Sie das Risiko streuen möchten, aber im Aktienbereich bleiben möchten, wäre ein DAX-ETF oder Euro-Stoxx-ETF (Exchange Traded Fund) eine Alternative. Dort würden Sie in die bedeutensten deutschen bzw. europäischen Unternehmen über einen Investmentfonds investieren.
Ein ETF ist ein passiv gemanagter Investmentfonds, d.h. es gibt keinen Fondsmanager, da der entsprechende Index einfach 1:1 abgebildet wird. Dadurch sind die Kosten sehr gering. Bevor Sie jedoch erneut in ein Aktieninvestment mit den entsprechenden Schwankungen umschichten, sollten Sie überlegen, ob diese Anlage zu Ihnen und Ihren Zielen passt. Die Summe, die Sie beim Verkauf der Telekomaktien erlösen würden ist ja sehr gering und auch ein ETF verursacht beim Kauf - wenn auch geringe - Kosten.
Sie könnten auch überlegen, ob Sie die Telekomaktien aufgrund der Dividendenrendite (das ist die Rendite, die Sie mittels der Dividende, bezogen auf das momentane Kursniveau erzielen) behalten.
23.03.2010
Familie R.: "Um die vermögenswirksamen Leistungen (40 Euro) anzulegen, hatte meine Hausbank folgende Papiere empfohlen: Fondsbezeichnung: DekaStruktur: 4 Chance Plus, Verwahrart: GiroSammel, VL Vertrag: gesperrt bis zum 31.12.2012. Ich bin dem Ratschlag gefolgt, was mir aber nicht gesagt wurde, war, wie hoch die Gebühren sind in Bezug auf den geringen Einsatz. Es ist empfohlen worden, von meiner Seite noch nach meinen Möglichkeiten hinzu zu zahlen. Dies ist für mich jedoch frühestens ab 01.06.2010 möglich. Da könnte ich ca. bis zu 150,00 €/monatlich für Rücklage / Einsatz realisieren. Soll ich alles so lassen wie es ist und die Anlage zum 31.12.2012 auflösen oder eventuell verlängern? Soll ich ab Juni noch mehr dazuzahlen? Halten Sie die Anlage aktuell für empfehlenswert oder gibt es eine andere Möglichkeit?"
Stefanie Kühn: Der DekaStruktur 4 Chance Plus Fonds ist ein Dachfonds. Damit hat er zwei Gebührenebenen. Die Dach-Ebene hat eine ausgewiesene Total Expense Ration von 1,38%, die einzelnen Fonds, die der Dachfonds hält, haben ebenfalls Gebühren. Die Gebühren der einzelnen Fonds (über 95% Aktienfonds) liegen bei 1% und 1,5%, so dass die laufenden Kosten bei mindestens 2,38% (1,38% + 1%) liegen. Dazu zahlen Sie vermutlich bei jedem Kauf die vollen 2% Ausgabeaufschlag und vermutlich eine Jahresgebühr für das Depot (10 - 15 Euro pro Jahr). Die Gebühren sind bis auf die Depotbankgebühr also prozentual.
Ich halte Dachfonds auf Grund der zwei Gebührenebenen grundsätzlich für ungeeignet. Mit einem guten weltweit anlegenden Aktienfonds hätten Sie a) eine bessere Rendite erzielt und b) bei Kauf über einen Fondsdiscounter den Ausgabeaufschlag eingespart.
Sie könnten das bislang Gesparte ruhen lassen und zukünftig Ihre VL-Leistungen bei einem Anbieter ohne Ausgabeaufschlag investieren. Ob Sie den Fonds 2012 behalten, können Sie erst dann unter den dann aktuellen Marktgegebenheiten entscheiden.
Wenn Sie mehr sparen wollen, empfehle ich Ihnen, dass nicht mit dem VL-Depot zu vermischen, sondern bei einer Direktbank ein Depot zu eröffnen. Dort haben Sie dann die Wahl zwischen Fondssparen (es gibt viele gute Fonds ohne Ausgabeaufschlag), Tagesgeld und – wenn dort einiges zusammengespart ist - Festgeld. Eine Aufteilung der Sparrate in verschiedene Anlageklassen wäre sicherlich sinnvoll.
08.03.2010
Josef D.: "Ich (56, verheiratet) zahle seit 1991 monatlich 300 Euro (dynamisch) in eine Lebensversicherung des Bayerischen Beamten Versicherung ein. Auszahlung ist Oktober 2015. Jetzt hat mir eine unabhängiger Vermögensberater geraten, die LV beitragsfrei zu stellen udn eine fondsgebundene Lebensversicherung (fc Two Trust Fondspolice) bei HDI Gerling abzuschließen. Vertragsdauer ist 12 Jahre bei einer monatliche Einzahlung von 500 Euro. Der Einzahlungsbetrag wird garantiert und kann sich durch das Life Cycle-System erhöhen. Wie schätzen Sie dieses Angebot ein?"
Stefanie Kühn: Die Lebensversicherung, die Sie besitzen ist ein Vertrag nach altem Steuerrecht. Das bedeutet, dass die Auszahlung für Sie nach 5 Jahren Beitragszahlungsdauer und einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren steuerfrei ist. Diese Bedingungen sind 2015 bei Ihnen erfüllt. Ein neuer Vertrag ist mit seinem Gewinn grundsätzlich steuerpflichtig. Wenn die Auszahlung ab dem Alter 60 erfolgt, dann ist nur die Hälfte des Gewinns zu versteuern. Dies ist der erste Grund, die Versicherung zu behalten.
Der zweite Grund auf einen Neuabschluss zu verzichten ist die erneut ansfallende Abschlussprovision. Diese wird rund 4% Ihrer Beiträge über die geplante Laufzeit betragen, vermutlich also über 2.500 Euro. Dies ist für einen Vermittler natürlich eine große Motivation, eine Sparrate „freizuschaufeln" und eine Beitragsfreistellung vorzuschlagen. Selbst wenn die neue Versicherung besser wäre, müsste dieses Geld ja erstmal „eingespielt" werden, bevor die Versicherung zu einem verbesserten Resultat führen würde.
Der dritte Grund für die Beibehaltung ist, dass Sie bislang offenbar eine klassische Lebensversicherung hatten und nun eine fondsgebundene Versicherung hätten. Zwar haben Sie eine Garantie, aber eine Garantie kostet Geld, also Rendite. Sie würden ein anderes Risiko eingehen, als bisher.
Ihre Versicherung könnten Sie optimieren, in dem Sie in den letzten Jahren auf die Dynamik verzichten, denn auch diese löst immer erneut eine Provision aus. Inzwischen bleiben aber nicht mehr genügend Jahre, um diese Kosten zu kompensieren.
18.02.2010
Susanne R.: "Unsere Kinder (12 und 9 Jahre) erhalten von ihren Großeltern seit Anfang des Jahres jeden Monat jeweils 50 Euro.
Und noch eine Frage: Welche sichere Anlage würden Sie derzeit für einen Betrag von 5000 bzw. 10.000 Euro empfehlen. Kurzfristig über ca. 3 Jahre."
Stefanie Kühn: Wenn die Kinder im Alter von 18 mit Sicherheit über das Kapital verfügen können sollen, sind grundsätzlich Festgelder eine angemessene Anlageform. Wenn Sie Erfahrung mit Aktienfonds haben, könnte durchaus auch ein Fondssparplan in Frage kommen. Ein gutes Startinvestment stellt hier ein weltweit anlegender Fonds dar. Dabei sollten Sie besonders auf einen günstigen Einkauf achten. Bei vielen Direktbanken gibt es gute Fonds auch ganz ohne Ausgabeaufschlag, der sonst bis über 5% betragen kann.
Möglich wäre auch eine Splittung dergestalt, dass Sie jeweils einen Fondssparplan über 25 Euro pro Monat einrichten und den Rest auf Tages- bzw. Festgeld parken.Eine sichere Anlage über einen Zeitraum von 3 Jahre stellt ebenfalls das Festgeld dar. Derzeit finden Sie gerade im 3-Jahres-Bereich einige doch attraktive Anlagemöglichkeiten. Auch wenn Ihnen die momentanen Zinsen niedrig vorkommen, denken Sie daran, dass es das gleiche ist, ob Sie 6% erzielen und 4% Inflation haben oder 2,5% bei 0,5% Inflation. Die Rendite für Sie ist jedesmal genau 2%!
12.02.2010
Peter D.: "Ich habe meine Lebensversicherung nach rund acht Jahren mit großen Verlusten verkauft, weil ich mir eine besserer Anlageform ausgesucht habe. Welche Möglichkeit besteht für mich, dass ich Nachforderungen stellen kann?"
Stefanie Kühn: Wenn Sie der Meinung sind, dass die Berechnung des Rückkaufswertes zu niedrig war, empfehle ich Ihnen, einen auf Versicherungrecht spezialisierten Anwalt aufzusuchen, gerade um auch die Frage der Verjährung zu klären. Es gab in der Vergangenheit diverse Urteile, in denen Versicherungen zu „Nachschlägen" gebeten wurden. Die Höhe hing vor allem aber vom Jahr des Abschlusses der Lebensversicherung ab.
Der BGH erklärte beispielsweise 2005 bei Verträgen, die zwischen Juli 1994 und Mai 2001 abgeschlossen wurden, Klauseln über den Rückkaufswert bei vorzeitiger Kündigung für unwirksam. Die Begründung lautete, dass der Verbraucher unangemessen benachteiligt sein da Kosten in den Verträgen verschleiert würden und das bei vorzeitiger Vertragskündigung insbesondere in den ersten Jahren hohe Verluste hingenommen werden müssten.
01.02.2010
Peter M.: "Ich habe 2005 die klassische Riesterrente bei der Victoriaversicherung abgeschlossen und zahle mittlerweile den höchstbetrag von 1964 Euro ein. Mit dem Renditeergebnis bin ich nicht zufrieden. Laut "test" soll die Citibank als Anbieter gute Ergebnisse einfahren. Wenn ich den Anbieter wechsle, welche nachteile entstehen dann? Ist eine Wechsel mit Kosten verbunden? Kann ich die alte Versicherung stilllegen und bei der der citibank einen neuen Vertrag abschließen?"
Stefanie Kühn: Ein Wechsel eines Riestervertrages ist immer mit Kosten verbunden. Zum einen kostet der Übertrag des bisherigen Guthabens (meist ca. 100-150 Euro), zum anderen hätten Sie bei einer erneuten Versicherungslösung, wie bei dem von Ihnen vorgeschlagenen Anbieter erneute Abschlusskosten. Diese sind auf die ersten Sparjahre verteilt.
Bei Ihrem Vertrag sind die Abschlusskosten nun wahrscheinlich so gut wie bezahlt und zwar in einer Höhe, als würden Sie über die gesamte Laufzeit einzahlen. Von einem Wechsel in eine andere Riester-Versicherung rate ich Ihnen daher ab. Alternativ könnten Sie einen Riester-Banksparplan oder ein reines Fondssparen (falls vom Risiko gewünscht) auswählen und den bisherigen Vertrag (trotz Kosten) übertragen oder beitragsfreistellen.
Es kommt jedoch auf Ihre persönliche Situation an, ob überhaupt und in welcher Form sich ein Riester-Vertrag für Sie lohnt.
15.01.2010
Hans-Joachim W.: "Ihre Stellungnahme zu den Prokon-Inhaber-Teilschuldverschreibungen habe ich gelesen. Ich selbst bin ein gebranntes Kind durch "Geschäfte" mit Leipzig-West AG und EECH und habe dort viel Erspartes verloren. Denken Sie, dass Prokon eine sichere Anlage ist unter heutigen Gesichtspunkten ? Welche Anlagen empfehlen Sie bei 100.000 Euro?"
Stefanie Kühn: Wirklich sichere Anlagen sind meines Erachtens nur Festgelder/Tagesgelder bei Banken, die der deutschen Einlagensicherung unterliegen (Alternativ der Einlagensicherung in einem als "sicher" geltenden Land in Europa). Ist der Anlagebetrag größer, sollte zusätzlich über den privaten Einlagensicherungsfonds oder ggf. die Einlagensicherung der Sparkassen oder Genossenschaftsbanken eine Absicherung bestehen.
Alle anderen Anlagen, wie Unternehmensanleihen, Genussscheine, Zertifikate, Fonds aller Art besitzen Risiken. Die von Ihnen genannte Anlage bei Prokon ist nicht sicher in diesem Sinne. Ihre schlechten Erfahrungen zeigen Ihnen ja schon, was alles passieren kann.
Wenn Sie 100.000 Euro anlegen möchten, ist es mit einem pauschalen Rat nicht getan. Die Anlage muss zu Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikomentalität passen. Grundsätzlich empfiehlt sich bei dieser Summe eine Aufteilung in verschiedene Anlageformen. Wenn Sie im wesentlichen sicher anlegen möchten, empfiehlt sich ein Tagesgeld-Festgeld Mix, vielleicht ergänzt um einen Aktienfonds oder einen Mischfonds. Achten Sie auf gute Zinsen und günstige Einkaufskosten.
Dieter B.: "Ich habe von einer "renditesicheren Anlage" der Prokon Nord Energiesysteme GmbH gelesen. Halten Sie eine solche Anlage für empfehlenswert? Im Text heißt es: "Investieren Sie in die Energieversorgung von morgen. Einlage ab 1000 Euro, Festzins 7% ohne Kursrisiko, Laufzeit 5 Jahre, Zinszahlung jährlich, Ausgabekurs 100%"."
Stefanie Kühn: Die Prokon Nord Energiesysteme GmbH ist in diversen Projekten zum Thema erneuerbare Energien tätig. Sie ist nicht zu verwechseln mit dem Unternehmen Prokon, dass in Deutschland für inzwischen hauptsächlich genussrechsfinanzierte Windparks an Land steht. Die Prokon Nord hat einen ähnlichen Namen, da vor vielen Jahren die Gründer von Prokon beschlossen, getrennte Wege zu gehen, sich dabei aber nicht zu schaden und die Nutzung des Kernwortes Prokon für beide beizubehalten. Da sich die Prokon Nord bislang nicht bundesweit an Privatanleger wandte, kam wohl es zu keinen Differenzen. Das hat sich nun laut der Homepage von Prokon geändert.
Zur Anlage selbst: Die Anlage ist nur so gut, wie derjenige, der den Zins verspricht. „Ohne Kursrisiko“ suggeriert die Sicherheit, die sicherlich nicht da ist, es ist eine Unternehmensanleihe. Sie tragen damit ein Risiko, dass das Unternehmen Prokon Nord insolvent wird oder in Zahlungsprobleme gerät. Da es keine für mich prüfbare Historie von Anlagen für Privatanleger dieser Art bei Prokon Nord gibt, möchte ich das nicht werten. Risikolos jedoch ist weder ein Genussrecht von Prokon noch eine Unternehmensanleihe von Prokon Nord.
Familie R.: "Um die vermögenswirksamen Leistungen (40 Euro) anzulegen, hatte meine Hausbank folgende Papiere empfohlen: Fondsbezeichnung: DekaStruktur: 4 Chance Plus, Verwahrart: GiroSammel, VL Vertrag: gesperrt bis zum 31.12.2012. Ich bin dem Ratschlag gefolgt, was mir aber nicht gesagt wurde, war, wie hoch die Gebühren sind in Bezug auf den geringen Einsatz. Es ist empfohlen worden, von meiner Seite noch nach meinen Möglichkeiten hinzu zu zahlen. Dies ist für mich jedoch frühestens ab 01.06.2010 möglich.Da könnte ich ca. bis zu 150,00 €/monatlich für Rücklage / Einsatz realisieren.
Soll ich alles so lassen wie es ist und die Anlage zum 31.12.2012 auflösen oder eventuell verlängern? Soll ich ab Juni noch mehr dazuzahlen? Halten Sie die Anlage aktuell für empfehlenswert oder gibt es eine andere Möglichkeit?"
Der DekaStruktur 4 Chance Plus Fonds ist ein Dachfonds. Damit hat er zwei Gebührenebenen. Die Dach-Ebene hat eine ausgewiesene Total Expense Ration von 1,38%, die einzelnen Fonds, die der Dachfonds hält, haben ebenfalls Gebühren. Die Gebühren der einzelnen Fonds (über 95% Aktienfonds) liegen bei 1% und 1,5%, so dass die laufenden Kosten bei mindestens 2,38% (1,38% + 1%) liegen. Dazu zahlen Sie vermutlich bei jedem Kauf die vollen 2% Ausgabeaufschlag und vermutlich eine Jahresgebühr für das Depot (10 - 15 Euro pro Jahr). Die Gebühren sind bis auf die Depotbankgebühr also prozentual.
Ich halte Dachfonds auf Grund der zwei Gebührenebenen grundsätzlich für ungeeignet. Mit einem guten weltweit anlegenden Aktienfonds hätten Sie a) eine bessere Rendite erzielt und b) bei Kauf über einen Fondsdiscounter den Ausgabeaufschlag eingespart.
Sie könnten das bislang Gesparte ruhen lassen und zukünftig Ihre VL-Leistungen bei einem Anbieter ohne Ausgabeaufschlag investieren. Ob Sie den Fonds 2012 behalten, können Sie erst dann unter den dann aktuellen Marktgegebenheiten entscheiden.
Wenn Sie mehr sparen wollen, empfehle ich Ihnen, dass nicht mit dem VL-Depot zu vermischen, sondern bei einer Direktbank ein Depot zu eröffnen. Dort haben Sie dann die Wahl zwischen Fondssparen (es gibt viele gute Fonds ohne Ausgabeaufschlag), Tagesgeld und – wenn dort einiges zusammengespart ist - Festgeld. Eine Aufteilung der Sparrate in verschiedene Anlageklassen wäre sicherlich sinnvoll.