13 kühne Regeln für Ihre persönliche finanzielle Unabhängigkeit
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21.12.2011
Sebastian H.: "Meinen beiden Töchtern möchte ich gerne jeweils den Betrag von € 10.000.- übereignen. Dabei möchte ich die Übergabe von Bargeld oder eines Sparbuches vermeiden. Ich habe mir etwa die Übergabe eines Sparbriefes o. ä. vorgestellt. Das Geld sollte bei Bedarf eher kurzfristig für eine evtl. Notsituation zur Verfügung stehen und möglichst noch einen kleinen Ertrag bringen. Erwarte ich eventuell zuviel?"
Stefanie Kühn: Sparbriefe oder Tagesgeldkonten eignen sich hervorragend für Anlagen, die kurzfristig oder mittelfristig zur Verfügung stehen sollen. Gute Tagesgeldkonten bieten Konditionen, mit denen zumindest der Inflationsausgleich noch geschafft werden kann.
Tagesgeldkonten sind täglich verfügbar, eventuell bietet es sich an, für jede Tochter einen Teil völlig flexibel anzulegen. Bei Sparbriefen oder Festgeldern gibt es unterschiedliche Laufzeiten, hier sollten Sie sich aufgrund Ihres Ziels „Notsituation absichern" nicht zu lange binden. Die derzeit recht niedrigen Zinsen laden sowieso nicht dazu ein. Die holländische NIBC Bank oder die Santander Direktbank sind Beispiele, wo Sie schon für Ihre Anlagesumme attraktive Zinsen bekommen.
Die BMW-Bank hat ein Online-Sparbuch mit einem derzeitigen Zins von 2,7% (Stand Nov. 11), das eine für Sparbücher typische drei-monatige Kündigungsfrist besitzt mit einer Verfügbarkeit von 2.000 Euro pro Monat. Dieses Angebot fiel mir spontan ein, als ich Ihre Frage las – auch wenn Sie eigentlich kein Sparbuch übergeben wollten. Da alles online passiert, ist dieses Kriterium aber auch erfüllt.
Zur Abwicklung: Sie könnten Ihre Töchter bitten, geeignete Konten zu eröffnen und Sie überweisen das Geld dann direkt dorthin.
29.11.2011
Regina M.: "Meine Mutter (89) erhielt aufgrund der schlechten Anlageverzinsung von ihrer Sparkasse folgendes Angebot: Eine Anlage Ihres Geldes in ein Generationen-Depot der Bay. Vers. Kammer. Anlagedauer 12 Jahre – da das Höchstalter von 85 Jahren bereits überschritten ist, soll das Depot auf mich lauten. Vorteile lt. Aussage des Mitarbeiters: gute Verzinsung, jederzeit Verfügbarkeit von Teilbeträgen, Versteuerung erst bei Entnahme von Beträgen, kein Anfall von Erbschaftssteuer, da das Geld bereits über mich läuft.Was halten Sie von der Anlage? Gäbe es nach Ihrer Meinung eine bessere und ist es richtig, dass das Geld zu meinen steuerlichen Beträgen gerechnet wird?"
Stefanie Kühn: In dem Moment, wo Ihre Mutter Geld auf Ihren Namen anlegt, handelt es sich um eine Schenkung, die der Schenkungsteuer unterliegt. Als Tochter haben Sie einen Freibetrag von 400.000 Euro (alle 10 Jahre). Es ist richtig, dass dann im Todesfall keine Erbschaftssteuer mehr anfällt, da das Vermögen Ihnen ja aufgrund der Schenkung schon gehört. Weitere Folgen wie beispielsweise ein Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Geschwistern wären aber zu bedenken.
Im Grundsatz handelt es sich bei diesem Produkt um eine Kapitallebensversicherung mit Einmalanlage. Der Garantiezins beträgt derzeit noch 2,25% und sinkt zum Jahreswechsel auf 1,75%. Die meisten Lebensversicherungen schaffen Renditen zwischen 2,5 und 4% - Sie können sich sagen lassen, welche Renditen mit Lebensversicherungen der Bayerischen Versicherungskammer, die jetzt zur Auszahlung kommen, erzielt werden. Das und die in der Berechnung angegebene Hochrechnung mit dem derzeit gültigen Überschusssatz ist ein guter Maßstab, welche Rendite zu erwarten ist. Garantiert ist immer nur der Garantiezins und dieser wird nur auf den (unbekannten) Sparanteil gezahlt – also den Teil der eingezahlten Summe, der nicht für Abschluss- und Verwaltungskosten sowie Risikokosten verwendet wird.
Lassen Sie sich die Kosten genau beziffern, sowohl die einmaligen Abschlusskosten als auch die laufenden Verwaltungskosten. Dann ergibt sich die Antwort auf Ihre Frage, ob es bessere Anlagen gibt, meist sehr schnell.
Alternativen sind eine Schenkung an Sie und Anlage des Geldes gemäß Ihrer individuellen Situation und Ihrer Risikoeinstellung.
14.11.2011
Hermann D.: "Die Umweltbank Nürnberg hat mir als Anlage für eine größere Summe die Windkraft-Firma Enertrag Energieinvest AG empfohlen. Die Firma wirbt mit einem Zinssatz zwischen 7 und 8 Prozent. Was halten Sie von dieser Firma? Hat Enertrag eine gute Bonität und ist eine Anlagezeichnung dort sicher?"
Stefanie Kühn: Wenn Sie Anleihen einer Firma erwerben, dann spielt die Bonität des Unternehmens eine entscheidende Rolle. Anleihen unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. In diesem Fall ist die Bonität besonders wichtig:
Die Anleihen der Firma werden laut dem Wertpapierprospekt nicht an der Börse gehandelt, der Anlagebetrag würde also über den Zeitraum 6 bzw. 7 Jahre festliegen (Schenkung/Vererbung ist aber möglich). In dieser Zeit haben Sie also praktisch keine Möglichkeit, auf eine veränderte Bonitätseinstufung o.ä. durch einen vorzeitigen Verkauf zu reagieren. Ein Totalausfall ist wie bei allen Anleihen möglich. Geht das Unternehmen pleite, können Sie hier jedoch nicht, wie bei Unternehmensanleihen, die börsennotiert sind, eventuell noch rechtzeitig die „Reißleine" ziehen und über die Börse mit Abschlag verkaufen .
Die Risiken der Anleihe sind im Wertpapierprospekt ausführlich beschrieben. Mir ist aufgefallen, dass sich die Emittentin ein vorzeitiges Kündigungsrecht vorbehält. Das bedeutet, das Unternehmen kann die Anlage zum Ende eines Laufzeitjahres kündigen, Sie aber nicht. Sollte das Unternehmen davon Gebrauch machen, können Sie eventuell Ihr Geld nicht zu vergleichbaren Konditionen am Kapitalmarkt anlegen.
Ein „offizielles" Rating der Anleihe oder der Emittentin habe ich auf der Homepage nicht gefunden, insofern müssen Sie selbst entscheiden, ob Ihr Risiko angemessen verzinst wird. Der hohe Zinssatz im Verhältnis zu den derzeitigen Marktgegebenheiten lässt darauf schließen, dass die Risiken nicht zu vernachlässigen sind.
Letztlich müssen Sie überlegen, ob eine solche Anlage mit fester Laufzeit und wohl keiner Möglichkeit des vorzeitigen Ausstieges zu Ihren sonstigen Anlagen passt. In einem sehr breit gestreuten Portfolio mit unterschiedlichen Risikoklassen würde man eher eine Anlage solcher Art dazunehmen, als wenn Sie mit nahezu 100% Ihres Anlagekapitals hier investieren möchten.
04.11.2011
Klaus D.: "Ich habe eine Direktversicherung als Altersvorsorge abgeschlossen, die steuerlich begünstigt ist. Das heißt die Beiträge wurden direkt von meinem Gehalt abgezogen. Die Auszahlung ist zur Rente. Nun bräuchte ich jedoch ganz dringend Geld. Wie komme ich jetzt schon an das Geld aus der Versicherung?"
Stefanie Kühn: Direktversicherungen sind eine Form der betrieblichen Altersvorsorge. Eine vorzeitige Kündigung ist möglich, die Auszahlung erfolgt aber frühestens mit 60. Insofern ist eine Kündigung hier mit einer Beitragsfreistellung gleich gestellt. Ihnen ist damit natürlich nicht geholfen. Eine Kündigung, wie Sie sie vielleicht von Lebens- oder Rentenversicherungen kennen (Auszahlung des Rückkaufswertes) gibt es also nicht. Sie können die Versicherung leider auch nicht beleihen oder verkaufen.
In der Vergangenheit gab es Urteile, die dies bestätigt haben, jedoch auch Urteile, die die Arbeitgeber, die nicht ausreichend auf diese Problematik hingewiesen haben, zu Schadensersatz verurteilt haben. Gegegebenenfalls wäre hier eine anwaltliche Beratung sinnvoll.
27.10.2011
Hubert B.: "Wir haben am 18. November 1991 bei unserer Bank einen Vorsorgeplan unterzeichnet (Ansparzeit 20 Jahre, montaliche Einzahlung 200 DM). Das vereinbarte Ziel waren 100.500 DM, fällig am 15. November 2011 inklusive 20 Prozent Bonus. Laut heutiger Mitteilung und telefonischer Nachfrage erhalten wir, vorbehaltlich dem Abzug von Steuern, voraussichtlich 40.650,33 Euro. Wir kommen uns ganz schön betrogen vor. Wie sehen Sie das?"
Stefanie Kühn: Sie haben ein sogenanntes Bonussparen abgeschlossen. Das, was so großartig klingt – ein Bonus von bis zu 20% – wird in der Regel nur auf die jährliche Sparrate gezahlt. Der Rest, also das bereits angesparte Geld, wird mit einem oft recht mageren Zins versehen. Je länger die Laufzeit ist, umso großer also der „Batzen Geld", der gering verzinst wird. Daher sollte man grundsätzlich bei Bonussparverträgen immer die Rendite über die Laufzeit erfragen und sich von hohen Bonusbeträgen nicht blenden lassen.
Die Rendite Ihrer Anlage habe ich berechnet. Sie haben über die 20 Jahre eine durchschnittliche Rendite von ca. 4,7% erzielt. Ursprünglich prognostiziert waren ca. 6,7%. Diese Verschlechterung trägt dem allgemeinen Rückgang der Zinsen in den letzten Jahren Rechnung, vor dem Sie durch den variablen Basiszins dieses Produktes nie gefeit ist. Letztlich war Ihr Sparvertrag gerade in den letzten Jahren doch recht ordentlich verzinst, wenn Sie die 4,7% mit dem derzeitigen Zinsniveau vergleichen.
22.09.2011
Veronika S. "Ich habe eine Frage, die ich gerne von Stefanie Kühn beantwortet hätte und deren Beantwortung sicherlich viele Ihrer Leser auch interessiert: Wir möchten für unsere Kinder (2 und 7 Jahre) jeweils 50 Euro monatlich sparen und zusätzlich je 5.000 Euro mit langem Anlagehorizont und möglichst ökologisch-sozial sinnvoll anlegen. Könnten Sie bitte sowohl sicherheitsorientierte als auch riskantere Vorschläge machen?
Stefanie Kühn: Als sicherheitsorientierte Anlagen kommen Tages- und Festgelder in Frage. Hier finden Sie bei Banken wie der GLS-Bank, Umwelt- oder Ethikbank Angebote für Ihre Anlagesumme und den gewünschten Sparplan. Bei der derzeitigen Lage am Zinsmarkt empfehle ich Ihnen, keine zu langen Anlagezeiten zu vereinbaren, auch wenn Sie grundsätzlich einen langfristigen Zeithorizont haben.
Wenn Sie risikoreicher, dafür aber natürlich auch chancenreicher anlegen möchten, kommen Misch- oder Aktienfonds, die so investieren, dass bestimmte ökologische und ethische Vorgaben berücksichtigt werden. Dabei müssen Sie trotz oft imposanter Titel der Fonds diese genau ansehen. Es gibt keine einheitliche Regelung für die Kriterien und oft wird der sogannte Best-in-class-Ansatz verwandt. Das bedeutet, dass z.B. das Kriterium „Umweltfreundlichkeit" nicht absolut gemessen wird, sondern die Unternehmen einer Branche verglichen werden. Der Beste kommt dann in den Fonds. Fondssparpläne gibt es in der Regel ab 50 Euro im Monat. Zur Verbesserung der Rendite können Sie darauf achten, dass Sie möglichst kostenarm anlegen, d.h. keine oder geringe Depotgebühren zahlen und den Ausgabeaufschlag vermeiden.
23.08.2011
Max W.: "Mir sind als Kapitalanlage Schiffscontainer der Firma P & R, Grünwald, angeboten worden. Hierzu habe ich ein paar Fragen. Welche Risiken sind mit diesem Investment verbunden? Wie hoch ist das Risiko einzuschätzen, sein Kapital zu verlieren? Mit welcher Rendite ist zu rechnen, umgerechnet auf normale Bankanlagen, da deren Zinsberechnungen auf der IRR-Methode beruhen?"
Stefanie Kühn: Eine Anlage in Schiffscontainer ist eine unternehmerische Beteiligung. Sie werden damit Mitunternehmer, das ist nicht per se schlecht, man muss nur wissen, was man sich einkauft. In diesem Fall kaufen Sie einen Container, den Sie vermieten. Diese Aufgabe übernimmt P&R für Sie für mindestens 5 Jahre. Danach können Sie den Container verkaufen (an P&R, aber wohl auch an andere). Als Mitunternehmer tragen Sie ein Totalverlustrisiko. Beteiligungen zählen zum sogannten grauen Kapitalmarkt. P&R hat eine recht lange Historie und es gab offenbar keinerlei Probleme.
Die speziellen Risiken bei den Container-Vermietungen liegen in einer eventuell veränderten weltweiten Nachfrage nach Containern, dem Ausfall des Mieters sowie P&Rs. Außerdem ist der Wiederveräußerungspreis nicht garantiert. Ob diese Risiken für Sie tragbar sind, kann pauschal nicht beantwortet werden.
Die IRR Rendite ist die gängige Renditeangabe für Beteiligungen und drückt die Rendite des durchschnittlich gebundenen Kapitals aus. Bei dieser Methode wird unterstellt, dass alle Ausschüttungen zum ursprünglichen Zins wieder angelegt werden, nicht aber zum Marktzins. Bei einer relativ kurzen Laufzeit mag diese Annahme jedoch nur zu geringen Verzerrungen führen. Wenn Sie den Gesamtkapitalfluss in Prozent von verschiedenen Anlagen über 5 Jahre betrachten, wird der Vergleich für Sie einfacher.
Wenn für Sie am Ende eine Rendite von 3,62% nach Steuern mit der IRR-Methode rauskommt (wie ich mir in einem Beispiel auf der Homepage der Gesellschaft ausgerechnet habe) sollten Sie sich fragen, ob Sie bereit sind, für diese Rendite die Risiken einer Beteiligung einzugehen. Zum Vergleich: Mit einem heute erzielbaren Festgeldangebot können Sie für 5 Jahre eine Nachsteuerrendite von 2,95% bei staatlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro erzielen.
11.08.2011
Karin H.: "Seit vielen Jahren haben wir 210 Inhaber-Anteilsscheine von DWS Euro Spezial (Isin: DE0009769711). Schon kurz nach dem Kauf fiel der Kurs - unser jetziger Verlust liegt bei über 30 prozent. Nun haben wir eine Mitteilung unserer Bank bekommen, wonach am 30. Novemver 2011 unser Anteilsscheine mit dem DWS Inter Genuss (Isin: DE0008490988) verschmolzen werden. Auif mein Nachfragen hin, ob das ein Vor- oder Anchteil für uns ist bekam ich eine nichtssagende Antwort. Ich möchte aber auf keinen Fall noch höhere Verluste. Was ist dieses Inter Genuss? Und was soll ich machen?"
Stefanie Kühn: Der DWS Euro Spezial ist ein Fonds, der in europäische Genussscheine investiert, der DWS Inter Genuss investiert weltweit in Genussscheine. Laut Info auf der Homepage der DWS ist außerdem ein kostenfreier Tausch in den DWS Euro-Rendite-PLus, ein Fonds mit gleichem Anlageschwerpunkt möglich. Letzterer ist steuerlich dann aber als Verkauf und Neukauf zu werten, wohingegen die Fondsverschmelzung keinen steuerlich bedeutsamen Vorgang darstellt.
Ich bin nicht ganz sicher, wie Sie zu dem 30%igen Minus kommen. Dieses Minus erreiche ich ungefähr, wenn ich den Verlust vom Höchstkurs 2007 bis heute betrachte. Sie sollten jedoch dann mindestens viermal eine Ausschüttung erhalten haben. Einen Ausgabeaufschlag haben Sie hoffentlich nicht gezahlt, da der Fonds damals schon deutlich günstiger über eine Börse handelbar war.
Genussscheine sind keine risikolose Anlage, damit haben Sie sich sicherlich vor Kauf beschäftigt. Wenn Sie diese Risiken nicht mehr eingehen möchten, ist ein Festgeld sicherlich die bessere Alternative. Zumal Sie auch in den vergangen vier Jahren damit deutlich stressfreier und besser gefahren wären.
07.08.2011
Anna H.: "Nachdem ich gerade meine Geldangelegenheiten neu ordnen will, kam mir eine Postwurfsendung der Prokon Unternehmensgruppe gerade recht. Darin werden Genussrechte als Kapitalanlage beworben. Im Internet bin ich nicht so ganz schlau geworden - können Sie mir sagen, ob das Unternehmen solide ist?"
Stefanie Kühn: Genusscheine sind gesetzlich nicht geregelte Wertpapiere. Je nach Ausgestaltung ähneln sie eher eine Aktie oder einer Anleihe. Der Genussschein der Prokon Unternehmensgruppe ähnelt eher einer Anleihe, da Sie einen festen Zins bekommen sollen. Genusscheine sind i.d.R. nachrangige Papiere, d.h. im Insolvenzfall des Unternehmens werden Ihre Forderungen nach den Forderungen „normaler" Kreditgeber befriedigt. Genau nachlesen müssen Sie auch, ob die Zinsen gezahlt werden, wenn das Unternehmen Verluste macht. Manche Genussscheine sind so ausgestaltet, dass sie nicht gezahlte Zinsen nachholen müssen.
Das alles muss man wissen, um zu beurteilen, ob der Zins einem angemessen für das Risiko erscheint, das man eingeht. Prokon selbst ist nicht unumstritten. Erst im Frühjahr diesen Jahres untersagte das Landgericht Itzehoe dem Unternehmen, irreführende Aussagen in der Werbung zu verwenden. So seien die Risiken nicht dargestellt. Wegen der irreführenden Werbung steht Prokon auf der Warnliste bei Finanztest.
Ob das Unternehmen so solide ist, dass es seine Versprechen auch in Zukunft erfüllen kann, vermag ich nicht zu sagen. Letztlich müssten Sie Kennzahlen wie den Verschuldungsgrad und die zugrunde gelegten Windprognosen für die Planzahlen prüfen. Wenn Sie diese Anlage dann als einen Baustein Ihrer Neuordnung vorsehen möchten, zählt sie sicherlich zu den risikoreicheren Anlagen in Ihrem Anlagemix.
02.08.2011
Lena P.: "Mein Sohn, 32 Jahre alt, hat im Jahr 2002 bei der WWK eine "Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit" / Investmentfonds abgeschlossen, wo er 50 € monatlich bis zum Jahr 2039 einbezahlt. Der Fond heißt WWK Select Chance und die Versicherung beinhaltet auch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Ist dieser Fonds sein Geld wert? Oder ist zu befürchten, dass nach 40 Jahren einzahlen das Geld weg ist?Die Berufsunfähigkeitsrente würde monatlich 158,20 Euro betragen. Da bei meinem Sohn zwischenzeitlich (2009) eine chronische, fortschreitende Krankheit (MS) diagnostiziert wurde, ist es möglich, dass er von dieser Rente einmal Gebrauch machen muss. Wäre es sinnvoll und möglich, die BU-Versicherung zu erhöhen? Wegen dieser Rente ist eine Auflösung der Lebensversicherung wahrscheinlich nicht ratsam, denn bei jedem neuen Abschluss (mit höherer BU-Rente) müsste mein Sohn ja seine Krankheit angeben. "
Stefanie Kühn: Ihr Sohn wird aufgrund seiner Erkrankung wohl keine andere BU-Absicherung mehr bekommen. In keinem Fall darf er seine Krankheit bei einem Antrag verschweigen, da die Versicherung sonst im Leistungsfall nicht zahlen würde.
Sollte die Versicherung eine Dynamik besitzen, wäre das die einzige Möglichkeit, die Rente ohne Gesundheitsfragen noch leicht zu erhöhen. Manche Versicherungen haben außerdem zu bestimmten Ereignissen eine Möglichkeit der Erhöhung ohne Risikoprüfung vorgesehen (bspw. bei Geburt eines Kindes). Dieses könnte überprüft werden und ggf. genutzt werden.
Die Vorgeschichte spricht für ein Weiterführen der Versicherung.
Der Fonds, in den investiert wird, ist ein durchschnittlicher Aktien-DAchfonds. Da der Beitrag sehr gering ist, empfehle ich Ihnen, die Kosten bei der Versicherung (getrennt nach BU-Kosten und Verwaltungskosten) abzufragen, damit Sie abschätzen können, welche Summe in den Spar-Baustein fließt. Zusammen mit den letzten Jahresmitteilungen können Sie sich ein Bild machen, ob die Police insgesamt angemessen kalkuliert ist und entscheiden, wie Sie damit umgehen. U.U. können Sie die Kosten durch jährliche Zahlung optimieren. Weg wäre das Geld nur, wenn der Aktienfonds auf Null Euro sinken würde, was heißen würde, die Unternehmen, in die investiert wird, gehen alle Pleite.
23.07.2011
Jürgen W.: Ich stelle mir die Frage, ob man in regenerative Energieträger investieren soll. Da kann man ja eigentlich nichts verkehrt machen (Risiko). Ideal wäre ein Fonds, der alle erneuerbaren Energieträger beinhaltet. Gibt es solche Produkte?
Stefanie Kühn: Es gibt verschiedene Arten Geld in regenerative Energien anzulegen. Neben Beteiligungen, die aber immer auf einen speziellen Energieträger ausgerichtet sind, können Sie in Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Neue Energien investieren. Sie haben dabei natürlich alle Risiken des Aktienmarktes, aber auch alle Chancen. Eine breite Streuung führt zu einer Risikosenkung, das sogenannte Marktrisiko bleibt aber. Das bedeutet, dass in einer schlechten Börsenphase (Baisse) sich auch diese Unternehmen wahrscheinlich nicht dem Trend entziehen können.
Breit aufgestellte Fonds aus der Sparte regenerative Energien gibt es beispielsweise in Form von ETFs (Exchange Traded Funds, indexnahe Fonds). ETFs sind günstiger als gemanagte Fonds – sowohl im Einkauf als auch bei den laufenden Kosten. Die Indizes, die abgebildet werden, reichen vom World Alternative Energy Index (Unternehmen aus Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Dezentralisierung der Energieversorgung (z.B. Mikroturbinen, Brennstoffzellen) bis zum Wilder Hill New Energy Global Innovation Index. Der Index umfasst Unternehmen, die hauptsächlich in den Bereichen umweltfreundliche und erneuerbare Energien sowie Technologien für sauberere Energienutzung aktiv sind.
Bei der Auswahl sollten Sie immer auch einen Blick in den letzten Rechenschaftsbericht werfen, um festzustellen, ob Sie sich mit den Unternehmen, in die investiert wird, identifizieren können. In der Vergangenheit hat sich schon so manches mal gezeigt, dass der Begriff Nachhaltigkeit doch sehr verschiedene Interpretationen zulässt.
04.07.2011
Angela H.: "In zwei bis drei Jahren möchte ich in ein Seniorenheim ziehen. Meine Rente reicht gerade für die monatlichen Kosten. Das Reiheneckhaus, das ich derzeit bewohne, muss ich dann verkaufen. Ich erwarte einen Erlös von 350.000 Euro. Was mache ich mit dem Geld von dem ich jeden Monat 500 bis 1000 Euro brauchen werde? Ich möchte größtmögliche Sicherheit, keine hohen Zinsen. Und was mache ich, wenn eine Währungsreform kommt? Ist dann alles verloren? Ich könnte das Haus auch vermieten, möchte aber keine Arbeit damit haben."
Stefanie Kühn: Sicherheit bzw. Risiken von Geldanlagen sind in der heutigen Zeit nicht mehr „einfach" zu bestimmen. Sie sprechen selbst an, dass Sie auch für den Fall einer Währungsreform gerüstet sein möchten. Bis zur Finanzkrise galten zum Beispiel Staatsanleihen vieler Länder als „absolut" sicher. Zwar sind Bundesanleihen oder Einlagen bei Banken, die der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen (100.000 Euro pro Person und Bank) noch immer eine sichere Sache. Jedoch hat die Eurokrise gezeigt, dass a) europäische Länder zahlungsunfähig werden können, wenn sie nicht gerettet werden und b) dass dafür möglicherweise andere Länder enorme Lasten zu tragen haben.
Immobilien sind ein klassischer Sachwert. Wenn Sie eine akzeptable Miete erzielen können, die Ihnen die gewünschte Summe pro Monat einbringt (wovon ich bei diesem Verkehrswert ausgehe), ist das eine gute Möglichkeit zur Krisenvorsorge. Bei der Immobilie haben Sie natürlich auch die Möglichkeit, externe Dienstleister (Verwalter, Hausmeister...) zu beauftragen. Auch Gold wäre als „Krisenwährung Nummer Eins" ein Baustein in Ihrem Anlagemix, allerdings hätten Sie dann keine laufenden Erträge.
Unter diesen Gesichtspunkten sind auch Aktien (ob direkt oder in Form vom Fonds oder ETFs) als Anteile an Unternehmen (Sachwert) in Betracht zu ziehen, wenn es um die Suche nach einer krisen-sicheren Anlage geht. Gleichwohl müssen bei aktienbasierten Anlagen Schwankungen einkalkuliert werden.
Arbeit werden Sie mit Ihren Geldanlagen immer haben, wenn Sie akzeptable Ergebnisse erzielen möchten.
22.06.2011
Traudl. W.: "Aus einer fondsgebundenen Lebensversicherung bei der Nürnberger erhalte ich zum 1.7.2011 nach 20 Jahren 16.430,58 €, wahlweise als Kapitalauszahlung. Nächstes Jahr werden aus einer weiteren fondsgebundenen LV bei der Nürnberger weitere 45.000 €, (nach derzeitigem Stand, Fondsentwicklung bleibt abzuwarten) fällig. Ich überlege:
a) mir das Kapital auszahlen zu lassen und verzinst anzulegen (aber hohe Abgeltungssteuer, Sparerfreibetrag schon ausgeschöpft),
b) es als EK für einen Immobilienkauf zu verwenden, oder
c) in eine Sofortrentenversicherung,
Alternative 1) sofort (ich bin derzeit 55 Jahre alt und selbständig tätig)
Alternative 2) in 10 Jahren mit 65 Lj. GarantieRente mit Check in z.B. 12 weiteren Jahren (wie geht es mir gesundheitlich), ggf. i.V. mit der Möglichkeit einer späteren Kapitalauszahlung, abzuschließen
Auch die Nürnberger bietet eine Verrentungsmöglichkeit an. Vermutlich sind dort die Kosten geringer als bei einer fremden Versicherung mit Neuabschlußkosten?
Ich habe auch die Möglichkeit, den Betrag bei der Nürnberger zu belassen und dort 5 Jahre ruhen zu lassen. Bei der derzeitigen Erholung des „Frankfurter Effektenfonds", in den die Versicherung jetzt 20 Jahre geflossen ist, möchte ich lieber auf der sicheren Seite bleiben und mir den Betrag auszahlen oder verrenten lassen. Ich bin weniger der geduldige Typ für eine Fondsanlage."
Stefanie Kühn: Um Ihre Fragen zu beantworten, wäre eine grundsätzliche Strategieentwicklung für Sie sinnvoll. Da ich Ihren Stand möglicher anderer Anlagen nicht kenne, sind hier nur einige allgemeine Aussagen zu treffen.
1.Mit einer Eigenanlage bleiben Sie flexibel und können auf Ihre Bedürfnisse eingehen. Die Kosten können Sie sehr gut steuern und bei Festgeldern etc. auf gute Angebote eingehen.
2.Eine Eigentumswohnung bietet einen gewissen Inflationsschutz (wenn Sie eine Wohnung zu einem angemessenen Preis einkaufen), die Mieteinnahmen sind eine Art „Rente".
3.Eine Sofortrentenversicherung oder reine Rentenversicherung zu einem späteren Zeitpunkt ist, wie Sie selbst schon bedacht haben, mit neuen Abschlusskosten belastet. Es ist fraglich, ob ein Neuabschluss bei der Nürnberger Versicherung Lebensversicherungen mit günstigeren Abschlusskosten „belohnt" würde. Ob Sie in Ihren Aktienfonds bleiben, hängt von Ihrer Risikomentalität ab – Sie schildern sich als eher konservativ. Außerdem sind Ihre Ziele und Ihre sonstige Vermögenssituation entscheidend. Wie sehr brauchen Sie das Kapital für Ihre Altersvorsorge? Planen Sie das Geld zu einem fixen Zeitpunkt X ein? Haben Sie genügend lebenslang laufende Bausteine in Ihrer Altersvorsorge? Der Fonds selbst entwickelt sich derzeit ungefähr so wie der DAX.
4.Sollten Sie sich für eine Rentenversicherung entscheiden, achten Sie unbedingt auf die Höhe der Abschlusskosten, die garantierte Rente und darauf ein solides Unternehmen auszuwählen.Bedenken Sie dabei auch, dass es dabei i.d.R. keinen Ausstieg mehr gibt und Sie Ihr Geld lebenslang einem Unternehmen anvertrauen.
30.05.2011
Grit und Frank P.: "Seit 2003 zahlen mein Mann und ich auf anraten unseres Versicherungsvertreters monatlich 100 € in die MetLife Europe (Pro-VorsorgePlus 4U)ein. Zur damaligen Zeit sollte dies zur Rentenvorsorge dienen. Die Jährlichen Bestätigungen der Beitragseinzahlung liefert uns Liberty Europe. Aufgeteilt sind diese Beiträge in 3 Fonds:- Templeton Growth (Euro) Fond A, Fodelity European Growth Fund und DWS Vermögensbildungsfons I. Wir tragen uns mit dem Gedanken diese Anlage zu kündigen, da sich auf dem Beitragskonto weniger als die Hälfte befindet. Unser Versicherungsvertreter rät uns davon ab, da diese Art von Vorsorge noch steuerfrei ist. Was raten Sie uns?"
Stefanie Kühn: MetLife ist in den USA der wohl größte Lebensversicherungskonzern. Der Pro-VorsorgePlus4U Vertrag zeigt grundsätzlich alle Merkmale einer fondsgebundenen Lebensversicherung. In den ersten Jahren haben Sie die Abschlusskosten bezahlt, so dass nicht der komplette Beitrag in die Fonds floss. Über die Kosten hat der Abschlussvermittler sicherlich vor der Unterschrift mit Ihnen gesprochen. Die Fonds selbst galten zum Abschlusszeitpunkt als gute Fonds. Heute gelten sie eher als durchschnittlich bis unterdurchschnittlich. Sie haben dann durch die Finanzkrise hindurch investiert, wobei die Fonds ihre alten Höchststände noch nicht wieder gesehen haben. Was können Sie nun tun? Der erste Punkte wäre, die laufenden Kosten zu überprüfen, um zu sehen, ob diese angemessen sind. Der zweite Schritt wäre eine Anfrage nach einem Fondswechsel. In der Regel führen Versicherer Listen, aus denen Sie Fonds aussuchen können. Auf Basis dieser Informationen können Sie dann abwägen, ob Sie wirklich aussteigen möchten oder die Versicherung nur beitragsfrei stellen oder möglicherweise in andere Fonds weiterzahlen möchten. Die Steuerfreiheit ist natürlich auch ein Argument, dass in die Entscheidung einfließen sollte.
18.05.2011
Günter C.: "Meine Lebensversicherung wird im Juli 2011 fällig und ich (Jahrgang 1949) muss mich zwischen einer Einmalzahlung oder einer Rente entscheiden. Abgeschlossen habe ich die Versicherung 1999 als Einmalzahlung ohne Arbeitgeberanteile oder Staatshilfe. Zu welcher Auszahlungsvariante raten Sie mir - auch hinsichtlich der Krankenversicherung und Steuer?"
Stefanie Kühn: Die Entscheidung können Sie nur an Hand Ihrer Lebensumstände treffen. Gerne gebe ich Ihnen einige Gedankenansätze dazu.
1. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Rentenversicherung handelt, denn ansonsten würden Sie neue Abschlusskosten zahlen müssen. Dies würde zumindest mal stärker gegen eine Verrentung sprechen.
2. Wenn Sie bereits sehr viele lebenslang laufende Bausteine in Ihrer Ruhestandsplanung haben, würde ich eher die Kapitalleistung wählen. Sind Sie bspw. selbständig und haben sonst gar nichts „rentenmäßiges", ist die Rente eine gute Sache
3. Analysieren Sie Ihren Gesundheitszustand. Eine Rentenversicherung wird oft erst nach 14 oder mehr Jahren zu einer Rendite führen (vorher bekommen Sie quasi Ihr Geld zurück). Ist die Wette auf ein langes Leben eine Wette mit guten Chancen für Sie?
4. Die Rente ist steuerlich durchaus interessant. Ihre gesamte steuerliche Situation ist aber entscheidend, um zu beurteilen, ob dieses Argument „schlägt".
5. Ob auf Ihre Renten und Kapitaleinkünfte Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen, hängt i.d.R. davon ab, ob Sie freiwillig gesetzlich versichert sind oder nicht. Das gilt es zu analysieren.
6. Was haben Sie vor? Ihre Ziele weisen Ihnen vielleicht auch einen Weg. Wenn Sie gerade eine neue Immobilie kaufen wollen, brauchen Sie vielleicht eine Summe auf einmal. Eine Weltreise könnte auch so finanziert werden.
Dies sind nur einige Ideen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Keinen Punkt kann man separat sehen – die Entscheidung sollte unter Berücksichtigung aller Punkte und ggf. weiterer für Sie persönlich wichtigen Gegebenheiten fallen.
07.05.2011
Angelika S.: "Mir liegt ein Angebot zur neuen Unternehmens-Anleihe der Solar Millenium AG, Nägelsbachstr. 33, 91652 Erlangen mit einem Festzins von 6% p.a. mit jährlicher Zinszahlung bei einer Laufzeit von 5 Jahren vor. Mindestanlage ab 1000 EUR. Was halten Sie von dieser Anleihe?"
Stefanie Kühn: Bei jeder Untenehmensanleihe gilt - sie ist nur so gut, wie das Unternehmen, das sie begibt. Geht das Unternehmen pleite, droht im schlimmsten Fall ein Totalverlust. Die Anleihe der Solar Millenium AG ist (noch) nicht börsennotiert, dies scheint laut Prospekt jedoch geplant zu sein. Dann wäre auch eine dauernde Wertstellung der Anleihe gegeben. Geschieht dies nicht, ist eine jederzeitige Veräußerbarkeit nicht gegeben.
Sicher sind 6,0% eine attraktive Rendite, jedoch kenne ich Ihre persönliche Finanzsituation und Risikoeinstellung nicht. Danach würde sich grundsätzlich beurteilen, ob der Renditeaufschlag zu einem einlagengesicherten Festgeld angemessen erscheint. Als Beispiel: für ein fünfjähriges Festgeld bei der Bank of Scotland erhalten Sie derzeit (Stand 4.5.11) 4,5%, bei der Santander Bank 4%. Bei diesen Angeboten ist britische bzw. deutsche Einlagensicherung gewährleistet.
09.04.2011
Theo O.: "Im Mai erhalte ich (Jahrgang 1925) 20.000 Euro, die ich kurzfristig anlegen möchte. Nun habe ich ein Plakat der Degussa-Bank gesehen, die fürs Tages- bzw. Festgeld ca. 1,75 Prozent anbieten. Von dieser Bank habe ich aber noch nie gehört und einen Internetanschluss habe ich auch nicht. Was halten Sie davon. Meine HVB bietet mir immer nur Zertifikate oder Fonds an, die für mich aber nicht infrage kommen. Zuletzt den HVB 2,20% Euribor Cap Floater (WKN: HV2ACE). Was halten Sie hiervon?"
Stefanie Kühn: Die Degussa-Bank ist einst aus dem Gold- und Silberscheidegeschäft der ehemaligen Degussa entstanden. Sie bietet selbstverständlich die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Person und ist darüber hinaus Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken. Die Bank hat auch Filialen, nicht nur Online-Geschäft, allein für München und Umgebung habe ich drei genannt bekommen. Die Konditionen für Tagesgeld liegen bei 1,5% und für ein einjährigen Sparbrief bei 1,75%, wenn Sie Ihre Geld dort anlegen. Vergleichbar von den Konditionen, im Bereich für einen Jahressparbrief derzeit noch besser liegt die Santander-Bank, die auch Filialen betreibt. Dort würden Sie derzeit 2,1% bekommen (alles Stand 6.4.11).
Die von Ihnen angesprochene Anleihe hat einen variablen Zinskupon, was grundsätzlich in der momentanen Marktlage gut ist, und läuft noch bis 2016. Da beim Kauf und einem eventuellen vorzeitigen Verkauf Kosten entstehen, schmälert dies die Rendite. Unverhandelt werden meist 1% beim Kauf und Verkauf verlangt. Bei Anleihen besteht keine gesetzliche Einlagensicherung, Sie tragen also das Risiko dass der Emittent pleite geht.
Alles in allem erscheint mir ein kurzfristiges Festgeld Ihrem Alter und der momentanen Lage an den Märkten angemessen zu sein.
Marianne T.: "Seit 1. Juni 1998 zahle ich derzeit monatlich 104,69 Euro in eine Fondspolice der WWK (vereinbarter Investmentfond: Templeton Growth/Euro). Die Versicherung endet am 01.06.2023.Nach meiner Anfrage über den derzeitigen Wert der Versicherung, wurde mir ein Rückkaufswert von Euro 9.949,-- zum 1.11.2010 bestätigt oder eine beitragsfreie Versichungssumme von 13.970,00 Euro.
Die erworbenen Fondsanteile lagen am 01.06.2010 bei 1058,794 Stück
Rücknahmepreis pro Anteil: 8,88 Euro
Wert der erworbenen Fondanteile 9.402,09 Euro.
Ich befürchte, dass ich mit dieser Altersversicherung langfristig weiter Verluste einfahre. Soll ich sie kündigen,
und das Geld lieber in eine Riesterrente einzahlen? Ich bin jetzt 52 Jahre,seit 30 Jahren verheiratet, 2 Kinder, arbeite zur Zeit nur auf 400 Euro Basis, und bekomme eine voraussichtliche Rente von ca 270,00 Euro."
Stefanie Kühn: Zunächst empfehle ich Ihnen, folgende Dinge zu klären: Wie hoch sind die Kosten der Versicherung (Stückkosten/laufende Kosten/Kosten bei Beitragsfreistellung). Diese Information gibt Ihnen schon Aufschluss über den Betrag, der überhaupt monatlich in den „Spartopf" fließt. Kosten jenseits der 5% würde ich als kritisch ansehen. Dann erfragen Sie, ob auch andere Fonds bespart werden können. Ihr Fonds schwächelt seit langem und vielleicht gibt es eine schöne Alternative. Kommen Sie zu keinen befriedigenden Antworten, sollten Sie zumindest eine Beitragsfreistellung in Erwägung ziehen, auch wenn es sich um eine Versicherung nach altem Recht, also mit steuerfreier Auszahlung, handelt.
Ob sich eine Riester-Rente für Sie lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Sie Ihren Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sowieso schon aufstocken, dann sind Sie riester-berechtigt und eine Einzahlung mit dem Mindestsparbetrag von meist 5 Euro ist eine feine Sache. Sie erhalten dann Ihre Zulage von 154 Euro bei einem Jahresbeitrag von 60 Euro. Verzichten Sie dabei aber auf eine Versicherung und wählen je nach Risikomentalität lieber einen reinen Fonds-Riester oder einen Banksparplan. Mehr als die Mindestsparsumme würde ich hier nicht einzahlen und stattdessen überlegen, ob Sie nicht selbst noch einen Fonds besparen.
Heinrich S.: "Für die Alterssicherung habe ich in einige Fonds investiert, welche sich bisher auch gut entwickelt haben. Leider habe ich auch am 6.6.2007 einen Betrag von 5000€ in ein Schrottpapier das Zertifikat von Merrill Lynch "Energie Alpha Express Zertifikat (WKN: ML0BUJ)" investiert.Die Idee des Energie Alpha Express Zertifikat von Merrill Lynch ermöglicht die Partizipation an der relativen Performance des Merrill Lynch Renewable Energy Index (MLEIRENE) gegenüber dem FTSE Global Energy TR Index (TGD07U), verbunden mit einer jährlichen automatischen Kündigungsmöglichkeit, einem 30%-igen Sicherheitspuffer und der Chance auf einen Kupon von 11%."
Stefanie Kühn: Eine Investition in ein solches Papier bedeutet immer, dass Sie auf eine ganz bestimmte Entwicklung setzen. Dabei ist es hier nicht so einfach wie „Sie glauben an steigende Kurse, also investieren Sie in einen weltweiten Aktienfonds", sondern Sie haben darauf gewettet, dass sich der eine Index besser als der andere entwickelt. Gelockt hat Sie vermutlich der relativ hohe Kupon.
Lassen Sie sich von dem Berater, der Ihnen dieses Zertifikat verkauft hat, die beiden Charts der Indizes übereinanderlegen. Überlegen Sie dann, wie hoch die Chance ist, dass Sie wieder in den 30% Sicherheitsbereich kommen. Derzeit scheint das nicht unmöglich zu sein. Die Rendite wäre dann für den verbleibenden Zeitraum natürlich hoch, da Sie statt der derzeit negativen Rendite dann zumindest den Nennwert in 2012 bekämen.
Josef L.: "Meine Tochter (27 J.) bespart seit Juni 2001 mit 50 Euro monatlich den DWS-Vermögensbildungsfonds I, der zur damaligen Zeit in dieser Rubrik oft empfohlen wurde. Leider ist seitdem die Entwicklung sehr schlecht, es ist gerade so, daß sie keinen Verlust gemacht hat. Die Anlage ist zur Altersvorsorge gedacht. Soll sie den Fonds kündigen und in einen anderen Fond investieren und wenn ja in welchen?"
Stefanie Kühn: In der von Ihnen genannten Zeit galt dieser Fonds als „sehr guter Aktienfonds". Heute würde ich ihn als durchschnittlich beschreiben. Gerade die Anteile, die vor 2009 gekauft wurden, sind in ihrer Wertentwicklung steuerfrei, d.h. würde man diese Anteile jetzt neu investieren, müsste der neue Fonds den Steuernachteil kompensieren, denn von diesem wäre von jedem gewonnenen Euro 25% zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer abzuziehen. Es ist natürlich prognostizierend immer schwer zu sagen, ob das ein Fonds schaffen wird. Die Sparplanrate könnte aber ab sofort in einen aus heutiger Sicht sehr guten Fonds oder einen Indexfonds (ETF) eingezahlt werden. Auch die Anteile, die nach 2009 gekauft wurden, könnten verkauft werden. So erreicht Ihre Tochter dann auch, dass Sie nicht „alle Eier in einen Korb legt". Ich empfehle Ihnen, sich regelmäßig zu informieren, ob die gewählten Fonds noch die Leistung zeigen, die Sie erwarten. Wenn Sie feststellen, dass ein Fonds längere Zeit schlechter als andere der gleichen Kategorie abschneidet, dann ist ein Fondswechsel immer eine Option.
19.03.2011
Jan D.: "Wir sind Pensionär/Rentner im Alter von 73 und 77 Jahren, und möchten ab 1. April 2011 einen Betrag in Höhe von 80.000 Euro neu anlegen. Können Sie uns einen Rat geben, wie wir das unserem Alter entsprechend, am besten machen können?"
Stefanie Kühn: Wenn Sie eine größere Summe zur Neuanlage frei haben, dann empfehle ich Ihnen, sich zunächst zu überlegen, wozu das Geld dienen soll. Möglicherweise soll das Geld Zinsen bringen, die zusätzlich zur Rente und Pension regelmäßig für den Lebensunterhalt gebraucht wird. Dann ist eine Anlage von höchster Sicherheit notwendig. Oder das Geld soll als Absicherung dienen, eventuell für ein neues Auto, einen möglichen Pflegefall, Hausreparaturen etc.. Auch dann ist höchste Sicherheit wichtig. Wenn dieses Geld nur ein Teil des Vermögens ist, auf den vermutlich gar nicht zugegriffen werden muss, dann kann auch zumindest ein Teil etwas risikofreudiger angelegt werden. Während für die ersten beiden Fälle Tagesgelder und Festgelder verschiedener Laufzeiten in Frage kommen (derzeit aufgrund der Marktsituation jedoch eher kurzlaufende Festgelder), dürften im letzten Fall beispielsweise auch Aktien- und Mischfonds in einem größeren Umfang zum Einsatz kommen.
Wie die Gewichtung genau aussehen sollte, das kann nur unter Berücksichtigung Ihres Risikoprofils und auch Ihrer Erfahrung mit Geldanlagen bestimmt werden. Menschen, die mit Aktienanlagen nicht ruhig schlafen können, dürfen diese Anlageklasse auch durchaus weglassen. Das Alter selbst ist kein Grund, auf eine Aktienquote zu verzichten. Wenn Sie das Geld oder einen Teil davon nicht benötigen werden und Aktien-afin sind, dann spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.
Wichtig für die Entscheidung ist heutzutage die Frage nach der Einlagensicherung.
Die Bank of Scotland gehört dem britischen Einlagensicherungsfonds an. Durch diesen Fonds sind Einlagen der privater Anleger ab dem 31.12.2010 bis zu 85.000 Britischen Pfund zu 100 % geschützt. Dieser Schutz gilt auch für Sie als Anleger in Deutschland. Im Insolvenzfall der Bank wäre es vermutlich als Ausländer schwieriger, das Geld zu erhalten – allein die Sprache kann eine Barriere darstellen. Da Sie, wie Sie sagen „absolut kein Risiko" eingehen möchten, wäre eine Bank mit deutscher Einlagensicherung in Erwägung zu ziehen. Hier erhalten Sie derzeit etwas geringere Zinsen, bspw. bietet die Santander Bank 2,25% für ein 1-Jahres-Festgeld an.
05.03.2011
Gabriele F.: Ich bin ein bißchen überfordert und brauche Rat: Ich habe bei HVB einen 14-jährigen Vertrag gemacht für WealthCap Immobilien Deutschland 32. (Immobilie in Düsseldorf, Mieter PriceWaterHouse). Laut HVB eine absolut sichere Geldanlage. Bin mir aber angesichts der vielen vergangenen Flops nicht mehr so sicher. Was meinen Sie?"
Stefanie Kühn: Offensichtlich haben Sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit anderen geschlossenen Fonds, denn um nichts anderes handelt es sich hier, gemacht. Absolut sicher sind geschlossene Fonds nie. Sie werden grundsätzlich Mitunternehmer. Wie im Kurzprospekt dargestellt, ist auch ein Totalverlust möglich. Das Laufzeitende hängt in der Regel von der Veräußerung ab, es kann also auch länger in Ihrem Besitz bleiben. Eine Kündigung ist frühestens 2022 möglich, vorzeitige Ausstiege sind aber oftmals nicht rentabel.
Beachten Sie, dass bei geschlossenen Fonds viele Menschen mitverdienen möchten (Vertrieb, Management...). Das ist natürlich gut und schön, die Frage ist aber, ist dabei so sicher, dass Sie die avisierte Rendite erzielen. In der Vergangenheit war das ja offenbar bei Ihnen nicht der Fall. Wenn Sie noch laufende Beteiligungen haben, bedenken Sie auch, ob die für Sie passende Anlagequote in Beteiligungen im Verhältnis zu Ihrem Gesamtvermögen nicht sowieso längst erfüllt ist.
Strategie A, Anlagen ab 5.000,-- € in zwei Zins-Varianten Grundverzinsung 8% oder mit Risikovorsorge 5% bei 30% von 5000 € Anlagen in Kapitalvorsorge (soll nach 10 Jahren wieder auf 100% der Anlage gewachsen sein).
Strategie B, Anlagen ab 10.000 € wie vor jedoch 10% und 7% bei 30% Kapitalvorsorge
Strategie C. Anlagen ab 50.000 € wie vor 15 und 12% bei 30% Kapitalvorsorge
Leider finde ich keine neutralen Bewertungen dazu. Können Sie mir sagen, zu welcher Risikogruppe diese Anlage gehört, wie sicher und zuverlässig diese ist? Mir geht es dabei nicht darum, Geld zu verstecken!"
Stefanie Kühn: Auch ich finde im Internet keinerlei Bewertung – ich finde nicht einmal einen Zugang zu der Seite. Unter Ihrem Link kommt eine Passwortabfrage, aber keine öffentlich zugängliche Seite. Ich finde einen Finanzdienstleister, der auf einen gleichnamigen Partner verweist und auch dort funktioniert der Link einfach gar nicht.
Das allein macht mich misstrauisch. Die Wörter Risikovorsorge und Kapitalvorsorge erklären sich mir durch obige Beschreibung nicht.
Eines jedoch lässt sich sagen. Im Festverzinslichen Bereich werden derzeit für keine Art der sicheren Anlage Zinsen zwischen 7% und 15% erzielen. Sicher definiere ich hier einmal frei unter dem Motto „gute Chance, das Geld inklsive versprochener Zinsen wiederzubekommen". In der Vergangenheit waren sehr hohe Zinsen oft Anzeichen für Schneeballsysteme.
Eine Anlage, über die man so wenige Möglichkeiten hat, sich zu informieren, ist mir grundsätzlich suspekt. In der heutigen Zeit sollte eine Internetrecherche zumindest mal eine öffentlich zugängliche Webpage als Ergebnis bringen.
Selbstverständlich gilt im Bereich der Finanzdienstleistung, dass Leistung nicht kostenlos ist.
Über einige Honorarberater können Sie bei Direktbanken wohl eine Erstattung der Kick-backs erzielen, dort zahlen Sie dann in der Regel aber eine Betreuungspauschale oder ähnliches.
Bestandspflegeprovisionen gibt es übrigens nicht bei den sogenannten Indexfonds, den ETFs (Exchange Traded Funds). Dieses rechtlich zu den Fonds zählende Produkt ist insgesamt sehr kostengünstig und transparent.
Eine Allianz Vermögens Police mit einem Ausgabeaufschlag von 5%.
oder ein Wertpapier von einer norwegischen Bank WKN CZ225W. Rendite ca 3%.
Wir sind 67/62 Jahre alt und möchten für drei bis fünf Jahre 23 000 Euro anlegen. Wir sind nicht besonders risikofreudig. Käme für uns auch der internationale Rentenfonds Templeton Global Bond (WKN A0MNNM) in Frage?"
Das angegebene Wertpapier ist eine Anleihe der Commerzbank in der Währung norwegische Kronen. Eine Anlage in einer fremden Währung – speziell in Ländern, die in der derzeitigen Situation als solide gelten, ist grundsätzlich eine überlegenswerte Anlageform. Jedoch kenne ich Ihr Gesamtvermögen nicht, so dass ich keine Aussage darüber treffen kann, ob das für Sie Sinn macht.
Der internationale Rentenfonds, den Sie ansprechen, ist ein guter Fonds dieser Anlageklasse. Er legt international in Anleihen an – nach dem letzten Rechenschaftsbericht hält er relativ viel Cash, ist weiterhin stark in Finnland, Deutschland, Frankreich, Mexiko, Indonesien, Polen und Brasilien investiert. Bei dieser Anlageform tragen Sie auch ein Währungsrisiko.
Sie sagen von sich, dass Sie nicht sehr risikofreudig sind – überlegen Sie auch, ob Sie nicht ein gutes Tagesgeldangebot nutzen. Das würde Ihnen Flexibilität und Sicherheit in dieser Zeit bringen. Den Templeton Global Bond Fund könnten Sie mit einer kleinen Summe beimischen, eventuell finden Sie auch ein gutes Angebot, bei dem ein kleines Depot den Zins steigen lässt.
Stefanie Kühn: Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt derzeit 50.000 Euro, ab dem 31.12.10 100.000 Euro. Diese Sicherung haben alle deutschen Bank mit Sitz in Deutschland. Ausländische Banken können, je nach Sitz des Unternehmens abweichende Sicherungshöhen aufweisen.
Über diese gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus gibt es in Deutschland weitere Sicherungssysteme.
Bei den Sparkassen oder innerhalb der Gruppe der Genossenschaftsbanken besteht die sogenannte Institutssicherung. Geschützt sind dort nicht nur die Einlagen, sondern der Bestand des Instituts mit der Folge, dass auch Schuldverschreibungen von Genossenschaftsbanken und Sparkassen voll gesichert sind. Die deutschen Privatbanken (wozu auch die von Ihnen genannten Institute zählen) sind meistens dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. angeschlossen. Die Höhe der Einlagensicherung richtet sich dort nach dem Eigenkapital der jeweiligen Bank. Die Summen, die Sie genannt haben, beschreiben genau diese Sicherung. Eine „bessere" Sicherung besteht damit nur gegenüber allen Banken, die keinem zusätzlichem Sicherungssystem angehören.
Familie R.: "Um die vermögenswirksamen Leistungen (40 Euro) anzulegen, hatte meine Hausbank folgende Papiere empfohlen: Fondsbezeichnung: DekaStruktur: 4 Chance Plus, Verwahrart: GiroSammel, VL Vertrag: gesperrt bis zum 31.12.2012. Ich bin dem Ratschlag gefolgt, was mir aber nicht gesagt wurde, war, wie hoch die Gebühren sind in Bezug auf den geringen Einsatz. Es ist empfohlen worden, von meiner Seite noch nach meinen Möglichkeiten hinzu zu zahlen. Dies ist für mich jedoch frühestens ab 01.06.2010 möglich.Da könnte ich ca. bis zu 150,00 €/monatlich für Rücklage / Einsatz realisieren.
Soll ich alles so lassen wie es ist und die Anlage zum 31.12.2012 auflösen oder eventuell verlängern? Soll ich ab Juni noch mehr dazuzahlen? Halten Sie die Anlage aktuell für empfehlenswert oder gibt es eine andere Möglichkeit?"
Der DekaStruktur 4 Chance Plus Fonds ist ein Dachfonds. Damit hat er zwei Gebührenebenen. Die Dach-Ebene hat eine ausgewiesene Total Expense Ration von 1,38%, die einzelnen Fonds, die der Dachfonds hält, haben ebenfalls Gebühren. Die Gebühren der einzelnen Fonds (über 95% Aktienfonds) liegen bei 1% und 1,5%, so dass die laufenden Kosten bei mindestens 2,38% (1,38% + 1%) liegen. Dazu zahlen Sie vermutlich bei jedem Kauf die vollen 2% Ausgabeaufschlag und vermutlich eine Jahresgebühr für das Depot (10 - 15 Euro pro Jahr). Die Gebühren sind bis auf die Depotbankgebühr also prozentual.
Ich halte Dachfonds auf Grund der zwei Gebührenebenen grundsätzlich für ungeeignet. Mit einem guten weltweit anlegenden Aktienfonds hätten Sie a) eine bessere Rendite erzielt und b) bei Kauf über einen Fondsdiscounter den Ausgabeaufschlag eingespart.
Sie könnten das bislang Gesparte ruhen lassen und zukünftig Ihre VL-Leistungen bei einem Anbieter ohne Ausgabeaufschlag investieren. Ob Sie den Fonds 2012 behalten, können Sie erst dann unter den dann aktuellen Marktgegebenheiten entscheiden.
Wenn Sie mehr sparen wollen, empfehle ich Ihnen, dass nicht mit dem VL-Depot zu vermischen, sondern bei einer Direktbank ein Depot zu eröffnen. Dort haben Sie dann die Wahl zwischen Fondssparen (es gibt viele gute Fonds ohne Ausgabeaufschlag), Tagesgeld und – wenn dort einiges zusammengespart ist - Festgeld. Eine Aufteilung der Sparrate in verschiedene Anlageklassen wäre sicherlich sinnvoll.