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24.12.2013
Franz S.: "Mein Sohn ist 32 Jahre alt und ist wegen großer psychischer Probleme seit Jahren in stationärer Unterbringung. Eine Heilung ist ungewiss. Ich bin 67 Jahre alt und möchte ihn versorgt wissen. Dazu will ich ihm 180.000 Euro so zukommen lassen, dass er möglichst sein Leben lang damit auskommt. Seine jüngere Schwester könnte die Testamentsvollstreckung übernehmen. Ich hatte daran gedacht, inflationsindexierte Bundesanleihen zu kaufen, mir geht es nur darum, das Geld zu erhalten. Mein Sohn hat kein eigenes Bankkonto, was er braucht, bekommt er von mir in bar. Oder eben von die Heimleitung. Sein Aufenthalt wird vom Heimträger-Bezirk getragen. Deshalb dürfen die Zuwendungen nicht zu hoch sein. Ich dachte an 2000 Euro im Jahr, das würde im genügen. Eine Art Rente kommt nicht in Frage, weil er das Geld jetzt benötigt. Sollte der Anlagebetrag vielleicht anders aufgeteilt werden? Vielleicht auch in Festgeld oder normale Bundesanleihen? Ich würde mich über einen Rat sehr freuen."

Stefanie Kühn: Es ist immer besonders anspruchsvoll, Gelder so anzulegen, dass sie sich „quasi von selbst“ verwalten. Ich verstehe Ihre Frage so, dass Sie das Geld so anlegen möchten, dass Ihr Sohn lebenslang 2.000 Euro p.a. daraus erhalten kann. Bis zu Ihrem Tod geben Sie es ihm, danach ist eine Testamentsvollstreckung durch die Schwester eine sinnvolle Lösung. Die testamentarische Lösung mit der Anordnung zur Testamentsvollstreckung sollte von einem Anwalt begleitet werden. Wenn Sie 1,5% Rendite nach Steuern erzielen, beträgt die jährlich mögliche Zuwendung ohne Kapitalverzehr 2.700 Euro, also sogar mehr, als der gewünschte Betrag. Der Inflationsausgleich sollte natürlich stattfinden, damit die Kaufkraft erhalten bleibt. Inflationsindexierte Bundesanleihen sind grundsätzlich eine Idee, um Ihr Ziel zu erreichen. Der deutsche Staat hat solche Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten aufgelegt. Normale Bundesanleihen rentieren derzeit sehr niedrig. Diese beiden Anlagen sind sicherlich eine der sichersten Anlagen, die es derzeit gibt. Die Gefahr, die besteht, sind Kursverluste, sollten die Zinsen erhöht werden. Halten Sie eine Anleihe bis zum Ende, kann Ihnen dies egal sein – die Zinsen kommen ja weiter. Derzeit erzielen Sie mit „normalen“ Festgeldern höhere Renditen als mit Bundesanleihen, wenn Sie zu den Banken gehen, die in den Rankings ganz oben stehen. Der Inflationsausgleich ist ab einer Anlagedauer von 5 Jahren gerade noch so erzielbar. Bitte beachten Sie dabei aber die Einlagensicherung. Möglich wäre beispielsweise eine gestaffelte Anlage von Beträgen mit unterschiedlichen Laufzeiten. So etwas wäre von der Schwester später auch leicht zu verwalten.Grundsätzlich würde bei dem Anlagebetrag auch nichts gegen eine ca. 10%ige Aktienquote sprechen, es wäre ja genug Geld da, um die jährliche Entnahme zu bestreiten.

25.11.2013
Johann S.:
"Ich bin seit längerem in zwei Dachfonds investiert -A0MY1C und A0MY08- die beide nicht sehr gut laufen. Soll ich sie verkaufen oder halten?" 

Stefanie Kühn: Dachfonds sind Fonds, die in mehrere andere Fonds anlegen. Damit haben Dachfonds zwei Gebührenebenen. Zum einen muss der Dachfondsmanager bezahlt werden, zum anderen das jeweilige Fondsmanagement der einzelnen Fonds, in die investiert wird. Diese Kosten können sich leicht auf 3% addieren. Diese Kosten fehlen dem Anleger letztlich in seinem Ergebnis. Ganz allgemein habe ich meist nicht feststellen können, dass Dachfonds diese Kosten in der Vergangenheit wert waren. Ein Anleger hätte durch eine ausgewogene Portfolio-Mischung in der Regel eine kostengünstigere und damit ertragreichere Anlage haben können. Gerade der Einsatz von sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds), die „nur“ einen Index abbilden, gepaart mit einem Festgeldmix und einigen gemanagten Fonds oder Mischfonds hat in den vergangenen Jahren eine schöne Rendite ergeben.

Zu den Fonds im Detail: Der KAPITALAUFBAU PLUS AMI (A0MY1C) und KAPITAL TOTAL RETURN AMI P (T) weisen in ihrer Anlegerinformation eine laufende Kostenquote von 3,64% bzw. 4,03% p.a. aus. Dazu kommen dann ggf. die Kosten aus den Fonds, in die investiert wird. Je höher also der Anteil der Direktinvestitionen, umso günstiger ist der Fonds. Die Wertentwicklung blieb in den vergangenen Jahren jeweils weit hinter dem MSCI World und auch hinter dem Durchschnitt der Kategorie zurück. Gute Mischfonds waren in diesem Zeitraum deutlich besser als diese Dachfonds.

Allein die hohe Kostenbelastung, die jedes Jahr anfällt, lässt mich eine Verkaufsempfehlung aussprechen. Selbst, wenn Sie den Fonds vor 2009 gekauft hätten, würde ich auf die Steuerfreiheit einer eventuellen Wertsteigerung keine Rücksicht nehmen und den Erlös des Verkaufes lieber im Rahmen eines Gesamtkonzepts neu anlegen.

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19.11.2013
Martha S.:
"Seit einiger Zeit habe ich bei der Sparkasse Geldbeträge auf einem Geldmarktkonto liegen. Da ich immer wieder größere Summen eingezahlt und abgehoben habe, war das eine gute Lösung. Nun liegen cirka 15 000 Euro dort. Gestern war ich bei der Sparkasse, um mich zu erkundigen, ob es nicht eine Möglichkeit gäbe, etwa bei 3-monatiger Kündigungsfrist, mehr als die gegenwärtigen 0,1% Zinsen zu bekommen. Der Mitarbeiter erklärte mir eine geschlagene halbe Stunde lang die Politik der Bank und dass es keine Möglichkeit gibt, auch nur ein wenig höhere Zinsen zu erhalten. Es ist mir schon klar, dass das momentan schwierig ist, aber vielleicht haben Sie einen Rat. Ich möchte keine unsichere oder langfristige Anlage, es geht mir auch nicht um "hohe" Erträge - aber wenn mir die Bank einmal im Jahr 10-15 Euro gutschreibt, da denke ich, ich hole lieber das Geld nach Hause und schau es mir ab und zu mit Vergnügen an ;-)

Stefanie Kühn: Selbstverständlich gibt es Möglichkeiten, Ihren Zinssatz zu steigern und zwar ohne höhere Risiken einzugehen oder auf Flexibilität zu verzichten. Schon bei den „normalen“ Direktbanken erhalten Sie im Tagesgeld das achtfache des Zinssatzes und können dort nicht nur per Online-Banking sondern auch per Telefon Ihre Order erteilen. Einige Direktbanken haben in großen Städten auch Filialen, so dass Sie die Kontoeröffnung und Bankgeschäfte vor Ort vornehmen können. Bei den Banken, bei denen nur Online-Banking geht (natürlich gibt es trotzdem eine Hotline für Fragen) erhalten sie im Tagesgeld auch leicht 1,35%, bei einer dreimonatigen Festlegung bei der RaboDirect Bank derzeit beispielsweise auch 1,7% (Stand: 23.10.13). Damit ist der Zins dann 17mal so hoch wie bei Ihnen und Sie erzielen zumindest derzeit einen vollen Inflationsausgleich.

Die Einlagensicherung ist natürlich zu beachten. Die RaboDirectBank hat beispielsweise holländische Einlagensicherung. Solange der niederländische Staat zahlen kann, sind hier also 100.000 Euro abgesichert. Es gibt keinen Grund, dies derzeit anzuzweifeln. Sollte sich die Lage verändern, können Sie Ihr Geld ja relativ zügig dort wieder wegholen.

Sie sehen allerdings, es erfordert den Aufwand, sich mit dem Thema Online-Banking zu beschäftigen, Konten zu eröffnen und die Konditionen zu vergleichen.

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04.11.2013
Leopold L.
"Wie kann ich ca. 40.000 US Dollar, die ich zur Zeit bei einer Bank auf einem nichtverzinslichen Konto habe, am besten anlegen? Mein Alter ist 74 und das Geld brauche ich zur Zeit nicht. Ich möchte die Dollar auf ca. 3 Jahre SICHER anlegen. Die Rendite ist mir nicht sehr wichtig. Oder sollte ich die Dollar in EURO umtauschen und in EURO anlegen, denn das Umtauschverhältnis EURO zu Dollar ist seit Jahren relativ stabil."

Stefanie Kühn: Anlagen in einer fremden Währung bergen immer das Risiko (aber auch die Chance), dass der Währungskurs schwankt. Trotzdem ist es auch unter dem Gesichtspunkt der Eurokrise sinnvoll, sich nicht nur auf Anlagen in Euro zu konzentrieren. Als Faustregel könnte gelten, dass Sie 10% Ihrer Anlagen in einer Nicht-Euro-Währung (bevorzugt einer Hartwährung) halten. Der Dollar ist und bleibt für die nächsten Jahre wohl die Leitwährung, so dass – trotz der Probleme, die es in den USA gibt – der Dollar als Währungsbeimischung geeignet ist. Da Prognosen zu Währungsentwicklungen selbst unter Volkswirten als extrem schwierig gelten, bin ich gegenüber sämtlichen geäußerten Zukunftsaussichten sehr skeptisch. Auch die Direktbanken bieten auf Dollar-Konten derzeit keine Zinsen. Denkbar wäre als „sichere“ Anlage ein Dollar-Rentenfonds, bevorzugt ein kostenarmer Indexfonds (ETF). Dabei gibt es aber keine Garantie der Rückzahlung, denn durch Kursverluste und durch Währungsschwankungen kann ein Verlust erzielt werden. Bitte beachten Sie, dass die gesetzliche Einlagensicherung für Anlagen in Euro gilt. Die zusätzlichen Sicherungsmechanismen der deutschen Banken und Sparkassen sichern ein Fremdwährungskonto jedoch grundsätzlich ab. Wenn Sie sich für einen Rücktausch in Euro entscheiden stehen Ihnen Sparbriefe und Festgelder als sichere Anlagen zur Verfügung. Durch die Streuung von Laufzeiten und die Auswahl von guten Angeboten schaffen Sie es dabei derzeit gerade noch, eine bessere Rendite als die Inflation zu erzielen.

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25.10.2013
Tina K.:
"Ich bin für meine zweiundachtzigjährige Mutter – Pflegestufe 1 -  Betreuerin für alle Bereiche, meine Mutter lebt im Pflegeheim. In Kürze steht aus einem Hausverkauf eine Summe von 250.000 Euro zur Verfügung, die „mündelsicher“ angelegt werden müssen. Für das Pflegeheim reicht im Moment die Renten- und Witwenrente meiner Mutter aus, so daß noch nicht auf das Geld des Hausverkaufs zurückgegriffen werden muß. Ich möchte  über den Inflationssatz hinaus wenigstens noch eine kleine Summe erwirtschaften. Ich bitte um Auskunft, welche Möglichkeiten in Frage kommen. "

Stefanie Kühn: Als Betreuerin Ihrer Mutter sollen Sie in sogenannte mündelsichere Anlagen anlegen, damit gewährleistet wird, dass das Vermögen nicht durch sich schlecht entwickelnde Geldanlagen verringert wird. Als mündelsichere Anlagen gelten konservative Anlageformen, die derzeit keine hohen Zinsen erwarten lassen.

Durch eine gerichtliche Genehmigung könnte Ihnen im Ausnahmefall auch die Anlage in Aktien und/oder Investmentfonds gestattet werden. Grundsätzlich ist die Beimischung einer Aktienquote von 10% bis 15% immer empfehlenswert, da die Beimischung das gesamthafte Risiko senkt und die Rendite erhöht. Gerade in den letzten Jahren ist ja ins Bewusstsein gerückt, dass auch festverzinsliche Anlagen Risiken bergen (Einlagensicherung, Verlust durch Kapitalschnitte, sinkende Kaufkraft durch Verfehlung einer positiven Rendite nach Inflation und Steuerabzug). Bei dem Vermögen Ihrer Mutter ist eine Aktienquote in dieser Höhe m.E. gut vertretbar, da die Renten derzeit für den kompletten Bedarf ausreichen und es höchst unwahrscheinlich ist, dass Ihre Mutter plötzlich auch diese letzten 10 oder 15% des Vermögens benötigt. Das wäre lange vorher absehbar. Auch ohne die erforderliche gerichtliche Gestattung geschlossene Verträge wären wirksam. Sie haften aber für das Risiko von Verlusten.

Für die festverzinslichen Anlagen könnten Sie mittels einer Festgeldtreppe die Rendite gegenüber dem Tagesgeldzins erhöhen, ohne auf all zu viel Flexibilität zu verzichten. Die anzulegende Summe teilen Sie dabei in fünf gleichgroße Tranchen auf und legen eine für ein Jahr, eine für zwei Jahre und so weiter an. Wählen Sie dabei gut verzinste Angebote, wie sie meist von Direktbanken angeboten werden und achten auf die Einlagensicherung. Wird das erste Festgeld in einem Jahr frei, legen Sie es für fünf Jahre an, soweit sich der Kapitalbedarf für Ihre Mutter nicht verändert hat. So verfahren Sie jedes Jahr. Sie beschäftigen sich nach dem Aufbaujahr nur noch mit dem 5-Jahres-Zins, der in der Regel höher ist, als der Tagegeldzinssatz.

Den Anteil der Aktienquote, so Sie ihn sich genehmigen lassen, könnte mit kostengünstigen Indexfonds (ETF) besetzt werden, die Sie ungeachtet aller Marktphasen liegen lassen.

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17.10.2013
Friederich B.:
"Ich habe im Jahre 2001 bei der Bayern-Versicherung eine Lebensversicherung abgeschlossen und die fällige Summe in einem einmal Betrag von 17.890 € bzw. damals 34.991 DM einbezahlt. Die Versicherungssumme wurde auf € 25.107 ausgerechnet und dazu die Überschussanteile. Jetzt wurde die Lebensversicherung nach der 12 jährigen Laufzeit ausbezahlt und ich musste feststellen dass mir vom Ertrag 3185€ an Kapitalertragssteuer abgezogen wurden. Die Begründung lautet, was ich auch jetzt nachgelesen habe, dass der Vertrag nicht mindestens fünf Jahre bespart wurde und er somit steuerpflichtig ist. Ist dieses Gesetz bereits bei Vertragsabschluss im Jahre 2001 rechtsgültig gewesen oder wurde es im Jahre 2004 bei der Änderung erst eingeführt? Mir wurde dies in keinster Weise mitgeteilt denn sonst hätte ich den Vertrag so nicht abgeschlossen. Weder bei Vertragsabschluss habe ich eindeutige Hinweise gesehen, noch bei den jährlichen Mitteilungen über die Ablaufsummen wurde ich nicht darauf hingewiesen dass der Ertrag zu versteuern ist. Was kann ich jetzt noch machen damit ich den Betrag der abgezogen wurde erhalte?Kann ich auf falsche Beratung usw. mein Geld zurückfordern?

Stefanie Kühn: Voraussetzung für eine steuerfreie Auszahlung einer Kapital-Lebensversicherung war schon im Jahre 2001 (nach der seinerzeit gültigen Fassung des § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG) unter anderem, dass der Vertrag mindestens 12 Jahre lief und eine laufende Beitragsleistung vorsah. Von einer laufenden Beitragszahlung war bei einer Beitragszahlung von mindestens fünf Jahren auszugehen. Ihr Abschluss gegen Einmalbeitrag hatte somit keine Chance auf Steuerfreiheit.

Es war gerade zu dieser Zeit üblich, die sogenannten 5+7-Modelle anzubieten. Ein Einmalbeitrag wurde auf ein Konto bei der Versicherung eingezahlt (meist auch attraktiv verzinst), um dann in fünf Tranchen in die Lebensversicherung eingezahlt zu werden. Danach ruhte das Geld sieben Jahre, um so auf die Gesamtlaufzeit von 12 Jahren zu kommen. Warum man Ihnen das nicht empfohlen hat, erschließt sich mir nicht. Der Verkäufer der Versicherung hätte dadurch wohl keinen Provisionsnachteil gehabt. Ob allerdings eine Pflicht zur Beratung hinsichtlich der optimalen steuerlichen Gestaltung bestanden hat, wage ich zu bezweifeln (es sei denn, Sie sind damit „geködert“ worden). Schadensersatzansprüche wegen fehlerhafter Beratung, wenn diese noch
nachweisbar wäre, sind vermutlich jedoch verjährt. Wenn Sie sicher gehen möchten, lassen Sie sich bezüglich dieser Frage anwaltlich beraten.

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10.10.2013
Michael R.:
"Ich habe eine Werbung der 7x7 Unternehmensgruppe bekommen. Auf deren Webseite wird für verschiedene Investitionen - insbesondere Sachwerte und Nachrangdarlehen - mit einer Rendite von 6% p.a. und mehr geworben. Einerseits klingen die Informationen seriös, und die bisherigen Projekte scheinen diese Renditeerwartungen auch zu erfüllen. Andererseits kommen mir eine solch hohe Renditen beim gegenwärtigen Zinsniveau unrealistisch vor. Wie bewerten Sie die 7x7 Unternehmensgruppe und deren Projekte?

Stefanie Kühn: Ich möchte ganz grundsätzlich zu dieser Frage Stellung nehmen. Angebote wie diese gibt es viele. Anleger werden aufgefordert, sich an geschlossenen Fonds (Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Schiffe etc.) zu beteiligen oder in Genussscheine zu investieren. All diese Anlagen zählt man zum Grauen Kapitalmarkt. Selbstverständlich gibt es auch in diesem Bereich Anlagen, die gut funktionieren und halten, was Sie dem Anleger einst versprochen haben. Es gibt aber auch sehr viele Anlagen, die am Ende für den Anleger Verluste bedeutet haben oder die sich gar als Schneeballsystem entpuppt haben.

Sie werden auf den Homepages immer positive Aussagen finden – das ist ja völlig normal. Wenn Sie weiter recherchieren, finden Sie manchmal kritische Stimmen – oft jedoch tauchen diese erst auf, kurz bevor es zu spät ist. Insofern ist es besonders schwierig, die Angebote richtig einzuschätzen. Papier ist geduldig.

Prüfen Sie die Bilanz des Unternehmens, hinterfragen Sie kritisch die getroffenen Annahmen. Wie hoch sind die Kosten? Achten Sie auf personelle Verflechtungen. Sehen Sie auch nach, was passiert, wenn die Anlage schief geht. Wenn Sie bspw. für ein Nachrangdarlehen 6% zzgl. eines Bonus erhalten, machen Sie sich bewusst, dass Sie in der Liste der Gäubiger ganz, ganz hinten stehen. Sind da 6% angemessen?

Zu guter Letzt: Legen Sie niemals mehr als 10% Ihres Vermögens in solchen Anlageformen an oder verzichten Sie einfach ganz darauf.

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03.10.2013
Harald W.:
"Ich besitze eine thesaurierende Anlage, den Dekalux-Fonds WKN 972287. Für das Jahr 2012 wurde im Geschäftsbericht eine Wertsteigerung von 27,47 Euro ausgewiesen,obwohl der tatsächliche Gewinn nur 2,38 Euro war, von 1058,89 Euro zum 31.12.2011 auf 1061,27 Euro zum 31.12.2012. Steuerpflichtig aber sind die 27,47 Euro/Stück. Ist es richtig das ich die nicht erhaltene Differenz zwischen 27,47 und 2,38 Euro in Höhe von 25,09 Euro versteuern muss? Ich bezahle somit Steuern und Soli auf nicht erhaltene Gewinne von 25,09 Euro/Stück und mache somit Verluste. Ich bitte Sie um eine Antwort. Sie würden mir sehr helfen damit."

Stefanie Kühn: Das Wesen eines thesaurierenden Fonds ist zunächst oft schwierig zu verstehen. Sie sehen auf Ihrem Depotauszug die Wertsteigerung von 2,38 Euro. Das ist das, was Sie unmittelbar von dem Fonds gehabt hätten, wenn Sie zum Stichtag verkauft hätten.

Im Fonds allerdings sind weitere steuerpflichtige Gewinne aufgelaufen. Sie haben hier im Wert von 25,09 Euro Erträge gutgeschrieben bekommen. Das sind zum Beispiel Zinsen und Dividenden. Hätten Sie diese nicht gutgeschrieben bekommen, wäre der Anteilspreis um genau diese Summe tiefer. Es ist nun mal so, dass Zinsen und Dividenden versteuert werden müssen und Sie daher auf diese Summe Abzüge haben, obwohl Sie nichts „sichtbar“ erhalten haben. Hätten Sie diese Erträge ausgeschüttet bekommen, hätten Sie letztlich das gleiche Ergebnis erzielt, mit dem Unterschied, dass Sie das „gute Gefühl“ gehabt hätten, auch etwas cash auf dem Konto bekommen zu haben. Wenn Sie sich nicht mit dem Wesen der thesaurierenden Fonds anfreunden können, dann achten Sie zukünftig darauf, dass Sie ausschüttende Fonds wählen.

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05.09.13
Felicitas W.:
In ihrer Zeitung habe ich über “Verkaufen oder behalten” bei Fonds gelesen. Meine Frage: ich habe einen gebundenen Immobilienfonds HFS 10 (WealthCap) 10.000 Euro. Jährlich bekomme ich an Zinsen rund 400 Euro mal etwas mehr mal etwas weniger. Ich besitze diesen Fonds seit 2006. Meine Hypo-Bank hat mir seinerzeit nicht gesagt, dass ich diesen Fonds n i c h t auflösen kann. Auch jetzt hat man mir geraten: “ Vererben sie ihn doch?”. Ich bin Single, werde in zwei Jahren 80 und möchte das Geld selbst verbrauchen. Wann, meinen Sie, kann ich ihn auflösen, ohne grosse Verluste, denn das sagte mir meine Bank, “die 10.000 bekommen sie nie”.

Stefanie Kühn: Sie besitzen einen geschlossenen Immobilienfonds. Charakteristisch ist dabei, dass Sie eben genau nicht jederzeit aus einem solchen Fonds herauskommen. In den letzten Jahren hat sich ein von den Börsen Hamburg, Hannover und München organisierter Zweitmarkt etabliert, an denen Ihr Fonds mehrmals pro Jahr gehandelt wird. So haben Sie einen guten Anhaltspunkt für den derzeitigen Verkehrswert. Je nachdem, ob Sie die steuerorientierte oder ausschüttungsorientierte Variante des Fonds besitzen, liegt der derzeitige Verkehrswert bei ca. 60% bzw. 62%. Als Ausschüttungen haben Sie bei der Variante „steuerorientiert“ bislang 35,25% Ihrer investierten Anlagesumme (bis einschl. 2012) erhalten, bei der ausschüttungsorientierten Variante 34,75% (bis einschl. 2011). Würden Sie über die Plattform www.zweitmarkt.de zu ungefähr dem obigen Kurs verkaufen, würden Sie also nur einen geringen Verlust machen. Eine Rendite für die acht Jahre haben Sie dann allerdings nicht erzielt. Wenn Sie sich auf dem Portal umsehen, erkennen Sie, wie viele Beteiligungen zu weit weniger Prozenten als Ihr geschlossener Fonds gehandelt werden. Dieses Anlagesegment heißt nicht umsonst auch „grauer Kapitalmarkt“....

In Anbetracht Ihrer Pläne empfehle ich Ihnen, diesen Verkaufsweg ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

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17.08.2013
Josef N.:
"Ich spare seit 7 Jahren die Riesterrente bei union investment. Die Mindesteinzahlung für die Zulage. (Zuerst mit Kinderzulagen). Nun hat mir ein Anlageberater empfohlen, diese zu kündigen und bei der DWS weiterzusparen. Angeblich wären die Kosten bei der DWS geringer. Rentiert sich das noch, ich bin jetzt 52 Jahre alt, wbl., oder frisst der erneute Ausgabeaufschlag die Verbesserung."

Stefanie Kühn: Eine Umschichtung von einer Riester-Rente in eine andere ist immer mit Kosten verbunden. Sie müssten bei dem neuen Anbieter dann den erneuten Ausgabeaufschlag zahlen. Grundsätzlich ist gegen das DWS Angebot nichts einzuwenden. Allerdings hat die DWS zwei Varianten, eine bei der die Provision in den ersten Jahren fließt (die Premium-Rente) und eine, wo sie, so wie Sie es von der Union Investment kennen, nur dann fließt, wenn Sie auch einzahlen.

Man muss sich also immer fragen, was kann die Motivation zum Rat des Wechsels sein. Locken die Provisionen in den ersten Jahren des Laufzeit? Es wäre interessant gewesen, welche der DWS-Riester-Renten man Ihnen empfohlen hat. Die Riester-Rente der Union komplett in die DWS zu überführen – dazu sehe ich keinen Grund. Die erneuten Kosten würde die Rendite der Restlaufzeit empfindlich schmälern. Ob das eine oder das andere Produkt besser ist – darüber streiten auch die Experten. Beide Riester-Renten-Modelle haben das Problem, dass der Zeitpunkt einer Umschichtung von Aktienfonds zu Rentenfonds und umgekehrt sich rückblickend immer als falsch erweisen kann.

Eine Beitragsfreistellung ist überlegenswert, aber Sie könnten dann auch überlegen, überhaupt keine Riester-Rente mehr zu besparen. Da die Kinderzulagen nun weg sind, ist die Förderquote nun gesunken. Diese Beratung kann aber abschließend immer nur unter Kenntnis Ihrer persönlichen Situation erfolgen.

Wenn Sie sich zum Weitersparen bei der DWS entschließen, wählen Sie das kostengünstigere Produkt, die Top Rente. Wenn Sie diese über die Seite www.dws-direkt.de abschließen, zahlen Sie nur den halben Ausgabeaufschlag. Alternativ könnten Sie bei der Union-Investment eine Reduktion des Ausgabeaufschlages anfragen.

Wenn Sie absolut kostenarm und ohne Schwankungen anlegen möchten, kommt für Sie sicherlich auch ein Banksparplan in Betracht. Sie können hierzu auf die Auswertungen von Finanztest zurückgreifen, um einen guten Anbieter ausfindig zu machen.

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07.08.2013
Claudia S.: "Da ich etwas Kapital zur Verfügung habe, wurde mir von der Commerzbank folgendes Angebot unterbreitet: Wertpapiervotum VermögensManagement Stars of Multi Asset  WKN 979754. Der Ausgabeaufschlag beträgt 4%, hinzu kommt noch eine jährliche Verwaltungsvergütung von 1,5%. Wie beurteilen Sie dieses Angebot? Natürlich möchte ich eine Rendite über der Inflationsrate erwirtschaften und mein Risiko so gering wie möglich halten. Was meinen Sie?"

Stefanie Kühn: Bei diesem Fonds handelt es sich offiziell um einen „Multi-Asset-Fonds“ (Fonds der grds. in verschiedene Anlageklassen anlegen darf. De facto ist es aber ein Dachfonds, wenn man die hauseigene Werbung betrachtet. Eine Bewertung aufgrund der Historie ist also nicht möglich.

Ein Dachfonds legt nicht direkt in Aktien oder Anleihen an, sondern in Fonds. Dieser Fonds legt vor allem in andere Multi-Asset-Fonds an. Bei solchen Konstruktionen werden einmal auf der Ebene des Dachfonds Gebühren fällig (hier 1,5%). Außerdem hat jeder einzelne Fonds, in den investiert wird, noch einmal 1,5-2% Gebühren. Damit sind in der Regel mindestens 3% laufende Jahresgebühr „weg“, die erst einmal durch die Rendite der Fonds verdient werden müssen. Die Fonds, in die derzeit offenbar investiert wird, sind die gängigen gut bewerteten Fonds.

Letztlich kann ein Anleger diese Fonds auch direkt kaufen. Das Streuungsargument schlägt m.E. nicht, da die Gebühren dem entgegenstehen. Der Fonds ist leider nicht über die Börse handelbar, so dass Sie den Ausgabeaufschlag mit der Bank verhandeln müssten. Die im Fonds vorhandenen Fonds können Sie weitgehend auch bei einer Bank über die Börse einkaufen, so dass hier kein Ausgabeaufschlag fällig würde.

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18.07.2013
Manfred M.: "Ich habe mehrere Geldanlagen abgeschlossen. Zum einen habe ich im Jahr 2003 die Summe von 2000 Euro als Einmalzahlung in de ACMBernstein Global Growth Trends A und 2500 Euro in den Franklin Templeton Investment Fonds investiert. Nun nach zehn Jahren habe ich mit beiden zusammen ein plus von 1300 Euro gemacht. Mehrere 1000 Euro Minus hingegen steht bei den beiden fondsgebundenen Rentenversicherung: In den Moventum Plus Aktiv Dynamisches Portfolio zahle ich ebenfalls seit zehn Jahren monatlich 150 Euro ein. Was soll ich tun? Verkaufen? Stilllegen? Weiter einzahlen?"

Stefanie Kühn: Sie haben offensichtlich kurz nach dem Internet Hype in diverse Fonds investiert. Eigentlich kein schlechter Kaufzeitpunkt, da ab März 2003 eine lange dauernde Aufwärtsphase an den Börsen begann. Ab 2008 haben Sie jedoch wieder die Turbulenzen durch die Finanz- und Eurokrise mitgemacht. Die beiden erstgenannten Fonds sind Altinvestments, d.h. Sie müssen gut abwägen, ob Sie diese verkaufen, da der Gewinn dort steuerfrei ist. Eine Neuanlage würde der Abgeltungssteuer unterliegen.Der ACM Bernstein ist ein eher unterdurchschnittlicher Fonds ist. Templeton hat eine große Palette Aktienfonds, vermutlich haben Sie den bekannten Templeton Growth Fund. Dieser hat sich nach vielen schlechten Jahren zuletzt „berappelt“.

Ich kann aus Ihrer Frage nicht exakt erkennen, ob die Fondspolice in den Moventum Fonds fließt, oder ob Sie diesen noch extra haben. Der Fonds ist ein Dachfonds, also ein Fonds, der wiederum in Fonds anlegt. Damit hat der Fonds zwei Gebührenebenen statt einer. Ich würde diesen Sparplan dringend beenden, egal ob Sie den Fonds über die Lebensversicherung oder direkt besparen. Falls es der Fonds in der Lebensversicherung ist, können Sie sich eine Liste der möglichen Fonds zusenden lassen und überlegen, ob Sie die Police mit einem anderen Fonds weiterführen möchten. Fragen Sie gleichzeitig auch nach, wie hoch die laufenden Verwaltungskosten sind, damit Sie eine solide Entscheidungsbasis für die Frage nach der Fortführung haben.

Ich möchte Sie noch darauf hinweisen, dass es grundsätzlich besser ist, solche Entscheidungen unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation und Ihrer Risikoeinstellung zu treffen. Über beides habe ich hier keine ausreichenden Informationen.

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27.06.2013
Josef P.: "Im Oktober 2013 wird für mich eine Lebensversicherung fällig, die ich 1978 abgeschlossen habe. Die Auszahlung kann wahlweise als Kapitalleistung (ca. 35.000.- € ) oder als monatliche Altersrente (ca. 180.-- € ) festgelegt werden. Ich bin 65 Jahre alt, verheiratet und seit April 2012 in Altersrente (mit Abschlag). Welche Zahlungsweise wäre für mich sinnvoller? Bei Auszahlung als Kapitalleistung bin ich für eine konservative Anlageform. Ich brauche das Geld zwar nicht für den monatlichen Lebensunterhalt, es wäre mir jedoch wichtig, dass ist kurzfristig zumindest an einen Teilbetrag kommen könnte, falls etwas mit dem Haus ist."

Stefanie Kühn: Wenn Sie kurzfristig an das Geld herankommen möchten, scheidet eine Verrentung des Geldes praktisch schon aus, denn das ist dann nicht gewährleistet. Trotzdem möchte ich Ihnen zeigen, wie sich beide Varianten auswirken.

Wenn Sie sich für die Rente entscheiden, brauchen Sie gut 16 Jahre, bis Sie das eingesetzte Kapital (die 35.000 Euro, die Sie ja als Summe herausbekommen könnten), wieder „drin“ haben. Steuerlich ist die Rente vorteilhaft, da Sie nur den Ertragsanteil versteuern müssen, der bei Rentenbeginn mit Alter 65 18% beträgt.

Auf der anderen Seite erzielen Sie für sichere Anlagen ohne Schwankungen– also Tages- und Festgelder – derzeit je nach Anlagedauer zwischen 1,5% und 2,7%. Möglich wäre beispielsweise eine Anlage in der von mir an dieser Stelle schon vorgestellten Festgeldtreppe. Nehmen wir an, Sie würden im Durchschnitt über die nächsten Jahre 2% nach Steuern erzielen, dann würde das eine monatliche „Rente“ in Höhe von knapp 116 Euro über 35 Jahre (bis Alter 100) bedeuten. Würden Sie 4% nach Steuern erzielen, würden Sie rund 153 Euro erhalten. Der Vorteil des Selbstmanagements liegt in der Verfügbarkeit, der Nachteil darin, dass das Geld irgendwann verbraucht ist. Andererseits können Sie das restliche Geld so vererben, wenn Sie vor dem 100. Lebensjahr sterben.

Letztlich gilt: Ihr Liquiditätsbedarf geht vor. Wenn Sie sich für die Kapitalleistung entscheiden, suchen Sie sich gute Angebote im Tages- und Festgeldbereich. Sie müssen dafür derzeit etwas Aufwand betreiben, denn bei Hausbanken finden Sie diese Angebote in der Regel nicht.

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27.06.2013
Andreas I.:
Ehepaar kurz vor dem Ruhestand mit 60 möchte gerne abbezahlte Doppelhaushälfte als Alterssicherung kapitalisieren, da keine Erben vorhanden. Das komplette Bestimmungsrecht über das Haus (incl. Bewohnung) soll bis zum Ableben (des Letzten) bei den Besitzern verbleiben. In Angelsächsischen Ländern ist dazu die sog. Reverse Mortgage populär, die ab Lebensalter 65 den deutlich geringer angesetzten Wert des Hauses in eine Rente umwandelt. Der Gesellschaft gehört dann auch dem Ableben des Letzten das Haus. In Deutschland gibt es derzeit nur 3-4 Anbieter, daher die Frage: welche Alternativen mit den o.g. Bestimmungsrechten gäbe es noch? 

Stefanie Kühn: Sie haben Recht, in Deutschland sind die Reverse Mortgage Modelle nicht sehr populär. Alternativ könnten Sie von privat jemand suchen, der das Haus kauft und Ihnen ein lebenslanges Wohnrecht mit den entsprechenden Bestimmungsrechten einräumt. Der Verkaufspreis wird um den Wert des lebenslangen Wohnrechtes gemindert. Dieses wird an Hand der Lebenserwartung inklusive Sicherheitspuffer abgeschätzt. Alternativ können Sie sich neben dem Wohnrecht auch eine Leibrente sichern statt einen verminderten Kaufpreis zu bekommen. Die Leibrente steht und fällt mit der Bonität des Käufers und birgt daher Risiken. Es gibt immer wieder Käufer, die Chancen und Risiken dieses Modells abwägen und solche Geschäfte eingehen. Die Rechnung ist einfach – Sie profitieren, wenn Sie sehr alt werden, der Käufer, wenn Sie jung sterben.

Wichtig bei solchen Verkäufen gegen Wohnrecht ist, dass Sie auch eine Lösung dafür berücksichtigen, falls Sie und/oder Ihre Frau in ein Pflegeheim müssen. Einen möglichen Käufer könnten Sie über eine Anzeige in den gängigen Immobilienportalen im Internet oder über eine Zeitungsannonce finden. Auch Makler könnten für Sie Suchanzeigen aufgeben.

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17.06.2013
Manfred S.
"Wir sind ein Ehepaar von 72 Jahren. Bedingt durch einen Hausverkauf steht uns eine gewisse Summe als Altersversorgung in bar zur Verfügung. Weiteres Vermögen haben wir nicht. Nun möchten wir das Geld gerne sicher und risikolos anlegen , wobei der Schwerpunkt bei sicher liegt. Können Sie uns einen Rat geben?"

Stefanie Kühn: Es ist sehr gut, dass Sie eine genaue Vorstellung davon haben, wieviel Risiko Sie eingehen möchten. Aus Ihrer Frage ergibt sich für mich ganz klar. Sie möchten Ihr Geld so anlegen, dass - auch zwischenzeitlich – keine oder kaum Schwankungen auftreten. Die für diesen Wunsch passende Anlage ist das Festgeld. Eine sichere Anlage bringt heute leider wenig Zinsen, so dass Sie sich anstrengen müssen, wenigstens soviel zu erhalten, dass Sie die Inflation und ggf. die Steuer verdienen. Die Anlage ist zwar nominalwert-, aber nicht realwertsicher. Außerdem ist es in diesen Zeiten wichtig, die Einlagensicherung zu beachten, denn auch sichere Anlagen haben Risiken. Die Sparer in Zypern haben es bitter erfahren.

Eine Möglichkeit, flexibel zu bleiben und den Zins trotzdem so weit zu erhöhen, dass Sie mehr als Tagesgeld verdienen, ist die Festgeldtreppe. Dabei teilen Sie den Anlagebetrag in bspw. fünf Tranchen auf und legen eine Tranche für ein Jahr fest, die zweite für zwei Jahre usw.. Die in einem Jahr fällige Tranche verlängern Sie dann um fünf Jahre, falls Sie das Geld nicht brauchen. Und so fahren Sie fort. Sie erhalten sich so durch eine jährliche Fälligkeit viel Flexibilität und können trotzdem Zinsen erzielen, die über dem Tagesgeldniveau liegen. Damit sich das ganze lohnt, benötigen Sie meist zwei bis drei (Direkt-)Banken, die gute Konditionen bieten. Nutzen Sie ruhig auch einmal das eine oder andere Lockangebot!

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27.05.2013
Marion A:
"Bin 66 Jahre alt und bei Geldanlagen sehr konservativ, da ich 2008 schon einiges verloren habe! Tages-Festgeld bringen auch kaum Zinsen! Wie könnte ich mein Geld noch einigermaßen gewinnbringend anlegen? Es handelt sich um eine fünfstellige Summe? Lebe im eigenen Haus und habe noch eine Doppelhaushälfte vermietet. Würde Sie einen offenen Immobilienfonds kaufen? Es handelt sich um den "Deka -ImmobilienGlobal (WKN748361)."

Stefanie Kühn: Viele Anleger, die in der Finanzkrise an der Börse Geld verloren haben, sind auf der Suche nach sicheren Anlagen. Tages- und Festgelder bringen derzeit jedoch nur dann soviel ein, wie durch die Inflation und Steuern verloren geht, wenn Sie sich „anstrengen“. Einige Direktbanken haben immer noch und auch immer wieder Angebote, mit denen das Ziel Kapitalerhalt erreicht wird.

Von einem offenen Immobilienfonds rate ich Ihnen generell ab. Grundsätzlich sollte man eine Anlage, die nicht täglich handelbar ist (es heißt ja auch „immobil“), nicht in ein Korsett zwängen, dass die relativ einfache Verfügbarkeit ermöglicht. Zwar gab es aufgrund der Probleme bei vielen offenen Immobilienfonds gesetzliche Änderungen, aber die ganze Fondsklasse ist doch erheblich in Verruf geraten. Da Sie auch bereits eine vermietete Immobilie besitzen, ist eine weitere Anlage in dieser Klasse vermutlich nicht nötig. Ich empfehle Ihnen, einen Mix aus Festgeldern (mit verschiedenen Laufzeiten) und eventuell die Hinzunahme eines defensiven Mischfonds (mit geringem Anteil am Gesamtvermögen), der also mehr festverzinsliche anlegt, als in Aktien investiert.

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27.05.2013
Ernst U.:
"Durch einen Bekannten wurde mir eine Anlage zu Solar 9580 empfohlen. Diese Form einer Geldanlage war mir bisher nicht bekannt. Mit welchen Vorteilen und eventuellen Risiken ist diese behaftet."

Stefanie Kühn: Die Recherche nach diesem Unternehmen führte mich zu einem Netzwerk von Unternehmen aus diesem Bereich, die offenbar alle eng verzahnt waren. Es werden diverse Anlagen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien angeboten. Die Zeitschrift Wirtschaftswoche hat Recherchen zu diesem Firmengeflecht betrieben. Laut einem Artikel vom Februar diesen Jahres gab es fehlende Registrierungen von Solaranlagen im Ausland und allerlei weitere Unstimmigkeiten. Alleine diese Punkte zeigen mir, dass eine Anlage nicht empfehlenswert ist. Die Solaranlagen der Solar 9580 sind im Ausland, das macht es natürlich schwierig, Dinge zu überprüfen.

Zufällig zeitgleich mit Ihrer Anfrage erreichte mich ein Schreiben, das mich als Vertriebspartner für ein Unternehmen aus diesem Geflecht werben wollte. Ich sollte ein einmaliges Konzept mit einem außergewöhnlichem Vergütungssystem nutzen. Dabei wurden gezielt auch Vermittler angesprochen, die das im "Zweitjob" betreiben sollten. Ja wie soll denn jemand, der im Hauptberuf etwas ganz anderes als Finanzberatung macht, Anleger qualifiziert beraten können? Kein Wunder, dass die Finanzbranche einen schlechten Ruf hat.

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27.05.2013
Brigitte B.:
"Wir planen für unsere beiden Kinder (0 und 3 Jahre) eine Geldanlage. Es sollen monatlich 25 bis 50 Euro pro Kind in einen Fonds mit mäßigem Risiko gespart werden, bis zur Volljährigkeit, Verwendung für Ausbildung oder Führerschein/Auto. Unser Bankberater empfiehlt den PrivatFonds Konsequent pro (Union Investment) WKN A1CTSU/LU0493584741/. Können Sie diese Empfehlung bestätigen oder gibt es eine bessere Alternative?"

Stefanie Kühn: Die grundsätzliche Idee, früh mit dem Vermögensaufbau für die Kinder anzufangen, halte ich für sehr gut. Kinder haben viel Zeit, so dass der Zinseszinseffekt sich voll entfalten kann. Dazu ist neben der Zeit aber auch eine gute Rendite wichtig. Ein Beispiel. Wenn Sie 25 Euro pro Monat 18 Jahre lang sparen, dann beträgt das Endvermögen bei einer unterstellten Rendite von 3% 7.139 Euro, bei 5% aber 8.667 Euro. Mit einem guten Fonds haben Sie über diese Laufzeit eine realistische Chance, auch die 5% zu erzielen. Da die Rendite durch die Kosten geschmälert wird, ist der Anlageerfolg umso größer, je geringer die Kosten sind. Wenn Sie einen Ausgabeaufschlag von 5% zahlen, dann bedeutet dies, das entsprechend weniger angelegt werden kann. Das Anlageergebnis sinkt damit bei unterstellten 5% Rendite auf 8.257 Euro.

Den von Ihnen angesprochenen Fonds gibt es erst seit 2010, insofern ist es schwierig, zu beurteilen, ob er gut oder schlecht ist. Er hat eine sehr geringe Volatilität, das bedeutet, dass die Schwankungsbreite gering ist. Kinder, die 18 Jahre Laufzeit vor sich haben, dürften auch einen etwas risiko- und damit auch chancenreicheren Fonds wählen. Achten Sie neben der Rendite der Vergangenheit auch auf die laufenden Kosten des Fonds und auf einen günstigen Einkauf.

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17.05.2013
Stephan S: "Die meisten Aktienfonds kann man über eine Börse oder über die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) kaufen. Die Gebührenhöhe beim Kauf von Fonds sind meist über die Börse bedeutend geringer als direkt bei der KAG, da diese oftmals noch bis zu 5% Ausgabeaufschlag berechnen. Beim Verkauf der Fondsanteile über die KAG fallen allerdings keine weiteren Gebühren an, über die Börse jedoch schon. Meine Frage: Wenn man einen Fonds über eine Börse kauft, kann man diese Fonds dann über die KAG kostenlos wieder verkaufen oder geht der Verkauf dann auch nur über die Börse ?"

Stefanie Kühn: Sie können den Fonds immer auch an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Es ist egal, wie und wo Sie ihn gekauft haben. Oftmals sind Fonds durch Depotübertragungen ja auch gar nicht mehr in dem Depot, in das sie ursprünglich gekauft wurden. Bei einigen Fonds, die wenig bekannt sind, kann es Ihnen passieren, dass die Weiterleitung von der Bank an die Fondsgesellschaft nicht vorgesehen ist. In diesem Fall kann meistens per Telefon eine Lösung erfragt werden. Diese ist jedoch dann meist mit Kosten verbunden. Das ist jedoch wirklich die Ausnahme.

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13.05.2013
Rudolf D.: "Meine Frau (68 J.) und ich (72 J.) haben im August 1986 neben einer privaten Krankenenversicherung und Pflegepflichtversicherung auch je eine Unfallversicherung mit folgender Versicherungssumme abgeschlossen: für den Todesfall 50.000,00 DM; für den Invaliditätsfall als Kapitalzahlung 250.000,00 DM. Dafür werden jährlich zur Zeit 125,19 € als Gesamtbetrag fällig. Vor einiger Zeit las ich in einer Zeitung, dass in vielen Fällen eine Unfallversicherung überflüssig und nur für wenige Personengruppen ratsam sei. Ich weiß, dass eine private Unfallversicherung dann einspringt, wenn der Versicherte nach einem Unfall "Invalide" ist; schwere Krankheiten deckt eine Unfallpolice nicht ab. Nun würde ich gerne von einem Experten gesagt bekommen, ob meine Frau (Hausfrau) und ich (Regierungsamtsrat a.D.) weiterhin die jeweilige Unfallversicherung behalten sollen ?"

Stefanie Kühn: Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Unfallpolice ist immer schwierig zu beantworten. Lesen Sie meine Antwort, kündigen daraufhin Ihre Police und erleiden dann einen Unfall mit schweren Folgen sagen Sie: Hätte ich die doch behalten. Trotzdem möchte ich Ihnen einige Entscheidungskriterien mitgeben, an Hand derer Sie abwägen können, ob Sie eine Unfallpolice weiterhin haben möchten.

1. Im Berufsleben ist in diesem Absicherungsbereich ganz klar die Berufsunfähigkeitsversicherung die wichtigste Police. Sie leistet, wenn die Arbeitskraft – wodurch auch immer – verloren geht. In Ihrem Fall bekommen Sie bereits eine Pension, Ihre laufenden Unterhaltskosten sind also vermutlich dadurch bereits ausreichend gedeckt, egal was Ihnen passiert. Für den Pflegefall haben Sie extra vorgesorgt, so dass ein u.U. kostenintensives Risiko bereits gedeckt ist.

2. Eine Unfallversicherung wäre für den Fall hilfreich, dass beispielsweise ein behindertengerechter Umbau im Haus oder in der Wohnung nötig wird. Denn hier kommt eine bestimmte Summe, wenn der benötigte Umbau durch eine Unfallfolge nötig ist. Vielleicht verfügen Sie aber auch über Erspartes, was in solch einem Fall eingesetzt würden könnte.

3. Zu prüfen wäre, ob es sich bei Ihrem Vertrag inzwischen um eine extra Senioren-Police handelt. Hier gibt es Anbieter, die auf einige Risiken, die eher ältere Menschen haben, eingehen. So ist ein Unfall nach der Definition ein „von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis". Ein Oberschenkelhalsbruch aufgrund von Osteoporose erfüllt diese Kriterien in der Regel nicht. Einige Versicherungen haben hier aber spezielle Deckungskonzepte, die man sich ansehen könnte. So ist der Unfallbegriff oft erweitert und Unterstützungsleistungen (wie bspw. eine Haushaltshilfe für einen bestimmten Zeitraum) sind eingeschlossen. Ihre Policen werden vermutlich mit dem Alter 75 enden (Sie können das in den Bedingungen nachlesen), so dass Sie sich, sollten Sie weiterhin diesen Versicherungsschutz wünschen, ein Senioren-Angebot bei Ihrem Versicherer geben lassen können.

Generell gilt, je mehr Vermögen Sie haben, umso weniger nötig ist die Unfallversicherung. Sie wird dann mehr und mehr zur Wohlfühlversicherung.

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13.05.2013
Ludwig R:
"Ich bitte um Bewertung der Firma Share Wood Switzerland AG Anlage in Holz (Wald etc.). Zwölf Prozent Rendite und Auszahlung in Schweizer Franken."

Stefanie Kühn: Eine wirkliche Bewertung einer Firma kann man nur vornehmen, wenn man die Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnung etc. detailliert prüft. Dafür ist in dieser Rubrik kein Rahmen. Ganz grundsätzlich zähle ich solche Investitionen zu der Klasse Alternativen Investments. In diesem Fall schließen Sie einen Rahmenvertrag über den Kauf von einigen Bäumen oder eines gesamten Plantagenstückes ab. Der Rahmenvertrag ist im Internet einsehbar. Daraus erschließt sich mir, dass Sie, sofern Sie nicht selbst vor Ort tätig werden möchten, einen Wartungsvertrag abschließen sollten, um die Bäume überhaupt groß zu bekommen. Informationen über die Kosten finde ich nicht. Vermutlich muss man dazu ein persönliches Angebot anfordern. Lesen Sie also die Kosten des Wartungsvertrages genau nach. Ich vermute, dass hier der Knackpunkt liegt. Den Holzmarkt in 10-15 Jahren können Sie und ich vermutlich schwer einschätzen. Es stellt sich die Frage, wie viel Glauben man Prognosen schenken sollte. Ich erinnere mich an sehr optimistische Sterbetafeln bei Zweitmarktlebensversicherungsfonds und eben solche Windprognosen bei Windkraftfonds. Viele Anleger hatten später mit Verlusten zu kämpfen. Daneben gibt es die allgemeinen Risiken wie Wetter, Schädlinge, Solvenz des Unternehmens, Güte der Wartung, Währungsrisiken, politische Risiken des Belegenheitslandes usw.. Positiv ist sicherlich zu bemerken, dass es bereits Auszahlungen an Anleger gab und es inzwischen dort einige Jahre Erfahrung gibt. Die Homepage des Anbieters selbst spricht zwar von den von Ihnen genannten 12 % Rendite, hier sind aber sehr optimistische Steigerungen zu Grund gelegt. An anderer Stelle ist dort die Rede von 6% Rendite. Sie müssen sich immer fragen, ob die Risiken die Sie eingehen, zur erwarteten Rendite passen. Außerdem spielt es eine Rolle, wie viel Vermögen Sie besitzen und welchen Anteil daran die geplante Investition ausmacht. Ich persönlich lehne eine solche Investition ab, da mir die Risiken zu schwer kalkulierbar sind.

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13.04.2013
Manfred L.: "Von der Fa. INFINUS AG habe ich ein Angebot gesehen, und möchte gerne wissen wie sicher dieses ist. Es handelt sich um eine Orderschuldverschreibung mit einer Verzinsung von 6%, Laufzeit 1 Jahr bis zu 10 Jahren. Es besteht zu 100% Kapitalsicherheit und Zinsgarantie. Ich könnte € 10.000.--anlegen. Die Einlage würde wie folgt angelegt: 50% in aufgekaufte Lebensversicherungen, 20% in Fonds mit angekauften Lebensversicherungen. 20% Immobilien und 10% in Edelmetalle:Gold und Silber. Ich bin 72 Jahre alt und eher für konservative Investments. Was können Sie mir zu dieser Anlage sagen? Unter www.fubus.de können Sie das Angebot sehen.

Stefanie Kühn:  Die von Ihnen beschriebene Anlage zählt zu den Unternehmensanleihen. Die Future Business KG aA emittiert Anleihen verschiedener Laufzeit und zahlt dafür einen Zins, der je nach Laufzeit zwischen 5% und 8% beträgt. Die Sicherheit, die Sie haben ist das Versprechen des Unternehmens, dass es Zins und Tilgung zahlen kann. Geht sie pleite, ist ihr Geld ganz oder teilweise weg. Es besteht in jedem Fall ein Totalverlustrisiko, wie bei allen Anleihen.

Doch wie können Sie einschätzen, wie hoch Ihr Risiko ist? Zunächst könnte man sich die Frage stellen, welche Anlagerendite aus dem von Ihnen genannten Mix das Unternehmen erzielen müsste, damit die Firma wirtschaftlich arbeiten kann. Nehmen wir an, im Mittel sind 6,5% an den Anleger zu zahlen. Dann müsste der Anlagemix mindestens diese Rendite erzielen. Vermögensverwaltungen nehmen oftmals 1% als Gebühr, also unterstellen wir, dass das Unternehmen noch 1% für sich benötigt. Damit wären 7,5% zu erzielen. Das ist in der heutigen Zeit ohne Risiken schwierig. Auslaufende Lebensversicherungen bringen ca. 4%, da muss also dann sehr günstig eingekauft werden. Die Rendite müsste dann hier dadurch erzielt werden, dass derjenige, dem die Police abgekauft wurde, ein sehr niedriger Preis gezahlt wurde.

Beteiligungen, die in Lebensversicherungen investieren, haben derzeit oft keine guten Nachrichten für den Anleger. Insofern erscheint mir diese Anlage fragwürdig. Mit Gold und Silber konnte eine solche Rendite zuletzt sehr gut erzielt werden, mit Immobilien je nach Lage auch. Den Anlageerfolg des Unternehmens könnten Sie sich also genau erläutern lassen, um zu verstehen, ob das Unternehmen es voraussichtlich nachhaltig schaffen wird, die Anleihen zu bedienen.

Sie haben ausdrücklich von dem Wunsch nach einer konservativen Anlage gesprochen. Eine konservative Anlage bringt im heutigen Marktumfeld keine Zinsen von 5% und mehr.

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28.03.2013
Elisabeth P.
"Ich werde demnächst über 20.000 Euro zur Geldanlage verfügen. Meine Bank empfiehlt mir eine Rentenversicherung mit Todesfallschutz (von der LV 1871). Ich wurde gedrängt, rasch abzuschließen, weil sich die Versicherungen aus diesem Geschäft zurückziehen würden und es so günstige Angebote nicht mehr gebe (Garantiezins 1,7 Prozen, erwartete Rendite 2,25 Prozent).  Ich habe aber keine Nachkommen, deshalb ist die Leistung im Todesfall gar nicht wichtig. auch habe ich schon eine private Pflegeversicherung mit hoher Deckung. Was soll ich denn tun? Ich habe auch von Bundesanleihen mit Inflationsschutz gelesen. Ich will eine risikoarme Anlage, aber doch einen Inflationsausgleich."

Stefanie Kühn: Für Ihre Entscheidung, was Sie mit Ihrem Geld tun, ist immer nur eines wichtig: Die Geldanlage muss zu Ihrer Situation und Ihrer Risikobereitschaft passen. Durch nichts sollten Sie sich drängen lassen. Gute Geldanlagen gab es immer und wird es geben.

So, wie Sie Ihre Situation schildern, ist eine Rentenversicherung sicherlich nicht das Richtige für Sie. Eine Rentenversicherung ist immer eine Wette auf ein langes Leben. Die kann man eingehen, muss man aber nicht. Wer keine Nachkommen oder Partner hat, die er absichern muss, benötigt keinen Todesfallschutz. Sie würden ja auch keine Autoversicherung abschließen, wenn Sie kein Auto haben.

Als risikoarme Anlagen, die Inflationsausgleich gewährleisten, bieten sich derzeit kurzfristige Festgelder an, sofern Sie einen attraktiven Zins haben. Diesen finden Sie am ehesten bei Direktbanken. Außerdem könnte ein defensiver Mischfonds in Betracht gezogen werden. Inflationsgeschützte Bundesanleihen haben zwar einen niedrigen Zinskupon, bieten aber Inflationsausgleich. Wenn diese Geldsumme allerdings die einzige Summe ist, die Sie als Rücklage haben, empfehle ich Ihnen, auch Geld im Tagesgeldbereich zu halten, um flexibel zu bleiben.

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06.03.2013
Max H.:
Wir haben Anteile an dem Fond 'StarCap Sicav-Winbords+A StarCapital S.A.' Jetzt lese ich, dass Sicav-Fonds kein Sondervermögen sind, das bei Konkurs des Emitenten nicht in die Konkursmasse gehört und daher besonders sicher ist. Wir möchten bei der Geldanlage besonders sicher sein. Bitte klären Sie für uns, wie es da bei den Sicav-Fonds ist.

Stefanie Kühn: Bei dem von Ihnen angesprochenen Fonds handelt es sich um einen sehr internationalen Rentenfonds. Er hat die für einen weltweiten Rentenfonds typische Risiken neben der Entwicklung an den Zinsmärkten und der Beimischung von riskanteren Anleihen: die Schwankungen bei den Währungen. Mehr als die Hälfte der Investmentfonds, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus Luxemburg. Dort werden sie grundsätzlich nach dem SICAV-Modell aufgelegt. SICAVsteht für "société d' investissement à capital variable". Dabei handelt es sich um Gesellschaften mit variablem Grundkapital, bei denen der Investor nicht ausschließlich am Sondervermögen, sondern an der ganzen Fondsgesellschaft beteiligt ist. Bei in Deutschland aufgelegten Fonds ist der Anleger im Falle der Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft (KAG) dadurch geschützt, dass die angelegten Vermögenswerte ein rechtlich getrenntes Sondervermögen bilden. Bei Luxemburger Fonds stehen die Vermögenswerte dem Anleger als Miteigentümer direkt zu. Die Vermögenswerte werden treuhänderisch von einer Depotbank verwahrt. Das Vermögen des Fonds fällt bei Insolvenz der Depotbank oder des Anlageverwalters grundsätzlich nicht in die Insolvenzmasse. Sollte mit einem Luxemburger Fonds mal etwas schieflaufen, dürfte es daher wohl nicht wegen der unterschiedlichen rechtlichen Konstruktion von deutschen und luxemburgischen Fonds zu Problemen kommen. Allerdings hat die Madoff-Pleite gezeigt, dass die luxemburgische Justiz einem großen Anlegeransturm kaum gewachsen ist und es für Anleger schwierig sein kann, ihre Rechte zeitnah in dem der Finanzbranche sehr nahe stehenden Ministaat Luxemburg durchzusetzen. Viele Fonds, so auch der Ihre, haben neuerdings bei der Risikobeschreibung in den wesentlichen Anlegerinformationen folgenden oder ähnlich lautenden Satz aufgenommen: „Mit der Verwahrung von Vermögensgegenständen insbesondere im Ausland kann ein Verlustrisiko verbunden sein, das aus Insolvenz, Sorgfaltspflichtverletzungen oder missbräuchlichem Verhalten des Verwahrers oder eines Unterverwahrers resultieren kann.“

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21.01.2013
Willi F.: "In der Zeitung MM vom 31.12.12 steht unter Geld und Markt die Leserfrage: Hoher Ausgabeaufschlag... Frau Stefanie Kühn antwortet: ...der Ausgabeaufschlag kann vermieden werden, wenn man die Papiere an der Börse kauft. Frage: Wie kann ich als Privatperson Wertpapiere an der Börse kaufen?"

Stefanie Kühn: Um Fonds über die Börse einzukaufen ist nur ein Depot bei einer Bank erforderlich. Dieser kann dann der Auftrag erteilt werden, dass ein Fonds nicht über die Fondsgesellschaft, sondern über eine Börse bezogen werden soll. Damit vermeidet man den Ausgabeaufschlag, der bis zu 5,5% des Anlagebetrages ausmachen kann. Inzwischen sind in Deutschland die meisten gängigen Fonds über die Börse zu beziehen.

Damit der Kauf gut gelingt ist ein Limit empfehlenswert. Das Limit sollte nicht nur am Tag der Eingabe gelten, sondern länger (bis Monatsende oder drei Monate). So stellen Sie sicher, dass Sie nicht plötzlich viel zu viel zahlen, weil ein Verkäufer ein entsprechend hohes Verkaufslimit aufgegeben hatte. Es wird auf diese Art und Weise ständig geprüft, ob für Sie ein Handelspartner zur Verfügung steht, der zu dem von Ihnen gewünschten Kurs verkaufen möchten.

Die Kaufgebühren betragen bei Hausbanken meistens 1% vom Kauf, bei Direktbanken weniger. Außerdem ist der Betrag dort oft gedeckelt. Bei einer Anlagesumme von 10.000 Euro kann man bis zu 450 Euro Gebühren sparen.

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21.01.2013
Friedrich T.: "Geldanlagen waren schon immer eine Vertrauenssache! Heute mehr denn je. Als Jungrentner (73 Jahre) ist eine Altersvorsorge immens wichtig. Wenn man für nicht vorhersehbare Ausgaben, wie Krankheiten, Wohnung, Anschaffungen aller Art, Auto, Beerdigung oder Altenpflege, etwas sparen will und muss ist dies aus unserer Sicht ein unmögliches Unterfangen. Der derzeitige Zinssatz ist weit unter der Inflationsgrenze! Oder? Wie ist fürs Alter überhaupt ein sicheres Sparen möglich? Oder wird das Geld heimlich, still und leise dadurch immer schneller entwertet?"

Stefanie Kühn: Ich finde es sehr verantwortungsvoll, dass Sie eine ausreichende Notfallreserve einplanen. Ja, es ist derzeit nicht einfach an den Anlagemärkten. Eine Notfallreserve soll ja sofort verfügbar sein, daher eignen sich als Anlageform Tagesgelder und allenfalls eine Teil kann in kurzfristige Festgelder angelegt werden. Die Zinsen liegen oftmals weit unter Inflationsrate. Aber es gibt noch Angebote, mit denen Sie zumindest die Inflationsrate „vor Steuern“ noch schlagen können. Das erfordert aber die Bereitschaft zum Onlinebanking und die Hinzunahme von Direktbanken. Durch Nutzung von Lockangeboten und ab und an einem Banken-Wechsel ist sogar noch etwas mehr drin. Es erfordert allerdings Arbeit, das sei nicht verschwiegen.

Für Gelder, die Sie voraussichtlich erst mittelfristig benötigen, ist eine Festlegung in einem Treppenverfahren denkbar. Sie teilen Ihren Anlagebetrag durch bspw. vier und legen ein Viertel für ein Jahr fest, ein Viertel für 2 Jahre usw.. Wird dann das erste Festgeld fällig, legen Sie es dann für vier Jahre an und so weiter. Auf diese Art und Weise erzielen Sie unter Beibehaltung einer gewissen Flexibilität (jedes Jahr ist ein Viertel der Anlagesumme verfügbar) den jeweiligen vier Jahreszins sobald die ersten vier Jahre um sind. Dieser sollte in der Regel höher sein, als der Tagesgeldsatz. Aber auch hier sind Sie auf die Angebote im Onlinebanking (und damit meist der Direktbanken) angewiesen. Diese Treppe ist mit beliebigen Jahresaufteilungen denkbar, ganz nach Einschätzung des Zinsniveaus und des persönlichen Bedarfes.

Schwankungsreichere Anlagen wie Misch- und Aktienfonds empfehle ich Ihnen für eventuell kurz und mittelfristig benötigte Anlagegelder nicht.

Die schleichende Geldentwertung wird in den nächsten Jahren vermutlich die Sparer treffen, die sich nicht rechtzeitig um ihr Geld kümmern und Zinsen akzeptieren, die weit unter der Inflationsrate liegen.

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14.11.2014
Günter B.:
Seit einiger Zeit wirbt die Firma „Grüne Werte GmbH“ für ihre Anlagemöglichkeiten: Wertzins Klassik 2 und Wertzins Fest 2. Es gibt keinen Investitionsplan. Wie schätzen Sie diese Firma bzw. die Anlagerisiken ein?

Stefanie Kühn: Die von Ihnen angesprochenen Anlageprodukte sind laut Homepage Nachrangdarlehen. Man kann sich das so vorstellen: Im Pleitefall stehen Sie in der Schlange der Gläubiger ganz weit hinten. Auf der Homepage heißt es: „Der Anleger trägt mithin Finanzierungsverantwortung für die Emittentin.“ Fragen Sie sich einfach, ob Sie das wollen. Haben Sie genügend Informationen, um für jemand anderen eine Finanzierungsverantwortung zu übernehmen? Sie können sich die Arbeit der Prüfung der Geldanlage sparen, wenn Sie diese Frage mit „Nein“ beantworten. Ich zumindest kann das Unternehmen nicht so gut beurteilen, als dass ich mit guten Gewissen sagen würde „Ja“.

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14.10.2014
Katharina S.:
"Ich habe 80.000 Euro gespart. Das Geld liegt jetzt auf einem Tagesgeldkonto. Nun wurde mir eine stille Firmenbeteiligung angeboten, ,LQ Lebensqualität". Dort soll es 8 Prozent Zinsen garantiert geben. Bis zu 13 Prozent sollen möglich sein. Es geht um den Markt für Senioren, der stark wächst. Soll ich einen Teil meines Geldes  da investieren. Ich bin 70 Jahre alt und habe nur 658 Euro Rente, ich brauche also eine monatliche Summe zum Leben. Risikofreudig bin ich auch nicht."

Stefanie Kühn: Sie sollen eine Beteiligung zeichnen, bei der Sie grundsätzlich keine Mitspracherechte haben (eine Stille Beteiligung). Wir haben derzeit ein Zinsniveau von nahe Null Prozent. Immobilienfinanzierungen können zu weniger als 2% abgeschlossen werden, im Tagesgeld gibt es gut 1%, bei fünfjährigem Festgeld 2,2%. Da sollten 8% und mehr verwundern. Versprechen kann erst einmal jeder alles, aber jedes Versprechen ist nur so viel wert, wie der, der dahintersteht. Ein Unternehmen muss diesen Zins, den es an Sie zahlen will, ja auch erwirtschaften – und zwar dauerhaft.

Vielleicht kommen Sie zu dem Ergebnis, dass Sie das Unternehmen interessant und vertrauenswürdig finden. Dann bleibt aber die Frage, warum es sich nicht zu 5, 6 oder 7% über eine Bank finanziert. Das wäre unternehmerisch klüger. Sie merken schon, von 13% schreibe ich gar nicht. Solche Renditeversprechen finde ich unseriös. Zahlreiche Firmen haben in der Vergangenheit vorgemacht, wie Geld von Anlegern vernichtet wird.

Die Höhe Ihrer Rente spricht ganz klar dafür, dass Sie all Ihr Geld absolut sicher anlegen sollten. Schwankungen des Wertes und Verluste können Sie sich nicht leisten. Achten Sie auf niedrige Kosten, gute Zinskonditionen und die Einlagensicherung – und verzichten Sie auf jegliche Art von unternehmerischen Beteiligungen.

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06.10.2014
C. S.:
"Wir besitzen 81 Stück Inhaber-Anteile von CS-EUROREAL. Die Botticelli International SPC bietet den Inhabern für diese Anteile ein Übernahmeangebot in Höhe von 27,75  Euro/Stück an, obwohl der Wert derzeit bei ca. 36 Euro liegt. Können Sie uns empfehlen, sie trotzdem zu verkaufen?"

Stefanie Kühn: Der CS Euroreal ist einer der offenen Immobilienfonds, die sich in der Abwicklung befinden. Das bedeutet, alle Immobilien werden verkauft und die Anleger erhalten anteilig ihr Geld zurück. Der Kurs, den die Fondsgesellschaft berechnet, liegt derzeit um die 36 Euro, das ist richtig. Zu diesem Kurs können Sie aber aktuell nicht verkaufen, sondern nur zu dem Kurs, der an den Regionalbörsen derzeit durch Handel zu Stande kommt. Das sind derzeit 27,40 Euro (Stand 30.9.14). Der Börsenkurs pendelte seit der letzten Ausschüttung zwischen 27 und 28 Euro. Es kommt immer wieder vor, dass Firmen Anteilseignern anbieten, Anteile aufzukaufen. Damit können sie, ohne den Börsenkurs durch gesteigerte Nachfrage nach oben zu treiben, größere Pakete aufkaufen. In der Regel liegt der angebotene Kurs leicht unterhalb des Börsenkurses, in diesem Fall würden Sie derzeit über diese Firma Stand 30.9.14 einen besseren Deal machen.

Ob Sie überhaupt verkaufen sollten oder hoffen, dass durch die Abwicklung ein besserer Rückfluss als 27,75 Euro pro Anteil erfolgt, ist schwer voraussagbar. Die Börsenteilnehmer schätzen derzeit eben nicht die 36 Euro der Fondsgesellschaft für wahrscheinlich, sondern einen Rückfluss zwischen 27 und 28 Euro (wobei einkalkuliert ist, dass Sie bei einem heutigen Verkauf früher über Ihr Geld verfügen können und es bis zum Ende der Abwicklung ja anlegen könnten).

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27.09.2014
Ilse S.:
"Wir haben im Mai 1999 bei der Raiffeisenbank den Union-Investment-Fonds Unilmmo-Deutschland gekauft. Nachdem man in letzter Zeit immer wieder negative Berichte über Immobilien-Fonds liest, bitten wir Sie, den von uns gekauften Fond zu beurteilen. In den letzten Jahren waren wir eigentlich zufrieden, möchten allerdings mit diesen Papieren keinen Verlust erleiden. Wir sind nicht sehr risikobereit."

Stefanie Kühn: Die Problematik bei offenen Immobilienfonds ist bzw. war folgende:

Offene Immobilienfonds standen während der Finanzkrise unter großer Kritik, da sie - u.a. von Vermögensverwaltern – als Parkposition genutzt wurden. Als dann viele Menschen gleichzeitig ihr Geld zurückhaben wollten, mussten viele Fonds schließen und viele mussten abgewickelt werden, da es zu Liquiditätsengpässen kam. Immobilien lassen sich eben nicht von einem auf den anderen Tag verkaufen. Die Anleger von Fonds, die abgewickelt werden, erleiden je nach Haltedauer des Fonds, echte Vermögenseinbußen. Von einer grundsätzlichen Sicherheit oder einer Garantie, dass man kein Geld verlieren kann, sollte man daher m.E. nicht sprechen.

Ihr Fonds ist davon jedoch nicht betroffen gewesen. Die durchschnittliche Rendite lag laut Homepage der Union Investment für diesen Fonds über 10 Jahre bei 3,03% (zum 31.8.14), über die letzten drei Jahre bei 2,47%. Sie müssen sich fragen, ob Sie diese Rendite auch anderweitig auf sichererem Weg erzielt hätten bzw. - unterstellt, dass die Renditen so bleiben – in der Zukunft erzielen würden. Das erscheint derzeit schwierig. Als Altanleger (Kauf vor 2009) profitieren Sie außerdem davon, dass Wertsteigerungen abgeltungsteuerfrei bleiben.

Ich kenne Ihr sonstiges Vermögen nicht. Grundsätzlich empfehle ich eine breite Streuung über alle Anlageklassen. Ein einzelner Fonds sollte nicht mehr als 10% des freien Vermögens ausmachen, um nicht bei unvorhergesehenen Entwicklungen das Gesamtvermögenskonzept zu gefährden. Außerdem sollte eine ausreichende Notfallreserve zur Verfügung stehen, um Geldanlagen nicht zur Unzeit auflösen zu müssen.

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17.09.2014
Helga B.
: "Mein Mann u. ich (beide 71Jahre alt) haben durch einen Wohnungsverkauf ca. 28 000,- Euro zur Verfügung,wir sind aber beide nicht mehr risikofreudig u. hoffen, von Ihnen einige Ideen zu erhalten wie wir unser Vermögen wunderbar vermehren können! Gibt es denn außer Aktienfonds (aber welche) u. den Tages- oder Festgeldkonten noch etwas anderes, vielleicht in Zeitabständen aufgeteilt."

Stefanie Kühn: Leider muss ich Sie vor allen Angeboten, die eine wunderbare Geldvermehrung versprechen, warnen. Die Zinsen in Europa sind derzeit so niedrig, dass Angebote, die 5% und mehr versprechen, mit hohen Risiken verbunden sind. Diese werden nach meiner Beobachtung oft verharmlost, und es wird der Anschein erweckt, dass man ja „blöd“ sei, wenn man sich mit den Zinsen im Festgeldbereich zufrieden gibt.

Sie schreiben, dass Sie nicht mehr risikofreudig sind. Damit scheiden Aktienfonds aus, denn bei diesen müssen Sie Schwankungen verkraften können. Grundsätzlich ist aber eine Aktienquote von 10% nicht risikoerhöhend, denn auch Festgeldanlagen haben Risiken.

Folgende Möglichkeiten sehe ich: Mit einer sogenannten Festgeldtreppe, bei der Sie den Anlagebetrag auf fünf oder mehr Jahre aufteilen, und dann Festgelder gestaffelt anlegen, haben viele Anleger gute Erfahrungen gesammelt. Wenn in einem Jahr das erste Festgeld frei wird, müssen Sie sich nur noch um das Fünf-Jahresfestgeld (oder ein entsprechend längeres) kümmern. Die Konditionen in diesem Bereich sind so, dass Sie bei der derzeit niedrigen Inflation und unter Nutzung von guten Bankangeboten noch eine positive Realverzinsung erzielen (zu deutsch: Sie vermehren Ihr Geld und vernichten es nicht). Alternativ könnten Sie einen Renten-ETF (Indexfonds für Anleihen) auswählen. Mit diesen hätten Sie in den letzten Jahren ordentliche Renditen erzielt. Hier sehe ich aber das Risiko, dass Sie im Falle von Zinssteigerungen Kursverluste erleiden werden, da die Anleihekurse dann sinken werden. Auch haben Sie hier nicht einen fixen Endzeitpunkt, zu dem Sie Ihr Geld sicher zurückbekommen. Als Alternative bzw. als Ergänzung zu einer Festgeldtreppe eignen sich auch für konservative Anleger Mischfonds. Diese legen sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Wertpapiere an. Bei konservativen Mischfonds ist die maximale Aktienquote auf 20-30% begrenzt.

Zusammenfassend empfehle ich Ihnen nach Laufzeit gestaffelte Sparbriefe oder Festgelder, die Sie konsequent nach Fälligkeit erneut anlegen. Achten Sie aber unbedingt auf Topkonditionen und die Einlagensicherung. Als Beimischung könnten Sie einen konservativen Mischfonds oder einen Aktienfonds (bevorzugt einen kostengünstigen Indexfonds ETF) mit einer Quote von 10% Ihres Anlagevermögens nehmen.

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04.08.2014
Kurt T.:
"Wir haben im März 2010 zwei Fonds gekauft, einmal den Uniimmo für 20.000 Euro (Stand heute: 19.800 Euro), Ausgabeaufschlag 5% und den Unigarant Commodities, auch für 20.000 Euro (heute 20.100 Euro), Ausgabeaufschlag 4%, Laufzeit 2017, ansonsten wird eine Rücknahmeprovision von 2% fällig. Was raten Sie uns? Behalten oder verkaufen?"

Stefanie Kühn: Die Union Investment hat drei verschiedene Immobilienfonds. Aus Ihrer Angabe kann man nicht erkennen, welchen Sie besitzen. Die Probleme, dass viele offene Immobilienfonds in der Finanzkrise geschlossen und abgewickelt wurden, sind Ihnen sicherlich geläufig. Die Unionfonds waren hiervon nicht betroffen. Auch wenn Sie vom Kurswert derzeit ein Minus sehen, haben Sie doch in den vier Jahren Ausschüttungen erhalten.

Der UniGarant Comodities ist ein Rohstoff-Fonds mit Garantie (auf den Zeitpunkt 2017, ohne den Ausgabeaufschlag von 4%). Hier wird stichtagsbezogen (vierteljährlich) ermittelt, wie sich der Basiswert (hier die internationalen Rohstoffmärkte) entwickelt. Eine Garantie muss in der Regel teuer bezahlt werden, daher eignen sich diese Fonds meines Erachtens nicht für die Geldanlage. Wenn Sie auf die Entwicklung der Rohstoffmärkte spekulieren möchten, dann ist es günstiger und für Sie transparenter, eine kleinere Summe zu nehmen und mit der dann aber auch vollständig am Gewinn (und Verlust) zu partizipieren. Den restlichen Teil Ihrer Investitionssumme legen Sie entsprechend ganz sicher an. Der Rücknahmeabschlag ist grundsätzlich verhandelbar.

Ob die beiden Fonds in Ihr gesamtes Anlagekonzept passen, kann ich aufgrund dieser Informationen nicht erkennen. Ein offener Immobilienfonds kann u.U. als kleiner Vermögensbaustein bleiben. Einen Schwerpunkt sollte er aber nicht darstellen. Der UniGarant erscheint mir wenig aussichtsreich zu sein, sodass ich persönlich mich von diesem Fonds sofort trennen würde, da Sie derzeit ja über Ihrem Kaufwert liegen. Würde der aktuelle Kurswert weit unter dem Kaufwert liegen, würde sich u.U. das Ausnutzen der Garantie lohnen, da Sie ja 2017 einen definierten Wert erhalten.

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04.08.2014
Helene P.:
"Mir steht eine größere Summe aus fälligen Anlagen zur erneuten Anlage zur Verfügung. Nun stehe ich vor dem Problem dieses Geld sinnvoll, jedoch risikoarm wieder " unterzubringen " . Meine Recherchen haben ergeben, dass Tages- und Festgeldkonten letztendlich überhaupt nichts bringen. Ich bin 77 Jahre und somit an einer langfristigen Anlagedauer - aus verständlichen Gründen - nicht interessiert. Leider geht es mir so wie vielen Menschen, dass das Vertrauen in die Banken nicht sonderlich groß ist, und somit erhoffe ich mir von Ihnen zu erfahren, in welche Richtung bzw. Anlagemöglichkeiten ich mich orientieren könnte."

Stefanie Kühn: Wenn Sie Ihr Geld risikoarm anlegen möchten, bleiben Ihnen nur Anlagen im Tages- und Festgeldbereich. Eine kleine Aktienquote bis 10% ist allerdings denkbar, da diese die Renditeerwartung erhöhen, ohne das Risiko zu erhöhen. Die Aktien für sich genommen können aber selbstverständlich große Schwankungen aufweisen, das ist etwas, was Sie als Anleger dann aushalten müssten. Auch eine Beimischung von einem oder zwei Mischfonds ist denkbar.

Es ist nicht richtig, dass Tages- und Festgeldkonten überhaupt nichts bringen. Sie können damit, sofern Sie einige Mühe auf sich nehmen, durchaus noch einen Inflationsausgleich erzielen. Wir haben derzeit eine Inflationsrate um 1%. Mixen Sie Ihre Anlagen mit Festgeldern verschiedener Laufzeit, können Sie damit noch durchschnittliche Renditen von 2% erzielen. Eine sichere Anlage mit einer verbesserten Rendite gegenüber dem Tagesgeldniveau, aber ohne die Aufgabe der Flexibilität können Sie mit der sogenannten Festgeldtreppe erzielen. Dabei teilen Sie Ihre gewünschte Anlagesumem durch fünf und legen die erste Tranche für ein Jahr an, die zweite für zwei Jahre usw.. Nach Ablauf des ersten Jahres legen Sie die fällige Tranche – sofern Sie sie nicht benötigen – für 5 Jahre erneut an. So verfahren Sie in jedem weiteren Jahr. Nach dem ersten Jahr müssen Sie sich also nur noch Gedanken über eine möglichst gute Anlage für ein 5-Jahres-Festgeld machen. Dieser Zins ist in der Regel höher, als der kurzfristige Zins. Diese Treppe ist natürlich auch mit anderen Laufzeiten wie 3 oder 10 Jahre denkbar. Nutzen Sie Angebote von Direktbanken können Sie mit dieser Methode den Inflationsausgleich noch gut schaffen. Bitte achten Sie aber auf die Einlagensicherung. Natürlich müssen Sie Zinserträge oberhalb von 801 Euro versteuern (Abgeltungsteuer zzgl. Soli+Kirchensteuer, gute 27%).

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31.07.2014
Rosi M.
: Ich bin Mitte 40 und werde im Frühjahr über eine größere Summe aus Festgeld zur Anlage verfügen.

1. Für die Altersvorsorge wurde mir von der örtlichen Sparkasse zur Einzahlung eines Einmalbetrages in den Dachfonds Deka-BasisAnlage A60 geraten. Diesen Fonds, sagte mein Berater, würde er selbst erwerben, weil dieser so gut sei. Allerdings habe er die Altersgrenze von 55 Jahren dafür bereits überschritten.

Dieser Fonds habe den großen Vorteil, dass er so gestaltet sei, dass er keine Verluste machen könne. Ein einmal erreichter Kursanstieg könne dauerhaft gesichert werden durch bestimmte Techniken. Außerdem wechsle er in den letzten Jahren der Laufzeit in sicherere Papiere.

Dieser Fonds sei in der Vergangenheit stets im grünen Bereich gewesen.

Allerdings könne ich über das eingezahlte Geld vor der Auszahlung zum Renteneintritt nicht verfügen.

2. Außerdem solle ich als Altersvorsorge monatlich eine kleine Summe regelmäßig in den Dachfonds ZukunftsPlan III einzahlen.

Ich selbst habe auch schon von dem Fonds „Carmignac Patrimoine“ oder „Carmignac Inventissement“ gehört – wären dies gute Alternativen, zumal sie ja bereits lange auf dem Markt sind? Oder sind für die Altersvorsorge fondsgebundene Lebensversicherungen mit Garantie der einbezahlten Gelder empfehlenswerter?

Ich lege Wert auf Sicherheit mit Chance auf Zugewinn, aber nur mit vertretbarem Risiko.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihre Einschätzung mitteilen oder ggf. bessere Alternativen nennen.

Stefanie Kühn: Gerne nehme ich zu den vorgeschlagenen Produkten Stellung:

  1. Deka Basisanlage A60: Hierbei handelt es sich um einen Dachfonds. Dachfonds haben zwei Gebührenebenen. Anschaulich erklärt: Es muss der Dachfondsmanager gezahlt werden und dann wiederum der Fondsmanager. Das ist meist teuer. Die Fonds der Basisanlage sind schwerpunktmäßig Deka-Fonds. A60 bedeutet, dass diese Fonds-Variante bis zu 60% in Aktien investieren kann. Die von Ihrem Anlageberater angesprochene Altersgrenze sowie die Pflicht zur Haltedauer bis zur Rente habe ich weder auf der Homepage der Deka noch an anderer Stelle bei meiner Internetrecherche gefunden. Möglicherweise bezog sich Ihr Berater auf das Kapitalerhaltsziel von 8 Jahren, das für ihn vielleicht zu lang ist.

    Es befindet sich auf der Deka-Homepage der Hinweis, dass Kapitalerhalt und Höchststandsteuerung angestrebte Ziele seien, die nicht garantiert werden können. Der Anteilpreis könne auch unter den angestrebten Wert fallen. Es gibt also keine Garantie. Der Fonds ist vor zwei Jahren aufgelegt worden, es gibt folglich keine längere Historie.

  2. Dachfonds ZukunftsPlan III:

    Die Argumentation hier ist im Wesentlichen die gleiche: Ein Dachfonds ist meist zu teuer. Der Fonds ist Bestandteil der Riesterrente Deka-Zukunftsplan.

  3. Carmignac Fonds: Diese Fonds haben über sehr lange Zeiträume sehr gut funktioniert, aber sie laufen seit einiger Zeit nicht mehr optimal. Wer heute neu investieren möchte, findet sicherlich attraktivere Fonds.

  4. Anlagen mit Garantie: Garantien sind immer teuer. Versicherungsmäntel kosten ebenfalls Geld. Meines Erachtens ist das keine angemessene Anlageform für die heutige Zeit.

Bevor Sie einzelne Alternativen in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen, eine Anlagestruktur zu entwickeln. Legen Sie für sich oder mit einem Berater fest, welcher Anteil überhaupt in schwankungsreiche Anlagen investiert werden soll. Die Auswahl von passenden Fonds ist dann nur der letzte Schritt. Achten Sie dabei auf die Kosten sowohl beim Einkauf als auch bei der Verwaltung und natürlich auf die Güte des Fonds. Da wenige Fonds dauerhaft besser sind als der Markt, würde ich auch Indexfonds (ETFs) in die Auswahl mit einbeziehen.

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17.07.2014
Franz H.:
"Ich bekam letztens eine Lebensversicherung ausbezahlt. Es waren 100.000 Euro. Ich habe das Geld zu gleichen Teilen in den Uniimmo Deutschland, den Uniimmob Europa und den Uniimmo Global investiert. Wie sicher sind diese Fonds?"

Stefanie Kühn: Grundsätzlich rate ich dazu, sich die Frage nach der Sicherheit VOR dem Kauf zu stellen. Sie zahlen beim Kauf, sofern Sie nicht gut verhandelt haben oder über eine Börse eingekauft haben, einen Ausgabeaufschlag von mehreren Prozent, sodass es ja ärgerlich wäre, wenn Sie sich jetzt „umentscheiden“:

Sie haben das gesamte fällige Geld in offene Immobilienfonds angelegt. Offene Immobilienfonds standen während der Finanzkrise unter großer Kritik, da sie - u.a. von Vermögensverwaltern – als Parkposition genutzt wurden. Als dann viele Menschen gleichzeitig ihr Geld zurückhaben wollten, mussten viele Fonds schließen und viele mussten abgewickelt werden, da es zu Liquiditätsengpässen kam. Die Anleger von Fonds, die abgewickelt werden, erleiden je nach Haltedauer des Fonds, echte Vermögenseinbußen. Von einer grundsätzlichen Sicherheit dieser Anlagekategorie kann man daher m.E. nicht sprechen. Alle Fonds der Union Investment sind offen und waren in der Finanzkrise nicht von einer Schließung betroffen.

Es wurden nach der Finanzkrise einige Maßnahmen ergriffen, um eine ähnliche Situation zukünftig zu vermeiden. Für Käufe ab dem 22.7.13 (ich vermute, Sie haben danach gekauft) gilt eine 24-monatige Haltefrist sowie eine Kündigungsfrist von einem Jahr. Über die Börsen können Sie aber grundsätzlich jederzeit eine Verkaufsorder erteilen.

Grundsätzlich empfehle ich eine breite Streuung über alle Anlageklassen und eine Beachtung der Kostenseite, um die Rendite zu optimieren.

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14.07.2014
Hans R.:
"Soben wurden meiner Frau und mir die seit mehreren Jahren bestehenden Postbank BörsenSieger Konten zum 30. September 2014 gekündigt. Als alternative Anlage wird uns das neue Sparprodukt " Postbank Rendite plus " angeboten. Unabhängig vom jeweiligen Börsenstand bedeutet das bei einem Guthaben von > 10.000 € 0,7% - ab 10.000 € 0,8% - < 25.000 € 1,0% variable Basis- verzinsung p.a. Meine Frage: Ist diese einseitige Kündigung zulässig ?"

Stefanie Kühn: Grundsätzlich kann eine Bank „unter Einhaltung einer angemessenenKündigungsfrist“ kündigen. Für das BörsenSieger Konto wurden ja bereits seit 2010 keine Neueröffnungen vorgenommen und ich vermute, der Hinweis auf die Schließung steht bereits seit langem auf der Homepage. Das Produkt war ja nicht ganz unumstritten, da die Bedingungen kompliziert waren und der beworbene Maximalzins praktisch nicht erreicht werden konnte.

Das Ihnen nun angebotene Produkt „Postbank Rendite Plus“ rentiert schlechter als ein gutes Tagesgeldkonto bei einer Direktbank. Bei diesem Produkt sind die ersten 10 Auslandsabhebungen mit der VisaCard kostenfrei. Insofern ist es ein gutes Produkt, wenn Sie viel unterwegs sind. Als reine Geldanlage können Sie mit einer Festgeldtreppe (Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten) eine bessere Rendite erzielen.

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14.06.2014
Axel N.:
Im Jahr 1997 habe ich als zusätzliche Altersvorsorge eine atypische stille Beteiligung über 36.000,- DM bei der Südwest Finanz Vermittlungs AG - Markdorf abgeschlossen. 2008 erhielt ich ein Schreiben der Schutzgemeinschaft für geschädigte Anleger, mit dem Hinweis, diese Verträge seien sittenwidrig und dass es zum Totalverlust kommen kann. Mein Finanzberater meinte sinngemäss, dass es sich um Trittbrettfahrer handelt, die abzocken wollen. Der damals erfragte Rückkaufswert betrug 3.645,66 €. Durch Zufall las ich im Internet neulich von Gerichtsurteilen gegen Südwest und ein von mir angesprochener Rechtsanwalt sagte unmissverständlich, dass die Verjährung längst eingesetzt hat. Bis Ende 2013 habe ich ca. 11.000 € einbezahlt und einen momentanen Rückkaufswert vom 3.390,68 €, also noch einmal 254,98 € weniger als 2008. Welche Maßnahme empfehlen sie mir? Kündigen - dann bleibe ich auf etwa 8.000 €Verlust sitzen.
Weiter einzahlen oder die Zahlungen ruhen lassen, mit dem Risiko am Ende der Laufzeit mit dem vertraglich vereinbartem Kapital von 18.000 haften zu müssen? Können sie mir einen Rat geben?

Stefanie Kühn: Mit der atypisch stillen Beteiligung wurden Sie faktisch Mitunternehmer der Anlagefirma, die Ihre Einlagen dann gewinnbringend weiterinvestieren wollte. Schon im Jahr 2006 haben verschiedene Gerichte entschieden, dass atypisch stille Beteiligungen gänzlich ungeeignet für die Altersvorsorge sind. Das OLG Schleswig kam sogar schon 2002 zu dem Ergebnis, dass die Vertragsgestaltung des von der Südwest Finanz Vermittlung AG vertriebenen Produktes Südwest Renta Plus, das Sie vermutlich auch haben, sittenwidrig sei. Das Landgericht Ansbach hat 2007 die Südwest Finanz Vermittlung AG verurteilt, einem Anleger seine bislang geleisteten Einlagen zurückzuerstatten. Weiterhin hat das Gericht festgestellt, dass der Anleger nicht verpflichtet ist, weitere Zahlungen aus den abgeschlossenen Beteiligungen zu leisten. Besteht bei Ihnen tatsächlich die Möglichkeit zum Ausstieg, so wie von Ihnen durch die Angabe des Rückkaufswertes beschrieben, dann überlegen Sie sich, ob Ihnen ein „Ende mit Schrecken“ nicht lieber ist. Es gibt Anlagen, da brauchen Sie nicht auf Besserung hoffen. Jedoch würde ich den Ausstieg aus diesem Produkt nicht ohne anwaltliche Unterstützung vorantreiben , damit Sie u.a. auch über eine eventuelle Nachhaftung vollständig aufgeklärt sind. Möglicherweise sind auch noch nicht alle Ansprüche verjährt, da Sie ja noch bis vor kurzem Einzahlungen getätigt haben. Sie sollten sich dazu an einen auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Anwalt wenden.Vermutlich bleibt bei dieser Anlage am Ende nur, zu sagen: „Geht auf das Konto Lebenserfahrung“.

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05.06.2014
Gertrud F.:
"Der Sohn unserer Pflegetochter, zu der wir keinerlei Kontakt mehr haben,  wird nächstes Jahr 18 Jahre alt. Seit seiner Geburt haben meine Schwester (Taufpatin) und ich kleinere Beträge auf ein Konto einbezahlt um ihm dann den Führerschein und sonstige notwendige Dinge zu finanzieren. Das Geld bar wollen wir ihm eigentlich nicht überlassen. Seine Mutter lebt seit mehreren Jahre von einer Unterstützung (Hartz IV). Hat da die Behörde, eventuell das  Jugendamt oder Sozialamt Zugriff auf das Geld?"

Stefanie Kühn: Grundsätzlich sind Kinder für Ihre Eltern unterhaltspflichtig, wenn diese außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. Bestehende Unterhaltsansprüche kann der Sozialhilfeträge auf sich überleiten und gegen das Kind durchsetzen. Bei Leistungen der Grundsicherung, wozu auch sogenannte Hartz IV-Leistungen gehören, geht der Unterhaltsanspruch gegen das Kind aber nur dann auf den Sozialhilfeträger über, wenn das jährliche Gesamteinkommen des Kindes über 100.000 Euro liegt. Auch Vermögen muss das Kind zwar grundsätzlich einsetzen, ein Schonvermögen bleibt ihm aber. Dazu zählen zum Beispiel in bestimmten Maße Mittel für die Altersvorsorge, ein Eigenheim sowie ein Notgroschen von mindestens 10.000 Euro. Ein Zugriff auf die von Ihnen angeführten Mittel dürfte daher nicht erfolgen können.

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30.05.2014
Michael K.: "Mit einer nicht üppigen Rente gesegnet, erwäge ich die Anlage von 200 TSD Euro in eine  Rentenversicherung. Diese erzielt bei 10jähriger Rentengarantie ca. 750 Euro monatlich zzgl. einer flexiblen Ausschüttung von ca. 150 Euro aktuell. Gibt es ähnlich risikoarme Investitionsmöglichkeiten mit höherer Rendite?"

Stefanie Kühn: Leider haben Sie Ihr Alter nicht notiert, aber ich vermute, Sie stehen zu Beginn des Ruhestandes. Der Vorteil einer Sofortrente ist, dass Sie diese Rente lebenslang erhalten. Sie lohnt sich immer dann besonders, wenn Sie sehr alt werden. Letztlich ist jede Rentenversicherung eine Wette auf ein langes Leben. Steuerlich haben Rentenversicherungen einen Vorteil, sie werden nur mit dem Ertragsanteil besteuert. Dieser liegt beispielsweise bei 18%, wenn Sie die Rente erstmalig mit 65 erhalten. Ein weiterer Vorteil ist die Bequemlichkeit – einmal abgeschlossen kommt jeden Monat eine feste Summe auf Ihr Konto.

Doch Rentenversicherungen haben auch Nachteile: Sie bekommen pro Monat Ihre Rente, können aber nicht mehr über die Gesamtsumme verfügen. Das könnte dann relevant werden, wenn Sie gerne eine größere Ausgabe tätigen möchten (Reise, Hausrenovierung, medizinische Maßnahmen) und kein anderweitiges Kapital mehr haben. Viele Rentenversicherungen haben Abschlusskosten von ca. 4% bei Abschluss der Versicherung, dazu kommen dann laufende Verwaltungskosten. Bei Ihrer Rente „sehen“ Sie Ihr Kapital nach ca. 18,5 Jahren wieder (sollten die Überschüsse weniger werden, dauert es noch länger) – ein eher schlechter Wert. Gute Rentenversicherungen liegen bei ca. 14 Jahren. Sie haben eine Rentengarantiezeit vereinbart. Eine Todesfallabsicherung ist in Rentenversicherungen meistens teuer. Sollten Sie zwischen Jahr 11 und 18,5 nach Rentenbeginn versterben, haben Sie respektive Ihre Erben ein schlechtes Geschäft gemacht.

Wenn Sie selbst Ihr Kapital konservativ anlegen, würden Sie auf eine ungefähr gleich hohe Auszahlung wie die garantierte Rente kommen, wenn Sie das Kapital über 30 Jahre aufzehren (unterstellt sind 2,3% Zinsen NACH Steuern). Danach wäre das Geld aber dann auch weg. Während der Laufzeit sind Sie flexibel und könnten auch, wenn es die Situation erfordert, einen „Batzen Geld“ verbrauchen. Über eine Aufteilung der Anlagen in Festgelder mit verschiedenen jährlichen Fälligkeiten beispielsweise über 5 Jahre und einen Auszahlplan erzielen Sie diese Rendite nach Steuern im Durchschnitt noch. Eventuell bietet der Kapitalmarkt in einigen Jahren ja auch wieder ein Mehr an Zinsen. Eine Beimischung einer kleinen Aktienquote (durch kostengünstige ETFs oder konservative Mischfonds) ist bei dieser Anlagesumme ebenfalls zu überlegen.

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20.05.2014
Brigitte K.:
"Derzeit wird der CS Euroreal Immofonds (DE0009805002 – WKN 980500) abgewickelt und mir liegt ein Kaufangebot pro Anteil für 30.- € von Parkstrasse Immobilien vor. Meine Fragen sind folgende: Was kann passieren kann, wenn ich das Angebot nicht annehme (vermutlich kann es sein, dass die bis dahin reguläre Ausschüttung zum gesetzten Ablaufdatum 2017 diese Summe nicht erreicht??) und was aber passiert mit den Immobilien, die bis dahin nicht verkauft wurden? Fallen diese an eine andere Sparte von Credit Suisse oder werden diese dann zum Schluss „verramscht“ und potenzielle Käufer sitzen das sozusagen aus, um billiger an Immobilien zu kommen??

Stefanie Kühn: Solche Angebote zum Aufkauf von Anteilen erreichen Inhaber von Anteilen der in Abwicklung befindlichen Immobilienfonds immer wieder. Die Banken müssen diese Angebote an alle Anteilsbesitzer weiterleiten. Meistens liegt die Höhe des Angebotes in etwa bei dem derzeitigen Kurs, den Sie auch bei einem Verkauf über eine der Regionalbörsen erzielen können. So ist es auch in Ihrem Fall, der Kurs in Hamburg zeigt am 08.04.2014 29,31 Euro an. Sie haben also ständig die Möglichkeit zu verkaufen (der Handel ist recht rege, so dass Sie davon ausgehen können, dass Sie Ihre Anteile börsentäglich loswerden können, wenn Sie das möchten).

Sollten bis zum 01.05.2017 nicht alle Immobilien veräußert sein geht das Verwaltungsmandats auf die Depotbank über, die dann ggf. verbliebene Liegenschaften veräußert und weitere Liquiditätsausschüttungen an die Anleger veranlasst. An eine andere Sparte des Unternehmens können die Immobilien nicht fallen. Der Verkauf erfolgt grundsätzlich zu „angemessenen Bedingungen“ (§ 81 InvG). Doch dies ist natürlich ein dehnbarer Begriff. Der Verkehrswert ist letztlich das, was der Markt bereit ist, zu zahlen. Und natürlich werden sich auch potenzielle Käufer überlegen, dass ein Fonds, dessen Frist bald abläuft, mehr unter Druck ist, als ein Fonds, der nicht aufgelöst wird.

Ob Sie insgesamt Rückflüsse in Höhe von 30 Euro haben werden, ist nicht prognostizierbar. Die Entwicklung des Börsenkurses ist seit einigen Monaten positiv. Während die Börsianer noch im Dezember kauften, weil Sie Rückflüsse von mehr 26 Euro für wahrscheinlich hielten (sonst hätten sie zu diesem Kurs ja nicht gekauft), glauben sie nun, dass mehr als 29,30 möglich sind. Die Firma, von denen Sie das Angebot erhalten haben, glaubt, dass mehr als 30 Euro zurückfließen, sonst würden sie diese ja nicht pro Anteil bezahlen.

Es kann also keine sichere Aussage getroffen werden, ob Sie mit einem Verkauf oder mit einer „Abwarten“-Strategie besser liegen. Da jedoch noch drei Jahre bis 2017 Zeit sind, ist es m.E. vertretbar, noch abzuwarten. Überlegen Sie doch im Halbjahrestakt neu, ob ein Verkauf aufgrund der letzten Entwicklungen sinnvoll wäre.

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28.04.2014
Christine T.:
"Ich habe bei verschiedenen Direktbanken online Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten angelegt. Da ja im Falle meines (plötzlichen) Todes, das Referenzkonto, auf das die Rückzahlungen der angelegten Beträge samt Zinsen zur gegebenen Zeit normaler Weise überwiesen werden, dann am Ende der diversen Laufzeiten nicht mehr existiert, möchte ich gerne wissen, wie meine volljährigen Kinder vorgehen müssen, um das Geld dann zu erhalten. Sollten sie (im Falle meines Todes) die Verträge einfach weiterlaufen lassen und nur das Referenzkonto entsprechend ändern? Oder müssen die Verträge gekündigt werden? Ich habe bisher keine Vollmachten erteilt und kein Testament gemacht."

Stefanie Kühn: Festgelder würde man bis zum Laufzeitende laufen lassen, das geht meistens auch gar nicht anders. In der Praxis stellt dies aber kein Problem dar, da die kompletten Kontenbestände dann auf den Namen der Erben, hier grundsätzlich Ihrer Kinder, umgeschrieben werden. Das Referenzkonto lautet dann auf den Namen der Kinder und dorthin fließt das Festgeld bei Rückzahlung und gegebenenfalls auch die Zinsen. Haben die Kinder bei der gleichen Bank bereits ein Konto, dürfte es auch leicht möglich sein, das Festgeld in ihren Kundenstammvertrag einzubuchen.

Die Erteilung einer Vollmacht ist davon unabhängig sinnvoll. Es könnte ja auch der Fall eintreten, dass Sie aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit einmal eine Weile nicht in der Lage sind, Ihre Bankgeschäfte selbst zu tätigen. Für diesen Fall stellt eine Bankvollmacht sicher, dass Ihr Bevollmächtigter (z.B. ein Kind) für Sie handeln kann. Mit einer sogenannten Vorsorgevollmacht können Sie einer Person, der Sie vertrauen, auch Vollmacht für alle wichtigen Bereiche Ihres Lebens erteilen, damit diese Sie im Notfall vertreten kann.

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11.04.2014
Christine M: "Ich habe eine Anleihe in der brasilianischen Währung gekauft, die bis September 2015 läuft. Zur Zeit steht sie ganz schlecht, ca. -20%. Nun meine Frage, gibt es Hoffnung, dass sich die Lage bis 2015 erholt? Besser jetzt mit Verlust verkaufen oder halten?"

Stefanie Kühn: Eine Anleihe in einer anderen Währung – hier in der brasilianischen Währung Real – birgt immer die Gefahr von Währungsverlusten. Genau das ist in letzter Zeit häufig eingetreten. Im letzten Jahr hat der Euro gegenüber vielen Schwellenländer-Währungen, zu denen auch der Real zählt, an Wert gewonnen – Sie haben also Währungsverluste bei Real-Anleihen hinnehmen müssen. Es floss per saldo Geld von den Schwellenländern weg, hin zu den als sicherer eingestuften Ländern.

Außerdem können Ihre Kursverluste auch durch eine schlechtere Bonität des Emittenten Ihrer Anleihe entstanden sein. Aus Ihrer Fragestellung kann man leider nicht erkennen, wer der Emittent der Anleihe ist, es könnte eine Staatsanleihe oder auch eine Unternehmensanleihe dahinter stecken.

Ich vermute, Sie haben sich für eine solche Anlage entschieden, um Ihr Depot breit gestreut aufzustellen. Wenn dem so ist und die Anleihe nur einen kleinen Anteil am Gesamtvermögen ausmacht, können Sie sie halten und nach Ablauf der Anleihe eventuell erneut in dieser Währung anlegen. Sie betrachten diese Position dann als „Währungsstreuung“.

Wenn diese Anlage ein wesentlicher Teil Ihres Vermögens ist, stellt sich die grundsätzliche Frage, wie hoch Ihre Anteil an Fremdwährungen sein sollte. Ich rate dazu, nicht mehr als 10% auf Währungsspekulationen zu verwenden, um die Risiken überschaubar zu halten. Ob ein Verkauf jetzt sinnvoll ist, hängt insbesondere von der Bonität des Emittenten und Ihrer persönlichen Risikoeinstellung und Ihren Zielen ab und kann nicht pauschal beantwortet werden.

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15.03.2014
Isabel M.:
"Ich habe konservativ in Schatzanleihen, Marktzinsanleihen Euribor- meines Wissens Papiere der Rentenklasse 1-2 -  angelegt, die 2015 bzw. 2016 fällig werden. Mein Bankberater rät mir dringend, diese zu verkaufen, weil  angeblich die Rendite jetzt besser ist wie sie bei Fälligkeit sein wird. Ich soll stattdessen in Expresszertifikate oder Kuponzertifikate von großen Firmen , also aktienorientiert anlegen. Ich überlege auch, in Aktienfonds zu investieren. Können Sie mir Ihre Meinung dazu sagen, ob es richtig ist, die Rentenpapiere jetzt zu verkaufen. Und ob es besser ist in Aktienfonds statt in Zertifikate anzulegen?"

Stefanie Kühn: Es ist durchaus möglich, dass es sich lohnt, Anleihen vor Ablauf zu verkaufen. Das ist immer dann der Fall, wenn der Kurs so hoch ist, dass die Kursverluste bis zum Ablauf der Anleihe höher wären, als die Zinsen, die noch kommen. Sie könnten das selbst überprüfen, wenn Sie sich aus dem Internet oder mittels Ihres Beraters die entsprechenden Zahlen besorgen. Nur so sehen Sie, ob der Banker Ihnen gerne etwas verkaufen möchte, oder ob es ein wirklich guter Rat ist. Da jede Anleihe anders ist, kann hier keine Generalaussage getroffen werden.

Zertifikate sind Schuldverschreibungen, bei denen der Emittent – hier vermutlich Ihre Bank – dafür „geradesteht“, dass Sie Ihr Geld am Ende wieder bekommen. Über dieses Risiko muss man sich als Anleger im Klaren sein. Zertifikate können ganz unterschiedlich „gestrickt“ sein, das Risiko kann sowohl hoch oder niedrig sein. Grundsätzlich eignen sich Zertifikate für Anleger, die eine bestimmte, sehr differenzierte Meinung zur zukünftigen Marktentwicklung haben. Express- und Kuponzertifikate eignen sich aufgrund ihrer Auszahlungsstruktur für konservative bis risikobewusste Anleger, die seitwärts laufende oder moderat steigende Kurse des Basiswertes – hier von großen börsennotierten Unternehmen – erwarten. Vereinfacht gesprochen funktionieren sie so: Der Aktienkurs des Basiswertes darf zu bestimmten Termine bestimmte Niveaus nicht unterschreiten, dann erhalten Sie bestimmte Auszahlungen. Sie partizipieren jedoch nicht an Kurssteigerungen des Basiswertes und nehmen keine Dividenden ein. Sie zahlen eine Art Ausgabeaufschlag zu Beginn und müssen nach Ablauf neu investieren. Eine Bank verdient gut am Verkauf von Zertifikaten.

Beispielhaft sei das Expresszertifikat erläutert: Es ist mit einer sogenannten Sicherheitsschwelle ausgestattet. Wird diese zum Laufzeitende vom Basiswert durchbrochen, partizipieren Sie von der negativen Entwicklung des Basiswertes bis hin zum Totalverlust.

Aktienfonds, gerade auch die kostengünstigen Index-Aktienfonds (sogenannte ETFs) stellen eine gute Möglichkeit dar, am Aktienmarkt zu partizipieren. Sie können bereits mit kleinen Anlagesummen eine gute Streuung erreichen. Wichtig wäre aber, dass Sie die Aktienquote nur so hoch wählen, dass Sie Kursschwankungen gut „aussitzen“ können. Das restliche Kapital könnte sehr konservativ in einer Festgeldtreppe liegen oder in Ihren Anleihen bleiben, falls sich ein Verkauf nicht lohnt.

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11.02.2014
Johann G.:
Im Sommer 2000 wurden Teile meines Bausparguthabens nach einer von der Bausparkasse BHW ausgehenden Beratung 7098,02 DM auf den BHW-Fonds Europa FT und 7160,29 DM auf den Triselect FT (WKN 977037) verschoben. Vom Fonds Europa habe ich mich Ende 2009 getrennt. Ich erhielt 1919,85 Euro überwiesen. Der Fonds Triselect hat laut Kontoauszug vom 31.12.2012 einen Kurswert von 3342,03 Euro. Vom Dezember 2000 bis November 2011 habe ich vermögenswirksame Leistungen von monatlich 78 Mark nach einer Beratung durch die örtliche Sparkasse in den Fonds S FondsPlus Ari Deka (WKN 847451) der Deka Bank eingezahlt. Der Kurswert am 31. 12. 2012 betrug 6154,44 Euro. Ich benötige das Geld mittelfristig nicht. Ist es sinnvoll, die Fonds zu halten und einen günstige Entwicklung abwarten? Sollte das nicht der Fall sein, würde ich eine andere Anlageart - auch einen Fonds - wählen, deren Rendite zumindest Inflation und Depotkosten übersteigt. Direktbanken halte ich für mich nicht für geeignet, da ich nicht online bin."

Stefanie Kühn: Da Sie alle Fonds nach einer Bankberatung eingekauft haben, werden Sie wahrscheinlich den vollen Ausgabeaufschlag gezahlt haben. Dieser kann bis über 5% betragen und Sie müssen zunächst diesen wieder verdienen, bevor Sie überhaupt mit Ihrer Anlage ins Plus kommen.

Der Postbank Triselect hat in den vergangenen Jahren in der Anlageklasse Mischfonds unterdurchschnittlich abgeschnitten. Jedoch müssten Sie unter Berücksichtigung der Ausschüttungen absolut im Plus sein. Die Kursentwicklung 2013 war positiv. Der Fonds ist für Sie ein Altinvestments, das bedeutet, dass der Kursgewinn beim Verkauf steuerfrei ist.

Der AriDeka hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls unterdurchschnittlich entwickelt (bezogen auf seine Anlagekategorie). Die meisten Anteile dürften ebenfalls Altinvestments sein.

Bei einer Umschichtung beachten Sie bitte, dass von einem zukünftigen Kursgewinn von einem Euro rund 27 Cent an den Staat gehen (25% Abgeltungssteuer + Soli + ggf. Kirchensteuer). Das bedeutet, das neue Investment muss nicht nur gleich gut, sondern deutlich besser abschneiden.

Eine Beratung, ob eine Umschichtung sinnvoll ist, kann hier nicht abschließend erfolgen, kenne ich doch Ihre Risikoeinstellung und sonstigen Vermögenswerte nicht. Grundsätzlich ist für mich die Abgeltungssteuer nur ein Argument, einen Fonds eventuell zu halten. Der Renditeunterschied zu guten Fonds ist hier bei beiden Fonds in den vergangenen fünf Jahren so groß gewesen, dass sich eine Umschichtung ausgezahlt hätte. Wenn Sie sich für eine Umschichtung entscheiden, achten Sie darauf, dass der neue Fonds über eine Börse eingekauft wird. Dann zahlen Sie nur 0,5%-1% statt des Ausgabeaufschlages. Die Bank muss diese Weisung von Ihnen ausführen.

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30.01.2014
Rudolf S.:
"Ich möchte für meinen Neffen (3 Monate alt) bis zu seinem 18.Lebensjahr monatlich zwischen 30 und70 € variabel anlegen. Diese Anlage soll bis zu seinen 18. Geburtstag auf meinen  Namen laufen und erst ab dem 18. Lebensjahr für ihn frei verfügbar sei. Was ist zu beachten?"

Stefanie Kühn: Es ist eine sehr gute Idee, das Geld zunächst auf Ihren Namen anzulegen. Damit stellen Sie sicher, dass Sie später frei entscheiden können, ob Ihr Neffe das Geld auch wirklich mit 18 bekommen soll. Manche Menschen sind mit 18 Jahren noch nicht in der Lage, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Ist das Geld dann bereits auf ihren Namen angelegt, können sie am 18. Geburtstag damit machen, was sie wollen - auch ein schnelles Auto kaufen oder das Geld einem Guru schenken. Sie haben dann keinen Einfluss mehr.

Möchten Sie sicherstellen, dass das Geld für Ihren Neffen bleibt, sollten Sie vorher versterben, könnten Sie einen Vertrag zugunsten Dritter auf den Todesfall abschließen oder zum Beispiel im Testament mittels eines Vermächtnisses bestimmen, dass Ihr Neffe das Konto/Depot oder entsprechende Werte erhält.

Für ein flexibles Sparen eignet sich je nach Ihrer Risikoneigung ein Tagesgeld (mit späterer Umschichtung in Festgelder, wenn die Summe ausreichend angewachsen ist) oder ein Fondssparplan. Da Sie hier ja noch knapp 18 Jahre Zeit haben, ist die letztgenannte Anlageform prädestiniert. Fondssparpläne gibt es ab 25 Euro pro Monat. Sie können sie von einem auf den anderen Monat ändern oder stoppen, behalten also die volle Flexibilität.

Achten Sie bei der Einrichtung darauf, dass Sie keinen oder nur einen geringen Ausgabeaufschlag zahlen. Wenn Sie selbst auch Anlagen in Wertpapiere tätigen, können Sie eventuell ein Unterdepot oder zweites Depot eröffnen, um die Anlage auch optisch zu trennen. Sie können neben aktiv gemanagten Fonds auch Indexfonds (sogenannte ETFs) besparen, diese haben sehr geringe laufende Kosten. Vergessen Sie nicht, einmal pro Jahr zu überprüfen, ob „Ihr“ Fonds noch als gut anzusehen ist und schichten Sie u.U. auch einmal um.

Sparen Sie im Schnitt 50 Euro über 18 Jahre und Sie würden im Durchschnitt 4% Rendite erzielen, so können Sie Ihrem Neffen mit 18 Jahren rund 15.800 Euro überreichen. Bei 2% Rendite wären es nur knapp 13.000 Euro. Würden Sie 6% erzielen, wären es sogar rund 19.400 Euro. Ihr Neffe wird sich sicherlich über seinen großzügigen Onkel freuen.

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04.01.2014
Günter R.:
"Ich habe vor, mit meiner Frau relativ zeitnah ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen, spätestens in 3 Jahren. Ich habe ca. 10.000 €, die ich gerne noch bis zum Kauf der Immobilie gewinnbringend anlegen möchte. Haben Sie da eine gute Idee, wie ich es am Besten umsetzen kann? Und gehen Sie, rein subjektiv, davon aus, daß die Zinsen für Immobilienkredite zeitnah steigen werden?

Stefanie Kühn: Bei einem Geldbedarf in so naher Zukunft können Sie nur Tages- oder Festgeldanlagen tätigen. Ein Aktienfondsinvestment wäre unkalkulierbar, da Sie genau zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie das Geld benötigen, in eine Phase schlechter Kurse geraten können. Für ein Tagesgeld spricht, dass Sie jederzeit an das Geld kommen. Es könnte ja auch sein, dass Sie bereits in 2014 Ihre Traum-Immobilie finden. Sind Sie sicher, dass Sie noch zwei bis drei Jahre sparen möchten, dann ist ein Festgeld mit der entsprechenden Laufzeit sinnvoll. Für Tages- und Festgelder bieten sich Direktbanken an, da Sie dort in der Regel bessere Konditionen erhalten. Sie schaffen damit derzeit den Inflationsausgleich gerade noch.

Solange die EZB die Zinsen niedrig hält, wird sich auch für die Privatanleger an der Zinsfront wenig tun. Historisch würden wir uns auch bei einer Zinssteigerung um 1% noch auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen. Sollten Sie Ihre Immobilie finden, rate ich zumindest für einen Teil der Kreditsumme zu einer langen Festschreibung der Zinsen (15 oder 20 Jahre) .

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04.01.2014
Rolf B:
Bereits vor Jahren habe ich Anteile am Allianzrohstoffonds A DE 0008475096/847509 erworben,erner Aktien der TELEFONICA Inh. E01 ES 0178430E18/850775. Der Allianz Fond ist seither um 47,62 % gefallen, die Telefonica Aktie um 35,04 %. Ich frage mich nun, ob es noch Sinn macht, diese Papiere weiter zu halten. Insbesondere der Allianz Fond macht keine Anstalten sich zu erholen.Die Telefonica Aktie hat sich zwar in letzter Zeit um ca. 9% erholt, ist aber immer noch 35,04 %unter dem Einstandskurs. Was raten Sie mir?, Halten oder abstossen?  Besteht bei der Telefonica Aktie evtl. ein Hoffnungsschimmer ?

Stefanie Kühn: Der Allianz Rohstofffonds besitzt nur noch einen Stern von fünf beim Morningstar-Rating. Schon dies zeigt, dass er offenbar unterdurchschnittlich lief. Wenn man sich den Fonds im Vergleich zu seiner Gruppe ansieht, war er tatsächlich schlechter als andere Fonds dieser Klasse. Gravierender jedoch ist, dass die Rohstoff-Aktien generell seit einigen Jahren auf Talfahrt sind. Von dem Aufschwung an den Aktienmärkten seit 2009 haben sie praktisch nichts mitbekommen. Sie sind mit dieser Ausrichtung auf eine Branche sehr abhängig von einer ganz bestimmten Entwicklung. Eine Umschi chtung in eine breiter gestreute Anlage hängt davon ab, welche Anlagen Sie außerdem besitzen und wie Sie die Rohstoff-Branche einschätzen. M.E. ist die Zeit der Rohstofffonds zunächst abgelaufen – andere Themen sind im Vordergrund und andere Branchen laufen weitaus besser.

Telefónica SA ist ein global agierender Telekommunikationskonzern und Marktführer auf dem spanisch- und portugiesischsprachigen Markt. Die Zahlen von Telefonica sind derzeit wirklich nicht berauschend, was auch an der Finanzkrise, insbesondere in den Märkten von Telefonica liegt. Das kann sich aber natürlich wieder ändern. Ich kann und darf Ihnen keine Empfehlung für diesen Einzelwert geben, da ich insbesondere Ihren Anlagehorizont und Ihr sonstiges Vermögen nicht kenne.

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31.12.2012
Erwin W.: "Ich habe auf der Bank Geld liegen, und dafür bekomme ich keine Zinsen. Als Anlage dachte ich eventuell etwas für die Rente, da ich nicht so viel Rente bekomme. Es sollte auch sicher sein. Ein Anlageberater hat mir vorgeschlagen Geld in PIMCO Global Investors Series pic Total Return Bond E Acc EUR ( Hdg ) anzulegen. Da bekomme ich monatlich einen Rentenbetrag ausbezahlt. Kann aber jederzeit das Geld zurückverlangen. Die Sicherheit ist 2 Stufe Rendite ca. 5 Prozent. Da ich mich mit Fonds überhaupt nicht auskenne, würde mich interessieren, ob das sinnvoll ist, und vor allen Dingen wie sicher ist die Anlage. Als Anlagehöhe dachte ich an 100.000 Euro."

Stefanie Kühn: Der vorgeschlagene Fonds ist ein Rentenfonds. Rente hat in der Bankensprache nichts mit der gesetzlichen Rente zu tun, sondern bezeichnet festverzinsliche Wertpapiere. Den Anlegerinformationen zu diesem Fonds ist zu entnehmen, dass der Fonds weltweit in festverzinsliche Wertpapiere anlegt, hauptsächlich im Bereich „investment grade", das bedeutet in Wertpapiere von Emittenten (Herausgebern), die als sehr sicher eingeschätzt werden. Das aktuelle Risikoprofil laut den wesentlichen Anlegerinformationen lautet Stufe 3 von 7. Typische Risiken sind Ausfallrisiken und Währungsrisiken, aber auch ein Zinsanstieg würde fallende Anleihenkurse bewirken. Die Rendite ist nicht garantiert. Ziel der Anlagepolitik des Fonds ist es lediglich, einen Kapitalzuwachs zu erzielen. Sie erhalten nicht jeden Monat einen Rentenbetrag ausgezahlt, möglicherweise können Sie aber einen Auszahlplan vereinbaren, bei dem jeden Monat für eine Summe X Anteile verkauft werden. Alles in allem ist dies aber ein ordentlicher Rentenfonds. Die laufende Gebühr mit 1,4% ist für einen Rentenfonds eher hoch, der Ausgabeaufschlag mit 5% auch. Diesen können Sie vermeiden, wenn Sie den Fonds über die Börse kaufen. Der Fonds wird an der Börse gehandelt.
Bezüglich der Anlagehöhe bitte ich Sie, zu überdenken, ob Sie nicht eine Streuung in mehrere Anlagen vornehmen möchten. Wichtig ist, dass Sie auch ein Tagesgeld für Notfälle, sowie ganz sichere Festgelder haben. Bei diesen wären die Zinszahlungen auch garantiert.

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24.12.2012
Philipp K.: "Ich besitze Fondsanteile des AXA Immoselect im Kaufwert von ca. 50 000 € die für meine Frau und mich als Alterssicherung gedacht waren. Dieser Fonds wurde wie bekannt vergangenes Jahr geschlossen und wird leider abgewickelt. Nun bekomme ich von meiner Bank ein "freiwilliges öffentliches Umtauschangebot" dieser in meinem Besitz befindlichen 962 Anteile zum Börsenwert von 24,30 € pro Anteil, in Smart Grids AG-Aktien des Schweizer Unternehmens iEnergy AG mit Sitz in Zug zum Kurswert von 3,10 € zu tauschen. Ich gehe eigentlich davon aus, dass nach Abwicklung des AXA Immoselect meine Kapitalanlage mehr als 24,30 € Wert pro Anteil wert ist, gleichzeitig stellt sich der Kurs dieser Smart Grids Aktie im Chart auch nicht gerade toll dar. Ist dies hier ein Angebot zum weiteren Geldverbrennen. Was soll ich davon halten?

Stefanie Kühn: Es ist in Deutschland relativ einfach, ein Übernahmeangebot zu machen. Die Banken sind verpflichtet, solche Angebote an alle Inhaber von Anteilen weiterzuleiten. So erhalten Inhaber von Fonds immer wieder solche Angebote, bei denen sie Fondsanteile in Aktien eines Unternehmens tauschen sollen. Ganz grundsätzlich ist das Risiko einer einzelnen Aktie (noch dazu eines vermutlich eher kleinen Unternehmens) als höher einzuschätzen, als das Ihres Fonds. Die Abwicklung ist sicherlich nicht erfreulich, jedoch sind mit den Immobilien, die der Fonds hält, ja Werte da, die nun veräußert werden. So erhalten Sie Zug um Zug (hoffentlich) Ihren Einsatz oder große Teile davon zurück. Das hängt ja auch von Ihrem Kaufzeitpunkt ab und wie viele Ausschüttungen Sie schon erhalten haben.

Von einem solchen Angebot rate ich Ihnen ab. Bei der Neuanlage sollten Sie auf eine gute Streuung achten. Dazu kämen insbesondere Tages- und Festgelder und - je nach Ihrer Risikoeinstellung – Misch- und Aktienfonds in Betracht. Achten Sie bei allen Neuanlagen besonders auf die Kosten!

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20.12.2012
Felicitas M.: "Ich lebe in einem Altersheim. Meine Tochter ist 68 Jahre alt und schwer an Krebs erkrankt. Sie musste mehrfach operiert werden. Jetzt soll sie für mich das Altersheim bezahlen, nachdem meine Ersparnisse nach sechs Jahren, in denen ich alles selbst bezahlt habe, aufgebraucht sind. Kann das Sozialamt das verlangen? Es ist mein einziger Wunsch, dass meine Tochter ihr Geld für ihre Krankheit verwenden kann und nicht für mich. Was soll ich nur tun?"

Stefanie Kühn: Grundsätzlich sind Verwandte in gerader Linie verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. Wenn Sie außerstande sind, selbst für Ihren Unterhalt zu sorgen, springt das Sozialamt ein, wenn es darum geht, Ihnen schnell die notwendige Hilfe zukommen zu lassen. Das Sozialamt forscht aber nach, ob nicht unterhaltspflichtige Kinder vorhanden sind, um die Kosten auf diese umzulegen. Denn das Sozialamt und damit der Steuerzahler soll nur haften, wenn kein anderer zahlen muss.
Eine Voraussetzung einer Zahlungspflicht Ihrer Tochter ist deren Leistungsfähigkeit. Es wird ermittelt, was Ihre Tochter für ihren eigenen Unterhalt, ihre eigene Vorsorge und für die Unterstützung ihrer eigenen Familie benötigt. Nur soweit darüber hinaus noch Geld vorhanden ist, ist sie leistungsfähig und besteht ein Unterhaltsanspruch, den das Sozialamt auf sich überleiten kann. Reichen weder Einkommen noch Vermögen Ihrer Tochter aus, um Ihren Lebensbedarf zu decken, wird ihre Tochter von ihrer Unterhaltspflicht frei. Die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung beziehungsweise angemessene Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung sind Abzugsposten bei der Ermittlung des zu berücksichtigenden Einkommens Ihrer Tochter. Die Krankenversicherung übernimmt zudem grundsätzlich die Kosten einer Krebsbehandlung.

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15.11.2012
Heinz S.: "Von einem Finanzdienstleister liegt mir ein Angebot zur Anlage von EUR 50.000,-- (Mindestanlagebetrag) vor. Es wird dafür ein Konto in der Schweiz angelegt mit täglicher Verfügbarkeit. Verwaltet wird die Anlagesumme von einer Firma PICAM mit Sitz in Berlin. Es nennt sich PICCOR-Systemhandel im DAX/EUREX-Bereich. Es fallen folgende Gebühren an: Management 1% p.a. ,Verwaltungsgebühr EUR 750,--p.a., Gewinnbeteiligung 20% ab erreichen von 15% p.a. einmalige Vermittlungsgebühr 6% der Anlagesumme. Im Juli 2012 wurden 2,32% erwirtschaftet, von Anfang des Jahres an bislang 11,9%. Es handelt sich wohl um eine (hoch)spekulative Anlage, die ich nicht genau einordnen kann."

Stefanie Kühn: Das Ihnen vorliegende Angebot ist offensichtlich ein Angebot zur Vermögensverwaltung bei dem obigen Unternehmen. Auf dessen Homepage finden sich einige Infos, man erfährt auch, dass die Swiss Finance Group GmbH verantwortlich zeichnet. Handelnde Personen werden nicht vorgestellt, wohl aber einige Infos zur Anlagestrategie mit offensichtlich beachtlichen Ergebnissen.
Die Gebühren liegen nach Ihren Infos bei einer Anlagesumme von 50.000 Euro bei 2,5% (Management- zzgl. Verwaltungskosten) p.a. zzgl. einer etwaigen Gewinnbeteiligung. Die Einstiegsgebühr ist m.E. hoch und für eine Vermögensverwaltung nicht unbedingt üblich. Die Anlage ist vermutlich nicht für konservative Anleger geeignet. Grundsätzlich ist auf eine breite Streuung des Vermögens zu achten.

Wenn Sie das Angebot weiter verfolgen möchten, könnten Sie Ihrem Vermittler folgende Fragen stellen: Wer sind die handelnden Personen? Welche Risiken stecken in der Anlage (Anteil Derivate, Verhältnis Aktien zu Anleihen, gibt es Totalverlustrisiken etc.). Nach welchen Kriterien wird die Gewinnbeteiligung berechnet? Hier gibt es kunden- und weniger kundenfreundliche Festlegungen. Welche Bank wickelt die Anlage ab? Gibt es weitere Kosten wie Depotgebühren? Gibt es steuerliche Dinge zu beachten?
Ausgabeaufschläge sind grundsätzlich verhandelbar. 3.000 Euro bei einer Anlage von 50.000 Euro müssen erst einmal wieder verdient werden.

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04.11.2012
Sebastian H.: "Meinen beiden Töchtern möchte ich gerne jeweils den Betrag von € 10.000.- übereignen. Dabei möchte ich die Übergabe von Bargeld oder eines Sparbuches vermeiden. Ich habe mir etwa die Übergabe eines Sparbriefes o. ä. vorgestellt. Das Geld sollte bei Bedarf eher kurzfristig für eine evtl. Notsituation zur Verfügung stehen und möglichst noch einen kleinen Ertrag bringen. Erwarte ich eventuell zuviel?"

Stefanie Kühn: Sparbriefe oder Tagesgeldkonten eignen sich hervorragend für Anlagen, die kurzfristig oder mittelfristig zur Verfügung stehen sollen. Gute Tagesgeldkonten bieten Konditionen, mit denen zumindest der Inflationsausgleich noch geschafft werden kann. Tagesgeldkonten sind täglich verfügbar, eventuell bietet es sich an, für jede Tochter einen Teil völlig flexibel anzulegen. Bei Sparbriefen oder Festgeldern gibt es unterschiedliche Laufzeiten, hier sollten Sie sich aufgrund Ihres Ziels „Notsituation absichern" nicht zu lange binden. Die derzeit recht niedrigen Zinsen laden sowieso nicht dazu ein. Die holländische NIBC Bank oder die Santander Direktbank sind Beispiele, wo Sie schon für Ihre Anlagesumme attraktive Zinsen bekommen. Die BMW-Bank hat ein Online-Sparbuch mit einem derzeitigen Zins von 2,7% (Stand Nov. 11), das eine für Sparbücher typische drei-monatige Kündigungsfrist besitzt mit einer Verfügbarkeit von 2.000 Euro pro Monat. Dieses Angebot fiel mir spontan ein, als ich Ihre Frage las – auch wenn Sie eigentlich kein Sparbuch übergeben wollten. Da alles online passiert, ist dieses Kriterium aber auch erfüllt.
Zur Abwicklung: Sie könnten Ihre Töchter bitten, geeignete Konten zu eröffnen und Sie überweisen das Geld dann direkt dorthin.

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28.10.2012
Michael Sch.:
Vor geraumer Zeit habe ich mit großem Interesse den von Ihnen veröffentlichten Artikel über unzulässige Kreditgebühren gelesen. Daraufhin habe ich mein Kreditinstitut mit Verweis auf das Urteil angeschrieben. Die Antwort war "... dass das Urteil nur das Rechtsverhältnis zwischen der klagenden und der beklagten Partei dieses Rechtsstreits betreffen würde und nicht das Kreditinstitut " bei dem ich ein Darlehen laufen habe. Nun ist meine Frage, ob es auf Grund des Urteils ein allgemeingültiges Urteil vom BGH gibt, oder ob ich in meinem Fall selbst eine Klage anstreben muss ?

Stefanie Kühn: Die Rechtskraft eines zivilgerichtlichen Urteils wirkt grundsätzlich nur für und gegen die Parteien des jeweiligen Rechtsstreits. Das gilt selbst bei einem Urteil des Bundesgerichtshofes. Allgemeingültig wäre erst eine gesetzliche Regelung. Ein Kunde müsste also auch dann letztlich selbst gegen seine Bank klagen, wenn der BGH in einem ähnlichen Fall bereits einem anderen Bankkunden Recht gegeben hat. Da aber aufgrund des BGH-Urteils für die Banken absehbar ist, dass sie zumindest letztinstanzlich einen entsprechenden Prozess verlieren würden, passen sie ihre Geschäftspraktiken in der Regel an die geltende Rechtsprechung an. So verlangen Banken beispielsweise aufgrund eines Urteils des BGH vom 07.06.2011 keine Darlehenskontogebühren und erstatten die Gebühren der letzten drei Jahre - zumindest auf Nachfrage des Kunden. Bei Kreditbearbeitungsgebühren ist es etwas schwieriger. Zwar haben schon einige Oberlandesgerichte diese als unzulässig erklärt. Der BGH könnte darüber aber nur entscheiden, wenn eine Bank Revision gegen ein OLG-Urteil einlegen würde. Grundsätzlich müssten Sie also selbst gegen Ihre Bank klagen, wenn diese sich hartnäckig weigert. Die Erfolgsaussichten sind dabei gut. Sie können sich auch an die Schutzgemeinschaft für Bankkunden wenden, die mit ausgesuchten Einzelfällen Musterklagen durchführen will. Auf den Internetseiten der Verbraucherzentralen finden Sie überdies Listen und Hinweise, welche sonstigen Bankentgelte unzulässig sind.

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16.09.2012
Georg K.:
"Mein Sohn ist 21 jahre alt und verdient momentan (bis ca. Mai 2013) 1600€ monatlich. Für seinen Lebensstil benötigt er ca. 800 € im Monat. Das verbleibende Geld möchte er gewinnbringend, jedoch risikoarm, anlegen. Das ersparte Geld ist für ein Studium gedacht. Welche Sparstrategie/ -form empfehlen Sie dazu?

Stefanie Kühn: Wenn ich Sie richtig verstehe, schließt sich das Studium ab Herbst 2013 an. Bis dahin kann er monatlich 800 Euro sparen. Da Ihr Sohn das Geld in so kurzer Zeit wieder benötigt, sollte er als Sparform Tagesgelder wählen. Allenfalls eine kleine Summe könnte er als einjähriges Festgeld anlegen, da er ja vermutlich nicht die gesamte gesparte Summe im ersten Monat des Studiums benötigt. Wichtig ist, dass er sich nach einem gut verzinsten Tagesgeldkonto umsieht, vielleicht auch ein Lockangebot nutzt. Besonders die Direktbanken haben hier oft attraktive Angebote. So schafft er den Inflationsausgleich. Auf die Einlagensicherung sollte er achten.

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31.08.2012
Anita S.: "Ich habe bei meiner Hausbank, bei der ich seit ca. 40 Jahren Kunde bin, vor ca. 5 Jahren 10.000,00 € angelegt. Ich habe meinen damaligen Berater ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich kein Risiko eingehen möchte, keine lange Laufzeit und auch Zinsen, für mein angelegtes Geld möchte. Auch habe ich ihn gebeten, da ich schon eine Anlage in gleicher Höhe habe, und zwar HVB MOVER, dass dieser Betrag auch in der HVB-MOVER angelegt wird oder evtl. aufgestockt. Daraufhin hat er mir die Anlage HVB-FAVORIT angeboten und mir, leider nur mündlich die Zusage erteilt, dass ich auch Zinsen für diese Anlage erhalte. Am 01.06.2012 wurde das Geld zur Auszahlung fällig, ich bekam zwar meinen gesamten Einzahlungsbetrag ausbezahlt, aber keine Zinsen. Nach meiner Rückfrage bei der jetzigen Beraterin bekam ich zur Antwort, da könne sie leider nichts machen. Der damalige Betreuer ist nicht mehr in der Bank tätig. Meine Frage wäre, kann ich in Bezug auf die Zinsen, die Bank hierzu belangen?

Stefanie Kühn: Sie haben in der Vergangenheit in Zertifikatekonstruktionen der HVB investiert. Es wurden zahlreiche Zertifikate emittiert, d.h. man kann aus Ihrer Beschreibung nicht konkret sehen, um welches Zertifikat es sich genau handelt. Grundsätzlich lässt sich aber folgendes sagen: die Zertifikate mit den Zusätzen Mover und Favorit folgen alle gleichen Mustern. Beide Konstruktionen haben eine Kapitalgarantie, aber keine Garantie auf einen Ertrag. Dieser hängt jeweils von bestimmten Bedingungen ab, die bei Favorit und Mover unterschiedlich sind. Offensichtlich hatte es bei Ihrem Mover-Zertifikat mit dem Ertrag immer geklappt, beim Favorit jedoch nicht. Das ist natürlich schade, aber wenn Sie die Bedingungen gelesen hätten, dann wäre klar geworden, dass der Ertrag nicht garantiert war.

Grundsätzlich sollten Sie immer genau verstehen, wie ein Produkt funktioniert, in das Sie investieren möchten, und im Zweifelsfall lieber die Finger davon lassen. Ob Sie hier rechtliche Möglichkeiten haben, kann nur ein Anwalt nach einer genauen Analyse des Sachverhaltes beurteilen.

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20.08.2012
Elisabeth H.:
"Ich habe 2008 Inhaber-Anteile am einst offenen Immobilienfonds CS Euroreal gekauft, der nun abgewickelt wird. Unterlagen zu meiner damaligen Bankberatung habe ich leider keine mehr. Nun bin ich auf eine Anwaltskanzlei gestoßen, die eine Sammelklage gegen die Credit Suisse in dieser Sache plant. Will hier eine Kanzlei nur Geld verdienen oder muss ich mich der Klage anschließen, um ein eventuelles Recht auf Schadenersatz zu wahren? Meine Hausbank versichert mir, dass ich durch die Fondsschließung keinen Verlust erleide. Mir wird sogar geraten, mich wieder an einem großen offenen Immofonds zu beteiligen. Was soll ich tun? Auch in Hinblick darauf, dass man immer wieder hört, dass Sparer wegen der Eurokrise einen großen Teil ihres Geldes verlieren könnten. Ich bin sehr verunsichert."

Stefanie Kühn: Offene Immobilienfonds haben nach meiner Ansicht einen Fehler im System. Eine, wie das Wort schon sagt, immobile Sache wird täglich handelbar gemacht. Auch die neuen Regelungen ändern nicht so viel daran. Von Beteiligungen an weiteren offenen Immobilienfonds rate ich daher ab.
Ob Sie durch die Fondsauflösung des CS Euroreals letztlich einen Schaden erleiden, wird man erst wissen, wenn alle Objekte verkauft sind und der Erlös an die Anleger verteilt ist. Das ist m.E. heute nicht zu klären.
2008, als Sie den Fonds kauften, waren u.U. schon andere Fonds in der Bredouille – hier würde ich zunächst den genauen Zeitpunkt klären, wann Sie den Fonds erworben haben. Gab es bereits erste Schließungen, könnte man zumindest darüber diskutieren, wie Berater sich in dieser Situation hätten verhalten können. Ob für Sie rechtliche Möglichkeiten bestehen, einen eventuellen Schaden ersetzt zu bekommen, lassen Sie am besten durch einen spezialisierten Anwalt klären. Der Weg über eine Erstberatung erscheint mir hier aussichtsreicher, um einschätzen zu können, ob sich der Klageweg für Sie überhaupt lohnen würde.

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02.08.2012
Werner S.: "Ich haben den Artikel eines Professors gelesen, der davor warnt, dass der ESM-Vertrag zu einer Inflation und zu Enteignung führt. Meine Frau und ich als Rentner sind sehr beunruhigt. Wäre es sinnvoll und ohne Risiko, wenn wir einen Teilbetrag unseres angesparten Geldes z.B . hunderttausend Euro sparbuchmäßig, in Dollar, Schweizer Franken o.ä.anlegen? Wenn ja, welche Währung wäre sinvoll bzw. in welchem Bankhaus in Bayern wäre dies gefahrlos möglich?"

Stefanie Kühn: Die Entwicklungen in Europa finde ich auch sehr bedenklich. Seit Beginn der Finanz- und Eurokrise entwickelt sich Deutschland hin zum „Zahler für Nationen". Zu Recht überlegen Sie daher meines Erachtens, wie Sie ihr Geld schützen und sich krisensicher aufstellen.
Die Anlage in Fremdwährungen, besonders in die sogenannten Hartwährungen wie Schweizer Franken, Norwegische Krone, Austral-Dollar, aber auch in den Dollar ist dabei eine sinnvolle Option. Jedoch muss man sich bewusst machen, dass auch das nicht risikolos ist. Währungen schwanken (auch wenn der Schweizer Franken derzeit künstlich konstant gehalten wird) und Währungsverluste können Ihr Vermögen schmälern. Eine Fremdwährungsquote von ca. 10% erscheint mir eine sinnvolle Streuung zu sein.
Währungskonten bieten viele Geldinstitute an. Wichtig ist dabei zu beachten, mit welchen Kosten der Umtausch von einer Währung in die andere belastet wird. Auch die Direktbanken wie CortalConsors oder Comdirect bieten Währungskonten an. Einen perfekten Schutz bieten diese aber nicht, da die Gefahr besteht, dass im schlimmsten Fall in Euro (bzw. die dann gültige Währung) zurückgetauscht wird. Ein Konto in dem entsprechenden Land wäre hier letztlich sicherer (wenn auch aufwendiger), auch eine Staatsanleihe des gewünschten Landes ist eine Alternative.
Weitere Bausteine für eine krisensichere Geldanlage sind Gold, Aktien und Immobilien.

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14.07.2012
Katharina W.
: "Im Jahre 1992 kaufte ich für 50.000 DM bei Fundus-Fonds-Verwaltungen Immobilien Anlagen Nr. 26 KG - Wertpapier-Kenn-Nr. 981295 - über die Treuhandgesellschaft Jagdfeld & Partner, Disternich diese Papiere. Es handelt sich um das Gebäude am Spreebogen in Berlin. Seither läuft dieser Fonds und jetzt, im Alter von 72 Jahren, wollte ich diese Anteile für eine Anschaffung verkaufen und stellte über die sog. Zweitmarktbörse fest, dass sie nur noch 20 - 22 % des Wertes ausweisen. Meine Frage: sollte ich diese Papiere mit diesem Verlust versuchen, zum jetzigen Zeitpunkt - so überhaupt möglich -  zu verkaufen oder raten Sie abzuwarten, bis evtl. eine Erholung stattfindet?"


Stefanie Kühn: Sie haben eine Beteiligung der Fundus Gruppe erworben. Grundsätzlich haben Beteiligungen ein Totalverlustrisiko. In den letzten 20 Jahren haben Sie sicherlich in den jährlichen Informationen verfolgen können, ob die Ausschüttungen prospektgemäß ausgeschüttet wurden. Nach meinen Recherchen kam es gleich in den Anfangsjahren zu hohem Leerstand in dem Gebäude (siehe z.B. Welt online vom 25.1.96).
Der erste Schritt, um zu prüfen, ob Sie einen Schaden erlitten haben, wäre eine Zusammenstellung aller bislang erhaltenen Ausschüttungen. Ferner hatten Sie u.U. steuerliche Vorteile, gerade in der Anfangszeit. Auch diese müssten Sie zusammenstellen.
Kurse auf dem Zweitmarkt berücksichtigen natürlich implizit immer, was schon an Rückflüssen kam und was noch zu erwarten ist. Insoferns sind Kurse unter 100% nicht immer schlecht. Ein Beispiel: Sind bereits 90% der Investitionssumme an Ausschüttungen geflossen, würde ein Veräußerungserlös von 22% insgesamt ein Plus bedeuten. Ferner werden am Zweitmarkt von den Käufern und Verkäufern (hoffentlich) die möglichen Risiken wie eine Rückführung der bisherigen Ausschüttungen oder gar eine Nachschusspflicht eingepreist. Bitte berücksichtigen Sie auch, dass ein Handel von Beteiligungen nicht so liquide sein kann, wie der von Wertpapieren.
Es gab und gibt einige Fundusfonds, die Probleme haben. Mir fällt dort immer auf, dass es starke personelle Verquickungen gibt – dies macht es für Sie als Anleger schwieriger, Informationen richtig einzuschätzen.

Um eine echte Entscheidungshilfe zu geben, müsste man den Fonds detailliert prüfen. Wenn Sie das Geld wirklich dringend benötigen, haben Sie am Zweitmarkt zumindest die Möglichkeit des Verkaufes (viele Fonds sind nicht nachgefragt, dieser jedoch scheint es zu sein).

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19.06.2012
Hartmut K.:"Unser am 11. September 2011 verstorbener Sohn hinterließ eine Schiffsbeteiligung namens HCI Shipping Select XVII. Damit war er mit insgesamt 20.000 Euro an fünf Gesellschaften beteiligt. Nun müssen wir wegen der Erbengemeinschaft diese Anleihen auflösen. Laut der Treuhandgesellschaft HCI sei das aber nicht möglich. Warum? Was können wir unternehmen?"

Stefanie Kühn: Bei dieser Schiffsbeteiligung handelt es sich nicht um jederzeit kündbare Anleihen, sondern um einen sogenannten geschlossenen Fonds. Dabei handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung an fünf Schiffen in vier Marktsegmenten, an die der Anleger für die Laufzeit der Beteiligung grundsätzlich gebunden ist. Ein Rückgaberecht an den Initiator dieser Beteiligung besteht grundsätzlich nicht. Auch gibt es keine Börse mit regelmäßiger Kursfeststellung und Verkaufsmöglichkeit, wie bei liquiden Wertpapieren. Im Internet gibt es lediglich Zweitmarktplattformen, über die Anleger Ihre Beteiligungen an andere Anleger verkaufen können. Das aber nur, wenn sich auch Käufer für die Beteiligung finden. Der dann erzielbare Preis ergibt sich insbesondere aus Angebot und Nachfrage am Zweitmarkt. Der letzte Kurs Ihrer Beteiligung lag bei 7,5% der ursprünglichen Beteiligungssumme und wurde am 16.05.2012 festgelegt. Wollen Sie zu diesem Preis nicht verkaufen oder findet sich gar kein Käufer für Ihre Beteiligung, bleiben Sie grundsätzlich bis zur geplanten Abwicklung in 2022 an dieser Unternehmung beteiligt. Insbesondere aufgrund der mangelnden Veräußerbarkeit von Beteiligungen und dem unternehmerischen Risiko, das auch einen Totalverlust zur Folge haben kann, handelt es sich bei geschlossenen Fonds um riskante Anlagen, die Anlegern mit hohem liquiden Vermögen vorbehalten bleiben sollten.

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16.05.2012
Menno M.:"Zu meiner betrieblichen Altersversorgung hätte ich vorallem gerne durch eine neutrale Person die Klärung zum Renditeverlauf. Ende 2011 lag der Wert bei ca. 28659,- €. Dabei hatte die Versicherung bereits 2007 einen Wert von ca. 31752,- € erreicht. Wie ist das möglich? Die BAV besteht seit 1993 und es werden jährlich 1533,88 € (3000,-DM) einbezahlt. Es ist eine auf Fonds basierende Versicherung der "Nürnberger"."

Stefanie Kühn: Sie besitzen eine fondsgebundene betriebliche Altersversorgung (vermutlich eine Direktversicherung). Sie investieren also mit Ihrer jährlichen Sparrate in Fonds. Fonds unterscheiden sich je nach Art des Fonds (bspw. Aktien- oder Rentenfonds) hinsichtlich Chancen und Risiken und damit auch in ihrer Wertschwankung. Vermutlich haben Sie eine wachstumsorientierte Anlagezusammensetzung gewählt.
2007 befanden sich viele Märkte an historischen Höchstständen. 2008 folgte die Finanzkrise, die 2010/2011 in die Eurokrise mündete. Die Märkte fielen bis in den März 2009, um sich dann zwar gut zu erholen, die alten Höchststände sahen viele Märkte jedoch nicht. 2011 blieb ein schwieriges Börsenjahr, geprägt von der Unsicherheit um Europa. Ihre Versicherung zeigt somit eine typische Entwicklung auf – die alten Höchststände wurden noch nicht wieder erreicht.

Ich empfehle Ihnen, die Fonds, in die investiert wird, genau zu überprüfen. Unter Umständen haben Sie suboptimale Fonds ausgewählt, die vielleicht 1993 als gut galten, heute jedoch nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen können. In der Regel können Sie mindestens einmal pro Jahr kostenfrei die Fonds wechseln. Lassen Sie sich eine Liste zusenden, die Ihnen die gesamte aktuelle Auswahl zeigt. So können Sie Ihre Sparrate neu ausrichten und die Bestände eventuell umschichten. Sie können auch Ihrer Risikobereitschaft gemäß die Aufteilung in Aktien- und Rentenfonds überdenken. Aufgrund Ihrer Fragestellung bezweifle ich, ob Sie höhere Risiken eingehen wollten.

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04.05.2012
Harald C.:
"Ich habe in meinem Depot seit 1982 eine Anleihe von Polly Peck. Kurze Zeit nach der Pleite wurden vom Konkursverwalter in England noch mehrmals kleine Beträge aus der Konkursmasse überwiesen. Seitdem habe ich nichts mehr gehört und bin auch im Internet nicht fündig geworden. Der Emitent in Deutschland war Arab Banking Corporation in Frankfurt/M. Trotzdem der Titel als notleidend im Depot steht, verlangt meine Bank Depotgebühren und empfiehlt den Titel zu löschen. Gibt es neuere Informationen? Ist evtl. noch mit einer anteiligen Erstattung zu rechnen. Deswegen habe ich den Posten im Depot als Nachweis behalten."

Stefanie Kühn: Der Elektronikkonzern Polly Peck ging nach den erfolgreichen 80er Jahren Anfang der 90er Jahre pleite. Berichten zufolge spielte dabei der ehemalige Chef Nadir eine entscheidende Rolle. Er hielt sich lange Zeit im Ausland auf, und kehrte erst 2010 zurück. Gegen ihn begann im Frühjahr diesen Jahres ein Prozess wegen Betrugs etc.. Es ist für mich nicht abschätzbar, ob noch „etwas für die Anleger zu holen ist", eventuell könnten Sie die Position auf ein kostenloses Depot übertragen.
Sie können die Position in diesem Depot dann auch als „warnendes Beispiel" stehen lassen – Betrug, Korruption und Missmanagement zerstören manchmal auch einstmals solide Unternehmen. Deshalb ist eine ausreichende Streuung von Werten bei der Aktien- und Rentenanlage besonders wichtig.

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28.04.2012
Maria M.: "Seit einigen Jahren sparen wir für unsere beiden Enkel monatlich 200 Euro in den "Deka Investmentfonds Struktur 4 Chance". In fünf bzw. sechs Jahren werden die beiden 18 und dann sollte das Geld zum Einsatz kommen. Bislang haben wir 10.000 Euro eingezahlt. Laut Jahresauszug haben wir jedoch ein Minus von 1410 Euro. Was raten Sie uns?"

Stefanie Kühn: Grundsätzlich ist das Aktienfondssparen sehr gut geeignet für die Sparanlage für Enkel, da sie ja noch viel Zeit haben. Wichtig ist aber, dass die Fonds eine gute Leistung zeigen und die Kosten möglichst gering sind.
Sie zahlen in einen Dachfonds (kein reiner Aktienfonds, ein Misch-Dachfonds) ein, also in einen Fonds, der widerum in andere Fonds investiert. In der Vergangenheit hat er unterdurchschnittliche Ergebnisse gezeigt hat. Der Vergleich mit Mischfonds, die als gut zu bewerten sind, zeigt, dass Sie in den letzten 5 Jahren bis zu 60% bessere Ergebnisse hätten erzielen können.
Grundsätzlich haben Dachfonds höhere Kosten als einzelnen Fonds. Sie zahlen einmal die Dachebene (laut Anlegerinformation 2,14%) und müssen indirekt auch das Management der im Dachfonds enthaltenen Fonds finanzieren (Aktienfonds meistens um die 2%, Rentenfonds geringere Kosten). Ihre Kostenbelastung liegt im Schnitt damit vermutlich um gut 3%, obwohl nur 2,14% ausgewiesen sind.
Der Ausgabeaufschlag beträgt 2%, d.h. von 200 Euro, die Sie monatlich einzahlen, werden nur 196 Euro investiert.
Ich rate Ihnen zu einem Fondswechsel. Sparen Sie zukünftig in einen Fonds (keinen Dachfonds), der zumindest in der Vergangenheit eine erstklassige Rendite geliefert hat. Natürlich ist das keine Garantie für die Zukunft, aber ein Indiz. Prüfen Sie auch den neuen Fonds einmal jährlich. Sparen Sie außerdem kostenarm, indem Sie z.B. über eine Direktbank einen Fonds mit vermindertem Ausgabeaufschlag wählen. Den Bestand würde ich - trotz der Abgeltungsteuerfreiheit von zumindest einigen Anteilen - ebenfalls tauschen.

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09.03.2012
Siegfried E.: "Im November 2011 wurden bei der Stadtsparkasse München 30.000 Euro Festgeld frei. Beim Beratungsgespräch wurde uns erklärt, dass die Stadtsparkasse derzeit kein Festgeld nehme, ebenso die Bayerische Versicherungskammer mit der sie zusammenarbeitet. Angeboten wurde uns stattdessen eine Einmalzahlung in ein Altersvorosgeprodukt (aufgeschobene Rentenversicherung , fünf Jahre, mit Wahlmöglichkeit zwischen Rente oder Kapital) bei der Generali. Rückkaufwert nach fünf Jahren garantiert 31.479 Euro - inklusive Überschussanteile 35.285 Euro. Was halten Sie von diesem Vertrag? Und wie sicher ist die Generali?"

Stefanie Kühn: Die garantierte Rendite beträgt 0,97%, sollten die Überschüsse wie prognostiziert gutgeschrieben werden, erhalten Sie eine Rendite von 3,3%. Ihre Rendite wird vermutlich also irgendwo zwischen 0,97% und 3,3% liegen (theoretisch ist natürlich mehr möglich, die vergangenen Jahre zeigen aber eher einen Trend abwärts). Sollte die Generali pleite gehen, würde die Auffanggesellschaft der Versicherungswirtschaft, Protektor, einspringen.
Zum Vergleich: Über 5 Jahre würden Sie bei der Santander Bank (deutsche Einlagensicherung) 4% sicher erhalten (Stand 6.2.12).

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07.03.2012
Sepp S.:
"Gebühren beim Anleihenkauf sind ja ziemlich transparent und in der Höhe - weniger als 1 % - akzeptabel. Unklar ist mir jedoch wer die "versteckten Gebühren (Kickbacks)" kassiert. Des öfteren erhält der Verkäufer 97% wobei der Käufer 102% bezahlt. Wo bleiben in diesem Beispiel die beachtlichen 5 % "hängen" ?

Stefanie Kühn:  Grundsätzlich gibt es bei vielen Produkten einen Unterschied zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs. Ein hoher Spread (so nennt man die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) ist bei Wertpapieren in der Regel ein Zeichen von mangelnder Liquidität am Markt. Die Differenz wird auch genutzt, um eine Bank oder einen Händler zu finanzieren. Um die Erläuterung nicht so abstrakt zu halten, nutze ich hier gerne das Beispiel Goldkauf in Münzen oder Barren: Wenn Sie Gold verkaufen und anschließend sofort zurückkaufen würden, würde die Bank oder der Edelmetallhändler sich neben einem eventuell günstigeren Einkaufspreis über diesen Spread finanzieren, denn hier gibt es ja nach dem Geschäft keine laufenden Einnahmen. Bei Wertpapieren kann eine Bank den Spread nutzen, um sich damit zu finanzieren. Der von Ihnen beschriebene Fall ist ein recht hoher Spread, praktisch gleichzusetzen mit einem Ausgabeaufschlag. Während diese Differenz offen sichtbare Kosten sind, sind die von Ihnen angesprochenen versteckten Gebühren oder Kickbacks nicht sichbare Rückvergütungen (Innenprovision). Diese dienen vornehmlich dazu, den Vertrieb zu bezahlen und Anreize zum Vertrieb zu schaffen.

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21.02.2012
Dieter S.: "Ich habe bei der Firma Medius eine fondsgebundene Lebensversicherung plaziert (VS-Summe 94.000 €, Einmalzahlung, 6.000 € Provision) mit Höchststandsicherung, die bei meinem Alter nicht gar so attraktiv erscheint. Mittlerweile ist der eingezahlte Betrag bei der Atlanticlux, Luxemburg, um einiges gesunken, unabhängig von 3 Entnahmen meinerseits.Ist Ihnen über Geschäftsgebaren, Vermögen, verwaltungstechnisches Know how oder sonst Wissenswertes bekannt?"

Stefanie Kühn: Ob die Anlage grundsätzlich zu Ihnen passt, kann ich nicht beurteilen. Ihr Alter haben Sie leider nicht geschrieben, auch Ihre Risikoeinstellung kenne ich nicht. Die Provision betrug 6% der eingezahlten Summe und muss natürlich erst einmal wieder verdient werden. Da Sie diese genannt haben, gehe ich davon aus, Sie kannten sie auch beim Abschluss. Soweit mir bekannt ist, wird diese sehr offen genannt, was ja grundsätzlich positiv ist. Über weitere Kosten Ihrer Police kann ich an dieser Stelle nur spekulieren. Lebensversicherungen sind grundsätzlich nicht das günstigste Produkt.
AtlanticLux ist ist eine luxemburgische Aktiengesellschaft die zu rund 75% der FWU-München, einem Finanzdienstleister und zu rund 25% der VHV Versicherung gehört. Mir ist bekannt, dass die Firma Medius stark im Vertrieb von AtlanticLux Policen engagiert war. Inwieweit hier unabhängig beraten wurde, vermag man schwer beurteilen, die Internetrecherche ergab ein eher negatives Bild. Die zuständige Aufsicht Ihrer Police liegt in Luxemburg, beim Commissariat Aux Assurances (CAA). Diese muss dafür sorgen, dass die Vorschriften eingehalten werden. Als Anleger können Sie sich aber auch an die nationale Aufsicht wenden (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).
Die Aktienmärkte der letzten Jahre waren sehr turbulent, Rückgänge des Fondsvermögens sind derzeit praktisch normal. Die Höchststandssicherung kostet in jedem Fall Rendite – müsste Ihnen aber doch zumindest zum Ablauf einen Wert sichern.
Mehr als allgemeine Aussagen kann man ohne den Versicherungsverlauf mit den jährlichen Anschreiben und ohne Kenntnis Ihre Risikoeinstellung sowie Ihrer Pläne nicht machen.

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04.02.2012
Anton B.
: "Ich bin Rentner, 64 Jahre, verheiratet und mein Einkommen liegt unterhalb der Steuergrenze. Ich (wir)habe einen Prämiensparvertrag bei der Sparkasse, den ich im Jahr 1992 abgeschlossen habe, und den ich monatlich mit 153,39 € (1840,68 jährlich) bespare. Die Prämie für den Vertag würde im Jahr 2012 (20 Jahre Ansparzeit) 30% und im Jahr 2017 (25 Jahre)50% des angesparten Betrages betragen. Für diese Prämie muss ich Abgeltungssteuer +soli +kirchensteuer abführen. Insgesamt also 28,63%. Für mich stellt sich nun die Frage: Soll ich den Vertrag weiter laufen lassen und weiter besparen, oder kündigen und das Geld zu z.B 3,5% anlegen auf einem Festgeldkonto, z.B. Für 3 jahre. Unter der Vorgabe, dass ich das Geld nicht unmittelbar benötige, und ich den Vollen Betrag der Prämie versteuern muss.
Mein Berater bei der Sparkasse empfiehlt: weiter besparen, wenn ich das Geld nicht benötige. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das vernünftig ist, auch wenn sich 50% Prämie auf den ersten Blick sehr verlockend anhören. Was empfehlen Sie mir?"

Stefanie Kühn: Ihre Frage lässt sich so leider nicht beantworten, da die Zinsen des bestehenden Vertrages nicht genannt sind. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihren Freistellungsauftrag schon erteilt haben. Mit diesem können Sie pro Jahr 801 Euro abgeltungssteuerfrei vereinnahmen.
Sie können diese Frage aber auch selbst lösen: Es kommt darauf an, ob Sie nach Steuern mit Ihrem Bonussparvertrag mehr oder weniger als mit einem 3,5%igen Festgeldkonto nach Steuern verdienen. Bitte berücksichtigen Sie dabei auch die Zinsen samt Boni der kommenden Jahre in Ihrem Vergleich. Gewöhnlich bringen Sie bei einem Bonussparen erst die letzten Jahre zu einer guten Durchschnittsverzinsung. Mit einer Tabelle, in der Sie pro Jahr ausrechnen, was Sie bei der jeweiligen Variante an Rendite erzielen, können Sie sich schnell verdeutlichen, was für Sie günstiger ist.

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25.01.2012
Josef H.: "Ein Bekannter von mir ist von Beruf Landwirt und besitzt etwa 14 ha Wald und 70 ha Ackerland in Niederbayern, dazu zahlreiche landwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude und 3 Wohnhäuser, eines davon selbst bewohnt. Renten-, Unfall-, Berufsunfähigkeits- und Pflegeversicherung sowie mehrere Bausparer, Immobielinfonds und Festgeldanlagen sind vorhanden. Nun möchte er einen Betrag von etwa 200.000 € möglichst sicher auf einen Zeitraum von etwa 10 Jahren anlegen. Ist es angesichts der Finanzkrise bzw. der drohenden Inflation sinnvoll weiter in Immobilien oder in Ackerland bzw. Wald zu Investieren? Oder sollte er besser auf Aktienfonds oder ähnliches setzen, welche in Branchen investieren, die nicht mit der Ernährungs- und Energiewirtschaft in Verbindung stehen, um das Risiko zu streuen? Welche Fonds kämen hier in Frage? Wie sieht es mit sogenannten ETF's aus? Sind Einzelaktien von starken Unternehmen wie Siemens, BMW, Coca Cola, oder Pharmaunternehmen zu unsicher?"

Stefanie Kühn: Ihr Bekannter ist offensichtlich gut abgesichert. Alle wichtigen Versicherungen, sowie Land und Immobilien, ferner einige festverzinsliche Anlagen sind vorhanden. Aus Sicht der Risikostreuung ist eine Beimischung von aktienbasierten Anlagen sicherlich sinnvoll. Um zu entscheiden, ob und wieviel man in aktienbasierte Anlagen investieren möchte, ist die ganz persönliche Risikoeinstellung wichtig. Die Risikotragfähigkeit scheint gegeben – das bedeutet, rein von seiner Vermögensstruktur würde eine Aktienquote Sinn machen. Manche Menschen jedoch können mit den Schwankungen, die an der Börse nun mal vorkommen, nicht umgehen. In diesem Fall ist es sinnvoller, bewusst auf Aktien zu verzichten. Erfahrungsgemäß sind das die Menschen, die im Hochpunkt kaufen, im Tiefpunkt verkaufen und dann sagen, Aktien seien Teufelszeug. Wenn Ihr Bekannter ausprobieren möchte, ob aktienbasierte Anlagen etwas für ihn sind, eignet sich der sukzessive Aufbau über (auch größere) Sparpläne. Die geplante Summe fließt so nach und nach in den Aktienmarkt. Die Schwankungen können zunächst bei kleinen Summen „erfahren" werden. Die Widerstandsfähigkeit steigt bei vielen Anlegern auch mit der Erfahrung etwas an. Die momentane Marktlage spricht m.E. ebenfalls gegen größere Einmalkäufe, zu groß ist die Gefahr, die derzeit von politischen Entscheidungen droht. Die Börse hat derzeit offenbar recht wenig mit Unternehmensbewertungen zu tun, sondern mehr mit der Frage, welcher Politiker gerade was wie sagt.
Ob dann gemanagte Fonds oder Indexfonds zum Einsatz kommen, müsste man diskutieren. Beide haben Vor- und Nachteile. Einzelaktien sind etwas für börsenaffine, interessierte Anleger, die sich detailliert mit den Unternehmen beschäftigen.

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14.01.2012
Günther A.:
"Im Dezember 2006 erwarb ich Anteile am Degi International (WKN 800799) zum Stückpreis von 53,80 EUR. Der Fonds ist seit November 2009 geschlossen, bleibt das auch und wird nach letzter Mitteilung des Fondverwalters vom November 2011 innerhalb der kommenden drei Jahre in halbjährlichen Schritten abgewickelt. Mein Depotverwalter hat mir vor diesem Hintergrund ein befristetes Angebot unterbreitet, mir meine Fondsanteile zum Stückpreis von 42,78 EUR gegen Abtretung aller Ansprüche abzukaufen. Ich stehe jetzt vor der Frage, ob ich das Angebot mit entsprechendem Verlust annehmen soll oder ob ich durch die Fondsabwicklung mehr Kapital zurückbekomme. Mir ist klar, dass auch Sie keine prophetischen Gaben besitzen, dennoch würde ich gerne wissen wie vorteilhaft im allgemeinen die normale Fondsabwicklung für einen Anleger ist. Denn eins ist auch klar, der Depotverwalter wir profitorientierte Gründe für das abgegebene Angebot haben. Welches Vorgehen würden Sie mir auf Grund Ihrer Erfahrungen aus vergangenen ähnlichen Fällen raten?"

Stefanie Kühn: Der aktuelle Kurs, den die Fondsgesellschaft ausweist, liegt bei 43,33 Euro (Stand 2.1.12). An den Börsen wurden am 4.1. Kurse von um die 30 Euro festgestellt. Zu diesem Preis würden Sie also Ihre Anteile an diesem Tag sicher loswerden.
Das Angebot, dass Sie erhalten haben, ist offenbar das Angebot, dass die Allianz ihren Kunden unter bestimmten Voraussetzungen macht. Die Annahmefrist läuft bis 15.2.12 und die Auszahlung würde Ende Februar erfolgen.
Ihr Vorteil ist, dass Sie das Geld praktisch sofort hätten und nicht drei Jahre kleckerweise einen noch ungewissen Betrag zurückerhalten würden. Die Frage ist letztlich, ob Sie „lieber den Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach" nehmen sollten.
Wenn Sie planen, rechtliche Schritte einzuleiten (Schadensersatzansprüche), dann dürfen Sie das Angebot nicht annehmen. Mit diesem Angebot verhindert der, der den Aufkauf anbietet, potentiellen Ärger. Ich vermute also nicht, dass hier profitorientierte Gründe im Vordergrund stehen, sondern Schadensbegrenzung aus Sicht des Aufkäufers betrieben wird. Das ist nicht verwerflich und letztlich könnten Sie mit der Annahme Ihren Schaden auf rund 20% (ohne Berücksichtigung evt. Ausschüttungen) begrenzen und das Kapitel „Degi International" abschließen.
Wenn Sie rechtliche Schritte sowieso nicht in Erwägung ziehen oder diese bereits geprüft haben, dann erscheint mir das Angebot in Anbetracht der Lage in Ordnung zu sein. Degi müsste ja wirklich die derzeitigen Buchwerte bei den Verkäufen erzielen, um den heutigen Kurs zurückzuzahlen. Dass die Fondsgesellschaft deutlich mehr erzielt ist möglich, mir persönlich erscheint jedoch die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass Sie am Ende ungefähr den derzeitigen Buchwert erzielen werden. Insofern erscheint mir der Ihnen angebotene Wert einigermaßen fair.

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07.01.2012
Karl H.:"Ich habe 1995 für ein Mietobjekt (Vierfamilienhaus) zur Finanzierung zwei Kapitallebensversicherungen auf meine beiden Kindern abgeschlossen.Die Beratungsgespräche wurden von mir mit der Sparkasse geführt.Die Versicherung wurde auch über die Sparkasse abgeschlossen. Bei dem Beratungsgespräch wollte ich eine schnellstmögliche Rückzahlung des Darlehens erreichen.Dabei empfahl mir die Beraterin der Sparkasse zu dieser Finanzierungsart.Auf meine Nachfrage ob der Auszahlungsbetrag sicher ist wurde mir gesagt ,daß kleinere
Schwankungen des Zinses möglich seien.Die Lebensversicherungen wurden gleich an die Sparkasse als Sicherheit abgetreten.
Das Darlehen belief sich auf 800.000,00 DM .Die beiden Lebensversicherungen a, 400.000,00 DM wurden mit Verzinsung und Überschussanteile errechnet.Zur Auszahlung kommen jetzt lediglich zweimal 156 000,00 €. Es fehlt also ein Betrag von 90 000,00 € den ich erneut über ein Darlehen finanzieren muß! Meine Frage? Ist das rechtlich in Ordnung,oder was kann ich tun?"

Stefanie Kühn: Eine rechtliche Beratung kann und darf ich Ihnen nicht geben.
Bei vermieteten Objekten war der Einsatz von Kapitallebensversicherungen gekoppelt mit endfälligen Darlehen durchaus üblich. Eine schnellstmögliche Tilgung konnte damit damals wie heute nicht erreicht werden – dazu wäre ein Annuitätendarlehen mit Sondertilgungsmöglichkeiten besser geeignet gewesen. Trotzdem war die gewählte Finanzierungs- und Tilgungsart gerade bei den damals noch bestehenden steuerlichen Vorteilen nicht unsinnig. 1995 war das Ertragsniveau bei Lebensversicherungen deutlich höher als heute, wenn man Versicherungen betrachtet, die um diesen Zeitpunkt zur Auszahlung kamen.
Besser wäre es natürlich gewesen, die garantierte Summe auf das Darlehen abzustimmen. Sie haben damals aber ja offensichtlich die Gefahr einer verringerten Auszahlung diskutiert und hätten die garantierten Summen absichern können. Dass sich die Lage an den Märkten und damit die Ertragsaussichten von Lebensv soweit verändert, war 1995 sicherlich nicht absehbar.
Die verringerte Leistung müsste Ihnen ja bereits seit mehreren Jahren in den jährlichen Anschreiben mitgeteilt worden sein und Sie hätten Maßnahmen treffen können (falls es Ihnen finanziell möglich gewesen wäre). Die 90.000 Euro sind derzeit sehr günstig weiterzufinanzieren, da die derzeitigen Zinsen noch extrem niedrig sind.

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Familie R.: "Um die vermögenswirksamen Leistungen (40 Euro) anzulegen, hatte meine Hausbank folgende Papiere empfohlen: Fondsbezeichnung: DekaStruktur: 4 Chance Plus, Verwahrart: GiroSammel, VL Vertrag: gesperrt bis zum 31.12.2012. Ich bin dem Ratschlag gefolgt, was mir aber nicht gesagt wurde, war, wie hoch die Gebühren sind in Bezug auf den geringen Einsatz. Es ist empfohlen worden, von meiner Seite noch nach meinen Möglichkeiten hinzu zu zahlen. Dies ist für mich jedoch frühestens ab 01.06.2010 möglich.Da könnte ich ca. bis zu 150,00 €/monatlich für Rücklage / Einsatz realisieren.

Soll ich alles so lassen wie es ist und die Anlage zum 31.12.2012 auflösen oder eventuell verlängern? Soll ich ab Juni noch mehr dazuzahlen? Halten Sie die Anlage aktuell für empfehlenswert oder gibt es eine andere Möglichkeit?"

 

Der DekaStruktur 4 Chance Plus Fonds ist ein Dachfonds. Damit hat er zwei Gebührenebenen. Die Dach-Ebene hat eine ausgewiesene Total Expense Ration von 1,38%, die einzelnen Fonds, die der Dachfonds hält, haben ebenfalls Gebühren. Die Gebühren der einzelnen Fonds (über 95% Aktienfonds) liegen bei 1% und 1,5%, so dass die laufenden Kosten bei mindestens 2,38% (1,38% + 1%) liegen. Dazu zahlen Sie vermutlich bei jedem Kauf die vollen 2% Ausgabeaufschlag und vermutlich eine Jahresgebühr für das Depot (10 - 15 Euro pro Jahr). Die Gebühren sind bis auf die Depotbankgebühr also prozentual.

Ich halte Dachfonds auf Grund der zwei Gebührenebenen grundsätzlich für ungeeignet. Mit einem guten weltweit anlegenden Aktienfonds hätten Sie a) eine bessere Rendite erzielt und b) bei Kauf über einen Fondsdiscounter den Ausgabeaufschlag eingespart.

Sie könnten das bislang Gesparte ruhen lassen und zukünftig Ihre VL-Leistungen bei einem Anbieter ohne Ausgabeaufschlag investieren. Ob Sie den Fonds 2012 behalten, können Sie erst dann unter den dann aktuellen Marktgegebenheiten entscheiden.

Wenn Sie mehr sparen wollen, empfehle ich Ihnen, dass nicht mit dem VL-Depot zu vermischen, sondern bei einer Direktbank ein Depot zu eröffnen. Dort haben Sie dann die Wahl zwischen Fondssparen (es gibt viele gute Fonds ohne Ausgabeaufschlag), Tagesgeld und – wenn dort einiges zusammengespart ist - Festgeld. Eine Aufteilung der Sparrate in verschiedene Anlageklassen wäre sicherlich sinnvoll.

 

[ 2014 ] [ 2013 ] [ 2012 ] [ 2011 ] [ 2010 ] [ 2009 ] [ 2008 ] [ 2007 ] [ 2006 ] [ 2005 ]

 

21.12.2011
Sebastian H.:
"Meinen beiden Töchtern möchte ich gerne jeweils den Betrag von € 10.000.- übereignen. Dabei möchte ich die Übergabe von Bargeld oder eines Sparbuches vermeiden. Ich habe mir etwa die Übergabe eines Sparbriefes o. ä. vorgestellt. Das Geld sollte bei Bedarf eher kurzfristig für eine evtl. Notsituation zur Verfügung stehen und möglichst noch einen kleinen Ertrag bringen. Erwarte ich eventuell zuviel?"

Stefanie Kühn: Sparbriefe oder Tagesgeldkonten eignen sich hervorragend für Anlagen, die kurzfristig oder mittelfristig zur Verfügung stehen sollen. Gute Tagesgeldkonten bieten Konditionen, mit denen zumindest der Inflationsausgleich noch geschafft werden kann.
Tagesgeldkonten sind täglich verfügbar, eventuell bietet es sich an, für jede Tochter einen Teil völlig flexibel anzulegen. Bei Sparbriefen oder Festgeldern gibt es unterschiedliche Laufzeiten, hier sollten Sie sich aufgrund Ihres Ziels „Notsituation absichern" nicht zu lange binden. Die derzeit recht niedrigen Zinsen laden sowieso nicht dazu ein. Die holländische NIBC Bank oder die Santander Direktbank sind Beispiele, wo Sie schon für Ihre Anlagesumme attraktive Zinsen bekommen.
Die BMW-Bank hat ein Online-Sparbuch mit einem derzeitigen Zins von 2,7% (Stand Nov. 11), das eine für Sparbücher typische drei-monatige Kündigungsfrist besitzt mit einer Verfügbarkeit von 2.000 Euro pro Monat. Dieses Angebot fiel mir spontan ein, als ich Ihre Frage las – auch wenn Sie eigentlich kein Sparbuch übergeben wollten. Da alles online passiert, ist dieses Kriterium aber auch erfüllt.
Zur Abwicklung: Sie könnten Ihre Töchter bitten, geeignete Konten zu eröffnen und Sie überweisen das Geld dann direkt dorthin.

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29.11.2011
Regina M.: "Meine Mutter (89) erhielt aufgrund der schlechten Anlageverzinsung von ihrer Sparkasse folgendes Angebot: Eine Anlage Ihres Geldes in ein Generationen-Depot der Bay. Vers. Kammer. Anlagedauer 12 Jahre – da das Höchstalter von 85 Jahren bereits überschritten ist, soll das Depot auf mich lauten. Vorteile  lt. Aussage des Mitarbeiters: gute Verzinsung, jederzeit Verfügbarkeit von Teilbeträgen, Versteuerung erst bei Entnahme von Beträgen, kein Anfall von Erbschaftssteuer, da das Geld bereits über mich läuft.Was halten Sie von der Anlage? Gäbe es nach Ihrer Meinung eine bessere und ist es richtig, dass das Geld zu meinen steuerlichen Beträgen gerechnet wird?"

Stefanie Kühn: In dem Moment, wo Ihre Mutter Geld auf Ihren Namen anlegt, handelt es sich um eine Schenkung, die der Schenkungsteuer unterliegt. Als Tochter haben Sie einen Freibetrag von 400.000 Euro (alle 10 Jahre). Es ist richtig, dass dann im Todesfall keine Erbschaftssteuer mehr anfällt, da das Vermögen Ihnen ja aufgrund der Schenkung schon gehört. Weitere Folgen wie beispielsweise ein Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Geschwistern wären aber zu bedenken.
Im Grundsatz handelt es sich bei diesem Produkt um eine Kapitallebensversicherung mit Einmalanlage. Der Garantiezins beträgt derzeit noch 2,25% und sinkt zum Jahreswechsel auf 1,75%. Die meisten Lebensversicherungen schaffen Renditen zwischen 2,5 und 4% - Sie können sich sagen lassen, welche Renditen mit Lebensversicherungen der Bayerischen Versicherungskammer, die jetzt zur Auszahlung kommen, erzielt werden. Das und die in der Berechnung angegebene Hochrechnung mit dem derzeit gültigen Überschusssatz ist ein guter Maßstab, welche Rendite zu erwarten ist. Garantiert ist immer nur der Garantiezins und dieser wird nur auf den (unbekannten) Sparanteil gezahlt – also den Teil der eingezahlten Summe, der nicht für Abschluss- und Verwaltungskosten sowie Risikokosten verwendet wird.
Lassen Sie sich die Kosten genau beziffern, sowohl die einmaligen Abschlusskosten als auch die laufenden Verwaltungskosten. Dann ergibt sich die Antwort auf Ihre Frage, ob es bessere Anlagen gibt, meist sehr schnell.
Alternativen sind eine Schenkung an Sie und Anlage des Geldes gemäß Ihrer individuellen Situation und Ihrer Risikoeinstellung.

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14.11.2011
Hermann D.: "Die Umweltbank Nürnberg hat mir als Anlage für eine größere Summe die Windkraft-Firma Enertrag Energieinvest AG empfohlen. Die Firma wirbt mit einem Zinssatz zwischen 7 und 8 Prozent. Was halten Sie von dieser Firma? Hat Enertrag eine gute Bonität und ist eine Anlagezeichnung dort sicher?"

Stefanie Kühn: Wenn Sie Anleihen einer Firma erwerben, dann spielt die Bonität des Unternehmens eine entscheidende Rolle. Anleihen unterliegen nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. In diesem Fall ist die Bonität besonders wichtig:
Die Anleihen der Firma werden laut dem Wertpapierprospekt nicht an der Börse gehandelt, der Anlagebetrag würde also über den Zeitraum 6 bzw. 7 Jahre festliegen (Schenkung/Vererbung ist aber möglich). In dieser Zeit haben Sie also praktisch keine Möglichkeit, auf eine veränderte Bonitätseinstufung o.ä. durch einen vorzeitigen Verkauf zu reagieren. Ein Totalausfall ist wie bei allen Anleihen möglich. Geht das Unternehmen pleite, können Sie hier jedoch nicht, wie bei Unternehmensanleihen, die börsennotiert sind, eventuell noch rechtzeitig die „Reißleine" ziehen und über die Börse mit Abschlag verkaufen .
Die Risiken der Anleihe sind im Wertpapierprospekt ausführlich beschrieben. Mir ist aufgefallen, dass sich die Emittentin ein vorzeitiges Kündigungsrecht vorbehält. Das bedeutet, das Unternehmen kann die Anlage zum Ende eines Laufzeitjahres kündigen, Sie aber nicht. Sollte das Unternehmen davon Gebrauch machen, können Sie eventuell Ihr Geld nicht zu vergleichbaren Konditionen am Kapitalmarkt anlegen.
Ein „offizielles" Rating der Anleihe oder der Emittentin habe ich auf der Homepage nicht gefunden, insofern müssen Sie selbst entscheiden, ob Ihr Risiko angemessen verzinst wird. Der hohe Zinssatz im Verhältnis zu den derzeitigen Marktgegebenheiten lässt darauf schließen, dass die Risiken nicht zu vernachlässigen sind.
Letztlich müssen Sie überlegen, ob eine solche Anlage mit fester Laufzeit und wohl keiner Möglichkeit des vorzeitigen Ausstieges zu Ihren sonstigen Anlagen passt. In einem sehr breit gestreuten Portfolio mit unterschiedlichen Risikoklassen würde man eher eine Anlage solcher Art dazunehmen, als wenn Sie mit nahezu 100% Ihres Anlagekapitals hier investieren möchten.

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04.11.2011
Klaus D.: "Ich habe eine Direktversicherung als Altersvorsorge abgeschlossen, die steuerlich begünstigt ist. Das heißt die Beiträge wurden direkt von meinem Gehalt abgezogen. Die Auszahlung ist zur Rente. Nun bräuchte ich jedoch ganz dringend Geld. Wie komme ich jetzt schon an das Geld aus der Versicherung?" 

 

Stefanie Kühn: Direktversicherungen sind eine Form der betrieblichen Altersvorsorge. Eine vorzeitige Kündigung ist möglich, die Auszahlung erfolgt aber frühestens mit 60. Insofern ist eine Kündigung hier mit einer Beitragsfreistellung gleich gestellt. Ihnen ist damit natürlich nicht geholfen. Eine Kündigung, wie Sie sie vielleicht von Lebens- oder Rentenversicherungen kennen (Auszahlung des Rückkaufswertes) gibt es also nicht. Sie können die Versicherung leider auch nicht beleihen oder verkaufen.
In der Vergangenheit gab es Urteile, die dies bestätigt haben, jedoch auch Urteile, die die Arbeitgeber, die nicht ausreichend auf diese Problematik hingewiesen haben, zu Schadensersatz verurteilt haben. Gegegebenenfalls wäre hier eine anwaltliche Beratung sinnvoll.

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27.10.2011
Hubert B.: "Wir haben am 18. November 1991 bei unserer Bank einen Vorsorgeplan unterzeichnet (Ansparzeit 20 Jahre, montaliche Einzahlung 200 DM). Das vereinbarte Ziel waren 100.500 DM, fällig am 15. November 2011 inklusive 20 Prozent Bonus. Laut heutiger Mitteilung und telefonischer Nachfrage erhalten wir, vorbehaltlich dem Abzug von Steuern, voraussichtlich 40.650,33 Euro. Wir kommen uns ganz schön betrogen vor. Wie sehen Sie das?"

Stefanie Kühn: Sie haben ein sogenanntes Bonussparen abgeschlossen. Das, was so großartig klingt – ein Bonus von bis zu 20% – wird in der Regel nur auf die jährliche Sparrate gezahlt. Der Rest, also das bereits angesparte Geld, wird mit einem oft recht mageren Zins versehen. Je länger die Laufzeit ist, umso großer also der „Batzen Geld", der gering verzinst wird. Daher sollte man grundsätzlich bei Bonussparverträgen immer die Rendite über die Laufzeit erfragen und sich von hohen Bonusbeträgen nicht blenden lassen.
Die Rendite Ihrer Anlage habe ich berechnet. Sie haben über die 20 Jahre eine durchschnittliche Rendite von ca. 4,7% erzielt. Ursprünglich prognostiziert waren ca. 6,7%. Diese Verschlechterung trägt dem allgemeinen Rückgang der Zinsen in den letzten Jahren Rechnung, vor dem Sie durch den variablen Basiszins dieses Produktes nie gefeit ist. Letztlich war Ihr Sparvertrag gerade in den letzten Jahren doch recht ordentlich verzinst, wenn Sie die 4,7% mit dem derzeitigen Zinsniveau vergleichen.

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22.09.2011
Veronika S. "Ich habe eine Frage, die ich gerne von Stefanie Kühn beantwortet hätte und deren Beantwortung sicherlich viele Ihrer Leser auch interessiert: Wir möchten für unsere Kinder (2 und 7 Jahre) jeweils 50 Euro monatlich sparen und zusätzlich je 5.000 Euro mit langem Anlagehorizont und möglichst ökologisch-sozial sinnvoll anlegen. Könnten Sie bitte sowohl sicherheitsorientierte als auch riskantere Vorschläge machen?

Stefanie Kühn: Als sicherheitsorientierte Anlagen kommen Tages- und Festgelder in Frage. Hier finden Sie bei Banken wie der GLS-Bank, Umwelt- oder Ethikbank Angebote für Ihre Anlagesumme und den gewünschten Sparplan. Bei der derzeitigen Lage am Zinsmarkt empfehle ich Ihnen, keine zu langen Anlagezeiten zu vereinbaren, auch wenn Sie grundsätzlich einen langfristigen Zeithorizont haben.
Wenn Sie risikoreicher, dafür aber natürlich auch chancenreicher anlegen möchten, kommen Misch- oder Aktienfonds, die so investieren, dass bestimmte ökologische und ethische Vorgaben berücksichtigt werden. Dabei müssen Sie trotz oft imposanter Titel der Fonds diese genau ansehen. Es gibt keine einheitliche Regelung für die Kriterien und oft wird der sogannte Best-in-class-Ansatz verwandt. Das bedeutet, dass z.B. das Kriterium „Umweltfreundlichkeit" nicht absolut gemessen wird, sondern die Unternehmen einer Branche verglichen werden. Der Beste kommt dann in den Fonds. Fondssparpläne gibt es in der Regel ab 50 Euro im Monat. Zur Verbesserung der Rendite können Sie darauf achten, dass Sie möglichst kostenarm anlegen, d.h. keine oder geringe Depotgebühren zahlen und den Ausgabeaufschlag vermeiden.

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23.08.2011
Max W.:
"Mir sind als Kapitalanlage Schiffscontainer der Firma P & R, Grünwald, angeboten worden. Hierzu habe ich ein paar Fragen. Welche Risiken sind mit diesem Investment verbunden? Wie hoch ist das Risiko einzuschätzen, sein Kapital zu verlieren? Mit welcher Rendite ist zu rechnen, umgerechnet auf normale Bankanlagen, da deren Zinsberechnungen auf der IRR-Methode beruhen?"

Stefanie Kühn: Eine Anlage in Schiffscontainer ist eine unternehmerische Beteiligung. Sie werden damit Mitunternehmer, das ist nicht per se schlecht, man muss nur wissen, was man sich einkauft. In diesem Fall kaufen Sie einen Container, den Sie vermieten. Diese Aufgabe übernimmt P&R für Sie für mindestens 5 Jahre. Danach können Sie den Container verkaufen (an P&R, aber wohl auch an andere). Als Mitunternehmer tragen Sie ein Totalverlustrisiko. Beteiligungen zählen zum sogannten grauen Kapitalmarkt. P&R hat eine recht lange Historie und es gab offenbar keinerlei Probleme.

Die speziellen Risiken bei den Container-Vermietungen liegen in einer eventuell veränderten weltweiten Nachfrage nach Containern, dem Ausfall des Mieters sowie P&Rs. Außerdem ist der Wiederveräußerungspreis nicht garantiert. Ob diese Risiken für Sie tragbar sind, kann pauschal nicht beantwortet werden.

Die IRR Rendite ist die gängige Renditeangabe für Beteiligungen und drückt die Rendite des durchschnittlich gebundenen Kapitals aus. Bei dieser Methode wird unterstellt, dass alle Ausschüttungen zum ursprünglichen Zins wieder angelegt werden, nicht aber zum Marktzins. Bei einer relativ kurzen Laufzeit mag diese Annahme jedoch nur zu geringen Verzerrungen führen. Wenn Sie den Gesamtkapitalfluss in Prozent von verschiedenen Anlagen über 5 Jahre betrachten, wird der Vergleich für Sie einfacher.

Wenn für Sie am Ende eine Rendite von 3,62% nach Steuern mit der IRR-Methode rauskommt (wie ich mir in einem Beispiel auf der Homepage der Gesellschaft ausgerechnet habe) sollten Sie sich fragen, ob Sie bereit sind, für diese Rendite die Risiken einer Beteiligung einzugehen. Zum Vergleich: Mit einem heute erzielbaren Festgeldangebot können Sie für 5 Jahre eine Nachsteuerrendite von 2,95% bei staatlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro erzielen.

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11.08.2011
Karin H.: "Seit vielen Jahren haben wir 210 Inhaber-Anteilsscheine von DWS Euro Spezial (Isin: DE0009769711). Schon kurz nach dem Kauf fiel der Kurs - unser jetziger Verlust liegt bei über 30 prozent. Nun haben wir eine Mitteilung unserer Bank bekommen, wonach am 30. Novemver 2011 unser Anteilsscheine mit dem DWS Inter Genuss (Isin: DE0008490988) verschmolzen werden. Auif mein Nachfragen hin, ob das ein Vor- oder Anchteil für uns ist bekam ich eine nichtssagende Antwort. Ich möchte aber auf keinen Fall noch höhere Verluste. Was ist dieses Inter Genuss? Und was soll ich machen?"

Stefanie Kühn: Der DWS Euro Spezial ist ein Fonds, der in europäische Genussscheine investiert, der DWS Inter Genuss investiert weltweit in Genussscheine. Laut Info auf der Homepage der DWS ist außerdem ein kostenfreier Tausch in den DWS Euro-Rendite-PLus, ein Fonds mit gleichem Anlageschwerpunkt möglich. Letzterer ist steuerlich dann aber als Verkauf und Neukauf zu werten, wohingegen die Fondsverschmelzung keinen steuerlich bedeutsamen Vorgang darstellt.

Ich bin nicht ganz sicher, wie Sie zu dem 30%igen Minus kommen. Dieses Minus erreiche ich ungefähr, wenn ich den Verlust vom Höchstkurs 2007 bis heute betrachte. Sie sollten jedoch dann mindestens viermal eine Ausschüttung erhalten haben. Einen Ausgabeaufschlag haben Sie hoffentlich nicht gezahlt, da der Fonds damals schon deutlich günstiger über eine Börse handelbar war.

Genussscheine sind keine risikolose Anlage, damit haben Sie sich sicherlich vor Kauf beschäftigt. Wenn Sie diese Risiken nicht mehr eingehen möchten, ist ein Festgeld sicherlich die bessere Alternative. Zumal Sie auch in den vergangen vier Jahren damit deutlich stressfreier und besser gefahren wären.

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07.08.2011
Anna H.:
"Nachdem ich gerade meine Geldangelegenheiten neu ordnen will, kam mir eine Postwurfsendung der Prokon Unternehmensgruppe gerade recht. Darin werden Genussrechte als Kapitalanlage beworben. Im Internet bin ich nicht so ganz schlau geworden - können Sie mir sagen, ob das Unternehmen solide ist?"  

Stefanie Kühn: Genusscheine sind gesetzlich nicht geregelte Wertpapiere. Je nach Ausgestaltung ähneln sie eher eine Aktie oder einer Anleihe. Der Genussschein der Prokon Unternehmensgruppe ähnelt eher einer Anleihe, da Sie einen festen Zins bekommen sollen. Genusscheine sind i.d.R. nachrangige Papiere, d.h. im Insolvenzfall des Unternehmens werden Ihre Forderungen nach den Forderungen „normaler" Kreditgeber befriedigt. Genau nachlesen müssen Sie auch, ob die Zinsen gezahlt werden, wenn das Unternehmen Verluste macht. Manche Genussscheine sind so ausgestaltet, dass sie nicht gezahlte Zinsen nachholen müssen.

Das alles muss man wissen, um zu beurteilen, ob der Zins einem angemessen für das Risiko erscheint, das man eingeht. Prokon selbst ist nicht unumstritten. Erst im Frühjahr diesen Jahres untersagte das Landgericht Itzehoe dem Unternehmen, irreführende Aussagen in der Werbung zu verwenden. So seien die Risiken nicht dargestellt. Wegen der irreführenden Werbung steht Prokon auf der Warnliste bei Finanztest.
Ob das Unternehmen so solide ist, dass es seine Versprechen auch in Zukunft erfüllen kann, vermag ich nicht zu sagen. Letztlich müssten Sie Kennzahlen wie den Verschuldungsgrad und die zugrunde gelegten Windprognosen für die Planzahlen prüfen. Wenn Sie diese Anlage dann als einen Baustein Ihrer Neuordnung vorsehen möchten, zählt sie sicherlich zu den risikoreicheren Anlagen in Ihrem Anlagemix.

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02.08.2011
Lena P.: "Mein Sohn, 32 Jahre alt, hat im Jahr 2002 bei der WWK eine "Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit" / Investmentfonds abgeschlossen, wo er 50 € monatlich bis zum Jahr 2039 einbezahlt. Der Fond heißt WWK Select Chance und die Versicherung beinhaltet auch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Ist dieser Fonds sein Geld wert? Oder ist zu befürchten, dass nach 40 Jahren einzahlen das Geld weg ist?Die Berufsunfähigkeitsrente würde monatlich 158,20 Euro betragen. Da bei meinem Sohn zwischenzeitlich (2009) eine chronische, fortschreitende Krankheit (MS) diagnostiziert wurde, ist es möglich, dass er von dieser Rente einmal Gebrauch machen muss. Wäre es sinnvoll und möglich, die BU-Versicherung zu erhöhen? Wegen dieser Rente ist eine Auflösung der Lebensversicherung wahrscheinlich nicht ratsam, denn bei jedem neuen Abschluss (mit höherer BU-Rente) müsste mein Sohn ja seine Krankheit angeben. "

Stefanie Kühn: Ihr Sohn wird aufgrund seiner Erkrankung wohl keine andere BU-Absicherung mehr bekommen. In keinem Fall darf er seine Krankheit bei einem Antrag verschweigen, da die Versicherung sonst im Leistungsfall nicht zahlen würde.
Sollte die Versicherung eine Dynamik besitzen, wäre das die einzige Möglichkeit, die Rente ohne Gesundheitsfragen noch leicht zu erhöhen. Manche Versicherungen haben außerdem zu bestimmten Ereignissen eine Möglichkeit der Erhöhung ohne Risikoprüfung vorgesehen (bspw. bei Geburt eines Kindes). Dieses könnte überprüft werden und ggf. genutzt werden.
Die Vorgeschichte spricht für ein Weiterführen der Versicherung.
Der Fonds, in den investiert wird, ist ein durchschnittlicher Aktien-DAchfonds. Da der Beitrag sehr gering ist, empfehle ich Ihnen, die Kosten bei der Versicherung (getrennt nach BU-Kosten und Verwaltungskosten) abzufragen, damit Sie abschätzen können, welche Summe in den Spar-Baustein fließt. Zusammen mit den letzten Jahresmitteilungen können Sie sich ein Bild machen, ob die Police insgesamt angemessen kalkuliert ist und entscheiden, wie Sie damit umgehen. U.U. können Sie die Kosten durch jährliche Zahlung optimieren. Weg wäre das Geld nur, wenn der Aktienfonds auf Null Euro sinken würde, was heißen würde, die Unternehmen, in die investiert wird, gehen alle Pleite.

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23.07.2011
Jürgen W.: Ich stelle  mir die Frage, ob man in regenerative Energieträger investieren soll. Da kann man ja eigentlich nichts verkehrt machen (Risiko). Ideal wäre ein Fonds, der alle erneuerbaren Energieträger beinhaltet. Gibt es solche Produkte?

Stefanie Kühn: Es gibt verschiedene Arten Geld in regenerative Energien anzulegen. Neben Beteiligungen, die aber immer auf einen speziellen Energieträger ausgerichtet sind, können Sie in Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Neue Energien investieren. Sie haben dabei natürlich alle Risiken des Aktienmarktes, aber auch alle Chancen. Eine breite Streuung führt zu einer Risikosenkung, das sogenannte Marktrisiko bleibt aber. Das bedeutet, dass in einer schlechten Börsenphase (Baisse) sich auch diese Unternehmen wahrscheinlich nicht dem Trend entziehen können.

Breit aufgestellte Fonds aus der Sparte regenerative Energien gibt es beispielsweise in Form von ETFs (Exchange Traded Funds, indexnahe Fonds). ETFs sind günstiger als gemanagte Fonds – sowohl im Einkauf als auch bei den laufenden Kosten. Die Indizes, die abgebildet werden, reichen vom World Alternative Energy Index (Unternehmen aus Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Dezentralisierung der Energieversorgung (z.B. Mikroturbinen, Brennstoffzellen) bis zum Wilder Hill New Energy Global Innovation Index. Der Index umfasst Unternehmen, die hauptsächlich in den Bereichen umweltfreundliche und erneuerbare Energien sowie Technologien für sauberere Energienutzung aktiv sind.

Bei der Auswahl sollten Sie immer auch einen Blick in den letzten Rechenschaftsbericht werfen, um festzustellen, ob Sie sich mit den Unternehmen, in die investiert wird, identifizieren können. In der Vergangenheit hat sich schon so manches mal gezeigt, dass der Begriff Nachhaltigkeit doch sehr verschiedene Interpretationen zulässt.

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04.07.2011
Angela H.: "In zwei bis drei Jahren möchte ich in ein Seniorenheim ziehen. Meine Rente reicht gerade für die monatlichen Kosten. Das Reiheneckhaus, das ich derzeit bewohne, muss ich dann verkaufen. Ich erwarte einen Erlös von 350.000 Euro. Was mache ich mit dem Geld von dem ich jeden Monat 500 bis 1000 Euro brauchen werde? Ich möchte größtmögliche Sicherheit, keine hohen Zinsen. Und was mache ich, wenn eine Währungsreform kommt? Ist dann alles verloren? Ich könnte das Haus auch vermieten, möchte aber keine Arbeit damit haben."

Stefanie Kühn: Sicherheit bzw. Risiken von Geldanlagen sind in der heutigen Zeit nicht mehr „einfach" zu bestimmen. Sie sprechen selbst an, dass Sie auch für den Fall einer Währungsreform gerüstet sein möchten. Bis zur Finanzkrise galten zum Beispiel Staatsanleihen vieler Länder als „absolut" sicher. Zwar sind Bundesanleihen oder Einlagen bei Banken, die der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen (100.000 Euro pro Person und Bank) noch immer eine sichere Sache. Jedoch hat die Eurokrise gezeigt, dass a) europäische Länder zahlungsunfähig werden können, wenn sie nicht gerettet werden und b) dass dafür möglicherweise andere Länder enorme Lasten zu tragen haben.
Immobilien sind ein klassischer Sachwert. Wenn Sie eine akzeptable Miete erzielen können, die Ihnen die gewünschte Summe pro Monat einbringt (wovon ich bei diesem Verkehrswert ausgehe), ist das eine gute Möglichkeit zur Krisenvorsorge. Bei der Immobilie haben Sie natürlich auch die Möglichkeit, externe Dienstleister (Verwalter, Hausmeister...) zu beauftragen. Auch Gold wäre als „Krisenwährung Nummer Eins" ein Baustein in Ihrem Anlagemix, allerdings hätten Sie dann keine laufenden Erträge.
Unter diesen Gesichtspunkten sind auch Aktien (ob direkt oder in Form vom Fonds oder ETFs) als Anteile an Unternehmen (Sachwert) in Betracht zu ziehen, wenn es um die Suche nach einer krisen-sicheren Anlage geht. Gleichwohl müssen bei aktienbasierten Anlagen Schwankungen einkalkuliert werden.
Arbeit werden Sie mit Ihren Geldanlagen immer haben, wenn Sie akzeptable Ergebnisse erzielen möchten.

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22.06.2011
Traudl. W.:
"Aus einer fondsgebundenen Lebensversicherung bei der Nürnberger erhalte ich zum 1.7.2011 nach 20 Jahren 16.430,58 €, wahlweise als Kapitalauszahlung. Nächstes Jahr werden aus einer weiteren fondsgebundenen LV bei der Nürnberger weitere 45.000 €, (nach derzeitigem Stand, Fondsentwicklung bleibt abzuwarten) fällig. Ich überlege:
a)  mir das Kapital auszahlen zu lassen und verzinst anzulegen (aber hohe Abgeltungssteuer, Sparerfreibetrag schon ausgeschöpft),
b) es als EK für einen Immobilienkauf zu verwenden, oder
c) in eine Sofortrentenversicherung,
Alternative 1) sofort (ich bin derzeit 55 Jahre alt und selbständig tätig)
Alternative 2) in 10 Jahren mit 65 Lj. GarantieRente mit Check in z.B. 12 weiteren Jahren (wie geht es mir gesundheitlich), ggf. i.V. mit der Möglichkeit einer späteren Kapitalauszahlung, abzuschließen
Auch die Nürnberger bietet eine Verrentungsmöglichkeit an. Vermutlich sind dort die Kosten geringer als bei einer fremden Versicherung mit Neuabschlußkosten?
Ich habe auch die Möglichkeit, den Betrag bei der Nürnberger zu belassen und dort 5 Jahre ruhen zu lassen. Bei der derzeitigen Erholung des „Frankfurter Effektenfonds", in den die Versicherung jetzt 20 Jahre geflossen ist, möchte ich lieber auf der sicheren Seite bleiben und mir den Betrag auszahlen oder verrenten lassen. Ich bin weniger der geduldige Typ für eine Fondsanlage."

Stefanie Kühn: Um Ihre Fragen zu beantworten, wäre eine grundsätzliche Strategieentwicklung für Sie sinnvoll. Da ich Ihren Stand möglicher anderer Anlagen nicht kenne, sind hier nur einige allgemeine Aussagen zu treffen.
1.Mit einer Eigenanlage bleiben Sie flexibel und können auf Ihre Bedürfnisse eingehen. Die Kosten können Sie sehr gut steuern und bei Festgeldern etc. auf gute Angebote eingehen.
2.Eine Eigentumswohnung bietet einen gewissen Inflationsschutz (wenn Sie eine Wohnung zu einem angemessenen Preis einkaufen), die Mieteinnahmen sind eine Art „Rente".
3.Eine Sofortrentenversicherung oder reine Rentenversicherung zu einem späteren Zeitpunkt ist, wie Sie selbst schon bedacht haben, mit neuen Abschlusskosten belastet. Es ist fraglich, ob ein Neuabschluss bei der Nürnberger Versicherung Lebensversicherungen mit günstigeren Abschlusskosten „belohnt" würde. Ob Sie in Ihren Aktienfonds bleiben, hängt von Ihrer Risikomentalität ab – Sie schildern sich als eher konservativ. Außerdem sind Ihre Ziele und Ihre sonstige Vermögenssituation entscheidend. Wie sehr brauchen Sie das Kapital für Ihre Altersvorsorge? Planen Sie das Geld zu einem fixen Zeitpunkt X ein? Haben Sie genügend lebenslang laufende Bausteine in Ihrer Altersvorsorge? Der Fonds selbst entwickelt sich derzeit ungefähr so wie der DAX.
4.Sollten Sie sich für eine Rentenversicherung entscheiden, achten Sie unbedingt auf die Höhe der Abschlusskosten, die garantierte Rente und darauf ein solides Unternehmen auszuwählen.Bedenken Sie dabei auch, dass es dabei i.d.R. keinen Ausstieg mehr gibt und Sie Ihr Geld lebenslang einem Unternehmen anvertrauen.

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30.05.2011
Grit und Frank P.: "Seit 2003 zahlen mein Mann und ich auf anraten unseres Versicherungsvertreters monatlich 100 € in die MetLife Europe (Pro-VorsorgePlus 4U)ein. Zur damaligen Zeit sollte dies zur Rentenvorsorge dienen. Die Jährlichen Bestätigungen der Beitragseinzahlung liefert uns Liberty Europe. Aufgeteilt sind diese Beiträge in 3 Fonds:- Templeton Growth (Euro) Fond A, Fodelity European Growth Fund und DWS Vermögensbildungsfons I. Wir tragen uns mit dem Gedanken diese Anlage zu kündigen, da sich auf dem Beitragskonto weniger als die Hälfte befindet. Unser Versicherungsvertreter rät uns davon ab, da diese Art von Vorsorge noch steuerfrei ist. Was raten Sie uns?"

Stefanie Kühn: MetLife ist in den USA der wohl größte Lebensversicherungskonzern. Der Pro-VorsorgePlus4U Vertrag zeigt grundsätzlich alle Merkmale einer fondsgebundenen Lebensversicherung. In den ersten Jahren haben Sie die Abschlusskosten bezahlt, so dass nicht der komplette Beitrag in die Fonds floss. Über die Kosten hat der Abschlussvermittler sicherlich vor der Unterschrift mit Ihnen gesprochen. Die Fonds selbst galten zum Abschlusszeitpunkt als gute Fonds. Heute gelten sie eher als durchschnittlich bis unterdurchschnittlich. Sie haben dann durch die Finanzkrise hindurch investiert, wobei die Fonds ihre alten Höchststände noch nicht wieder gesehen haben. Was können Sie nun tun? Der erste Punkte wäre, die laufenden Kosten zu überprüfen, um zu sehen, ob diese angemessen sind. Der zweite Schritt wäre eine Anfrage nach einem Fondswechsel. In der Regel führen Versicherer Listen, aus denen Sie Fonds aussuchen können. Auf Basis dieser Informationen können Sie dann abwägen, ob Sie wirklich aussteigen möchten oder die Versicherung nur beitragsfrei stellen oder möglicherweise in andere Fonds weiterzahlen möchten. Die Steuerfreiheit ist natürlich auch ein Argument, dass in die Entscheidung einfließen sollte.

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18.05.2011
Günter C.: "Meine Lebensversicherung wird im Juli 2011 fällig und ich (Jahrgang 1949) muss mich zwischen einer Einmalzahlung oder einer Rente entscheiden. Abgeschlossen habe ich die Versicherung 1999 als Einmalzahlung ohne Arbeitgeberanteile oder Staatshilfe. Zu welcher Auszahlungsvariante raten Sie mir - auch hinsichtlich der Krankenversicherung und Steuer?"

Stefanie Kühn: Die Entscheidung können Sie nur an Hand Ihrer Lebensumstände treffen. Gerne gebe ich Ihnen einige Gedankenansätze dazu.
1. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Rentenversicherung handelt, denn ansonsten würden Sie neue Abschlusskosten zahlen müssen. Dies würde zumindest mal stärker gegen eine Verrentung sprechen.
2. Wenn Sie bereits sehr viele lebenslang laufende Bausteine in Ihrer Ruhestandsplanung haben, würde ich eher die Kapitalleistung wählen. Sind Sie bspw. selbständig und haben sonst gar nichts „rentenmäßiges", ist die Rente eine gute Sache
3. Analysieren Sie Ihren Gesundheitszustand. Eine Rentenversicherung wird oft erst nach 14 oder mehr Jahren zu einer Rendite führen (vorher bekommen Sie quasi Ihr Geld zurück). Ist die Wette auf ein langes Leben eine Wette mit guten Chancen für Sie?
4. Die Rente ist steuerlich durchaus interessant. Ihre gesamte steuerliche Situation ist aber entscheidend, um zu beurteilen, ob dieses Argument „schlägt".
5. Ob auf Ihre Renten und Kapitaleinkünfte Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden müssen, hängt i.d.R. davon ab, ob Sie freiwillig gesetzlich versichert sind oder nicht. Das gilt es zu analysieren.
6. Was haben Sie vor? Ihre Ziele weisen Ihnen vielleicht auch einen Weg. Wenn Sie gerade eine neue Immobilie kaufen wollen, brauchen Sie vielleicht eine Summe auf einmal. Eine Weltreise könnte auch so finanziert werden.

Dies sind nur einige Ideen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Keinen Punkt kann man separat sehen – die Entscheidung sollte unter Berücksichtigung aller Punkte und ggf. weiterer für Sie persönlich wichtigen Gegebenheiten fallen.

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07.05.2011
Angelika S.: "Mir liegt ein Angebot zur neuen Unternehmens-Anleihe der Solar Millenium AG, Nägelsbachstr. 33, 91652 Erlangen mit einem Festzins von 6% p.a. mit jährlicher Zinszahlung bei einer Laufzeit von 5 Jahren vor. Mindestanlage ab 1000 EUR. Was halten Sie von dieser Anleihe?"

Stefanie Kühn: Bei jeder Untenehmensanleihe gilt - sie ist nur so gut, wie das Unternehmen, das sie begibt. Geht das Unternehmen pleite, droht im schlimmsten Fall ein Totalverlust. Die Anleihe der Solar Millenium AG ist (noch) nicht börsennotiert, dies scheint laut Prospekt jedoch geplant zu sein. Dann wäre auch eine dauernde Wertstellung der Anleihe gegeben. Geschieht dies nicht, ist eine jederzeitige Veräußerbarkeit nicht gegeben.
Sicher sind 6,0% eine attraktive Rendite, jedoch kenne ich Ihre persönliche Finanzsituation und Risikoeinstellung nicht. Danach würde sich grundsätzlich beurteilen, ob der Renditeaufschlag zu einem einlagengesicherten Festgeld angemessen erscheint. Als Beispiel: für ein fünfjähriges Festgeld bei der Bank of Scotland erhalten Sie derzeit (Stand 4.5.11) 4,5%, bei der Santander Bank 4%. Bei diesen Angeboten ist britische bzw. deutsche Einlagensicherung gewährleistet.

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09.04.2011
Theo O.: "Im Mai erhalte ich (Jahrgang 1925) 20.000 Euro, die ich kurzfristig anlegen möchte. Nun habe ich ein Plakat der Degussa-Bank gesehen, die fürs Tages- bzw. Festgeld ca. 1,75 Prozent anbieten. Von dieser Bank habe ich aber noch nie gehört und einen Internetanschluss habe ich auch nicht. Was halten Sie davon. Meine HVB bietet mir immer nur Zertifikate oder Fonds an, die für mich aber nicht infrage kommen. Zuletzt den HVB 2,20% Euribor Cap Floater (WKN: HV2ACE). Was halten Sie hiervon?"

Stefanie Kühn: Die Degussa-Bank ist einst aus dem Gold- und Silberscheidegeschäft der ehemaligen Degussa entstanden. Sie bietet selbstverständlich die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Person und ist darüber hinaus Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken. Die Bank hat auch Filialen, nicht nur Online-Geschäft, allein für München und Umgebung habe ich drei genannt bekommen. Die Konditionen für Tagesgeld liegen bei 1,5% und für ein einjährigen Sparbrief bei 1,75%, wenn Sie Ihre Geld dort anlegen. Vergleichbar von den Konditionen, im Bereich für einen Jahressparbrief derzeit noch besser liegt die Santander-Bank, die auch Filialen betreibt. Dort würden Sie derzeit 2,1% bekommen (alles Stand 6.4.11).
Die von Ihnen angesprochene Anleihe hat einen variablen Zinskupon, was grundsätzlich in der momentanen Marktlage gut ist, und läuft noch bis 2016. Da beim Kauf und einem eventuellen vorzeitigen Verkauf Kosten entstehen, schmälert dies die Rendite. Unverhandelt werden meist 1% beim Kauf und Verkauf verlangt. Bei Anleihen besteht keine gesetzliche Einlagensicherung, Sie tragen also das Risiko dass der Emittent pleite geht.
Alles in allem erscheint mir ein kurzfristiges Festgeld Ihrem Alter und der momentanen Lage an den Märkten angemessen zu sein.

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11.04.2011
Marianne T.:
"Seit 1. Juni 1998 zahle ich derzeit monatlich 104,69 Euro in eine Fondspolice der WWK (vereinbarter Investmentfond: Templeton Growth/Euro). Die Versicherung endet am 01.06.2023.Nach meiner Anfrage über den derzeitigen Wert der Versicherung, wurde mir ein Rückkaufswert von Euro 9.949,-- zum 1.11.2010 bestätigt oder eine beitragsfreie Versichungssumme von 13.970,00 Euro.
Die erworbenen Fondsanteile lagen am 01.06.2010 bei 1058,794 Stück
Rücknahmepreis pro Anteil: 8,88 Euro
Wert der erworbenen Fondanteile 9.402,09 Euro.

Ich befürchte, dass ich mit dieser Altersversicherung langfristig weiter Verluste einfahre. Soll ich sie kündigen,
und das Geld lieber in eine Riesterrente einzahlen? Ich bin jetzt 52 Jahre,seit 30 Jahren verheiratet, 2 Kinder, arbeite zur Zeit nur auf 400 Euro Basis, und bekomme eine voraussichtliche Rente von ca 270,00 Euro."

Stefanie Kühn: Zunächst empfehle ich Ihnen, folgende Dinge zu klären: Wie hoch sind die Kosten der Versicherung (Stückkosten/laufende Kosten/Kosten bei Beitragsfreistellung). Diese Information gibt Ihnen schon Aufschluss über den Betrag, der überhaupt monatlich in den „Spartopf" fließt. Kosten jenseits der 5% würde ich als kritisch ansehen. Dann erfragen Sie, ob auch andere Fonds bespart werden können. Ihr Fonds schwächelt seit langem und vielleicht gibt es eine schöne Alternative. Kommen Sie zu keinen befriedigenden Antworten, sollten Sie zumindest eine Beitragsfreistellung in Erwägung ziehen, auch wenn es sich um eine Versicherung nach altem Recht, also mit steuerfreier Auszahlung, handelt.
Ob sich eine Riester-Rente für Sie lohnt, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn Sie Ihren Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sowieso schon aufstocken, dann sind Sie riester-berechtigt und eine Einzahlung mit dem Mindestsparbetrag von meist 5 Euro ist eine feine Sache. Sie erhalten dann Ihre Zulage von 154 Euro bei einem Jahresbeitrag von 60 Euro. Verzichten Sie dabei aber auf eine Versicherung und wählen je nach Risikomentalität lieber einen reinen Fonds-Riester oder einen Banksparplan. Mehr als die Mindestsparsumme würde ich hier nicht einzahlen und stattdessen überlegen, ob Sie nicht selbst noch einen Fonds besparen.

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31.03.2011
Heinrich S.:
"Für die Alterssicherung habe ich in einige Fonds investiert, welche sich bisher auch gut entwickelt haben. Leider habe ich auch am 6.6.2007 einen Betrag von 5000€ in ein Schrottpapier das Zertifikat von Merrill Lynch "Energie Alpha Express Zertifikat (WKN: ML0BUJ)" investiert.Die Idee des Energie Alpha Express Zertifikat von Merrill Lynch ermöglicht die Partizipation an der relativen Performance des Merrill Lynch Renewable Energy Index (MLEIRENE) gegenüber dem FTSE Global Energy TR Index (TGD07U), verbunden mit einer jährlichen automatischen Kündigungsmöglichkeit, einem 30%-igen Sicherheitspuffer und der Chance auf einen Kupon von 11%."

Stefanie Kühn: Eine Investition in ein solches Papier bedeutet immer, dass Sie auf eine ganz bestimmte Entwicklung setzen. Dabei ist es hier nicht so einfach wie „Sie glauben an steigende Kurse, also investieren Sie in einen weltweiten Aktienfonds", sondern Sie haben darauf gewettet, dass sich der eine Index besser als der andere entwickelt. Gelockt hat Sie vermutlich der relativ hohe Kupon.
Lassen Sie sich von dem Berater, der Ihnen dieses Zertifikat verkauft hat, die beiden Charts der Indizes übereinanderlegen. Überlegen Sie dann, wie hoch die Chance ist, dass Sie wieder in den 30% Sicherheitsbereich kommen. Derzeit scheint das nicht unmöglich zu sein. Die Rendite wäre dann für den verbleibenden Zeitraum natürlich hoch, da Sie statt der derzeit negativen Rendite dann zumindest den Nennwert in 2012 bekämen.

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24.03.2011
Josef L.:
"Meine Tochter (27 J.) bespart seit Juni 2001 mit 50 Euro monatlich den DWS-Vermögensbildungsfonds I, der zur damaligen Zeit in dieser Rubrik oft empfohlen wurde. Leider ist seitdem die Entwicklung sehr schlecht, es ist gerade so, daß sie keinen Verlust gemacht hat. Die Anlage ist zur Altersvorsorge gedacht. Soll sie den Fonds kündigen und in einen anderen Fond investieren und wenn ja in welchen?"

Stefanie Kühn: In der von Ihnen genannten Zeit galt dieser Fonds als „sehr guter Aktienfonds". Heute würde ich ihn als durchschnittlich beschreiben. Gerade die Anteile, die vor 2009 gekauft wurden, sind in ihrer Wertentwicklung steuerfrei, d.h. würde man diese Anteile jetzt neu investieren, müsste der neue Fonds den Steuernachteil kompensieren, denn von diesem wäre von jedem gewonnenen Euro 25% zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer abzuziehen. Es ist natürlich prognostizierend immer schwer zu sagen, ob das ein Fonds schaffen wird. Die Sparplanrate könnte aber ab sofort in einen aus heutiger Sicht sehr guten Fonds oder einen Indexfonds (ETF) eingezahlt werden. Auch die Anteile, die nach 2009 gekauft wurden, könnten verkauft werden. So erreicht Ihre Tochter dann auch, dass Sie nicht „alle Eier in einen Korb legt". Ich empfehle Ihnen, sich regelmäßig zu informieren, ob die gewählten Fonds noch die Leistung zeigen, die Sie erwarten. Wenn Sie feststellen, dass ein Fonds längere Zeit schlechter als andere der gleichen Kategorie abschneidet, dann ist ein Fondswechsel immer eine Option.


19.03.2011
Jan D.: "Wir sind Pensionär/Rentner im Alter von 73 und 77 Jahren, und möchten ab 1. April 2011 einen Betrag in Höhe von 80.000 Euro neu anlegen. Können Sie uns einen Rat geben, wie wir das unserem Alter entsprechend, am besten machen können?"

Stefanie Kühn: Wenn Sie eine größere Summe zur Neuanlage frei haben, dann empfehle ich Ihnen, sich zunächst zu überlegen, wozu das Geld dienen soll. Möglicherweise soll das Geld Zinsen bringen, die zusätzlich zur Rente und Pension regelmäßig für den Lebensunterhalt gebraucht wird. Dann ist eine Anlage von höchster Sicherheit notwendig. Oder das Geld soll als Absicherung dienen, eventuell für ein neues Auto, einen möglichen Pflegefall, Hausreparaturen etc.. Auch dann ist höchste Sicherheit wichtig. Wenn dieses Geld nur ein Teil des Vermögens ist, auf den vermutlich gar nicht zugegriffen werden muss, dann kann auch zumindest ein Teil etwas risikofreudiger angelegt werden. Während für die ersten beiden Fälle Tagesgelder und Festgelder verschiedener Laufzeiten in Frage kommen (derzeit aufgrund der Marktsituation jedoch eher kurzlaufende Festgelder), dürften im letzten Fall beispielsweise auch Aktien- und Mischfonds in einem größeren Umfang zum Einsatz kommen.
Wie die Gewichtung genau aussehen sollte, das kann nur unter Berücksichtigung Ihres Risikoprofils und auch Ihrer Erfahrung mit Geldanlagen bestimmt werden. Menschen, die mit Aktienanlagen nicht ruhig schlafen können, dürfen diese Anlageklasse auch durchaus weglassen. Das Alter selbst ist kein Grund, auf eine Aktienquote zu verzichten. Wenn Sie das Geld oder einen Teil davon nicht benötigen werden und Aktien-afin sind, dann spricht aus meiner Sicht nichts dagegen.

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10.03.2011
Dieter W.: "Wir möchten für unsere Enkelkinder, 3 ½ und 1 ½ Jahre, jeweils monatlich 50 Euro  anlegen und haben schon Bargeld von 4000.- bzw 2000.-€ auf der Bank allerdings mit 0% Zinsen. Wir haben einige langfristige Geldanlagen geprüft (bis zum 18. Lebensjahr der Enkel), haben aber nichts Interessantes gefunden und die Medien raten sowieso von längerfristigen Anlagen ab. Da sind wir auf die Bank of Scotland gestoßen. Die bietet 3,7% Zinsen bei einer Anlage auf 40 Monate, das würde uns sehr gefallen, aber in meinem Alter (67 Jahre) möchte ich absolut kein Risiko mehr eingehen. Was würden Sie uns raten?"
Stefanie Kühn: Derzeit bietet die Bank of Scotland für 48 Monate einen Zins von 3,7%. 4 Jahre sind eine lange Zeit. Sollten die Zinsen in dieser Zeit signifikant steigen, würden Sie sich spätestens dann ärgern, wenn Sie im Tagesgeld mehr Zinsen kommen. Die derzeitige Situation lässt Zinserhöhungen in nicht zu ferner Zukunft vermuten, so dass ich Ihnen zur Erhaltung der Flexibilität eher 1-2 Jahres-Festgelder empfehlen würde. Hier bietet die Bank of Scotland derzeit 3% (Stand 7.2.11).
Wichtig für die Entscheidung ist heutzutage die Frage nach der Einlagensicherung.
Die Bank of Scotland gehört dem britischen Einlagensicherungsfonds an. Durch diesen Fonds sind Einlagen der privater Anleger ab dem 31.12.2010 bis zu 85.000 Britischen Pfund zu 100 % geschützt. Dieser Schutz gilt auch für Sie als Anleger in Deutschland. Im Insolvenzfall der Bank wäre es vermutlich als Ausländer schwieriger, das Geld zu erhalten – allein die Sprache kann eine Barriere darstellen. Da Sie, wie Sie sagen „absolut kein Risiko" eingehen möchten, wäre eine Bank mit deutscher Einlagensicherung in Erwägung zu ziehen. Hier erhalten Sie derzeit etwas geringere Zinsen, bspw. bietet die Santander Bank 2,25% für ein 1-Jahres-Festgeld an.

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05.03.2011
Gabriele F.:
  Ich bin ein bißchen überfordert und brauche Rat: Ich habe bei HVB einen 14-jährigen Vertrag gemacht für WealthCap Immobilien Deutschland 32. (Immobilie in Düsseldorf, Mieter PriceWaterHouse). Laut HVB eine absolut sichere Geldanlage. Bin mir aber angesichts der vielen vergangenen Flops nicht mehr so sicher. Was meinen Sie?"

Stefanie Kühn: Offensichtlich haben Sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit anderen geschlossenen Fonds, denn um nichts anderes handelt es sich hier, gemacht. Absolut sicher sind geschlossene Fonds nie. Sie werden grundsätzlich Mitunternehmer. Wie im Kurzprospekt dargestellt, ist auch ein Totalverlust möglich. Das Laufzeitende hängt in der Regel von der Veräußerung ab, es kann also auch länger in Ihrem Besitz bleiben. Eine Kündigung ist frühestens 2022 möglich, vorzeitige Ausstiege sind aber oftmals nicht rentabel.
Beachten Sie, dass bei geschlossenen Fonds viele Menschen mitverdienen möchten (Vertrieb, Management...). Das ist natürlich gut und schön, die Frage ist aber, ist dabei so sicher, dass Sie die avisierte Rendite erzielen. In der Vergangenheit war das ja offenbar bei Ihnen nicht der Fall. Wenn Sie noch laufende Beteiligungen haben, bedenken Sie auch, ob die für Sie passende Anlagequote in Beteiligungen im Verhältnis zu Ihrem Gesamtvermögen nicht sowieso längst erfüllt ist.

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26.02.2011
Klaus Z.: "Ich möchte gerne 50.000 Euro als Altersvorsorge anlegen und bin auf eine interessante Anlage gestoßen: Die Firma USH S.A. Holding mit Sitz in Panama (www.ultra-sonic-holding.com.pa) und einer europäischen Repräsentanz in der Schweiz. Sie bietet bietet drei Schuldverschreibungsformen als  Anlagen an:

Strategie A, Anlagen  ab 5.000,-- € in zwei Zins-Varianten Grundverzinsung 8% oder mit Risikovorsorge 5% bei 30% von 5000 € Anlagen in Kapitalvorsorge (soll nach 10 Jahren wieder auf 100% der Anlage gewachsen sein).

Strategie B, Anlagen ab 10.000 € wie vor jedoch 10% und 7% bei 30% Kapitalvorsorge

Strategie C. Anlagen ab 50.000 € wie vor 15 und 12% bei 30% Kapitalvorsorge

Leider finde ich keine neutralen Bewertungen dazu. Können Sie mir sagen, zu welcher Risikogruppe diese Anlage gehört, wie sicher und zuverlässig diese ist? Mir geht es dabei nicht darum, Geld zu verstecken!"

Stefanie Kühn: Auch ich finde im Internet keinerlei Bewertung – ich finde nicht einmal einen Zugang zu der Seite. Unter Ihrem Link kommt eine Passwortabfrage, aber keine öffentlich zugängliche Seite. Ich finde einen Finanzdienstleister, der auf einen gleichnamigen Partner verweist und auch dort funktioniert der Link einfach gar nicht.

Das allein macht mich misstrauisch. Die Wörter Risikovorsorge und Kapitalvorsorge erklären sich mir durch obige Beschreibung nicht.

Eines jedoch lässt sich sagen. Im Festverzinslichen Bereich werden derzeit für keine Art der sicheren Anlage Zinsen zwischen 7% und 15% erzielen. Sicher definiere ich hier einmal frei unter dem Motto „gute Chance, das Geld inklsive versprochener Zinsen wiederzubekommen". In der Vergangenheit waren sehr hohe Zinsen oft Anzeichen für Schneeballsysteme.

Eine Anlage, über die man so wenige Möglichkeiten hat, sich zu informieren, ist mir grundsätzlich suspekt. In der heutigen Zeit sollte eine Internetrecherche zumindest mal eine öffentlich zugängliche Webpage als Ergebnis bringen.

Die Risikogruppe schätze ich als „hohes Risiko" ein und würde Ihnen eine solche Anlage nicht empfehlen.

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17.02.2011
Franz E.: "Die Ausgabeaufschläge beim Fondskauf sind meist verhandelbar und zuweilen verkaufen Direktbanken den einen oder anderen Fonds bei Verzicht auf Beratung sogar ohne Aufschlag. Alle Fondsverkäufer kassieren aber dennoch einen sogenannten "Kick Back", der sich auch ohne irgendeine Leistung bei jährlich 0,5 bis 0.8 Prozent über Jahre hinweg zu einer stolzen Summe addiert. Gibt es eine Möglichkeit sich als Anleger diesen "Kick Back" zu sparen?"
Stefanie Kühn: Die sogenannte Bestandspflegeprovision dient dazu, dass der, der Ihnen den Fonds verkauft hat, sich auch weiterhin um Sie kümmern soll. Soweit die Theorie. In der Praxis hat man manchmal das Gefühl, dass es zu der Situation kommt, dass von Fondsverkäufen abgeraten wird, um die Bestandsprovision nicht zu gefährden. Unter dem Motto „ist der Fonds erstmal verkauft, weiß man ja nicht, ob wieder in einen Fonds angelegt wird". Ein guter Berater verdient sich durch Marktbeobachtung und laufende Informationen für seinen Kunden sicherlich die Bestandsprovision.
Selbstverständlich gilt im Bereich der Finanzdienstleistung, dass Leistung nicht kostenlos ist.
Über einige Honorarberater können Sie bei Direktbanken wohl eine Erstattung der Kick-backs erzielen, dort zahlen Sie dann in der Regel aber eine Betreuungspauschale oder ähnliches.
Bestandspflegeprovisionen gibt es übrigens nicht bei den sogenannten Indexfonds, den ETFs (Exchange Traded Funds). Dieses rechtlich zu den Fonds zählende Produkt ist insgesamt sehr kostengünstig und transparent.

15.01.2011
Petra T.: „Uns wurde von unserer Hausbank folgende Anlagen empfohlen:
Eine Allianz Vermögens Police mit einem Ausgabeaufschlag von 5%.
oder ein Wertpapier von einer norwegischen Bank WKN CZ225W. Rendite ca 3%.
Wir sind 67/62 Jahre alt und möchten für drei bis fünf Jahre 23 000 Euro anlegen. Wir sind nicht besonders risikofreudig. Käme für uns auch der internationale Rentenfonds Templeton Global Bond (WKN A0MNNM) in Frage?"
Stefanie Kühn: Die Allianz VermögensPolice ist nach Informationen der Homepage eine Lebensversicherung. Diese hat Abschlusskosten, die gewöhnlich am Anfang fällig werden und meist ca. 4% der gezahlten Beiträge betragen. Schon allein aus diesem Grund erscheint mir diese Anlageform nicht geeignet für Ihren Anlagehorizont von drei bis fünf Jahren. Ein Ausgabeaufschlag kommt normalerweise bei einer Lebensversicherung nicht vor, so dass ich die von Ihnen genannten 5% nicht nachvollziehen kann.
Das angegebene Wertpapier ist eine Anleihe der Commerzbank in der Währung norwegische Kronen. Eine Anlage in einer fremden Währung – speziell in Ländern, die in der derzeitigen Situation als solide gelten, ist grundsätzlich eine überlegenswerte Anlageform. Jedoch kenne ich Ihr Gesamtvermögen nicht, so dass ich keine Aussage darüber treffen kann, ob das für Sie Sinn macht.
Der internationale Rentenfonds, den Sie ansprechen, ist ein guter Fonds dieser Anlageklasse. Er legt international in Anleihen an – nach dem letzten Rechenschaftsbericht hält er relativ viel Cash, ist weiterhin stark in Finnland, Deutschland, Frankreich, Mexiko, Indonesien, Polen und Brasilien investiert. Bei dieser Anlageform tragen Sie auch ein Währungsrisiko.
Sie sagen von sich, dass Sie nicht sehr risikofreudig sind – überlegen Sie auch, ob Sie nicht ein gutes Tagesgeldangebot nutzen. Das würde Ihnen Flexibilität und Sicherheit in dieser Zeit bringen. Den Templeton Global Bond Fund könnten Sie mit einer kleinen Summe beimischen, eventuell finden Sie auch ein gutes Angebot, bei dem ein kleines Depot den Zins steigen lässt.

10.01.2011
Werner R.: "Übliche Banken bieten Einlagesicherungen zwischen 50.000 bis 100.000 €, während z.B. die VW-Bank gleich mit 1,305 Milliarden € pro Kunde (!) lockt. Als weiteres Beispiel sei die Isbank genannt mit einer Einlagensicherung von 50.000 € pro Kunde und darüber hinaus bis 19,23 Milliarden € pro Kunde. Ist die Geldeinlage bei VW besser gesichert als bei den üblichen Banken? Warum bietet die Isbank noch eine zweite Sicherheit an, die die erste Sicherheit um ein Mehrfaches abdeckt?"

Stefanie Kühn: Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt derzeit 50.000 Euro, ab dem 31.12.10 100.000 Euro. Diese Sicherung haben alle deutschen Bank mit Sitz in Deutschland. Ausländische Banken können, je nach Sitz des Unternehmens abweichende Sicherungshöhen aufweisen.

Über diese gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus gibt es in Deutschland weitere Sicherungssysteme.
Bei den Sparkassen oder innerhalb der Gruppe der Genossenschaftsbanken besteht die sogenannte Institutssicherung. Geschützt sind dort nicht nur die Einlagen, sondern der Bestand des Instituts mit der Folge, dass auch Schuldverschreibungen von Genossenschaftsbanken und Sparkassen voll gesichert sind. Die deutschen Privatbanken (wozu auch die von Ihnen genannten Institute zählen) sind meistens dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. angeschlossen. Die Höhe der Einlagensicherung richtet sich dort nach dem Eigenkapital der jeweiligen Bank. Die Summen, die Sie genannt haben, beschreiben genau diese Sicherung. Eine „bessere" Sicherung besteht damit nur gegenüber allen Banken, die keinem zusätzlichem Sicherungssystem angehören.

Zu erwähnen bleibt aber immer, dass jede Sicherungseinrichtung nur so gut ist, wie diejenigen, die die Sicherungen begeben oder füreinander einstehen wollen.


Familie R.: "Um die vermögenswirksamen Leistungen (40 Euro) anzulegen, hatte meine Hausbank folgende Papiere empfohlen: Fondsbezeichnung: DekaStruktur: 4 Chance Plus, Verwahrart: GiroSammel, VL Vertrag: gesperrt bis zum 31.12.2012. Ich bin dem Ratschlag gefolgt, was mir aber nicht gesagt wurde, war, wie hoch die Gebühren sind in Bezug auf den geringen Einsatz. Es ist empfohlen worden, von meiner Seite noch nach meinen Möglichkeiten hinzu zu zahlen. Dies ist für mich jedoch frühestens ab 01.06.2010 möglich.Da könnte ich ca. bis zu 150,00 €/monatlich für Rücklage / Einsatz realisieren.

Soll ich alles so lassen wie es ist und die Anlage zum 31.12.2012 auflösen oder eventuell verlängern? Soll ich ab Juni noch mehr dazuzahlen? Halten Sie die Anlage aktuell für empfehlenswert oder gibt es eine andere Möglichkeit?"

 

Der DekaStruktur 4 Chance Plus Fonds ist ein Dachfonds. Damit hat er zwei Gebührenebenen. Die Dach-Ebene hat eine ausgewiesene Total Expense Ration von 1,38%, die einzelnen Fonds, die der Dachfonds hält, haben ebenfalls Gebühren. Die Gebühren der einzelnen Fonds (über 95% Aktienfonds) liegen bei 1% und 1,5%, so dass die laufenden Kosten bei mindestens 2,38% (1,38% + 1%) liegen. Dazu zahlen Sie vermutlich bei jedem Kauf die vollen 2% Ausgabeaufschlag und vermutlich eine Jahresgebühr für das Depot (10 - 15 Euro pro Jahr). Die Gebühren sind bis auf die Depotbankgebühr also prozentual.

Ich halte Dachfonds auf Grund der zwei Gebührenebenen grundsätzlich für ungeeignet. Mit einem guten weltweit anlegenden Aktienfonds hätten Sie a) eine bessere Rendite erzielt und b) bei Kauf über einen Fondsdiscounter den Ausgabeaufschlag eingespart.

Sie könnten das bislang Gesparte ruhen lassen und zukünftig Ihre VL-Leistungen bei einem Anbieter ohne Ausgabeaufschlag investieren. Ob Sie den Fonds 2012 behalten, können Sie erst dann unter den dann aktuellen Marktgegebenheiten entscheiden.

Wenn Sie mehr sparen wollen, empfehle ich Ihnen, dass nicht mit dem VL-Depot zu vermischen, sondern bei einer Direktbank ein Depot zu eröffnen. Dort haben Sie dann die Wahl zwischen Fondssparen (es gibt viele gute Fonds ohne Ausgabeaufschlag), Tagesgeld und – wenn dort einiges zusammengespart ist - Festgeld. Eine Aufteilung der Sparrate in verschiedene Anlageklassen wäre sicherlich sinnvoll.

 

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20./21.12.08
Ursula Wo.: Ich bin 55 Jahre und bekomme jetzt 45.000 Euro von meiner Lebensversicherung ausgezahlt.Ich bekomme später laut BfA eine gerechnete Rente von ca. 700 Euro und habe zurzeit ein Nettogehalt von ca. 1000 Euro. Das Geld ist für meine Alterssicherung. Wie lege ich das Geld bis zu meiner Rente am Besten an? Ich bin verheiratet. Wir haben eine Eigentumswohnung die noch ca. 8 Jahre als Rest-Darlehen (Bausparvertrag) bezahlt werden muss (510,- € monatlich), mit einem Zinssatz von 2,9%. Bis auf einen Notgroschen haben wir ansonsten keine weiteren Ersparnisse.

Stefanie Kühn: Ich empfehle Ihnen, die 45.000 Euro ganz sicher anzulegen, da es Ihre einzige Altersvorsorge ist. Verzichten Sie auf jedwede Art von Fonds, Zertifikaten oder was Ihnen sonst vorgestellt wird. Da Sie derzeit mit einem Festgeld eine höhere Nach-Steuer-Rendite erzielen können als Sie bei Ihrem Darlehen zahlen müssen, lohnt sich ein vorzeitiges Ablösen Ihres Darlehens nicht. Im Festgeldbereich bekommen Sie derzeit (Stand Ende November) bei einer einjährigen Anlage über 5% Zinsen. Sie und Ihr Mann haben ja zunächst bis zur Höhe von 1.602 Euro steuerfreie Zinsseinnahmen, darüber hinaus werden diese mit Ihrem persönlichen Steuersatz, aber ab 2009 mit maximal 25% Abgeltungsteuer zzgl. Soli und Kirchensteuer versteuert. Wenn das Jahr um ist, legen Sie es erneut im Festgeldbereich an, je nach der Entwicklung der Zinskurve könnte sich dann auch eine längere Bindung lohnen. Bei Direktbanken erhalten Sie im Festgeldbereich oft attraktivere Konditionen als bei Ihrer Hausbank. Vergleichen Sie auf jeden Fall.


08.12.08
Ursula W.:
Mein Sohn spart bei Templeton Growth Fund monatlich 100 Euro und besitzt inzwischen 613.279 Anteile. Der Wechselkurs betrug im September 144,33 USDollar. Meine Frage ist, wäre es besser bei der augenblicklichen Wirtschaftslage eine andere Anlagenform zu wählen, allerdings sollte diese nicht risikoreich sein oder sollte mein Sohn langfristig abwarten, da er momentan dieses Geld nicht benötigt? Bezüglich der ab 1.1.09 geltenden Abgeltungssteuer würden wir auch gerne wissen, ob es ratsam sei umzuschichten bzw. eine andere Anlageform zu wählen und wenn ja, in welcher Form. Wie wird sich die Abgeltungssteuer auf seine bisherige Anlage auswirken?

Stefanie Kühn: Mit einem Sparplan kauft man regelmäßig ein – ohne sich Gedanken über den Investitionszeitpunkt zu machen. Genau das ist meines Erachtens der Vorteil – man versucht nicht schlauer zu sein als der Markt. Auch kauft man in schlechten Zeiten günstiger ein – handelt also antizyklisch. Sie schreiben, Ihr Sohn hat einen langfristigen Anlagehorizont, also kann er seine Strategie weiter verfolgen.
Der Templeton Growth Fund ist kein unumstrittener Fonds. Derzeit gehört er sicherlich nicht zu den besten der Kategorie weltweite Aktienfonds. Jedoch – er kann auf eine lange erfolgreiche Historie zurückblicken. Vielleicht könnte Ihre Sohn ab 2009 einen anderen Fonds besparen – auch aus der Kategorie „Aktienfonds weltweit“. Denn ein neues Depot zur sauberen Trennung von Bestand vor Beginn der Abgeltungsteuer und nach Beginn der Abgeltungsteuer ist ratsam. Mit einem zweiten Fonds wird das Risiko unter den Fonds gestreut.
Die Abgeltungsteuer wird für alle ab 2009 gekauften Anteile greifen – das können Sie nicht verhindern. Deshalb nicht mehr im Aktienbereich zu sparen, halte ich aber für falsch. Aktien sind eine Sachwertanlage und mit ihnen konnte man langfristig eine gute Rendite erzielen.

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17.11.08
Vera G.: Von meinem Finanzberater bei der VR-Bank wurden mir zwei Sachwert-Rendite-Fonds, der Immobilienfonds Indien 2 und der Immobilienfonds Japan von MPC empfohlen. Dazu hätte ich einige Fragen: Wer steht hinter MPC? Handelt es sich bei beiden Fonds um offene oder geschlossene Fonds? Wie unterscheiden sich offene und geschlossene Immo-Fonds grundsätzlich? Wie ,sicher‘ ist diese Anlage, kann es zum Totalverlust kommen? Ich bin nur begrenzt risikobereit, könnte aber jeweils 10 000 Euro auf zirka fünf Jahre anlegen.

Stefanie Kühn: MPC ist eine international operierende Handels- und Dienstleistungsgesellschaft, die auf die Tradition des hanseatischen Kaufmannstums zurückblicken kann. Heute hat MPC diverse Geschäftsbereiche, bspw. Schifffahrt und Kapitalanlagen.
Die Ihnen angebotenen Fonds sind geschlossene Fonds. Im Unterschied zu offenen Fonds haben Sie hier ein klar definiertes Investitionsobjekt oder einen klar definierten Umfang einer sog. „Black box“. Es wird nur soviel Geld eingesammelt, dass genau die geplanten Investitionen getätigt werden. Sie werden Mitunternehmer und können – im Gegensatz zu offenen Fonds – Ihren Anteil NICHT börsentäglich verkaufen. Ein Totalverlust ist möglich. Die Anlagen passen weder zu Ihrer Risikoeinstellung noch zu Ihrem Anlagehorizont – daher rate ich Ihnen von diesen Fonds ab.

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10.11.08
Josef B.:
Mein Sohn (44 Jahre, verheiratet, zwei Kinder (10 und 6 Jahre alt)) spart für die Altersvorsorge in folgende Fonds: 1. Monatlich 160 Euro WKN 973270 Fidelity FDS Europa Growth FD ISIN LU 485 78792 seit 1.2.2005 – das Ergebnis nach 3 1/2 Jahren ist nicht besonders gut. Soll er diesen Fonds weiterhin besparen – in dieser Höhe? Oder aufteilen in einen anderen Fonds? 2. Monatlich 120 Euro Riester-Fonds mit Zulagen (Höchstbetrag) seit 12/2006 Uni Global ISIN DE 0008 49 1051 bei der 'Voba'. Im Finanztest immer als 'sehr gut' herausgestellt. Das Ergebnis bis dato nur Verluste. Soll er vielleicht einen anderen Fonds nehmen und umschichten?

Stefanie Kühn: Zum Sparplan: Der Fonds, den Ihr Sohn bespart, ist grundsätzlich ein guter Aktienfonds für europäische Werte - dem Markttrend jedoch konnte er sich nicht entziehen. Der Sinn der Sparpläne für die Altersvorsorge ist aber das „Durchhalten“, Börsenkrisen gehören dazu. Zukünftig jedoch könnte er, wenn es wieder einmal fünf gute Börsenjahre gab, einmal daran denken, sich ein Limit zu setzen und die Gewinne mitzunehmen. Denn an mitgenommenen Gewinnen ist bekanntlich noch keiner gestorben. Wenn ihm die Position grundsätzlich zu groß wird, kann er den Betrag teilen oder einmal einen guten weltweit anlegenden Fonds besparen.
Bei einem Bausparvertrag müssen Sie genau abwägen. Die Sparzinsen sind gering, die Abschlusskosten hoch. Durch die staatliche Förderung wird die Rendite u.U. auf ein ordentliches Maß gehebelt. Das sollten Sie sich genau vorrechnen lassen und überprüfen, ob die Kosten renditemindernd eingerechnet wurden.
Zur Riester-Rente: Aktienmärkte können und dürfen schwanken. Mit der Entscheidung für einen fondsgebundenen Riestervertrag hat Ihr Sohn sich entschieden, dieses mitzumachen. Wissend, dass Beiträge und Zulagen am Laufzeitende vom Staat garantiert sind. Einen anderen Fonds bei der Union kann er nicht nehmen und das wäre meines Erachtens auch nicht sinnvoll. Das Produkt wird grundsätzlich auch von mir als gut beurteilt.

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30.10.08
Brigitte P.: "Für meine Tochter (21 Jahre, Lehramtsstudium) möchte ich monatlich 50 Euro anlegen. Eine empfohlene Bu-Versicherung kommt nach Auskunft bei einer Versicherungsmaklerin nicht in Frage. Vorgeschlagen wurden uns, das Geld in einen Bausparvertrag anzulegen, um eine Summe anzusparen, die sie dann evtl. nach Studiumsende für Wohnungseinrichtung, Berufsaufbau etc. verwenden könnte, in einen offfenen Fonds oder in eine Personen-Altersversicherung. Was würden Sie mir raten?"

Stefanie Kühn: Warum eine BU-Versicherung nicht in Frage kommt, ist mir nicht klar. Grundsätzlich ist es sehr sinnvoll, diese in jungen Jahren, in denen mit hoher Wahrscheinlichkeit noch keine Gesundheitsprobleme vorliegen, die zu einem Ausschluss führen könnten, abzuschließen. Die Absicherung der existenzvernichtenden Risiken (was ein früher Eintritt einer Berufsunfähigkeit sicherlich wäre) ist immer wichtiger als der Vermögensaufbau durch Sparen. Wenn Sie für Ihre Tochter Geld ansparen möchten und Ihr Ziel lautet „langfristiges Sparen, eventuell Altersvorsorge“ empfehle ich Ihnen auch einen Fondssparplan auf einen guten weltweit anlegenden Aktienfonds. Möchten Sie jedoch, dass Ihre Tochter über das Geld zum Studiumsende mit Sicherheit verlustfrei verfügen kann, würde ich es im Tagesgeld ansparen und immer, wenn die Summe ausreichend hoch ist, in Festgelder umschichten. Nur so haben Sie die Sicherheit, dass Ihre Tochter wirklich eine Wohnung davon einrichten könnte.
Bei einem Bausparvertrag müssen Sie genau abwägen. Die Sparzinsen sind gering, die Abschlusskosten hoch. Durch die staatliche Förderung wird die Rendite u.U. auf ein ordentliches Maß gehebelt. Das sollten Sie sich genau vorrechnen lassen und überprüfen, ob die Kosten renditemindernd eingerechnet wurden.

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17.10.08
Marianne H.:
"Meine Nichte ist 31 Jahre alt und sehr umweltbewusst. Es wurde ihr eine Anlage bei der Firma SOLAR Millennium AG in 91052 Erlangen zu folgenden Bedingungen empfohlen: Festzins 6,75 Prozent p. a., Mindestanlage 1.000 Euro, Laufzeit fünf Jahre. Es fallen keine Ausgabeaufschläge an.

Meine Nichte würde gerne mit 5.000 Euro dort einsteigen. Würden Sie ihr zu dieser Anlage raten? Wie beurteilen Sie diese Anleihe?"

Stefanie Kühn: Die Solar Millennium AG sammelt derzeit selbst Geld für die weitere Expansion ein. Investiert wird in solarthermische Kraftwerke, die aus der Wärmeenergie der aufgefangenen Sonnenstrahlung Strom erzeugen. Dieser Technologie wird auch von namhaften Forschungsinstituten Zukunftsfähigkeit bescheinigt.
Mit der Zeichnung gibt Ihre Nichte dem Unternehmen Kredit. Ihr Risiko ist, dass die Solar Millennium AG zahlungsunfähig wird und die Zinsen und eventuell auch die Rückzahlung nicht leisten kann. Ein solcher Fall hängt nicht nur vom Erfolg der solarthermischen Kraftwerke ab, sondern auch vom Management.
Ob die Anlage in die Anlagestrategie Ihrer Nichte passt, kann ich nicht sagen - ist es ihre einzige Geldanlage würde ich ihr sicherlich abraten, soll es nur ein kleiner Baustein sein und sie ist sich über die Risiken bewusst, ist es sicherlich eine Anlage, die zu ihrer umweltbewussten Grundeinstellung passt.

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14.10.08
Richard W.: "Mir wurde Mitte April folgende Anlage verkauft: Dachfonds Moventum Plus Aktiv Ausgew. PTF Eurp (ISIN LU0326454708). Wie gut ist der Dachfonds? Bis jetzt hat er mir zehn Prozent Verlust gebracht. Mir wurde dieser Fonds als risikolos angeboten. Soll man ihn behalten oder besser wieder abgeben? So wie es bislang läuft war es nicht abgemacht."

Stefanie Kühn: Ihr Dachfonds ist ein Fonds, der laut Beschreibung von Moventum ungefähr hälftig in Aktien- und Rentenfonds aus dem Wirtschaftsraum Europa investiert. Von risikolos kann also keine Rede sein. Der angegebene Anlagehorizont beträgt mindestens 5 Jahre. Da der Dachfonds neu ist, kann noch nichts über seine Güte gesagt werden – allein die Aussage, dass man ja hier nun im Dachfonds das macht, was man bislang ohne das Dach gemacht hat, reicht nicht. Auch der Blick in die Vergangenheit – es wird eine Rendite von 9,5% bei einer Schwankung von nur 5,6% angegeben – ist differenziert zu betrachten. Der Rückrechnungszeitraum ist der 1.1.2003 bis 31.12.2007 – also der komplette Aufwärtstrend der Aktienmärkte der letzten Jahre.
Dachfonds werden derzeit mit Blick auf die Abgeltungsteuer verkauft – aufgrund der fehlenden Historie ist aber auch offen, ob die Fonds alle einmal die „Kritische Masse“ erreichen werden. Vielleicht müssen viele Fonds in einigen Jahren mangels Masse vom Markt genommen werden – ärgerlich für den steuergetriebenen Anleger. Die Gebührenbelastung bei Dachfonds ist genau zu betrachten. Lohnt es sich wirklich eine Euro-Renten-Anlage über Fonds und einen Dachfondsmanager abzubilden? Festgelder und Euro-Anleihen selbst zu managen ist nicht so kompliziert und eine Risikostreuung kann leicht selbst erreicht werden.

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09.10.08
Günter W.:
"Im Jahre 2000 entschied ich mich für den Fonds Uni Global Titan und legte rund 51.000 Euro an, bis heute ein Verlust von über der Hälfte. Nun empfahl man mir Uni Opti und Liga Paz sowie Euro Real Dynamik Garant der Postbank. Wie schätzen Sie die Aussichten der Fonds ein oder empfehlen Sie mir einen Umstieg?"

Stefanie Kühn: Vermutlich meinen Sie den UniOpti 4, einen steueroptimierten Geldmarktfonds, dessen zukünftige steuerliche Beurteilung aber Stand heute, 16.9.08 möglicherweise bald verändert wird. Dann würde der Fonds unattraktiver werden. Welchen Fonds Sie aus der Liga Pax Serie der Union meinen, schreiben Sie nicht. Sie finden hier sowohl Renten- als auch Aktienfonds. Den von Ihnen genannten Postbankfonds kann ich auf deren Homepage nicht finden.
Einen Wechsel aus dem UniGlobalTitans 50 befürworte ich auch, denn dieser Fonds hat in der Vergangenheit eine schlechte Rendite aufgewiesen. Grundsätzlich sollten Sie überlegen, wie hoch Ihre Aktienquote zukünftig sein soll. Erst im zweiten Schritt können Sie dann passende Produkte auswählen. Von Euro-Rentenfonds rate ich Ihnen grundsätzlich ab, ein Festgeld ist für Sie transparenter, kostengünstiger und letztlich auch renditestärker.

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23.09.08
Anna-Maria M.: "Unser Depot bei der Dresdner Bank sieht folgendermaßen aus: Dresdner Bank AG Global Champion III ZT 07 (o7.04.10) mit insg. 40.000 Euro, Dresdner Vermögens Management wachstumsorientiert: 30.000 Euro (Verw.Geb. 1,78 % incl. MwSt.), Dresdner Vermögens Management ausgewogen: 70.000 Euro (Verw. Geb. 1,49 % incl. MWSt.). Wir benötigen das Geld in den nächsten Jahren nicht, überlegen aber wegen der wirtschaftlichen Lage und weil die Wertminderung der Anlagen schon erheblich ist, das Depot aufzulösen und auf Festgeld anzulegen. Wegen der Abgeltungssteuer werden die Dresdner Vermögens Management umgewandelt in einen Dach-Investmentfond namens "Dresdner Vermögens Management Balance". Was raten Sie uns?"

Stefanie Kühn: Von Dachfonds rate ich Ihnen grundsätzlich ab. Sie haben zwei Gebührenebenen (Dachfondsmanager und die Manager der einzelnen Fonds). Den Nachweis einer langfristig erfolgreichen Rendite können viele neue Dachfonds noch nicht führen - auch der Ihnen empfohlene Dachfonds scheint erst seit Jahresanfang zu bestehen.
Damit das Investment unter dem Gesichtspunkt "Abgeltungsteuer" erfolgreich wird, muss der Fonds auch langfristig bestehen. Dafür ist wichtig, ob er genügend Masse hat - kleine Fonds werden später leicht geschlossen, da sie nicht wirtschaftlich arbeiten können. Oder aber die Gebührenschraube für im Dachfonds "Gefangene" kommt in Gang. Neue Fonds verfügen zunächst nicht über ein hohes Investitionsvolumen und es ist fraglich, wie viel Geld ab 2009 in Dachfonds fließen wird.
Grundsätzlich ist auch zu überlegen, wie Sie sich in Zeiten wie diesen positionieren. Sicherheit geht hier vielleicht vor Renditechancen. Sie könnten beispielsweise auch physisches Gold als Krisenwährung in Betracht ziehen.

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20.08.08
Herbert M.:
"Ich bin auf der Suche nach einem ETF-Fonds, mit dem auch ein Sparplan möglich ist. Gibt es so einen Fonds überhaupt?"

Stefanie Kühn: ETFs (Exchange Traded Funds) sind Indexfonds, die sich dadurch auszeichnen, dass die laufenden Kosten deutlich geringer sind, als der gemanagten Fonds. Sie werden über die Börse gekauft (zu den jeweiligen Bankspesen) und besitzen keinen Ausgabeaufschlag. Dieser beträgt bei gemanagten Fonds bis über 5%. Bislang ist das ETF-Sparplan-Angebot noch recht übersichtlich, jedoch nimmt die Zahl der Direktbanken und die Anzahl der angebotenen Fonds zu. Die Kosten sind dabei oftmals noch recht hoch und nicht einheitlich. Einige Banken nehmen einen fixen Betrag (z.B. 2,50 Euro) zzgl. eine prozentuale Gebühr, einige nehmen nur eine prozentuale Gebühr. Es gab auch schon Lockangebote, dass die ersten Monate ohne Gebühr gekauft werden konnte. Die Augsburger Aktienbank ist bietet hier ein günstiges Angebot. Fragen Sie doch bei Ihrer Direktbank nach, ob und welche Sparpläne angeboten werden.

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06.08.08
Christian M.: "Haben Sie schon mal etwas von 'Grand Slam Schweizer Asset Management' gehört? Was halten sie davon?"

Stefanie Kühn: Laut Homepage handelt es sich wohl um eine Vermögensverwaltung mit Fonds. Pro Teil-Strategie wird ein - unbestritten guter - Fonds erwähnt. Wie im Detail investiert wird, konnte ich nicht herausfinden. Im Internet finden Sie auch die folgende Beschreibung: 'Das Finanzkonzept Grand Slam zeichnet zwei typische Eigenschaften aus: liechtensteiner Qualität und Zuverlässigkeit, kombiniert mit Schweizer Diskretion und Sicherheit'. Den weiter beworbenen Standortvorteil kann ich nur sehen, wenn man seine Anlage in Deutschland geheim halten will. Geworben wird ferner mit dem 'Bund der Verbraucher', der übrigens keinesfalls zu verwechseln ist mit den Verbraucherschutzbund. Der Vertrieb erfolgt wohl über so genannte Strukturvertriebe, was ich ungewöhnlich finde.
Die Gebühren werden offenbar am Anfang für 30 Jahre im voraus bezahlt - aus 'steuerlichen Gründen'. Einigen Forenbeiträgen nach zu urteilen sind sie nicht gerade niedrig.
Insgesamt erscheint mir die Anlage fragwürdig. Mein Rat für Sie: Tätigen Sie Anlagen, die Sie leicht verstehen können und verzichten Sie auf Produkte, die Sie mit einem Steuervorteil für lange Jahre ködern wollen. In der Vergangenheit habe ich schon sehr viele Anleger diesbezüglich sehr enttäuscht gesehen.

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18.07.08
Ulrich H.:
"Meine Kinder (20/18/10 Jahre) haben Anteile bei Fidelity SICAV Eurobond Fund von je 5.000 Euro und bei Templeton Growth Fund Nr. 147, ISIN Nr. US 880 199 1048, WKN 971025 je 20.000 Euro, Fondswährung US-Dollar. Bei der Heidelberger LV haben sie eine Fondsgebundene Lebensversicherung, in die monatlich 154 Euro einbezahlt wird. Alle Anlagen wurden 2002 begonnen.

Der Anlagenhorizont ist dem Alter entsprechend lang. Alle Anlagen werden von MLP gemanagt. Dort empfiehlt man uns nun Fidelity und Templeton zu verkaufen und in 'Superfonds' zu investieren. WKN A0MUWV, ISIN DE 000A0MUWV1 bzw. WKN AOMUWU, ISIN DE 000AMUWU3. In die LV soll weiter einbezahlt werden.
Was halten Sie von dem Wechsel in die Superfonds? Ist es sinnvoll die LV weiter zu bezahlen?"

Stefanie Kühn: Wechsel in die nun aus allen Ecken und Enden aufgelegten Dachfonds/Superfonds beurteile ich als äußerst kritisch. Der Nachweis, dass diese Fonds einen Mehrwert für Sie erzielen fehlt einfach. Da kann der Vorteil der Abgeltungsteuerfreiheit auch schnell wieder dahin sein. Grundsätzlich halte ich nichts von Euro-Rentenfonds, weil ich glaube, Sie können hier selbst mit wenig Aufwand durch die Auswahl guter Festgelder und Anleihen eine höhere Rendite erzielen. Einen Fondsmanager brauchen Sie dazu nicht.
Der Templeton Growth Fund hat in den letzten Jahren zwar keine überzeugende Leistung geliefert, langfristig gesehen jedoch schon. Ob Sie diesen noch vor Jahresende mit Blick auf die Abgeltungsteuer tauschen könnten Sie überlegen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie einen eventuellen neuen Fonds über die Börse kaufen, um die Kosten zu minimieren.

Die Entscheidung, eine Lebensversicherung, die noch komplett steuerfreie Erträge bringt, ist zu vielschichtig, um hier erläutert zu werden. Überprüfen Sie zunächst, ob die Entwicklung in der Zeit von 2002 bis heute im Vergleich zum Aktien- und Rentenmarkt nach Steuern angemessen war. Ist sie das, spricht nichts gegen eine Fortführung - jedoch sollten Sie hier regelmäßig überprüfen.

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18.07.08
Hermann K.: "Ich möchte einen Betrag von 75.000 Euro als Basisanlage nach folgenden Kriterien anlegen: hohe Sicherheit, geringe Wertschwankungen, jederzeit verfügbar, Rendite: wenigstens Inflationsausgleich. Meine Bank hat mir den Dachfonds "HVB Vermögensdepot privat Balance PI: AOMO34" vorgeschlagen. Würden Sie mir bitte Ihre unabhängige Meinung dazu mitteilen."

Stefanie Kühn: Eine Rendite, die Ihnen wenigstens Inflationsausgleich verspricht, tägliche Verfügbarkeit, keine oder minimale Wertschwankung, all das erzielen Sie mit Tagesgeldkonten oder steueroptimierten Geldmarktfonds. Und das ohne "Wenn und Aber". Einen relativ jungen Dachfonds - über dessen Güte Sie naturgemäß noch gar nichts wissen können - dazu mit einer Managementgebühr auf Dachfondsebene in Höhe von 1,9% pro Jahr - da kann ich Ihnen nicht versprechen, ob dieser Ihre Ziele erfüllt. Vermutlich hat der Fonds auch einen Ausgabeaufschlag, der zunächst einmal verdient werden muss. Allein die 1,9%, die jedes Jahr auf Dachfondsebene "extra" verdient werden müssen, können Sie nachdenklich stimmen. Auch die Kosten auf der Fondsebene sollten Sie recherchieren - u.U. haben Sie hier noch einmal eine ähnliche Kostenbelastung zusätzlich. Wenn Sie Ihre Rendite über das Tagesgeldniveau hinaus steigern möchten, könnten Sie überlegen, einen Teil des Vermögens in ein gestreutes Fondsportfolio anzulegen - jedoch nur einen kleinen Teil, denn Sie schreiben ja ganz klar, wie wichtig Ihnen der Werterhalt ist.

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09.07.08
Gabriele Sch.-S.: "Ich habe einige Beträge in folgenden Fonds angelegt: AXA Immoselect, AXA WF Optimal Income acc, BGF Global Allocation Fund Eur hedged, dit Degi Intern., Fidelity Eur. Growth Fund, M&G Global Basic Fund, Templeton Growth Eur. Fund A (acc). Um die zukünftige Abgeltungssteuer zu sparen, hat mir der Anlageberater geraten, jeweils die Hälfte der Fonds in folgende Dachfonds umzuschichten: GlobalManagement Classic 50 (WKN AONE 4U), GlobalManagement Chance 100 (WKN AONE 4R), in denen o.g. Fonds zum Teil schon enthalten sind. Ich benötige die Beträge nicht. Sie sollen zu meiner Sicherheit langfristig angelegt bleiben. Was halten Sie von diesen Vorschlägen?"

Stefanie Kühn: Derzeit ist ein Trend zur Umschichtung in Dachfonds festzustellen. Auch ist die Anzahl neuer Dachfonds geradezu explodiert. Ob diese alle die kritische Masse erreichen, ist offen. Ist ein Fonds zu klein, werden die ohnehin schon teuren Dachfonds vielleicht noch teurer - oder sie werden wieder geschlossen. Das ist nur ein Grund, warum ich empfehle, sehr vorsichtig bei der Umschichtung in einen Dachfonds zu sein. Das wäre gerade in Hinblick auf die Abgeltungsteuer kontraproduktiv. Ihr Fondsportfolio ist doch insgesamt ein rundes Paket - sicherlich könnten Sie dies in Hinblick auf die Abgeltungsteuer noch einmal im Detail überprüfen. Die Ihnen vorgeschlagenen Dachfonds sind relativ neu - eine Aussage über die Güte kann also noch gar nicht getroffen werden.

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24.06.08
Peter T.: "Ich (72) möchte auf den Namen meines Enkels (1 Jahr) einmalig 10.000 € bis zu dessen Volljährigkeit anlegen (Verfügung nach Erreichen des 18. Lebensjahres). Das Geld würde ich gerne in den Immobilienfonds SEB IMMOINVEST K. Nr. 980230 investieren und die jährlichen Ausschüttungen im Fonds belassen. Würden Sie diese Zukunftsinvestition für gut heißen? Mir geht es um eine gewisse "Automatisierung, d. h. anlegen u. vergessen". Läuft die Anlage bei meinem Tod ohne Probleme weiter? Habe ich noch Zugriff wenn es sinnvoll erscheint, diese Anlage - wegen schlechter Fondsentwicklung - umzuschichten? Wie wirkt sich die Abgeltungssteuer, sowie der Freibetrag aus?"

Stefanie Kühn: Wenn Sie das Depot auf den Namen Ihres Enkels anlegen, ist darin grundsätzlich eine Schenkung zu sehen. Solange dieser nicht volljährig ist, wird er von seinen Eltern vertreten, die dann für ihn verfügen können. Sie haben dann unmittelbar keinen Zugriff mehr auf das Depot, der Steuerfreibetrag steht Ihrem Enkel zu.
Eine andere Möglichkeit wäre, im Wege eines sog. Vertrages zugunsten Dritter mit der Bank zu vereinbaren, dass zum Zeitpunkt Ihres Todes oder – falls dies früher der Fall wäre – zum Zeitpunkt der Volljährigkeit die Rechte an dem Depot auf Ihren Enkel übergehen. So behalten Sie bis zum Eintritt der Bedingung die Zugriffsmöglichkeit auf das Depot und können es auch umschichten. In dem Fall, dass sie sterben, bevor Ihr Enkel volljährig ist, wird er bis zur Volljährigkeit wiederum von seinen Eltern vertreten. Sie können aber mit der Bank vereinbaren, dass diese das Depot erst bei seiner Volljährigkeit freigibt. Alternativ können Sie in einem Testament auch ein Vermächtnis an dem Depot für Ihren Enkel aussetzen. Um sicherzustellen, dass nicht die Eltern bis zur Volljährigkeit verfügen, können Sie einen Testamentsvollstrecker einsetzen, der die Verwaltung bis zur Volljährigkeit übernimmt. Da der Übergang des Depots auf Ihren Enkel unentgeltlich erfolgen wird, läuft für diesen dann keine neue Spekulationsfrist an. Sofern Sie die Anlage noch in diesem Jahr tätigen, kommt dann bzgl. der Wertsteigerung des Fonds nicht die Abgeltungsteuer zum Tragen und die Wertsteigerung ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
Der SEB ImmoInvest ist grundsätzlich ein solider offener Immobilienfonds, er schüttet jedoch aus.

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12.06.08
Anja L.: "Ich werde ich ständig von einem unabhängigen Anlageberater kontaktiert, der mir errechnet, dass die durch verschiedene Produkte der Allianz errechnete Rente für meinen Mann und mich nicht stimme. Er ist der Meinung, ich sollte im Hinblick auf die Abgeltungssteuer das bestehende Kapital samt der 350 Euro monatl. (das wäre die errechnete Altersregelrente) in einen vermögensverwaltenden Superfonds StrategieInvest von Herrn Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG investieren. Wir besitzen ein Einfamilienhaus, haben 4 Kinder und außerdem habe ich auch noch zwei weitere Lebensversicherungen bei der Allianz über 32.000 Euro und der Versicherungskammer über 33.000 Euro. Leider kennen wir uns gar nicht aus, und wissen jetzt nicht, ob dieser Herr uns gut berät?"

Stefanie Kühn: Ob die Rentenanwartschaften der Allianz für Sie und Ihren Mann stimmen oder nicht, kann ich Ihnen so nicht beantworten. Ich glaube jedoch nicht, dass die Allianz sich an dieser Stelle Fehler erlaubt. Wenn Sie hier unsicher sind, kann man das finanzmathematisch überprüfen.
Ich bin grundsätzlich sehr skeptisch, wenn Bestehendes aufgelöst werden soll, um es neu zu investieren. Die Abschlusskosten bei der Allianz sind wahrscheinlich längst bezahlt und nun sollen Sie neue Abschlusskosten tragen. Im Hinblick auf die Abgeltungsteuer sind Rentenversicherungen nicht benachteiligt, so dass dies zumindest kein Argument darstellt. Überlegen Sie sich auch, ob die Superfonds von Dr. Jens Ehrhardt zu Ihrer Lebenssituation und Risikoeinstellung passen. Der Satzteil von Ihnen, der mich wirklich misstrauisch stimmt, lautet "ich werde ständig ... kontaktiert...". In diesem Fall wäre ich extrem vorsichtig, da hier möglicherweise jemand nur auf seine Verkaufsprovision aus ist.

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05.06.08
Magdalena K.: "Ich (69) bin gerade Oma geworden und möchte meinem Enkel jedes Jahr 1000 Euro vermachen. In einer Bank raten sie mir zum Fondsparen und in der anderen Bank zu einem Bausparvertrag - aber da stören mich die niedrigen Zinsen und die Abschlussgebühr. Eine Lebensversicherung scheidet aus da ich nicht weiß, ob ich noch 20 Jahre lebe bzw. einzahlen kann. Was raten Sie mir?"

Stefanie Kühn: Es ist immer besonders schön, wenn Großeltern für ihre Enkel sparen. Ich finde, Ihre Beurteilung der Anlagemöglichkeiten sehr gut. Zu einem Fondssparplan rate ich Ihnen auch. Sie sind damit höchst flexibel, auch wenn die Summe einmal kleiner ausfallen sollte. Die Renditerwartung bei einem Fondssparplan hängt von den gewählten Fonds ab. Sie können reine Aktienfonds nehmen oder beispielsweise einen offenen Immobilienfonds beimischen. Von Rentenfonds rate ich Ihnen ab, da bei dem derzeitigen Zinsniveau die Kosten im Verhältnis zu den Ertragsmöglichkeiten zu hoch sind. Allerdings hat auch ein Fonds Kosten. Die Höhe des Ausgabeaufschlags hängt von Ihrer Bank ab und liegt zwischen 0 und 5,5%. Diese fällt einmalig beim Kauf an. Die Verwaltungsgebühr wird direkt im Fonds einbehalten und beträgt bis zu 2% pro Jahr. Um diese kommen Sie nicht herum.

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24.05.08
Peter H.:
"Mit Valuta v. 6.1.06 kaufte ich Bundesschatzbriefe B (WKN 110588) zu einem Kurs von 121,74%. Nach Fälligkeit (1.1.2008) wurde mir der Kurs von 133,81% gutgeschrieben. In der Abrechnung wurde die 30%-ige Zinsabschlagsteuer sowie der Solidaritätszuschlag für den gesamten Zinsertrag, den das Papier brachte, also 33,81% des Nennbetrages abzgl. des Freibetrag von 801 Euro verrechnet. Ich habe also auch Zinsabschlagsteuer u. Soli für Zinsen bezahlt, die ich gar nicht bekommen habe. Die Bank sagte mir, dass Zuviel kann ich beim Steuerausgleich zum Jahresende beim Finanzamt geltend machen. Banktechnisch sei die Abbuchung richtig gelaufen. Sie führte weiter an, dass der Vorbesitzer angeblich ebenfalls das Delte aus seinem Kauf und Verkauf versteuern müsste. Meines Erachten müsste ich lediglich für die Differenz meines Kaufes bzw. Verkaufes die Steuer entrichten und nicht für den Gesamtbetrag. Hier liegt doch eine Doppelversteuerung der ersten 5 Jahr vor, oder?"

Stefanie Kühn: Nach einem Erlass der Finanzverwaltung vom 05.11.2002 fließen bei Bundesschatzbriefen Typ B die Erträge dem Steuerpflichtigen in dem Zeitpunkt zu, in dem entweder die Endfälligkeit erreicht ist oder die Titel an die Deutsche Finanzagentur zurückgegeben werden. Dem Zinsabschlag soll dann der gesamte Kapitalertrag unterliegen. Das ist bei Ihnen der gesamte aufgelaufene Zinsertrag von 33,81%. Die Bank hat somit den Zinsabschlag bei Ihnen korrekt nach den Vorgaben der Finanzverwaltung vorgenommen. Vom Zinsabschlag zu unterscheiden ist die tatsächlich von Ihnen aufgrund Ihrer Steuererklärung zu berechnende persönliche Steuer auf Ihre Kapitaleinkünfte. Der Zinsabschlag ist insoweit nur eine Vorauszahlung dieser Steuer. Im Rahmen Ihrer Steuerveranlagung müssen Sie dann nur die Differenz zwischen Ihrem Kaufpreis und den Einnahmen bei Fälligkeit versteuern. Die im Voraus zuviel bezahlte Zinsabschlagsteuer wird Ihnen dann auf Ihre Steuerschuld angerechnet oder gegebenenfalls erstattet.

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15.05.08
Peter W.: "Ende Januar 2007 verkaufte ich (60) auf Anraten meiner Hausbank den Fidelity European Growth. Grund: die inzwischen erreichte Größe des Fonds sowie der Managerwechsel. Dafür kaufte ich den JPM Europe Stratetic Value (WKN 933913) sowie den Henderson HF Pan Eur Prop A2 (WKN 989232). Während sich der Verlust beim JPM in relativen Grenzen hielt, stürzte der Henderson von ursprünglich 44,45 Euro bereits in 2007 beträchtlich ab und beträgt jetzt nur noch 26,63 Euro. Sollte ich bei letzterem abwarten oder ihn gegen einen besseren Fond austauschen? Das Geld benötige ich nicht in nächster Zeit."
Herr W. hat folg. Fonds mit je 5.000 Euro zusätzlich im Depot: WKN 847101, WKN 797735, WKN 984645, WKN 980230, WKN 800799, WKN 847509, WKN 976976 sowie ISIN LU0224575943.

Stefanie Kühn: Anfang 2007 wurde in den verschiedensten Banken zum Verkauf des Fidelity European Growth aufgerufen. Als Gründe wurden die Größe und die (angeblich) mangelnde Performance genannt. Ich sah das nicht so. Eine kurze Zeit der Underperformance ist m.E. noch kein Grund, gleich den Fonds zu wechseln. Ich schätze die Gefahr, immer dem Trend hinterherzulaufen höher ein. Für mich lag der Verdacht der „Gebührenschinderei“ in diesem Fall nahe. Der Henderson Pan European Property Fund hat im Zuge der Immobilienkrise überproportional verloren, aber natürlich waren die Aktien der Immobilienaktien davor ebenfalls überproportional gestiegen. Momentan wird alles aufgrund der amerikanischen Immobilien- und Finanzkrise, wo Immobilien und Aktien drauf steht, jedoch extrem abgestraft, so dass dies nicht in allen Fällen auch fundamental nachzuvollziehen wäre. Ein Immobilienaktien-Investment in Europa sehe ich langfristig grundsätzlich nicht als negativ an. Da Ihr Anlagehorizont langfristig ist, drängt sich ein momentaner Verkauf nicht auf.

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19.04.08
Hermann A.: "Ich stehe vor einer für mich schwierigen Entscheidung. Zum 15.Mai ist die privat eingezahlte Rente fällig. Jetzt kann ich mich entscheiden: entweder monatlich lebenslang 168,78 Euro oder die Gesamtsumme von 28.653,27 Euro. Sollte ich sterben, erhält meine Frau 13 Jahre diese Rente. Meine Frau wird im August 58, und ich im Juli 67 Jahre alt. Ist es ratsamer die Summe anzulegen, oder eine monatliche Rente zu nehmen? Meine derzeitige staatliche Rente beträgt 776 Euro. Wir können davon leben, da wir ein schuldenfreies Haus haben, und noch eine Wohnung als Ferienwohnung vermieten."

Stefanie Kühn: Nach den Daten der aktuellen Sterbetafel haben Sie eine statistische Lebenserwartung von 87 Jahren und Ihre Frau von 91 Jahren.
Angenommen Sie legen das Geld selbst an und erzielen vor Steuern eine Rendite von 4,2%. Ihr Durchschnittssteuersatz ist mir nicht genau bekannt, aber er wird nach Ihren Angaben vermutlich niedrig sein. Ich nehme ihn einmal mit 10% an. Die Nach-Steuerrendite beträgt damit 3,78%. Würden Sie das Geld also bis zum Ende Ihrer statistischen Lebensdauer aufzehren (also 20 Jahre lang), könnten Sie monatlich 169,79 Euro entnehmen. Danach ist nichts mehr übrig. Von der Rentenversicherung müssen Sie noch 17% Ertragsanteil mit den angenommenen 10% versteuern, so dass Ihnen nach Steuern 165,91 Euro bleiben.
Welche Szenarien sind denkbar? Sie versterben kurz nach Beginn der Rentenzahlung. Dann wäre die Variante Eigenanlage viel besser gewesen, denn Ihre Frau erhält nur 13 Jahre lang die Rente. Sie versterben ungefähr zum Zeitpunkt der statistischen Lebenserwartung. Da die Rentengarantiezeit zum Beginn der Rentenzahlung beginnt, kommt Ihre Frau nicht mehr in den Genuss der Rente (es sei denn, Sie hätten eine Hinterbliebenenabsicherung statt einer Rentengarantiezeit vereinbart). Das Geld ist in beiden Fällen aufgebraucht, den minimalen Vorteil der beiden Varianten einmal außen vor gelassen. Wenn Sie sehr alt werden, was ich Ihnen wünsche, wäre die Rente die bessere Wahl.
Nun ist es an Ihnen, aufgrund Ihres Gesundheitszustandes, der gesamten Versorgung Ihrer Frau falls Sie zuerst sterben und Ihrer Pläne zu entscheiden. Eine Weltreise lässt sich nur mit dem Geld auf Ihrem Konto machen....

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08.04.08
Franz P.: "Ich, 35 Jahre alt, selbstständig, ledig (ohne Kinder), eher sicherheitsorientiert bis ausgewogen risikobereit, will für meine Altersvorsorge über die nächsten 25 Jahre was tun. Dies soll zum einen über einen monatlichen Sparplan, zum anderen über die Anlage von Einmalbeträgen geschehen. Unter dem Aspekt der Abgeltungssteuer stellen sich folgende Fragen:
1. Welche Fonds würden Sie für einen monatlichen Anlagebetrag von 100,00 Euro im Rahmen eines Sparplans empfehlen?
2. Welche Fonds wären für einen Anlagebetrag von 60.000 Euro empfehlenswert?"

Stefanie Kühn: Als Aktienfondssparplan empfehle ich Ihnen den M&G Global Basics (WKN 797735). Dieser weltweite anlegende Aktienfonds wird von Graham French, einem sehr versierten Fondsmanager betreut. Er ist nicht auf kurzfristige Renditemaximierung aus, er investiert in Unternehmen, die seiner Meinung nach in den nächsten Jahren gefragt sind. Dabei berücksichtigt er sehr stark Überlegungen, wie sich die Volkswirtschaften weltweit entwickeln werden. Zudem: Herr French ist ein sehr bescheidener Mann und er wirkt sehr authentisch. Sein Erfolg ist ihm ganz offenbar nicht zu Kopfe gestiegen.
Für eine Einmalanlage empfehle ich Ihnen eine Streuung über alle Anlageklassen (liquide Mittel, Festverzinsliche, Aktien, Immobilien und Rohstoffe). Der Schwerpunkt rein nach Ihrer Beschreibung müsste im Festverzinslichen liegen. In einem solchen Konzept sollten Sie über reine Fondsanlagen oder die derzeit als Allheilmittel gegen die Abgeltungsteuer gepriesenen Dachfonds hinaus denken. Gerade der Bereich der festverzinslichen Anlagen lässt sich kostengünstiger über direkte Anlagen darstellen. Rein aus abgeltungsteuerlichen Gründen ist eine Übergewichtung der aktienbasierten Anlagen m.E. nicht ratsam - wichtiger ist, dass die Anlagen zu Ihnen passen und Sie ruhig schlafen können.

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03.04.08
Ingrid B.: "Ich erhalte Ende diesen Monats 600.000 Euro aus dem Verkauf meines Hauses. Monatlich benötige ich einen Betrag von ca. 900 bis 1.000 Euro für die Bezahlung meiner Mietwohnung. Ich habe vor, einen Teil des Geldes (ca. 280.000 Euro) in eine Eigentumswohnung zu investieren, in ein bis zwei Jahren, da im Moment nichts Passendes für mich auf dem Markt ist.
Es wurde mir auch empfohlen, einen Einmalbetrag von ca. 100.000 Euro in eine Versicherung für eine lebenslange monatliche Rente einzubezahlen (Bei diesem Betrag wären es ca. 340 Euro monatlich).
Gibt es noch andere "sichere" Möglichkeiten der Geldanlage, denn dieses Vermögen ist meine Altersvorsorge? Im Grunde benötige ich das Geld, außer einen Betrag für die Miete, nicht."

Stefanie Kühn: Eine Rendite von 4,5% vor Steuern würde ab 2009 eine Rendite von 3,24% nach Steuern bedeuten (Abgeltungsteuer 25% zzgl. Soli und Kirchensteuer, rund 28%). Damit können Sie im Monat 1.620 Euro entnehmen, ohne Ihren Kapitalstock von 600.000 Euro angreifen zu müssen. Eine solche Rendite erzielen Sie mit festverzinslichen Anlagen oder steueroptimierten Geldmarktfonds. Das Geld, welches Sie für den Erwerb einer Eigentumswohnung benötigen sollten Sie aufgrund der kurzen geplanten Zeit bis zum Erwerb in jedem Fall in einem Festgeld oder einem Geldmarktfonds anlegen. Für die restliche Summe könnten Sie einen kleineren Anteil in Aktienfonds oder offenen Immobilienfonds anlegen. Da Sie nach sicheren Anlagen suchen, sollte dieser Anteil nicht zu hoch bemessen sein. Eine Rentenversicherung halte ich jedoch für unpassend, da Sie Ihnen jegliche Flexibilität nimmt. Zu Rentenbeginn steht Ihnen ja immer noch frei, einen Teil des Geldes in eine Rentenversicherung umzuschichten.

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03.04.08
Ludwig W.: "Ich möchte 50.000 Euro für ca. drei Jahre so anlegen, dass die Abgeltungsteuer umgangen wird. Ist der Dach-Fond "Feri" dafür empfehlenswert oder haben Sie einen besseren Vorschlag?"

Stefanie Kühn: Ein Dachfonds allein unter dem Namen "Feri" existiert nicht. Feri ist einer der größten Vermögensverwalter Deutschlands, seit 2006 mehrheitlich in der Hand von MLP. Feri vertreibt nach Information seiner Homepage keine Fonds selbst, sondern hat Mandate für das Managen diverser Dachfonds. Insofern ist nicht klar, auf welchen Dachfonds Sie abzielen. Feri hat einen weiteren Schwerpunkt im Bereich Research und Rating, so dass Sie bei einem Dachfondskonzept damit rechnen können, dass die Auswahl der Fonds von diesem Wissen profitiert. Bei einer nur dreijährigen Laufzeit käme aus Risikogesichtspunkten nur ein Dachfonds mit Schwerpunkt Renten in Frage. Ob sich ein solcher ob der Kauf- und Verwaltungskosten gegenüber einem steueroptimierten Geldmarktfonds lohnt, müssen Sie abwägen. Derzeit erhalten Sie im Tagesgeldbereich bis zu 6% vor Steuern, ein steueroptimierter Geldmarktfonds erzielt ca. 3,5% nach Steuern.

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26.03.08
Hermann K.: "Wie beurteilen Sie folgende Fonds, die meine Rente aufbessern sollen? Aktivest Total Return (WKN 534 304), Arideka (WKN 847 451), Deka Lux Gl. Value (WKN 989 088), Deka Pharma Tech (WKN 989 095)?"

Stefanie Kühn:Bis auf den ersten Fonds sind alles drei aktiv gemanagte Aktienfonds. Die Renditen der Aktienfonds sind ungefähr so, wie der jeweilige Vergleichsindex, auf Jahressicht bis auf einen Fonds etwas schlechter, auf 3-Jahressicht etwas besser. Die Bewertungen von Rating-Agenturen wie Morningstar oder Feri sind eine weitere Möglichkeit, einen Fonds einzuschätzen. Keiner Ihrer Fonds ist bspw. mit vier oder fünf Sternen bei Morningstar (maximal gibt es fünf Sterne) ausgezeichnet.
Insgesamt sind Ihre Fonds allenfalls als durchschnittlich zu beurteilen. Kostengünstiger würden Sie mit ETF’s (Exchange Traded Funds) fahren. ETF’s sind Fonds, die einen Index, wie bspw. den Euro Stoxx 50 abbilden. Da kein aktives Fondsmanagement bezahlt werden muss, haben sie günstigere laufende Kosten. Sie werden über die Börse gehandelt, so dass auch kein Ausgabeaufschlag anfällt. Zu bezahlen sind lediglich die Kauf- und Verkaufsgebühren, sowie eine (geringe) Differenz zwischen An- und Verkaufspreis (so genannter Spread).
Wenn Sie aus Ihrem Kapital regelmäßig Ihre Rente aufbessern möchten, achten Sie bei eventuellen Umschichtungen auch darauf, dass Sie ausreichend Anlagen auswählen, die nicht so stark in ihrer Wertentwicklung schwanken.

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10.03.08
Dieter K.: "Ich besitze folgende Aktienfonds: Threadneedle European Fund und Threadneedle European Select Fund. Bei beiden Fonds handelt es sich ja um ausländische, thesaurierende Investmentfonds. Von den jährlich thesaurierten Beträgen wird keine Zinsabschlagsteuer einbehalten. Diese kommt erst bei Veräußerung zum Tragen und kann dann bei entsprechend langer Besitzzeit optisch sehr hoch wirken. Ich gebe die Erträge bereits seit Jahren pflichtgemäß in der Einkommensteuererklärung an. Wie wird nun die Abrechnung der Zinsabschlagsteuer bzw. in Zukunft die Abgeltungssteuer bei einem Verkauf gehandhabt? Wäre es empfehlenswert im Hinblick auf die zu erwartende Abgeltungssteuer diese beiden Papiere noch im Jahr 2008 zu veräußern ? (Ich besitze die beiden Fonds seit 2000 bzw. 2004.)"

Stefanie Kühn: Wie Sie richtig feststellen, wird derzeit bei thesaurierenden ausländischen Investmentfonds die Kapitalertragsteuer bei Verkauf von Fondsanteile selbst dann auf die gesamten während der Haltedauer der Fonds thesaurierten Erträge einbehalten, wenn Sie die nicht ausgeschütteten (thesaurierten) Erträge jährlich in Ihrer Einkommensteuererklärung angegeben haben. Hätten Sie dies nicht getan, hätten Sie sogar grundsätzlich jedes mal eine Steuerhinterziehung begangen. Die bei Verkauf zuviel einbehaltene Kapitalertragsteuer wird im Rahmen der Steuererklärung im Jahr des Verkaufs dann vom Finanzamt angerechnet. An diesem Prozedere wird sich auch unter dem Regime der Abgeltungsteuer nichts ändern. Es kommt also auch ab 2009 nicht zu einem Abgeltungsteuerabzug an der Quelle, der eine Veranlagung entbehrlich macht, sondern Sie müssen weiterhin Ihre thesaurierten Erträge jährlich in der Einkommensteuererklärung erklären. Auf diese Erträge wird dann aber nicht mehr Ihr persönlicher, sondern der Abgeltungsteuersatz von 25% angewandt. Ihre Fonds investieren beide in Europa ohne Großbritannien und haben langfristig eine mittelmäßige Wertentwicklung. Sind dies Ihre einzigen Aktienfonds, sollten Sie überlegen, ob Sie nicht regional weiter streuen sollten, bspw. mit einem weltweit anlegenden Fonds. Ihre Entscheidung sollte von Ihren Erwartungen an die Fonds und von Ihrer Vermögensaufteilung insgesamt abhängen. Die Regelungen zum Kapitalertragsteuerabzug bei thesaurierenden ausländischen Fonds sind m.E. hingegen allein kein Grund, Fonds zu veräußern.

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27.02.08
Anton F.: "Ich habe bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall einen Bausparvertrag über 10.250 Euro. Die siebenjährige Laufzeit wurde im Dezember 2007 erreicht. Das Guthaben beträgt inklusive Zinsen gut 9078 Euro, zusätzlich erhalte ich noch die Wohnungsbauprämie. Da ich das Bauspardarlehen nicht in Anspruch nehme, wird mir bei der Auszahlung eine Treueprämie gutgeschrieben. Im Augenblick benötige ich das Geld jedoch nicht und würde gerne monatlich weiter Beiträge einzahlen, da das Guthaben mit drei Prozent verzinst wird. Nun teilte mir meine Bausparkasse mit, dass ich nicht bis zur vollen Bausparsumme einzahlen soll, da mir sonst die Treueprämie nicht gutgeschrieben werden kann. Ist das richtig?"

Stefanie Kühn: Da ich Ihren genauen Tarif nicht kenne, kann ich nicht überprüfen, ob in den Bedingungen geregelt ist, ob die Treueprämie nur in das Guthaben des Bausparvertrages fließen darf oder "on top" gezahlt wird. Sie finden - falls das überhaupt geregelt ist - diese Information wahrscheinlich unter dem Punkt Treueprämie. Sie können sich bei Ihrer Bausparkasse auch die Grundlage für die Aussage zeigen lassen. Wenn Sie keine zufrieden stellende Antwort bekommen, können Sie sich an folgende Adresse wenden: Verband der privaten Bausparkassen, Kundenbeschwerdestelle, Postfach 30 30 79, 10730 Berlin.
Grundsätzlich sind Bausparkassen daran interessiert, die gut verzinsten Verträge der Vergangenheit loszuwerden - eine Meldung dazu stand bspw. im Januar Heft von Finanztest.
Ihre Rendite wird ja durch Wohnungsbauprämie, Zinsen und Treueprämie auf ein attraktives Niveau gehebelt. Renditen von über 4% finden Sie inzwischen jedoch auch bei einjährigen Festgeldern, Nachsteuerrenditen von 3,3% bspw. bei steueroptimierten Geldmarktfonds. Es existieren derzeit einige Lockangebote, bei denen Sie bis zu 6% für einen beschränkten Zeitraum und eine beschränkte Summe erhalten. So wäre ein Auflösung Ihres Bausparvertrages in absehbarer Zeit weitaus besser zu verkraften, als noch bei dem Zinsniveau vor 2 Jahren.

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08.02.08
Karl K.: "Ich habe für meine drei Enkelkinder (4  1/2 Jahre, 2  1/4 Jahre und 1  Jahr alt) vor einiger Zeit je einen Fondssparplan (WKN 973270) abgeschlossen, welche ich mit jeweils Euro 50.-/Monat bespare. Diese Sparpläne sind derzeit in mein Depot integriert.
Gibt es im Hinblick auf die neue, ab 1.1.2009 wirksame Abgeltungssteuer eine Möglichkeit, dass für diese Fondssparpläne keine Steuer erhoben wird?"

Stefanie Kühn: Fonds-Sparplänen werden durch die neue Abgeltungsteuer im Vergleich zur jetzigen Rechtslage deutlich benachteiligt, da alle Sparraten ab dem 1. Januar 2009 als Neuinvestments gelten und deren Kurssteigerungen unabhängig von einer Spekulationsfrist mit 25% Abgeltungsteuer besteuert werden. Wenn Sie weiter in Raten für Ihre Enkel in Aktienfonds sparen wollen, bleiben nur fondsgebundene Versicherungen als Alternative. Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen wird nur die Hälfte des Wertzuwachses mit dem individuellen Steuersatz versteuert, wenn die Auszahlung nach Vollendung des 60. Lebensjahres und nach Ablauf von mindestens 12 Jahren nach Vertragsschluss erfolgt. Sie könnten überlegen, für sich eine solche Versicherung abzuschließen und nach mindestens 12 Jahren Beitragsdauer die ausgezahlte Versicherungssumme (abgeltungsteuerfrei) an Ihre Enkelkinder zu verschenken. Statt einer Lebensversicherung könnten Sie eine fondsgebundene private Rentenversicherung abschließen, bei der nur der Ertragsanteil der Rentenleistungen mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern ist. Da die interne Kostenbelastung der Versicherungen aber in der Regel weitaus höher als bei einem reinen Aktienfonds ist, ist es sehr fraglich, ob eine solche Lösung über eine Versicherungskonstruktion im Ergebnis einen guten Aktienfonds, zu denen der von Ihnen gewählte Fidelity European Growth Fund gehört, auch unter Berücksichtigung der Abgeltungsteuer schlagen kann. Zu beachten ist außerdem, die stark eingeschränkte Flexibilität einer Versicherungskonstruktion.

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19.01.08
Alfred F.: "Unterliegen die vermögensverwaltenden Dachfonds bei Umschichtungen nicht auch der Abgeltungssteuer oder sind sie befreit? Erklären sich deren hohe Gebühren nicht doch letztlich aus der Steuerpflicht bei Umschichtungen?"

Stefanie Kühn: Für jeden nach dem 31.12.2008 erworbenen Investmentfondsanteil fällt ab diesem Zeitpunkt bei einem Verkauf die Abgeltungsteuer an. Wenn Sie einen Dachfondsanteil kaufen, erwerben Sie einen Fonds, der nicht selbst in Aktien, Anleihen oder Derivate anlegt, sondern in andere sogenannte Zielfonds. Umschichtungen die der Dachfonds tätigt, wenn er also andere Zielfonds kauft oder verkauft, sind nicht abgeltungsteuerpflichtig. Erst wenn Sie Ihre Dachfondsanteile verkaufen, fällt auf die erzielte Wertsteigerung Ihres Dachfonds die Abgeltungsteuer an. Wird der Dachfonds noch vor dem 01.01.2009 gekauft, bleiben erzielte Wertsteigerungen steuerfrei, wenn der Verkauf erst nach mindestens einem Jahr erfolgt. Die hohen Gebühren bei einem Dachfonds erklären sich vor allem daher, dass Sie neben den Gebühren für den Dachfonds auch noch die die anteiligen Gebühren für die vom Dachfonds gehaltenen Zielfonds zahlen müssen. Es wird sich überdies zeigen, ob Dachfonds nach 2008 nicht noch weiter an der Gebührenschraube drehen, da Anleger, die die Abgeltungsteuer scheuen und sich deshalb für einen Dachfonds entschieden haben, in der Dachfondskonstruktion "gefangen" sind.

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10.01.08
Horst V.: "Wir, Rentner, beide 75, Monatseinnahmen aus Miete und Renten 3.000 Euro, wollen mit 200.000 Euro Festanlage unsere Einkünfte für Reisen aufbessern. Kapitalverzehr inklusive, aus Hausverkauf. Welche Laufdauer ist reiserüstigen Mittsiebzigern zu empfehlen und welche Einkünfte sind bei acht/zehn/zwölf Jahren zu erwarten?"

Stefanie Kühn: Eine Festanlage könnte beispielsweise durch ein Entnahmedepot dargestellt werden. Je nach Risikoeinstellung könnte dies ein Aktienfonds oder ein Festgeld sein, von dem monatlich über die gewünschte Laufzeit Ihre "Zusatzrente auf Zeit" fließt. Bei einem Entnahmedepot, dass als Festgeldanlage geführt wird, können Sie bei einer Laufzeit von 12 Jahren und einem Zins von 4,2% 1.757 Euro monatlich erwarten. Bei 8 Jahren würden Sie bei 4,15% Zinsen ca. 2.500 Euro erhalten, bei 10 Jahren rund 2.000. Beachten Sie dabei aber bitte, dass Sie die jährlichen Zinsen bis 2009 mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuern müssen. Ab 2009 sind dann 25% Abgeltungsteuer fällig, wobei Sie sich bei einem Steuersatz von weniger als 25% veranlagen lassen können.

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04.01.08
Michael K.: "Noch zu DM-Zeiten habe ich in größerem Umfang Anteile der beiden Dreiländer-Fonds DLF 94/17 und DLF 97/22 gekauft. Leider sind die Liquiditätsüberschüsse von anfangs recht beachtlicher Höhe seit langem auf minimale Beträge geschrumpft. Auf eine schriftliche Anfrage im Jahr 2005 erhielt ich von der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg, die Auskunft, dass die Anteile der Gesellschaft DLF 94/17 zuletzt zu Preisen von 20 Prozent des Nominalwertes gehandelt wurden bzw. Anteile der Gesellschaft DLF 97/22 zu Preisen von 25 Prozent des Nominalwertes. Möglicherweise liegen die Werte in der Zwischenzeit noch niedriger. Wie beurteilen Sie die beiden Fonds zum jetzigen Zeitpunkt? Gibt es eine Möglichkeit, sie jemals zu einem vernünftigen Kurs zu veräußern? Kann ich jemanden für den immensen Verlust zur Verantwortung ziehen und wenn ja, wie muss ich vorgehen?"

Stefanie Kühn: Ihre beiden Fonds stehen derzeit bei www.zweitmarkt.de mit Werten von 20,5% und 24% in der Liste. Inwieweit es überhaupt Handel geben würde, ist dabei offen. Dass Sie einen vernünftigen Kurs bekommen können, bezweifle ich. Der DLF 94/17 ist durch die Insolvenz der Stella AG in besondere Turbulenzen geraten. Auch die Verwarnung des Initiators Fink wegen Untreue im Jahr 2005 war sicherlich nicht zuträglich.
Um festzustellen, ob und gegen wen sich Schadensersatzansprüche durchsetzen lassen, sollten Sie sich anwaltlichen Rat einholen. Es gab bereits einige Verfahren gegen die Vertriebsleute von Dreiländerfonds, die zu Gunsten der Anleger entschieden wurden.

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02.01.08
Klaus-Peter B.: "Im April 2006 habe ich das Zertifikat BARCLAYS BK 06/11 ZO MTN (Wertpapiernummer: BC0BAP) bei einer Direktbank gekauft. Dieses Zertifikat besteht aus einem Rohstoffkorb der u.a. Strom, Erdgas und Rohöl beinhaltet. Alles Produkte, deren Preise in jüngster Zeit förmlich explodiert sind, was eigentlich meine Anlageentscheidung bestätitgt. Endgegengesetzt entwickelt sich der Börsenkurs dieses Zertifikats. Kurz nach der Emission hat das Zertifikat den Ausgabekurs von 100 verlassen und liegt nun nach 21 Monaten bei 95. Ich bekomme zwar den Ausgabepreis auf alle Fälle im April 2011 zurück, werde aber, wenn das Zertifikat sich so weiter entwickelt, erhebliche Zinsverluste hinnehmen müssen.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum das Zertifikat eine so schlechte Entwicklung nimmt, wo doch bekanntlich die Rohstoffpreise seit der Emission dieses Papiers erheblich gestiegen sind. Kann es sein, dass Barclays die Anleger mit diesem Zertifikat über den Tisch zieht?"

Stefanie Kühn: Ihr Zertifikat investiert zu je einem Fünftel in fünf Rohstoffe, neben den von Ihnen genannten in Zink und Kupfer. Diese beiden Rohstoffe haben sich seit April 2006 bislang nicht positiv entwickelt. Dies ist sicherlich ein Grund für die fehlende Performance. Ferner handelt es sich um ein Garantiezertifikat - und eine solche Garantie für die Käufer darzustellen, kostet Geld und damit Rendite. Außerdem können Sie bei Rohstoffen unter so genannten Rollverlusten leiden. Diese Situation tritt ein, wenn die Vierteljährlichen Future-Kontrakte auf Ihre Rohstoffe in den nächsten Future "gerollt" werden müssen und dabei der nächst fällige Future teurer ist, als der derzeitige (der Spotpreis). Fachleute bezeichnen diese Situation als Contango. Tritt der entgegengesetzte Fall ein, profitieren Sie von Rollgewinnen (Backwardation). Rohstoffe sind jedoch i.d.R. nicht konstant in einer der beiden Situationen, sie wechseln. So stellt dies einen vorher schwer kalkulierbaren Faktor dar. Gerade Energiepreise unterliegen saisonalen Schwankungen, die ein munteres Wechselspiel von Contango und Backwardation bedeuten. Ein weiterer Kostenfaktor ist die eingebaute Währungssicherung. Laut Info unter www.zertifikateweb.de ist Ihr Zertifikat ein währungsgesichertes Zertifikat, Sie erkennen das an dem Zusatz "quanto". Auch diese Sicherung kostet Rendite.
All diese Faktoren zusammen mit den in der bisherigen Laufzeit auch schwankenden Rohstoffpreise der Energieträger, führen vermutlich zu diesem bislang unbefriedigenden Ergebnis.

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