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07.12.09
Franz O.: "Seit März 2007 bespare ich mit monatlich 100 Euro (März 2008 105 Euro, März 2009 110,25 Euro) eine fondsgebunde Rentenversicherung der Skandia Lebensversicherung AG (Basisrente). Ich bin 54 Jahre alt. Aufgrund eines kritischen Berichts habe ich im April weitere Einzahlungen gestoppt. Der Wert lag zu dem Zeitpunkt bei knapp 1519 Euro (Besparung 2460 Euro). Soll sich die Versicherung in dieser Form weiterführen, sie beitragsfrei stellen oder doch besser beenden?"

Stefanie Kühn: Am Anfang einer Lebensversicherung wird immer der Vertrieb bezahlt. Ungefähr 4% der insgesamt zu zahlenden Beiträge werden als Provision an den Vermittler gezahlt. So erklärt sich der niedrige Rückkaufswert. Das ist nicht schön, aber übliche Praxis. Über die Kosten haben Sie mit dem Vermittler sicherlich gesprochen. Die Dynamik, die Sie vereinbart haben, verursacht jedes Jahr erneut eine entsprechende Provision. Daher wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger den anfänglichen „Verlust“ aufzuholen. Eine weitere Dynamik sollten Sie also in jedem Fall sehr kritisch hinterfragen. Ob Sie die Versicherung weiterführen sollen, hängt von Ihren Zielen und Ihrer finanziellen Situation ab (ist eine Basisrente für Sie überhaupt ein passendes Produkt?), eine Kündigung ist bei einer Basisrente nicht möglich, lediglich eine Beitragsfreistellung. Wenn Sie diese aber täten, um eine Basisrente bei einer anderen Gesellschaft abzuschließen, wäre dies fatal, denn Sie „produzierten“ erneut enorme Kosten. Die neue Versicherung müsste dann schon ein vielfaches besser sein. Insofern wäre nur eine völlige Neuausrichtung der Sparrate überlegenswert.


01.12.09
Günther G.: "Mein Anlageberater hat mir eine Geldanlage v. 100.000,-- € für 2 Jahre bei der Swiss Life angeboten. Es soll keinerlei Risiko dabei sein. Kann ich dem Glauben schenken?"

Stefanie Kühn: Aufgrund der kurzen Anlagedauer gehe ich davon aus, dass es hier um eine Anlage im Festgeldbereich geht. Lebensversicherungen bieten oft im Anschluss an eine auslaufende Lebensversicherung gute Konditionen im Festgeldbereich an, da sie darauf hoffen, dass sich der Kunde für eine erneute Anlage bspw. in eine Rentenversicherung "überreden" lässt. Oft geht es auch darum, andere Produkte aus dem Unternehmensverbund anzubieten. Es ist eine der großen Sorgen von Lebensversicherungen, dass fällige Gelder aus ihrer Verwaltung abgezogen werden. So erklären sich die oft wirklich guten Konditionen. Grundsätzlich gilt, dass jede Anlage genau überprüft werden muss, alle Bedingungen gelesen und verstanden werden sollten. Wenn danach eine Anlage auch zu Ihrer Risikoeinstellung passt, wovon ich hier ausgehe, sollten Sie Kosten der Anlage berücksichtigten. So haben z.B. Festgelder keine Kosten, neue Lebens- oder Rentenversicherungen schon.


24.11.09
Helmut J.: "Wir haben im Jahr 2007 in britische Lebensversicherungen 2 x je 40.000 Euro investiert - halb Prudential PX 2 und Norwich NX 2 - 2mal gehebelt in With-Profit-Fonds unter dem Deckmantel "fondsgebundene Lebensverischerung".Während des Börsenhochs 2007 sind die Produkte natürlich gestiegen, zudem wurde uns 10% als Vorausbonus für Kosten als Zulage erteilt. Nach dem Börsencrash konnte sich die Performance über Glättung gut gestalten bis im Frühjahr 2008. Ab dem Zeitpunkt begann eine rasante Talfahrt. Der Anlagenverkäufer riet uns immer wieder, die Krise durchzustehen. Im Juli 2009 bekamen wir eine Aussage die besagt, daß der PX 2 ( Prudential) gesperrt wurde und der NX 2 einen Rückkaufswert des Einmalwertes minus 23% beträgt. Angesichts der laufenden hohen Kosten und Warten auf Erholung scheint es uns evtl. besser die Anlagen zu verkaufen und nicht auf der "Black Box" sitzen zu bleiben. Was meinen Sie?"

Stefanie Kühn: Wenn Sie in eine gehebelte Police investiert haben, gehe ich davon aus, dass Sie sich vorher sehr genau mit den Chancen, vor allem aber mit den Risiken beschäftigt haben. Dass das „Innenleben“ einer Lebensversicherung oft einer Black Box ähnelt, sieht man ja auch schon aufgrund der Prospekte und Informationen. Die Kosten sind bei vielen With-Profit-Policen jedoch weitaus transparenter dargestellt, als es bei deutschen Policen der Fall ist bzw. war. Der Anlagehorizont bei einer solchen Anlage sollte immer langfristig (>10 Jahre) sein. Wenn Sie sich all diese Dinge vor Abschluss nicht bewußt gemacht haben, bin ich sprachlos, denn gehebelte Policen sind etwas für sehr aufgeklärte und risikobereite Anlager. Grundsätzlich zahlen Sie bei einer Lebensversicherung in den ersten Jahren von Ihren Beiträgen die Provision für Ihren Vermittler. Diese beträgt oft ca. zu 4% des einzuzahlenden Geldes, bei Ihnen also des Einmalbetrages. Prudential und Norwich haben inzwischen die Schlussboni drastisch gekürzt, was zu Kursrückgängen geführt hat. Bei Norwich gab es einen zweiten Knick in der Kursentwicklung als der Fonds das Leverage Risiko reduziert hat. Dies geschah wohl auf Drängen der Banken. Eine abschließende Beurteilung ist mir ohne Kenntnis Ihrer gesamten Situation nicht möglich und sprengt den Rahmen dieser Kolumne.

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14./15.11.09
Maximilian G.: "2006 habe ich durch meinen Anlageberater für 20.000 Euro (plus 2,5% Agio) Unternehmensanleihen bei der HCI Private Equity V gekauft. Die Beteiligungsgesellschaften sind HCI Private Equity V Venture GmbH und HCI Private Equity V Expansion GmbH &Co. KG. Nach der ersten Zahlung im August 2006 über 6000 Euro (plus 450 Euro Agio), folgten im Dezember 2006 nochmals 6000 Euro und im Dezember 2008 4000 Euro. Die letzte Zahlung müsste ich im Dezember diesen Jahres in Höhe von 4000 Euro leisten. Mein Berater hatte mir versprochen, dass ich durch Ausschüttungen von 10-12% mein eingezahltes Geld zurückbekommen würde. Bisher habe ich erst eine Ausschüttung von 1120 Euro erhalten. Laut Jahresbericht wird es in diesem Jahr keinerlei Ausschüttung geben und der Wert der gekauften Anteile hat sich auf 80% reduziert. Soll ich die letzte Rate überhaupt einzahlen? Und was würde passieren, wenn ich das nicht tue? Die Laufzeit endet 2016 und kann um zwei Jahre verlängert werden. Kann ich aus diesem Vertrag vorzeitig raus? Wenn ja, was für Folgen hätte das?"

Stefanie Kühn: HCI Private Equity V ist keine Unternehmensanleihe, sondern ein Private Equity-Dachfonds. Dieser ist eine Kommanditgesellschaft, die in ca. 6 bis 10 weitere Venture Capital Fonds und Private Equity Fonds investiert, die wiederum an bis zu 150 verschiedenen Unternehmen beteiligt sind. Von Venture Capital/Private Equity spricht man, wenn Unternehmen in der Gründungs-und Frühphase der Unternehmensentwicklung Kapital gegen Überlassung von Unternehmensanteilen überlassen wird. Als Anleger in dem Dachfonds sind Sie Kommanditist und tragen daher auch ein unternehmerisches Risiko. Ausschüttungen können letztlich nur erfolgen, wenn sich die Unternehmen, in die der Dachfonds über die zwischengeschalteten Zielfonds investiert, positiv entwickeln und die Beteiligungen an diesen gewinnbringend verkauft werden können. Mit solchen Verkaufserlösen ist aber in der Regel erst nach einigen Jahren zu rechnen. Auch wenn durch die breite Streuung des Dachfonds in viele Unternehmen das Totalausfallrisiko minimiert ist, kann es bei Private Equity keine Garantien für eine positive Entwicklung der Unternehmen und Ausschüttungen an die Anleger geben. Da es bei geschlossenen Fonds, wie dem PE V, auch nur einen sehr eingeschränkten Zweitmarkt gibt, ist ein Anteilsverkauf vor Ende der Laufzeit oft nicht möglich und wenn, nur gegen hohe Abschläge. Zur Einzahlung der letzten Rate sind Sie grundsätzlich verpflichtet. Sollten Sie dies alles nicht gewusst haben, was bei einer Investition in einer solchen Höhe fahrlässig wäre, sollten Sie zunächst mit dem Verkäufer der Beteiligung und ggf. mit einem Anwalt sprechen.

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29.10.09
Franz J.: "Meine Tochter (26) will für Altersvorsorge 50 Euro monatlich sparen. Nun hat sie unterschiedliche Ratschläge bekommen: Einer sagt, wegen des Cost-Average Effekts sollte sie einen Emerging Markets Fonds besparen, ein anderer rät zu einem Renten-Fonds, weil dieser langfristig gesehen die konstantere Steigung hätte.Was ist Ihre Meinung?"

Stefanie Kühn: Europäische Rentenfonds halte ich grundsätzlich für ungeeignet. Die Kosten „fressen“ die ohnehin schon mageren Erträge meistens auf und eine Risikostreuung brauche ich für den Kern-europäischen Raum nicht. Für einen langfristigen Sparvorgang halte ich auch Aktienfonds für geeignet. Mit der Investition der Anfangs noch kleinen Summe kann Ihre Tochter sehen, ob Sie mit den Schwankungen leben möchte. Doch auch ein Sparplan bedarf der regelmäßigen Überprüfung und es sind durchaus einmal Gewinnmitnahmen angebracht. Wenn Ihre Tochter diese über eine Bank bespart, wo kein Ausgabeaufschlag anfällt, spart sie jeden Monat 2,5 Euro. Über eine Laufzeit von 30 Jahren würde dies bei einer angenommen durchschnittlichen Rendite von 6% ungefähr 2.500 Euro Unterschied im Sparergebnis bringen. Aktienfonds, die in den chancen-, aber auch risikoreicheren Emerging Markets (Schwellenländer) anlegen, könnte bei einer späteren Erhöhung der Sparrate als Beimischung dazu genommen werden.

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22.10.09
Klaus S.: "Wie beurteilen Sie die Aktien mit der WKN: 891041 von Lehman Brothers.Pleite kann die Firma ja nicht ganz sein, denn die Aktie ist in den vergangenen Tagen auch mal um 29% gestiegen. Kann sich die Aktie vielleicht noch einmal Ihr altes Kampfgewicht erarbeiten?"

Stefanie Kühn: Das „alte Kampfgewicht“ liegt auf Eurobasis bei rund 62 Euro Anfang 2007. Die Aktie notiert heute (19.10.09) bei rund 10 Cent. Die prozentuale Steigerung die nötig wäre, ist schlicht unrealistisch. Lehman hart am 15.09.2008 Insolvenz angemeldet. Nach deren Abwicklung und Begleichung sämtlicher Schulden sollte theoretisch kein Vermögen bei Lehman mehr übrig und damit auch die Aktie wertlos sein. Die Papiere sind nicht mehr an der New York Stock Exchange gelistet und werden nur noch außerbörslich gehandelt. Die Kurssteigerung der letzten Tage geht ausschließlich auf hart gesottene Spekulanten und Zocker zurück, einen anderen Grund für den weiter bestehenden außerbörslichen Handel gibt es wohl nicht. Ich halte das Risiko einer völligen Wertlosigkeit der Aktie für außerordentlich hoch.

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20.10.09
Max-Joseph K.: "Als Rentenversicherung für unsere jetzt fünfjährigen Zwillinge wurde uns eine fondsgebunde Rentenvericherung von Skandia mit dem "Teddy"- Tarif SFR08-Z angeboten (Laufzeit bis zum Rentenbeginn im Jahr 2069, Beitragszahlungsdauer 55 Jahre, Aufschubzeit 60 Jahre). Was ist davon zu halten und vor allem: was wäre eine empfehlenswerte Investmentauswahl (siehe Punkt 7 des Antrags) wenn man sich sicher sein will, dass man mit überschaubarem Risiko etwas von seinem Geld wieder sieht. Oder gibt es andere Rentenformen, die mögliche Finanzkrisen in den nächsten 60 Jahren besser überstehen?"

Stefanie Kühn: Meines Erachtens ist eine fondsgebundene Rentenversicherung keine attraktive Anlage, wenn Sie für die Rente Ihrer Kinder vorsorgen möchten. Eine Rentenversicherung ist letztlich eine Wette auf eine langes Leben. Wenn jemand sich mit 60 entscheidet, Geld in eine sofort beginnende Rentenversicherung einzuzahlen, dann kennt er seinen Gesundheitszustand und seine finanzielle Lage für den Ruhestand. Beides kennen Sie für Ihre Zwillinge nicht. Eine Rentenversicherung hat eine umso bessere Rendite, je länger man lebt. Mit 5 ist es schwer, die Lebenserwartung individuell abzuschätzen. Außerdem sind Sie in der Police an eine Fondsauswahl gebunden. Sparen Sie selbst in einen Aktienfonds an, können Sie nach guten Börsenjahren auch mal Gewinne mitnehmen. Sie können auch leicht den Fonds austauschen, die Rate verändern oder aussetzen. Und das alle geht heutzutage auch ohne Ausgabeaufschlag. Ich stehe Rentenversicherungen im Alter von weniger als 55 Jahren extrem skeptisch gegenüber, stehen mir doch Kosten und Unwägbarkeiten der Zukunft in keinem adäquaten Verhältnis zur Bequemlichkeit und vermeintlichen Steuervorteilen. In der heutigen Zeit wird ein individuelles Reagieren auf Krisen, veränderte Lebenssituationen und Änderungen in der Anlage- und Steuerwelt geradezu zum Muss, wenn Sie erfolgreich anlegen möchten.

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17./18.10.09
Hans M.: "Mitte 2007 wollte ich 25.000 Euro risikolos längerfristig mit jährlicher Zinsentnahme anlegen. Ein mir gut Bekannter, Berater der bonnfinanz empfahl mir "auf Ehre" den DWS FlexPension 2017 mit Kapitalgarantie zum Laufzeitende und jährlicher Entnahmemöglichkeit bei Kurshochstand. Die Kaufgebühr betrug 1.000 Euro. Der aktuelle Fondstand beträgt ca. 21.700 Euro. Mit einer Ertragsentnahme ist also auch in den nächsten Jahren nicht zu rechnen. Was halten Sie von der damaligen Beratung? Macht es Sinn, den Fond bis zum Laufzeitende (2017) zu halten?"

Stefanie Kühn: Der DWS FlexPension 2017 hat eine Höchststandsgarantie. Der bislang höchste Stand wurde nach Auskunft der DWS-Homepage am 1.6.2007 zum Kurs von 130,76 Euro erreicht. Sie haben also ungefähr zu diesem Höchststand gekauft. Insofern haben Sie die Garantie, 2017 Ihr eingezahltes Geld wiederzubekommen. Derzeit (08.09.09) notiert der Fonds bei 116,08 Euro. In den verbleibenden 8,25 Jahren werden Sie also garantiert 13% Plus erwirtschaften (von heute aus gesehen). Pro Jahr entspricht das einer Rendite von weniger als 1,5% - diese jedoch steuerfrei. Sie haben natürlich die Chance, dass ein neuer Höchststand erreicht wird. Sie müssen jetzt gemäß Ihrer Risikoneigung abschätzen, ob einen Mix aus Tages-, Festgeld und/oder einen Aktienfonds für Sie passender ist. Beratungen „auf Ehre“ halte ich für kritisch, Empfehlungen sollten sich an der Risikoneigung, den Renditeerwartungen und auch an der jeweils aktuellen Marktlage orientieren. Für Ihren Wunsch nach einer jährlichen Entnahme war dieses Produkt nicht geeignet, da die Garantie nur zum Ende greift. Ohne Verlust hätten Sie nur Anteile verkaufen können, wenn der Kurs über Ihrem Einstiegskurs gelegen hätte.

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09.10.09
Georg St.: "Meine Hausbank hatte mir 2006 geraten, eine Anleihe der IKB zu kaufen. Bekanntlich wäre die IKB bereits 2007 ohne Staatshilfe pleite gegangen. In der Zwischenzeit haben sich aber wieder Banken „hochgerappelt“, welche erst viel später ein Opfer der Bankenmiserie wurden. Obwohl die EU kürzlich weitere 7 Milliarden zur Zahlungsfähigkeit der IKB genehmigt hat, dümpelt die Anleihe (WKN 859275) vor sich hin, ohne sich zu erholen. Wo geht die Reise hin?"

Stefanie Kühn: Die Anleihe, die Sie besitzen, ist gar nicht von der IKB Deutsche Industriekreditbank AG begeben worden, sondern von der IKB Funding Trust I. Insofern haben Sie gar keine Anleihe einer staatlichen oder halbstaatlichen Bank. Dabei handelt es sich um eine amerikanische Gesellschaftsform mit Sitz in Delaware USA. Die Anleihe hat keinen Rückzahlungstermin. Die Anleihe ist hochkomplex und für sicherheitsorientierte Anleger sicher nicht geeignet. Fragen Sie bei Ihrer Hausbank, ob sie an der Emission beteiligt war. So hatte sie womöglich ein eigenes Interesse, die Anleihe „an den Mann“ zu bringen. Rechtlicher Rat ist hier u.U. angebracht.

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21.09.09
Sonja M.: „Ich habe durch eine Lebensversicherung rund 55 000 Euro für meine Altersvorsorge angespart. Seit März bin ich in Rente (411 Euro) und seit August habe ich einen Minijob (200 Euro). Meine Eigentumswohnung ist abbezahlt. Mein Mann hat 926 Euro Rente. Soll ich mir die 55 000 Euro als Rente auszahlen lassen oder die komplette Summe nehmen und anlegen? Mit der Verrentung könnte ich auch noch drei bis fünf Jahre warten - aber bringt das was? Auf keinen Fall möchte ich wieder so hohe Verluste durch Abschlussgebühren und Zinslverluste wie in der Vergangenheit erleiden. Festgeld, Tagesgeld oder Bundesschatzbriefe, scheinen mir sicherer - aber wäre das sinnvoll? Derzeit habe ich das Geld auf einem Sparbuch geparkt.“

Stefanie Kühn: Da das Geld in einer Lebensversicherung war, die bereits ausbezahlt wurde, wäre eine Verrentung gleichzusetzen mit einem Neuabschluss einer sofort beginnenden oder in wenigen Jahren beginnenden Rentenversicherung. Dabei würden Abschlussgebühren anfallen, die in der Regel ungefähr 4% der eingezahlten Summe betragen. Sie und Ihr Mann haben jeder einen lebenslang laufenden Baustein in Ihrer Altersvorsorge, Ihre Renten. Offen bleibt, ob Sie weitere liquide Vermögenswerte haben. Besitzen Sie beispielsweise eine Notfallreserve für Auto, Reparaturen an der Wohnung oder ähnliches? Wenn nein, dann wäre eine solche in jedem Fall sinnvoll. Gute Anlagemöglichkeiten für die Notfallreserve stellen Tagesgeldkonten dar. Damit ist es zumeist möglich, den Inflationsverlust des Geldes aufzufangen. Für den Rest des Geldes könnten Sie Anlagen in die von Ihnen erwähnten Festgelder oder Bundesanleihen tätigen. Die Rendite ist dort derzeit mager, deshalb empfehlen sich derzeit keine langlaufenden Anlagen im festverzinslichen Bereich. Wenn Sie jedoch genauer schauen, finden Sie sichere Anlagen knapp unter 3% (bspw. Postbank Gewinn Sparen ab 50.000 Euro Anlagesumme; Stand Anfang August 2009). Eventuell können Sie auch ein Lockangebot einer Bank nutzen, das für Neukunden gilt. Die Bedingungen sind hier aber genau zu prüfen.

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12.09.09
Anna Elisabeth St.: „1996 habe ich rund 15 000 DM in den iii-Fonds Nr. 1 (WKN 982000) angelegt. Mittlerweile heißt er Euro ImmoProfil (WKN 982001). Den Ausschüttungsbetrag habe ich wieder angelegt, besitze jetzt 171,43 Stück und liege damit im Vergleich zum Kaufpreismit knapp 2500 Euro im Minus. Jetzt rät mit die Hypobank, den Fonds zu verkaufen und das Geld in den FD-F&C HVB-Stiftungsfonds (WKN 694013) anzulegen. Momentan brauche ich das Geld nicht dringend, aber ich bin 72 Jahre alt und habe auch kein Vertrauen mehr in eine Fonds-Anlage. Was ist Ihr neutraler Rat?“

Stefanie Kühn: Mir erscheint das Minus sehr hoch unter Berücksichtigung dessen, dass Sie die Ausschüttungen wieder angelegt haben. Eventuell haben Sie zwischendurch einige Anteile verkauft? Eine Umschichtung in den F&C HVB Stiftungsfonds erscheint mir für Sie nicht sinnvoll. Der Fonds ist zwar recht gut, jedoch müssten Sie wahrscheinlich bei Ihrer Bank erneut einen Ausgabeaufschlag (5%) zahlen. Diesen müsste der Fonds erst einmal wieder erwirtschaften, bevor Sie eine positive Rendite erzielen. Sie suchen offenbar nach einer Anlage, bei der Sie keine Wertschwankungen zu befürchten haben. Der F&C HVB Stiftungsfonds ist ein Mischfonds, der auch Aktienanlagen beimischen darf. Wenn Sie kein Vertrauen in eine Fonds-Anlage haben, dann fühlen Sie sich vielleicht mit einem Festgeld wohler. Da die Renditen hier derzeit nur gering sind, empfehle ich Ihnen, das Geld nur kurzfristig festzulegen (max. 3-6 Monate). Steigen die Zinsen an, kann auch ein etwas längeres Festgeld vereinbart werden. Nicht empfehlen kann ich die derzeit oft beworbenen Stufenzinsanleihen.

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04.08.09
Simon H.: "Ich beginne im September meine Ausbildung und muss mich nun langsam mit Dingen wie Gehaltskonto, VWL, Riester-Rente oder Bausparen auseinander setzen. Worauf muss ich achten und was ist sinnvoll?"

Stefanie Kühn: Suchen Sie sich ein Gehaltskonto ohne Gebühren. Wenn Ihr Arbeitgeber VL-Leistungen bezahlt, können Sie beispielsweise einen Aktienfonds besparen. Sie finden Anbieter, wo der sonst bei jedem Kauf fällige Ausgabeaufschlag entfällt. Ob Sie bausparen sollten oder nicht hängt von Ihrer Situation und Ihren Plänen ab. Grundsätzlich ist Bausparen ein teures Produkt, manchmal jedoch trotzdem geeignet. Von einer Riesterrente als Single in jungen Jahren rate ich Ihnen ausdrücklich ab. Trotz der Zulagen und eventuellen Steuerersparnisse ist das Produkt nicht so attraktiv, wie es von der Werbung gepriesen wird. Über einen Berufsunfähigkeitsschutz sollten Sie ebenfalls nachdenken. Die Wahl der richtigen Anbieter und Produkte kann für Sie leicht eine Kostenersparnis von 150 bis 200 Euro im Jahr bringen – ohne Einbußen von Leistungen. Es lohnt sich also, sich selbst schlau zu machen.

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20.07.09
Thomas B.: " Ich (30) lege für meine Altersvorsorge monatlich 200 Euro in Aktienfonds an. Mir ist aufgefallen, dass die Verwaltungskosten für die Aktienfonds (TER) und die Aufgabeaufschläge relativ hoch sind. Was halten Sie von einer Anlage in Indexfonds? Wo liegen die Vor- bzw. Nachteile eines Indexfonds gegenüber einem aktiv gemanagten Aktienfonds? "

Stefanie Kühn: Ich halte ETFs für einen sehr sinnvollen Baustein, um das eigene Anlageportfolio zu strukturieren. ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die einen Markt-, Regionen- oder Branchenindex 1 zu 1 nachbilden. Die Vorteile von ETFs sind insbesondere niedrige Kosten, Transparenz und Liquidität. So sind ETFs wie Aktien an Börse zu für Aktien üblichen Spesen handelbar. Sie haben keine Ausgabeaufschläge. Da sich die Auswahl der vom ETF gehaltenen Titel nur nach einem festen Index richtet und somit kein Fondsmanagement aktiv die seiner Meinung nach aussichtsreichsten Unternehmen heraussuchen muss, hat ein ETF im Vergleich zu einem aktiv gemanagten Investmentfonds nur geringe Verwaltungsgebühren. Der Unterschied (Spread) zwischen Kauf- und Verkaufskosten ist gering. Dadurch, dass die Wertpapierbestände eines ETF zum Ende eines jeden Börsentages veröffentlicht werden, sind ETFs auch sehr transparent. Herkömmliche Fonds veröffentlichen ihre Bestände oft nur halbjährlich. Überdies wird bei ETFs laufend ein Börsenkurs festgestellt, sie können also auch „intraday“ zum dann aktuellen Kurs ge- oder verkauft werden. Viele „normale“ Fonds können hingegen nur zum einmal täglich ermittelten Kurs bei der Fondsgesellschaft ge-/verkauft werden. Ein Nachteil der ETFs ist, das diese immer nur eine Performance wie ihr zugrundeliegender Index schaffen werden, also immer nur „Marktdurchschnitt“ sind. Hier besteht bei aktiv gemanagten „normalen“ Fonds die Chance, dass der Fondsmanager besser als der Marktdurchschnitt arbeitet und eine überdurchschnittliche Performance erzielt. Allerdings schaffen dies nur wenige gemanagte Fonds. Ein weiterer Nachteil gegenüber aktiven Fonds ist die eingeschränkte Produktpalette bei Sparplänen und die oft hohen Kosten beim Sparplankauf.

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11./12.07.09
Josef H.: "Ich habe für mich und meinen Sohn vor etwa drei Jahren jeweils eine fondsgebundene Rentenversicherung mit einem dynamischen Monatsbeitrag von anfangs 100 Euro bei der Bayerischen Beamten Versicherung (BBV) abgeschlossen. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Gesamtwert des Fondsvermögens bei einem Bruchteil der eingezahlten Summe. Was soll ich tun: Weiter einzahlen, beitragsfrei stellen oder kündigen?"

Stefanie Kühn: Das, was Sie schildern, ist ganz normal. In den ersten 3-4 Jahren wird von Ihren Beiträgen die Provision für den Vermittler gezahlt. Dieser erhält nach Abschluss des Vertrages ca. 4% der insgesamt von Ihnen über die Laufzeit zu zahlenden Beiträge. Nehmen wir an, die Versicherungen laufen 30 Jahre. Dann würden je Vertrag ca. 1.440 Euro anfallen. Das ist der eine Grund für den niedrigen Rückkaufswert. Ein weiterer Grund ist natürlich, dass der Rückkaufswert eine Art Strafe für „Frühaussteiger“ beinhaltet, den sogenannten Stornoabschlag. Die Versicherung kalkuliert ja mit der geplanten Laufzeit und sichert sich so gegen vorzeitige Ausstiege ab.. Der dritte Grund ist, dass von Ihrem Beitrag die normale Verwaltung und die Risikokosten für den Fall, dass der Versicherungsnehmer verstirbt, bezahlt werden. Der letzte Grund ist die Entwicklung der Börse. Die ohnehin geringe Summe die bislang investiert wurde, ist aufgrund der Börsenentwicklung der letzten 2 Jahren natürlich geschrumpft. Ich gehe davon aus, dass Sie zumindest über das Risiko der Börsenentwicklung Bescheid gewusst haben, sonst hätten Sie sich sicherlich nicht für eine fondsgebundene Lebensversicherung entschieden. Auch, dass die Rückkaufswerte am Anfang durch die zu zahlende Provision gering sind, hätte man Ihnen sagen sollen. Eine konkrete Handlungsempfehlung kann ich mangels Kenntnis Ihrer Situation, Ihrer Ziele und der Fonds, in die investiert wird, leider nicht geben.

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03.07.09
Jan W.: "Meiner Enkelin (6 Jahre) möchte ich bis zu ihrem 18. Geburtstag monatlich Euro 250 schenken. Das Geld soll sich einerseits vermehren, andererseits aber absolut sicher sein und nicht vorher abgehoben werden können. Welche Anlage würden Sie dafür empfehlen?"

Stefanie Kühn: Wenn Sie eine absolut sichere Anlage suchen, scheiden Aktienfonds sowie jede andere Art von Fonds aus. Letztlich bleibt dann das Sparen im Festgeldbereich. Bei den derzeit niedrigen Zinsen warne ich vor langlaufenden Verträgen. Derzeit wäre ein Sparen auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto mit sukzessiver Umschichtung in ein Festgeld (bei entsprechender Höhe der gesparten Summe und attraktivem Zins) eine Möglichkeit. Abraten möchte ich von jeder Art von Bonussparverträge, wenn Sie nicht aufgrund der durchschnittlichen Rendite sagen können, dass dies - auch langfristig gesehen – ein attraktives Angebot ist. Der Bonus blendet hier immer. Wenn Ihre Tochter bzw. deren Eltern das Geld nicht vorher abheben können sollen, wäre die sicherste Variante, dass Sie das Geld auf Ihren Namen anlegen und bei der Bank einen sogenannten Vertrag zu Gunsten Dritter vereinbaren.

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01.07.09
Ingrid E.: "Wie sicher ist eine Geldanlage bei Direktbanken? Kann man diesen genauso vertrauen wie anderen Banken? Speziell denke ich an die Credit Europe Bank, die Festgeldzinsen über vier Prozent bietet. Ist dort die Sicherheit der Einlagen gewährleistet?"

Stefanie Kühn: Grundsätzlich können Sie den deutschen Direktbanken genauso vertrauen, wie anderen Banken auch. Sie alle unterstehen den gesetzlichen Anforderungen, bieten die gesetzliche Einlagensicherung und sind fast immer auch Mitglied einer weiteren Sicherungseinrichtung. Die Informationen finden Sie meist auch gut sichtbar auf den Homepages, denn seit Beginn der Finanzkrise machen sich mehr und mehr Menschen darüber Gedanken. Die Credit Europe Bank N.V. Niederlassung Deutschland ist jedoch eine niederländische Bank. Die Niederlassung Deutschland untersteht dem niederländischen Einlagensicherungssystem. Laut Beschluss des niederländischen Finanzministeriums am 10.03.2009 wurde die Einlagengarantie für Sparanlagen auf € 100.000 pro Person festgesetzt. Demnach sind Ihre Sparanlagen bei der Credit Europe . zu 100% bis € 100.000 pro Person gesichert. Welche Probleme entstehen könnten, wenn deutsche Sparer in einem anderen Land die Einlagensicherung in Anspruch nehmen möchten, hat der Fall Kaupthing gezeigt. Grundsätzlich möchte ich sagen, dass Zinsen einer Bank, die dauerhaft über dem Zinssatz der Europäischen Zentralbank liegen und zwar soweit, dass sich das „Mehr“ nicht mehr mit günstigerer Kostenstruktur erklären lässt, mich nachdenklich stimmen.

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22.05.09
Anton I.: "Unsere derzeitige Hypothek beträgt 80 000 Euro und ist durch Grundschuld abgesichert. Nun läuft die fünfjährige Zinsbindung aus. Derzeit hole ich mir von verschiedenen Kreditinstituten Angebote zum Zinssatz ein. Bei welcher Differenz des Zinsangebotes ist es sinnvoll, das Kreditinstitut zu wechseln? Welche Kosten entstehen bei einem Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut?"

Stefanie Kühn: Die Kosten, die bei einem Grundschuldwechsel entstehen, fallen für Notar und Grundbuchamt an. Sie liegen, je nachdem ob die Grundschuld gelöscht und für den neuen Eigentümer neu eingetragen oder (teil-)abgetreten wird – zwischen rund 135 und 530 Euro. Wenn Sie Angebote vergleichen, müssen Sie ausrechnen, wieviel Zinsen Sie über den Zeitraum der Zinsbindung sparen. Sie können die Restschuld bis zum Ende der geplanten Zinsbindung bei der bisherigen Bank und dem neuen Angebot ausrechnen. Vergleichen Sie aber in jedem Fall unter Berücksichtigung des Effektivzinses und bei einer gleichen monatlichen Rate. Wenn Sie mehr als Ihre Kosten ersparen, dann lohnt sich der Wechsel.

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20.05.09
Oskar W.: "Meine Frau (Jahrgang 1957) steht vor einer möglichen Abbaumaßnahme bei Siemens. Als sie noch in den fetten Jahren für diese Firma gutes Geld im Außendienst verdiente, hat sie das Thema "Altersvorsorge" gestartet. Sie schloss bei der VICTORIA als damals noch Unverheiratete eine "Single Rente" zum 7.6.2002 ab , und begann mit 500,00 Euro monatlicher Zahlung und "automatischer Anpassung", mindestens aber 5% im Jahr Erhöhung. Dies haben wir selbst übersehen und wurde auch vom Bankberater nicht expliziet darauf hingewiesen. Die Rente oder alternativ die Kapitalabfindung fließt am 1.6. 2019. Macht es Sinn,  hier die € 669,74 noch weiter zu zahlen um dann eine brauchbare Rente zu erhalten? Oder soll sie die Zahlung stoppen und den derzeitigen Zustand einfrieren lassen. Gäbe es eine Alternative?"

Stefanie Kühn: Es ist davon auszugehen, dass die Versicherung über einen Gruppentarif abgeschlossen wurde, das heißt, Ihre Frau profitiert von günstigeren Konditionen. Nichts desto trotz ist eine Rentenversicherung ein teures Produkt. Die Hauptkosten liegen jedoch in den Anfangsjahren, wenn von Ihren Beitragen zunächst die Vermittlerprovision gezahlt wird. Ca. 4% der über die Laufzeit fließenden Beiträge können Sie gewöhnlich dafür veranschlagen, bei einem Gruppentarif etwas weniger. Jede dynamische Erhöhung ist nun wie ein Neuabschluss dieses Teils, so dass die ersten Jahre der Dynamik auch immer zu einem großen Teil in die Provision fließen. Daher ist eine weitere Dynamik in keinem Fall ratsam, da ja kaum noch Zeit bleibt, die Provision wieder „herauszuholen“. Da es ein Vertrag mit altem Steuerrecht ist (also mit steuerfreier Kapitalauszahlung) spricht relativ wenig für eine Kündigung. Hier würden Sie hohe Stornoverluste realisieren. Ein Verkauf über den Zweitmarkt ist u.U. möglich. Des weiteren hängt es stark von Ihrer persönlichen Situation ab, ob Sie ein solches Produkt brauchen oder nicht.

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06.05.09
Eckhardt M.: "Ich spiele mit dem Gedanken, Geld bei einer namhaften Autobank, die derzeit noch gute Tagesgeld- und Festgeld-Zinsen zahlt, anzulegen. Ich habe mir daher Informationen zur Einlagensicherung zusenden lassen. Dort konnte ich wie folgt entnehmen: "Die xy-Bank ist  Mitglied der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. Innerhalb dieser Sicherungseinrichtung sind die Kundeneinlagen aller Geldanlageprodukte der xy-Bank geschützt. Die Höhe der Absicherungssumme wird nach dem haftenden Eigenkapital der jeweiligen Bank bemessen. Zur Zeit beläuft sich diese bei der ... Bank auf über 280 Mio. Euro pro Anleger. D.h. über 280 Mio. Euro sind pro Kunde zu 100% abgesichert. Neben Ihrer reinen Einlage sind auch die Zinserträge von der Sicherung erfasst." Wie sind diese Angaben zu bewerten?"

Stefanie Kühn: Ihre Einlagen inklusive Zinsen sind, wenn Sie bei dieser Bank anlegen, über die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken bis zu der genannten Höhe abgesichert. Diese Angabe ist korrekt. Zusätzlich hat der deutsche Sparer die „Merkel-Garantie“. Was Sie sich grundsätzlich – unabhängig ob Autobank oder nicht - überlegen können ist folgendes: Der Anleger hätte im Falle eines Ausfalls der Bank immer den Ärger. Es würde dauern, bis das Geld zurückkommt. Wenn deutlich mehr Zinsen über deutlich längere Zeiträume als am Markt üblich gezahlt werden, hat das meistens einen Grund. Ich frage mich immer, ob ein Zins noch mit einer Marketing-Aktion zu erklären ist oder damit, dass die Bank dank niedrigerer Kosten einen solchen Mehr-Zins zahlen kann. Wenn das zu verneinen ist, bin ich vorsichtiger.

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24.04.09
Peter T.: "Ich würde gerne 25.000 Euro bei der DKB anlegen. Ist diese Bank empfehlenswert oder gibt es bessere Alternativen?"

Stefanie Kühn: Die DKB Bank ist eine 100%ige Tochter der Bayerischen Landesbank. Sie ist Mitglied des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands. Zusätzlich hat die Bayern LB eine Patronatserklärung in ihrem Geschäftsbericht abgegeben, dass sie in Höhe ihrer Anteilsquote dafür Sorge tragen wird, dass die DKB AG ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllen kann. Es gibt also keine Bedenken hinsichtlich der Sicherheit. Ob die Bank für die Anlage geeignet ist, ist so nicht zu sagen. Ich kenne weder Ihren Anlagehorizont noch Ihre Risikoeinstellung. Die Tagesgeldkonditionen bei der Visa-Card sind ordentlich, im Festgeldbereich eher durchschnittlich (Stand Mitte April 2009).

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17.04.09
Michael G.: "Ich habe in letzter Zeit viel über Abgeltungsteuer gelesen, aber eines verstehe ich nicht: Wie verhält es sich bei einem Aktienfonds mit Freistellungsauftrag, wenn eine Entnahme stattfindet? Annahme ist, dass die gesamten Gewinne/Erträge in den Grenzen des Freibetrages bleiben. Wie ist es bei mehreren Aktienfonds und geteilten Freistellungsaufträgen, oder wenn die Erträge die Grenzen übersteigen?"

Stefanie Kühn: Seit dem 01.01.2009 unterliegen sowohl sowohl Erträge als auch Veräußerungsgewinne dem Abgeltungsteuersatz von 25 % zzgl. SolZ und ggf. Kirchensteuer. Ausgenommen von der Veräußerungsgewinnbesteuerung sind Aktienfondsanteile, die vor dem 01.01.2009 angeschafft wurden. Bei diesen gilt die alte Spekulationssteuerregelung weiter, wonach eine Veräußerung nach mehr als einem Jahr steuerfrei ist. Der bisherige Sparer-Freibetrag von 750 EUR und der Werbungskosten-Pauschbetrag von 51 EUR wurden ab 2009 zu einem einheitlichen Sparer-Pauschbetrag von 801 EUR zusammengefasst. Soweit die Erträge und Veräußerungsgewinne unterhalb dieses Betrages bleiben und ein entsprechender Freistellungsauftrag erteilt wurde, wird keine Abgeltungsteuer einbehalten. Bei auf mehrere Fonds bzw. Institute verteilten Freistellungsaufträgen darf die Summe 801 EUR nicht übersteigen. Sofern die ausgezahlten/entnommenen Beträge einen höheren steuerpflichtigen Gewinn und/oder Dividenden pro Jahr „produzieren“, wird auf den übersteigenden Anteil die Abgeltungsteuer einbehalten.

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30.03.09
Gertraud H.: "Meine Mutter ist 89 Jahre alt und hat ein Vermögen von ca. 200 000 Euro. Davon sind ca. 120 000 Euro in festverzinslichen Wertpapieren bzw. Festgeld angelegt. 80 000 Euro investierte sie in Gebrauchtcontainern bei der PR Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Nördliche Münchner Straße 8, 82027 Grünwald. Das Geld ist vor allem für eventuell notwendig werdende Pflege gedacht. Unsere Fragen wären nun folgende: 1. Ist die Relation der Container zur sonstigen Anlage zu hoch? 2. Wie sicher ist die Anlage im Allgemeinen und in der jetzigen Wirtschaftskrise? 3. Wie sicher ist die Firma, falls Sie da Informationen haben?"

Stefanie Kühn: Wenn ich davon ausgehe, dass auch die Festgelder nicht kurzfristig frei zu bekommen wären, ist der Anteil an Containern viel zu hoch in Bezug zu Ihrem Zweck – nämlich der Sicherheit für einen eventuellen Pflegefall Ihrer Mutter. In der Vergangenheit hat P&R meines Wissens ordentliche Erträge gebracht, musste sich aber immer dem Vorwurf der mangelnden Transparenz stellen. In der aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise leidet der Schifffahrtsmarkt bereits erheblich unter den sinkenden Charterraten. Bei den Containern jedoch ist die Neuproduktion schon letztes Jahr zurückgefahren worden und alte Container wurden verschrottet. Die Branche hat also gut reagiert. Trotzdem sollten die Presse von und über P&R genau verfolgen, um zu sehen, ob sich Probleme abzeichnen. Wenn die Verträge auslaufen, empfehle ich Ihrer Mutter, nicht weiter in Beteiligungen anzulegen. Das unternehmerische Risiko, das sie damit eingeht, passt nicht zu dem Ziel, das sie mit dem Geld verfolgt. Geschlossene Fonds sind außerdem immer nur eingeschränkt handelbar und die nötige Flexibilität fehlt.

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28./29.03.09
Josef O.: "Sind Dax- oder EuroStoxx-Zertifikate von Goldman-Sachs oder Commerzbank empfehlenswert? Oder würden Sie grundsätzlich wegen des Emmitentenrisikos abraten?"

Stefanie Kühn: Meines Erachtens sind Indexzertifikate, wie die von Ihnen angesprochenen nicht nötig. Sie kaufen sich zusätzlich zu dem Marktrisiko ein Emittentenrisiko ein. Würde die Bank (der Emittent) pleite gehen, so ist Ihr Geld weg, auch wenn DAX und Euro-Stoxx noch da sind. Mit einem ETF (Exchange Traded Fund) können Sie ebenfalls kostengünstig den Index abbilden, haben aber den Status eines Fonds eingekauft. Damit ist Ihr Vermögen ein sogenanntes Sondervermögen und ist im Pleitefall der Bank noch vorhanden. Die Palette der ETFs hat sich in den letzten Jahren sehr vergrößert und Sie können viele gängige Indizes kaufen. Doch auch bei ETFs gibt es Risiken, beispielsweise, wenn Swaps in den ETFs enthalten sind.


27.03.09
Hannes Sch.: "Meine Frau und ich haben bei der ALLIANZ jeweils eine Fondsgebundene Lebensversicherung mit folgendem Fondsnamen Euro Equity  Index ISIN LU0158783638 mit dem wir im letzten Jahr einen schönen Verlust verzeichnen konnten. Laut Auskunft unseres Versicherunsvertreters ist eine Umschichtung nicht möglich. Ist es sinnvoll weiterhin in die Versicherung einzubezahlen oder besser Stilllegen und eine Alternative suchen?"

Stefanie Kühn: Mit dem Entschluss, eine fondsgebunde Lebensversicherung als Geldanlage oder Altersvorsorge zu wählen, haben Sie sich - hoffentlich bewusst – für eine Anlage entschieden, die Schwankungen unterliegt. Im Gegensatz zu kapitalbildenden Lebensversicherungen gibt es keinen Garantiezins. Ihr Fonds legt in europäische Standardwerte an – orientiert am Euro Stoxx 50. Der Fonds hat daher auch fast genau die gleiche Entwicklung wie der EuroStoxx 50, kaum schlechter aber eben auch nicht besser. Im Gegensatz zu einer direkten Anlage in den Fonds, die Ihnen dann die Möglichkeit bieten würde, auch die „Reißleine“ zu ziehen und zu verkaufen, haben Sie hier offenbar keine Umschichtungsmöglichkeit. Das hätten Sie aber bei Abschluss wissen sollen. Einen abschließenden Rat kann ich Ihnen hier nicht geben. Wenn die Anlage Ihrer Risikoeinstellung überhaupt nicht entspricht, dann sollten Sie auch nicht weiter einzahlen. Auch ist Ihr Anlagehorizont wichtig, Ihr Ziel für Ihre Anlage. All das würde für eine Empfehlung relevant sein und sprengt den Rahmen dieser Rubrik. Zukünftig sollten Sie vorher genau prüfen, in welche Anlage Sie investieren, welche Risiken auftreten können und ob die Anlage zu Ihnen passt.

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13.03.09
Erna R.: Würden Sie empfehlen, Geld bei der ING DiBa anzulegen? Die Anlage wäre kurzfristig (ca. 6 Monate) und liegt im unteren 5stelligen Bereich. Die DiBa ist ja auch eine Privatbank, sind diese denn auch verpflichtet einen sogenannten "Einlagensicherungsfonds" zu führen? Die DiBa zahlt momentan 4 % p.a. bis zum 30.4.2009. Bekomme ich das auch bei einer anderen Bank?

Stefanie Kühn: Die ING-Diba ist eine deutsche Bank und unterliegt damit der gesetzlichen Einlagensicherung. Zusätzlich ist die Diba dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. angeschlossen. Pro Kunde der ING-DiBa sind laut deren Homepage derzeit 1,23 Milliarden Euro Einlagen abgesichert.

4% Zinsen sind derzeit ein gutes Angebot. Es gilt bei der Diba für neues Geld im Zeitraum Februar bis Ende April. Da es ein Tagesgeldkonto ist, besitzen Sie volle Flexibilität. Es gibt derzeit wenige vergleichbare Angebote. Haben Sie noch ein Depot, was Sie übertragen könnten, gäbe es eventuell noch die Möglichkeit, den Zins für den gewünschten Zeitraum zu verbessern, da es auch immer wieder schöne Lockangebote bei anderen Banken gibt. Natürlich müssen Sie dabei genau auf die Konditionen achten.

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26.02.09
Bernhard M.: Welche Abgeltungssteuerabzüge werden ab diesem Jahr bei Einzelfirmen/Architekten/GmbH/etc. bei Festgeldern/Zinspapieren oder Fonds/Aktien/Kursgewinnen vorgenommen werden? Oder werden überhaupt welche vorgenommen?

Stefanie Kühn: Zum 01.01.2009 sind die Regelungen zur Abgeltungsteuer in Kraft getreten. Bei der Abgeltungsteuer handelt es sich nicht um eine eigen Steuerart, sondern um einen besonderen Steuertarif bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Dieser beläuft sich auf 25% zzgl. Solidaritätszuschlag. Kommt dazu noch eine Kirchensteuer von 8%, beläuft sich die Gesamtbelastung auf 27,82%. Die neue Regelung gilt nur für im steuerlichen Privatvermögen erzielte Kapitaleinkünfte, wie realisierte Kursgewinne aus nach 2008 angeschafften Wertpapieren, Zinsen, Dividenden und Ausschüttungen von Investmentfonds.

Werden Wertpapiere im steuerlichen Betriebsvermögen gehalten, kommt das sog. Teileinkünfteverfahren zur Anwendung. Danach unterliegen die Kapitaleinkünfte zu 60% dem individuellen Einkommensteuertarif, eine einbehaltene Abgeltungsteuer hat nur den Charakter einer Vorauszahlung. Bei Kapitalgesellschaften wie bspw. einer GmbH bleibt es bei der bisherigen Regelung, wonach Einkünfte aus der Beteiligung an anderen Kapitalgesellschaften zu 95% steuerfrei bleiben. Diese sind erst mit der Ausschüttung an die Anteilseigner von diesen zu versteuern, jetzt also als Kapitaleinkünfte mit dem Abgeltungsteuertarif. Bei GmbH-Ausschüttungen kann der Gesellschafter auch das Teileinkünfteverfahren unter der individuellen Progression wählen. Zinsen unterliegen dem normalen Körperschaft- und Gewerbesteuertarif.

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03.02.09
Franz Z.: Im Dezember 2008 habe ich bei der Hypo-Vereinsbank für 45000,00 € eine EO-IHS.325 Kenn-Nr. 201586 erworben. Bedingt durch die Finanzkrise fällt mir auf, dass damals im Beratungsbogen "Keine Beratung" angekreuzt wurde. Ich hatte damals beim Beratungsgespräch ein Paket mit 6% im 1.Jahr und dann die nächsten 4 Jahre einen Zins, abhängig vom Aktienkurs, mir unbekannter Aktien abgelehnt. 100% Rückzahlung des eingezahlten Betrages war zwar gewährleistet. Könnte das der Grund für den Vermerk " Keine Beratung" sein? Und wie sicher ist die von mir erworbene Inhaber-Schuldverschreibung?

Stefanie Kühn: Banken sind bei der Anlageberatung gesetzlich zur Einholung von Kundenangaben zu Kenntnissen, Erfahrungen, Anlagezielen und finanziellen Verhältnissen und entsprechender Dokumentation verpflichtet. Erteilt der Kunde nicht alle erforderlichen Informationen, so kann die Bank gleichwohl die Durchführung sogenannter beratungsfreier Geschäfte vornehmen. In diesen Fällen muss der Kunde lediglich gewarnt werden, dass mangels Vorliegen dieser Informationen keine Angemessenheitsprüfung hinsichtlich der vom Kunden gewünschten Anlage durch die Bank erfolgen kann und diese Warnung ist zu dokumentieren. Durch den Hinweis im Beratungsbogen, dass keine Beratung erfolgt ist, kann der Bank überdies nur schwer ein Beratungsfehler nachgewiesen werden, da dokumentiert ist, dass der Kunde das Produkt auf eigene Initiative gekauft hat. Zur Sicherheit der Schuldverschreibung: Schuldverschreibungen unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sie sind grundsätzlich so sicher, wie der Emittent solvent ist. Zwar habe ich keinen tieferen Einblick in die wirtschaftliche und finanzielle Situation der HypoVereinsbank. Da die Anleihe im Dezember 08 einen Kurs zwischen zwischen 95,4 und 96,75 hatte, haben Sie auch die Chance, mit dieser einen steuerfreien Kursgewinn zu erzielen, wenn Sie sie mindestens ein Jahr halten.

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07.01.09
Gudrun M.: Ich möchte für ein neugeborenes Enkelkind Geld anlegen. Wenn es volljährig ist, soll es sich eine eigene Wohnung kaufen können. Welche Anlageform können Sie empfehlen?

Stefanie Kühn: Aufgrund des langen Anlagehorizontes von 18 Jahren halte ich einen Fondssparplan auf Aktienbasis für sinnvoll. Bei dieser Anlageform können Sie – historisch - Renditen zwischen 6 und 10% erwarten. Wenn Sie für Ihr Enkelkind jeden Monat 100 Euro sparen, würden Sie bei einer Rendite von 6% 38.735 Euro erzielen, bei 8% 48.008 Euro. Bei einem Sparplan kaufen Sie antizyklisch ein, da Sie in schlechteren Börsenzeiten mit Ihrer Sparsumme mehr Anteile erwerben als in den guten Zeiten. Sie sind mit einem Fondssparplan sehr flexibel - Sie können aussetzen, die Summe verändern und nach einer guten Börsenzeit auch mal einen Gewinn mitnehmen. Besonders zum Ende der geplanten Laufzeit empfiehlt es sich darauf zu achten, dass angehäufte Gewinne nicht durch einen Kurssturz zu Nichte gemacht werden können. Dann kann auch eine komplette Umschichtung in ein Festgeld eine gute Wahl sein. Bedenken Sie, dass wenn Sie das Geld auf den Namen des Kindes anlegen, dies zwar den Vorteil hat, dass für Ihr Enkelkind keine Steuer anfällt, solange die Einnahmen unter dem Grundfreibetrag bleiben, Sie haben dann aber auch keinen Zugriff mehr auf dieses Vermögen.

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02.01.09
Herbert und Marianne J.: Wir beabsichtigen  für 10.000 Euro   Genussrechte der Firma  PROKON Capital Gesellschaft für ökologische Unternehmensbeteiligungen, Itzehoe  zu erwerben. Diese Firma  investiert u.a. in Windkraftanlagen und verspricht eine jährliche Mindestverzinsung von 6 %. Können Sie uns zu dieser Anlage raten?

Stefanie Kühn: Mit einem Genussschein erwerben Sie ein gesetzlich nicht geregeltes Wertpapier, welches je nach Ausgestaltung der verbrieften Rechte eher einer Aktie oder aber einer Anleihe ähnelt. Immer gilt jedoch: Der Genussschein ist ein nachrangiges Wertpapier. Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz zunächst die Forderungen anderer Gläubiger bedient würden. Die versprochene Mindestverzinsung würde – falls Prokon einmal nicht zahlen könnte, in späteren Jahren nachgeholt. Prokon gibt nach drei Jahren eine Rückkaufgarantie zu 100% ab.
Ich gebe Ihnen neben der grundsätzlichen Nachrangigkeit eines Genussscheins einige Punkte zu bedenken: 1.) Jede Garantie ist nur so gut, wie der Garantiegeber. In 2007 gab es bei Prokon einmal Probleme wegen nicht geleisteten Ausschüttungen in einigen Fonds. 2.) Die Streuung der Anlagen ist lobenswert, jedoch stellt sich mir die Frage, ob 6% wirklich realistisch ist. 3.) Die Beteiligung ist nicht börsengehandelt. Die Bedingungen, unter denen Sie verkaufen können, sind eng gefasst. Sie binden sich damit für mindestens drei Jahre.

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